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Der jüngste Trend am Ölmarkt setzt sich fort

Doch mehr Angebotsmenge als gedacht - dieser jüngste Trend scheint sich am Ölmarkt fortzusetzen. Die jüngsten Daten aus den USA zeigen, dass die Zahl der aktiven Öl-Bohrstellen letzte Woche um weitere...

FMW-Redaktion

Doch mehr Angebotsmenge als gedacht – dieser jüngste Trend scheint sich am Ölmarkt fortzusetzen. Die jüngsten Daten aus den USA zeigen, dass die Zahl der aktiven Öl-Bohrstellen letzte Woche um weitere 6 auf insgesamt 747 gestiegen ist. Damit steigt diese Zahl nun atemberaubende 22 Wochen am Stück! Mit 747 erreicht man auch die höchste Zahl seit mehr als zwei Jahren. Auch ist die Öl-Fördermenge jüngst minimal weiter gestiegen auf 9,33 Millionen Barrels laut US-Energiebehörde EIA.

Wir hatten zuletzt auch mehrmals über Libyen und Nigeria berichtet. Beide Länder sind zwar OPEC-Mitglieder, aber offiziell von den Fördermengen-Kürzungen ausgenommen. Laut OPEC billige man den beiden aufgrund ihrer schlechten innenpolitischen Zustände so viel Ölförderung zu wie gewollt, da sie jeden Dollar bräuchten. Libyen macht auch aktuell munter weiter. Laut Aussagen der staatlichen Öl-Gesellschaft fördert das wichtigste Ölfeld „Sharara“ inzwischen immer mehr Öl, und bis Ende Juli will Libyen immer weiter hochfahren mit der Fördermenge.

Aus Russland hört man aus Finanzkreisen Gerüchte, dass man die Exportmenge in der zweiten Jahreshälfte ausweiten wolle. Das würde der grundsätzlichen Zustimmung Russlands zur Fördermengen-Kürzung widersprechen. Es sei denn der Inlandsbedarf in Russland sinkt, und man kann bei gleicher Fördermenge mehr exportieren. Oder Russland leert seine Lager um mehr exportieren zu können? Wie auch immer, mehr Export kann nicht sonderlich gut für einen steigenden Ölpreis sein!

Und von der OPEC? Was gibt es von dort zu hören? Offizielle aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien lassen aktuell verkünden, dass es eben noch mehr Zeit brauche, bis die bis März verlängerte Fördermengen-Kürzung Wirkung auf den Markt zeige. Also alles wie gehabt am Ölmarkt in den letzten Wochen. Derweil gibt es Zeichen, dass dank zu viel Angebot und schwächelnder globaler Nachfrage weltweit wieder mehr Öl in den Lagern verschwindet. Besonders bizarr in diesem Zusammenhang war vor Kurzem der Fall eines großen Öltankers, der von Schottland unterwegs war Richtung Asien.

Der dortige Abnehmer hatte die Fracht mangels Bedarf anscheinend storniert, und der Verkäufer in Schottland fand auf die Schnelle keinen neuen Abnehmer, während das Öl im Tanker unterwegs war. So lag das Schiff mehrere Tage vor der afrikanischen Küste südlich der kanarischen Inseln auf Reede, weil niemand wusste wohin mit dem Öl. Jetzt ist der Tanker wieder in Bewegung, Ziel unbekannt. Aber nur die Tatsache, dass ein Mega-Tanker in Asien einfach abgelehnt wurde, wo er mitten auf dem Weg war, zeigt doch irgendwie, dass es ein Überangebot geben muss!

Der Ölpreis zeigt weiter Schwäche, und pendelt knapp über der 45 Dollar-Marke (WTI-Öl August).


Der WTI-Ölpreis seit dem 8. Mai.



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