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Der kommende Absturz des US-Automarkts: ein Lehrstück über künstliche Booms durch Notenbanken

Warum es bald am US-Automarkt kracht und damit eine künstliche Kreditblase, die durch die Fed ausgelöst wurde, platzen wird..

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Von Markus Fugmann

Auch gestern gab es wieder ganz schwache Zahlen zu den US-Autoverkäufen, vor allem der amerikanischen Hersteller: General Motors -4,7% im Juni, Ford -5,0%, Fiat Chrysler -7,4%. Verkaufte etwa General Motors im Juni des Vorjahrs noch über 74.000 Autos, so sind es nun nur noch 49.000 – ähnlich bei den anderen amerikanischen Herstellern. Die unverkauften Autos von GM haben mit knapp einer Millionen den höchsten Stand seit 10 Jahren erreicht (Juni 2007), da liegt also noch viel Unverkauftes auf Halde!

Und es wird wohl noch mehr werden! Die US-Autoproduktion liegt nun 15% über dem Hochpunkt kurz vor der Finanzkrise und 130% über dem im Jahr 2010 erreichten Tief. Etwa ein Drittel aller in den USA verkauften Autos sind Leasingfahrzeuge – die nach Ende der Leasingzeit wieder an die Hersteller zurück gegeben werden. Und das große Problem ist, dass durch die Überproduktion am Markt und die immer größere Zahl an “ausgedienten” Leasing-Fahrzeugen, die an die Hersteller zurück gegeben werden, die Preise für Gebrauchtwagen stark fallen. Es gibt schlicht zu viele davon, das drückt den Preis.

Und es werden noch mehr, auch bei den Gebrauchtwagen. Mit der Finanzkrise waren die US-Autoverkäufe eingebrochen, vor allem die Verkäufe von Leasing-Fahrzeugen. In der Folge kamen dann später weniger Gebrauchtwagen auf den Markt, die Preise stiegen wegen des knappen Angebots. Die ultralaxe Geldpolitik der Fed machte ab 2010 Kredite günstig, also wurden viele Autos geleast, zu sehr vorteilhaften Konditionen weil niedrigen Finanzierungskosten für die Kunden.

Nun aber hat sich die Lage komplett geändert: 2016 wurden 4,3 Millionen Leasing-Fahrzeuge verkauft (doppelt so viel wie in der Boom-Zeit 2007 kurz vor der Krise), und der Leasing-Boom der Vorjahre wird dann dazu führen, dass bis 2018 ca. 21 Millionen gebrauchte Leasing-Fahrzeuge auf den Markt kommen. Und das bedeutet: der Gebrauchtwagenmarkt wird mit Angebot überschwemmt, die Preise werden weiter fallen.

Für den Auto-Kreditmarkt aber – der ähnlich wie damals der Immobilienmarkt durch Kreditpakete strukturiert ist mit vielen subprime-Krediten – ist die entscheidende Größe der Wiederverkaufswert der Autos, das ist fast wichtiger als die Kreditwürdigkeit desjenigen, der für den Kauf oder das Leasen eine Autos einen Kredit bekommt. Viele dieser Kredite wurden über Junk-Bonds finanziert, weil alle auf der Suche nach Renditen waren in Zeiten der Nullzinsen. Mithin erzeugte also die Nullzinspolitik der Fed eine Schuldenpyramide: die Käufer konnten günstig finnazieren, die Autohersteller ihre Autos in gesteigertem Volumen verkaufen, also alles schick.


Ein Jeep auf der New York Motor Show
Foto: Joseph Brent / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Aber das billige Geld hat zu einer deutlichen Überproduktion geführt, die nun abgebaut werden muß. Denn mit dem Fall der Preise für Gebrauchtwagen sinkt gleichsam die Sicherheit, die der Schuldner dem Gläubiger bieten kann für den erhaltenen Kredit. Damit steigt für beide Seiten das Risiko, für die Hersteller oder Verleaser auf der einen Seite, und für die Kreditnehmer auf der anderen Seite, die “unter Wasser geraten”. Zwischen 2008 und 2016 hat sich das Volumen an Autokrediten fast verdoppelt (von 800 Milliarden Dollar auf 1,5 Billionen Dollar). Das war vor allem eine Folge des billigen Geldes durch die Fed. Die ultralaxe Geldpolitik sollte die Nachfrage nach Gütern und Krediten stimulieren – und das hat sie auch getan.

