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Der große Sturm im Land der Kryptowährungen

FMW-Redaktion

Im Gegensatz zu den „herkömmlichen“ Märkten wie Aktien, Devisen oder Anleihen werden Kryptowährungen wie Bitcoins oder Ethereum durchgängig gehandelt, also auch am Wochenende. Und an dem vergangenen Wochenende kam es zu verstärken Turbulenzen im Land der Kryptowährungen: so rutschte Bitcoin deutlich unter die Marke von 2000 Dollar und fiel am Sonntag auf 1800 Dollar, die zweitwichtigste Kryptowährung Ethereum fiel zwischenzeitlich 22% auf 130 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai.

Woher der Abverkauf? Der Grund ist, wie fast immer: Geld bzw. die Auseinandersetzung darum. Konkret geht es um ein für den 31.Juli geplantes Software-Upgrade, das die Kapazitäten erhöhen soll, um die Umlaufgeschwindigkeit der Bitcoins zu erhöhen. Faktisch würde das aber bedeuten, dass die Miner, die in komplizierten Transaktionen neue Bitcoins generieren, weniger Geld verdienen würden. Also sind eben diese Miner gegen jede Veränderung, die sich für sie nachteilig auswirken würde.

Das Ziel der Befürworter diese Software-Upgrades ist schlicht die weitere Verbreitung der Bitcoins. Nachdem es nun stetig mehr Bitcoins gibt, werden Transaktionen (also auch Auszahlungen) immer langsamer und verhindern damit die schneller Verbreitung der Kryptowährung als Zahlungsmittel. Nachdem aber vor allem die Miner gegen das Software-Update sind, haben die Reformer (darunter der Plattformbetreiber Coinbase mit der Bitcoin-Handelsplattform GDAX) diesen Minern die Pistole auf die Brust gesetzt und drohen, Transaktionen der Miner nicht mehr anzuerkennen, wenn diese nicht das Software-Upgrade akzeptieren. Und das könnte bedeuten: es könnte zwei Arten von rivalisierenden Bitcoins geben, es droht ein Chaos. Welche Version wäre die richtige, welche die akzeptierte? So oder so: nach dem 31.Juli droht große Unsicherheit, und viele haben angesichts der möglichen Preisverfalls die Reißleine gezogen, vor allem, wenn sie auf ohnehin dicken Gewinnen saßen nach den vorherigen Anstiegen der Kryptowährungen.

Nun also wird es ernst, am 01.August soll die sogenannte „bitcoin improvement proposal 148“ in Kraft treten. Und wenn die Mehrheit der Bitcoin-Entwickler dem nicht zustimmen sollte, hat die Plattform GDAX bereits angedroht, faktisch alle Transaktionen und den Handel mit Bitcoins erst einmal einzuustellen („will temporarily suspend the deposit and withdrawal of bitcoin on GDAX and may pause the trading of bitcoin as well“).

Nun ja, es geht eben auch bei den „Kryptos“ sehr menschlich zu, sprich um Interessen. Damit aber steht die strahlende Zukunft der Kryptowährungen ernsthaft in Frage. Zwar hat sich der Bitcoin-Preis heute wieder über die 2000er-Marke erholt (aktuell 2070 Dollar), aber man sollte nicht überrascht sein, wenn es zeitnah wieder zu heftiger Volatilität oder einem herben Abverkauf kommen sollte..


Das Bitcoin-Logo
Foto: Gemeinfrei



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3 Kommentare

  1. Krypto-„Währungen“ ist wie Geld für die Playstation.

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