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Der IWF warnt vor der Schuldenbombe in China

FMW-Redaktion

Beim IWF macht man sich zunehmend Sorgen über die Schuldenbombe in China, das geht aus einer gestern vorgelegten Analyse der Organisation hervor. Dabei fokussiert sich die Studie auf den Bereich, in dem die größten Probleme stecken: die chinesischen Unternehmen.

Wir hatten schon mehrfach auf die Probleme vor allem staatlicher Unternehmen verwiesen – am Anleihemarkt nehmen die Turbulenzen derzeit zu, weil viele Unternehmen nicht mehr die Zinsen auf ihre Unternehmensanleihen zahlen können (so heute Nacht die nächste Ankündigung über wahrscheinlich ausbleibende Zahlungen von Dongbei Steel). Die Zahl der Rating-Abstufungen hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt, knapp 15% aller börsengelisteten Firmen in China erwarten für 2016 Verluste – auch das eine deutlich Steigerung zum Vorjahreszeitraum. Und so wird der Bereich Unternehmensanleihen, der während des Crash am Aktienmarkt im letzten Sommer als vermeintlich sicherer Hafen fungieren konnte, nun mehr und mehr gemieden: die Risikoprämien steigen steil, Gelder werden aus Fonds abgezogen.

Der IWF schätzt, dass diejenigen Firmen, die ihre Zinsen für Unternehmensanleihen nciht bezahlen können, Schulden im Volumen von 1,3 Billionen (!!) Dollar haben. Daraus, so der IWF, könnten für die Banken des Landes Verluste entstehen, die 7% des gesamten BIPs Chinas erreichen. Eine Pleitewelle wäre die Folge, der Staat müßte einspringen, um die Implosion der Wirtschaft zu stoppen.

Nun hat Peking einen „genialen“ Plan entwickelt:Chinas Banken bekommen Anteile an jenen Unternehmen, die ihre Kredite an die Banken nicht mehr zurück zahlen können – ein schöner Taschenspieler-Trick, der nur einen Makel hat: er wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht funktionieren, da er die bilanzeille Lage der Banken sich so substantiell verschlechtern würde – und das macht keine Bank freiwillig!

Selbst wenn das gelänge: der IWF fürchtet, dass damit nur Zombie-Firmen am Leben gehalten würden, die eigentlich gar keine Chance auf Überleben haben:

“They are not a comprehensive solution by themselves. Indeed, they could worsen the problem, for example, by allowing zombie firms (nonviable firms that are still operating) to keep going.”

Daher dürften solche Tausch-Aktionen – Kreditabschreibung gegen Anteil an den Unternehmen – nur dann sinnvoll sein, wenn die in Zahlungsschwierigkeiten befindlichen Firmen nachvollziehbare Pläne einer Restrukturierung vorweisen könnten, so der IWF. Das alles aber müsse schnell passieren, da die Folgen einer falschen Politik für das Reich der Mitte kaum überschaubare Konsequenzen haben könnte.



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