Nun aber wird die Rechnung fällig in den nächsten Jahren. Da die Autokredite ganz ähnlich strukturiert sind wie damals die Immobilienkredite, wird eine Abwärtsspirale einsetzen, die sowohl Hersteller als auch die Kredit-Finanzierer schwer treffen wird: die Nachfrage nach Neuwagen wird drastisch sinken, die Kredit-Ausfallraten steigen – ein Teufelskreis. Es ist schlicht zu viel heiße Luft in dem US-Automarkt, die zwangsläufig entweichen muß. Anders als bei Immobilien aber ist die Rechtslage für Auto-Kreditnehmer viel schlechter als bei Immobilienkrediten: konnte jemand seine Kredit-Raten nicht mehr bezahlen, konnte er einfach die Schlüssel der finanzierenden Bank zurück geben, das Haus war weg, aber man hatte keine weiteren Schulden mehr. Bei den Autokrediten wird das anders sein: dann ist das Auto weg, der abzuzahlende Kredit aber bleibt und bringt damit die US-Konsumenten in weitere Schwierigkeiten!

Addiert man diese Problematik zu dem derzeitigen Sterben des stationären US-Einzelhandels mit dem daraus resultierenden Verlust von Millionen von Jobs, so wird es mehr als wahrscheinlich, dass die USA vor einer Rezession stehen. Damit käme dann die Rettungspolitik der Fed wie ein Boomerang zurück und löst so die nächste Krise aus..e

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Trigo

    4. Juli 2017 10:54 at 10:54

    Das hört sich nach einer giftigen Mischung + Zinserhöhung an.

  2. Avatar

    Bernd

    4. Juli 2017 11:53 at 11:53

    Zu diesen Ergebnissen kommt man durch einfaches analysieren der Situation und den ziehen der daraus resultierenden Schlussfolgerungen. Leider scheint die überwiegende Mehrzahl von Analysten und der Gleichen dazu nicht in der Lage zu sein. Ich höre schon jetzt das Gejammer von Politikern und Spitzenmanagern das man “von dieser Entwicklung vollkommen überrumpelt wurde”. MÖGEN UNS DIE ALGORITHMEN BEISTEHEN, denn sie scheinen die Einzigen zu seien deren Handeln noch auf Logik beruht.

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    gerd

    4. Juli 2017 12:22 at 12:22

    “Der kommende Absturz…” wird keiner sein, weil der so drastisch nur bei FMW abläuft.

    Warum soll das nicht gutgehen? Die Sache ist doch längst bekannt und auch schon drin in der Bereinigungsphase. Und Beachtung findet die Angelegenheit sogar schon in den Aktienkursen der Unternehmen – die es betrifft.

    Die Preise für herkömmliche PKWs mögen durchaus noch weiter sinken (und nur noch wenige Menschen werden bereit sein alternativ dazu einen teuren TESLA zu kaufen). Die Gewinne der US-Autokonzerne mögen wohl durchaus sinken.

    Aber an eine “… Abwärtsspirale…, die sowohl Hersteller als auch die Kredit-Finanzierer schwer treffen wird, …(weil) die Kredit-Ausfallraten steigen…” glaube ich nicht.

    “Anders als bei Immobilien aber ist die Rechtslage für Auto-Kreditnehmer viel schlechter…”
    Das mit der Rechtslage mag so sein, aber dafür sind die fundamentels viel, viel harmloser.
    Angenommen beim Hauskauf für 100Tsd hatte der Ami
    80Tsd Schulden. Als er nach nach 5 Jahren pleite war, hatte er wahrscheinlich immer noch 60Tsd Schulden oder noch weitaus mehr, weil der Tilgungszeitraum über 25 Jahre und länger geht.
    Angenommen beim Autokauf für 10Tsd hatte der Ami 8Tsd Schulden. Falls er nach 5 Jahren pleite ist, hat er aber den Großteil seines Ratenkredits bereits abgezahlt, da der Tilgunsgzeitraum beim Autokredit überschaubar kurz ist. Im Gegensatz zur Immo-Kredit Restschuld von 60Tsd hat er jetzt evtl. noch 2 oder 3Tsd. Restschuld. Und das dürfte in vielen Fällen vom Restwert seines PKWs sogar gedeckt sein.
    Und überhaupt, wieso sollen die Auto-Kreditnehmer von damals bei der Wirtschaftslage von heute (die zumindest nicht schlechter ist als zu der Zeit) weniger tilgen können als vor 5 Jahren?

    Was von der angeblich aufziehenden Gefahrenlage bleibt, sind lediglich schlechtere Geschäftszahlen für die Autoverkäufer, aber es gibt keine Gefahr für die Banken oder das Wirtschafts-und Finanzsystem als ganzes.

    Also, auch diese Hoffnung können sich die Bären aus meiner Sicht leider von der Backe putzen.

