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Dax-Stimmung: Privatanleger ziehen die Reißleine, Profis klammen sich an Durchalte-Parolen

Achtung: Lawinengefahr durch herabstürzende Profi-Investoren..

Redaktion

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Nach wie vor ist die Lage beim deutschen Leitindex Dax nicht so fürchterlich erfreulich – und das bringt Schmerzen bei denjenigen mit sich, die unterschütterlich an die Jahresendrally geglaubt haben. Aber das Thema Handelskrieg USA-China, die nach wie vor hawkishe Fed, die Unsicherheit über den Brexit und schließlich die „politischen Flatulenzen“ zwischen der EU und Italien sind nicht gerade förderlich für eine sorgenfreie Weihnachtsrally.

Und das ist eher ungünstig für die bereits Long-Positionierten – man will den Glauben nicht aufgeben, dass diese Rally zum jahresende hin doch noch kommt, schließlich war es doch in den gefühlt letzten 300 Jahren doch immer so gewesen, oder? Aber was vorher immer gut war, kann auch plötzloch schief gehen – das ist die Erfahrung, die Truthähne gerade derzeit in den USA machen müssen: 1000 Tage Wonneleben mit treusorgenden Menschen, die das Getier füttern und hegen – und dann plötzlich der Exitus..:

 

Jedenfalls sind laut neuester Umfrage der Deutschen Börse gerade die Profi-Investoren nicht von ihrer optimistischen Haltung abgewichen. Mit 51% sind mehr als die Hälfte im Lager der Bullen (+1% zur Vorwoche), während die Bären mit 26% (-2% zur Vorwoche) nur knapp mehr als jeden vierten Befragten stellen. Ist das Überzeugung? Eher nicht, meint Joachim Goldberg – es sei mehr die Hoffnung, die im Verlust handelnden Positionen doch noch irgendwie retten zu können, also Zweckoptimismus:

„Aber wir gehen nicht davon aus, dass die Mehrheit der Befragten aus einer grundsätzlichen Überzeugung heraus optimistisch ist. Vielmehr zeigt sich seit rund vier Wochen, dass ein harter Kern von Börsenbullen – es handelt sich immerhin um etwas mehr als 50 Prozent aller Befragten – mehr oder weniger große Buchverluste hinnehmen musste.“

 

Die Privatanleger dagegen sind deutlich skeptischer: 11% verließen das Bullenlager, das bei ihnen nur noch auf 41% kommt – genau diese 11% sind direkt ins Bärenlager gewandert, das nun mit 42% knapp vorne liegt. Dazu wieder Goldberg:


„Während die Privatanleger also mehr oder weniger diszipliniert und teilweise unter Hinnahme von deutlichen Kursverlusten die Notbremse gezogen haben, gilt dies nicht für die institutionellen Investoren. In dieser Gruppe ist nach wie vor mehrheitlich Durchhalten angesagt, so dass sich die Sentiment-technische Lage für den DAX nicht verbessert hat. Im Gegenteil: Die Bullen von heute wären vermutlich froh, die Kursspitzen der Vorwoche zwischen 11.350 und 11.450 Zählern noch einmal wiederzusehen, um sich dann zumindest noch mit einem halbwegs blauen Auge von den schal gewordenen Long-Positionen zu trennen. Damit dürfte aus heutiger Sicht eine Jahresschlussrallye recht überschaubar bleiben. Gleichzeitig ist der DAX an der Unterseite durch die kaum verbesserte heimische Nachfragesituation nach wie vor gefährdet. Zumal auch die internationalen Vermögensverwalter derzeit kein großes Interesse an deutschen Aktien zu haben scheinen.“

 

Vielleicht aber gibt es doch noch Hoffnung für de Dax-Bullen – nämlich dann, wenn die Wall Street mitspielt. In den USA nämlich ist bei den in der AAII-Umfrage befragten Privatinvestoren die Stimmung deutlich ins Negative gekippt. So kommen dort die Bullen nur noch auf 25,3% (-9,8% zur Vorwoche), die Bären hingegen sind klar führend mit 47,1% (+11,2% zur Vorwoche). Vielleicht ist das ja ein Kontraindikator..

 

Abschließend noch einmal Joachim Goldberg mit seiner ausführlicheren Einschätzung  im Video:

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Von Root5.5 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28838047

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