    • Avatar

      Markus Fugmann

      4. Juli 2017 12:27 at 12:27

      @Gerd, es ist immer wieder amüsant zu sehen, wie jemand, der so short positioniert ist wie Sie, so dermaßen bullisch sein kann! Großes Kino!

      • Avatar

        gerd

        4. Juli 2017 13:09 at 13:09

        Tja, im Gegensatz zu vielen anderen Shorties gestehe ich mir mein totales Fehlverhalten ein und lüge mir nicht selbst in die Tasche in dem ich mir die Situation schön rede. Wie oft muss ich hier Kommentare lesen, wie schön das doch sei, wenn die Kurse weiter stiegen, denn dann würde die Fallhöhe ja nur um so größer.
        Sowas mache ich nicht mehr. Wenngleich ich natürlich trotzdem hoffe, dass es irgenwie doch noch mal drastisch runtergehen könnte.

        Übrigens teile ich die “Verlierer” der jetzigen Hausse ganz grob in drei Gruppen.
        Diejenigen, die sich ärgern, weil sie (zufällig) die falsche Richtung vorhergesehen haben. Das ist menschlich.
        So einer wie ich, der die Richtung zwar korrekt vorhersah, aber dennoch in die andere handelt.
        Das ist, wie schon mal gesagt, schizobekloppt – oder masochistisch.
        Und dann eben diejenigen, die zwar auch in die falsche Richtung spekulieren, die aber glauben, es würde für sie beständig immer besser, je mehr die Kurse weiter in die falsche Richtung laufen.

        Übrigens, damit ich meiner zwiespältigen Handlungsweise auch gerecht bleibe, werde ich aus heutiger Sicht bereits bei ungefähr 12530 den Put zurückkaufen, den ich verlustreich bei 12450 abgestoßen hatte.

        Ich habe eben auch noch andere Ereignisse als die wirtschaftlichen im Hinterkopf, welche sich ggf. mal als das Gegenteil von kurstreibend auswirken könnten.

    • Avatar

      Puhvogel

      4. Juli 2017 14:00 at 14:00

      Der geneigte US-Joe Sixpack schiebt alleine einen Schuldenberg per überzogener Kreditkarten in Höhe von 28.000 $ vor sich her.
      50 % aller US Amerikaner haben nicht die flüssigen Mittel in Höhe 500 $ um kurzfristige Extraausgaben ( Reparaturen usw. ) zu finanzieren. Die schwebenden Study-loans ( Studentenkredite )
      bewegen sich knapp unterhalb einer Billion. Nicht US-Billion was nach unserem Verständnis nur eine Milliarde ist sondern tatsächlich 1.000.000.000.000 ( US Trillion ).
      Der durchschnittliche Ami rennt aber systemkonform eben ins Messer der Börsen.
      80 % der wertpapierkäufe sind auf Kredit finanziert.
      Bei einer Zinserhöhung von 0,4 Punkten kracht das Ding zusammen und Billionen sind schlagartig in notleidenden Krediten
      vergraben.
      Hasta Luego.

  4. Avatar

    leo

    4. Juli 2017 13:24 at 13:24

    Das bleibt nicht nur beim Automarkt. Auch der Immobilienmarkt in den USA
    wird unter den steigenden Zinsen leiden. Wenn sich eine Spirale anfängt zu drehen
    leiden alle.

  5. Avatar

    Wolfgang M.

    4. Juli 2017 13:35 at 13:35

    Wenn man den Gedanken fortspinnt, würde das aber bedeuten: Die nächste Zinsanhebung der Fed ist bereits die Letzte ( Rezession ante portas), der US-Dollar fällt, damit schösse der Euro in die Höhe und die exportlastigen EU-Länder (allen voran Deutschland) würden Einbrüche bekommen. Ergebnis: Einbrechende Aktienmärkte diesseits und jenseits des Atlantik. Ein ideales Bärenszenario. Klingt aber zu einfach – Börse ist selten so einfach kausal. Ich bin gespannt. Gruß

    • Avatar

      Puhvogel

      4. Juli 2017 14:02 at 14:02

      Der Euro ist schon mit 1,14 zum Dollar recht teuer geworden.

    • Avatar

      gerd

      4. Juli 2017 14:08 at 14:08

      An einer Stelle würde ich den Gedankengang unterbrechen wollen. Will die EZB einen noch festeren Euro als jetzt schon? Wird sie nicht vielmehr auf die (Nicht)Politik der FED reagieren? Somit bleiben die Paritäten ungefähr wie sie sind und das Zinsniveau weiterhin niedrig.
      Somit keine einbrechenden Aktienkurse sondern ein ideales Szenario für längerfristige Aktieninvestments.
      Auch ich bin gespannt.

  6. Avatar

    Altbär

    4. Juli 2017 14:24 at 14:24

    Habe schon mehrmals erwähnt,Käufe auf Kredit bei Konsumgütern = vorgezogener Konsum der später fehlt, nicht weniger schlimm sind Aktienkäufe auf Kredit was kurstreibend ist u.gewissermassen auch Künftige Kursgewinne vorwegnimmt, auch dieser Selbsbetrug wird sich rächen auch wenn es Vlele noch nicht glauben wollen!

  7. Avatar

    leo

    4. Juli 2017 15:31 at 15:31

    Meiner Meinung bereiten die Notenbank eine gemeinsame Zinserhöhung vor
    um im Falle eines Crashs einen Stimulus zu haben. Was wollen die Notenbanken noch außer QE um 0 Zinsen. Am Aktienmarkt ist die Botschaft doch angekommen
    weil nur Banken steigen. Andere Aktienbranchen darben doch nur dahin, bzw. das Risiko ist doch ein bisschen hoch.Ich glaub die Gier ist so groß das man die Realität
    noch nicht wahrnimmt. Aber wenn man sich der Gefahr bewußt wird kann schnell
    nach unter gehen. Die Umsätze waren in letzter Zeit nicht groß.

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Die Illusion der Börse – Eine Geschichte von Magiern und Notenbanken

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Die Illusion der Börse: Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Kostolany – „Mit etwas Zynismus kann man behaupten, dass das ganze kapitalistische System eine Illusion, vielleicht sogar ein Schwindel ist, aber eben ein gut gemachter. Hoffen wir das er noch lange besteht.“

Der Magier und die Notenbank

Als ein passendes Beispiel dient ein Magier. Jeder weiß, dass es alles nur Illusionen sind. Aber sobald ein Magier die Bühne betritt und seine Zaubertricks aufführt, sind wir fasziniert. Jeder Moment ist voller Spannung und Aufregung. Die Börse ist für mich das Gleiche. Sie ist die größte Bühne der Welt, jeden Tag eine neue Show, jeden Tag ist es aufregend. Und wir können alle daran teilhaben. Mit einer Vielzahl an Instrumenten können wir handeln und dabei Gewinne erzielen. Aber letztendlich ist sie zu einer Illusion geworden. Seitdem der Markt nicht mehr seinem natürlichen Verhalten folgen darf und die Manipulation ausartet, übernimmt die Illusion die Oberhand und die Notenbanken haben die Rolle des Magiers übernommen.

Die Entwicklung und Auswirkung

Seit der Finanzkrise von 2008 (hier gut erklärt) hat sich die Börse mehr und mehr von der Realwirtschaft abgekoppelt. Bewertungen und Gewinnerwartungen der Unternehmen rücken mittlerweile immer weiter in den Hintergrund. Heutzutage schaut man nur noch gespannt auf das was die Notenbanken tun – es wird sogar darauf gewettet, welche Maßnahmen als nächstes Folgen. Natürlich darf man nicht abstreiten, dass Liquidität immer schon eine große Rolle an der Börse gespielt hat. Nur ist es inzwischen so, dass es nicht mehr ohne geht.

Unser Finanzsystem basiert auf dem Grundsatz „Höher, Schneller und Weiter“ (hier der jüngste Beweis für das Eigenleben der EZB). Wenn man rational denkt, muss man feststellen, dass dieses System auf Dauer nicht funktionieren kann. Aber um es nicht scheitern zu lassen, hat man sich vor langer Zeit überlegt einer Orgnisation außerhalb der Regierung – der Notenbank – die Macht und das Recht zu geben, Geld aus dem NICHTS zu drucken. Um das System aufrecht zu erhalten, bedarf es jetzt aber immer mehr umfangreichere Maßnahmen. Es reicht nicht mehr Zinsen zu senken – inzwischen haben wir Negativzinsen. Es reicht auch nicht mehr Stimulus durch QE-Programme zu erzeugen, sondern es bedarf Geldflutungen, die ihresgleichen suchen.

Jede kleine Korrektur an der Börse oder Wirtschaftskrise wird in einer Geldflut ertränkt. Die Schulden wachsen exponentiell. Seien Sie versichert, diese Schulden werden niemals zurückgezahlt. Allein in den letzten 20 Jahren hat sich die weltweite Verschuldung verdreifacht. Auch wenn wir das Geld gerne zurückzahlen würden, wo soll es herkommen? Um das zu tun benötigt man Wachstumsraten, die in der jetzigen Situation gar nicht machbar sind. Zwischen 2010 und 2019 musste für einen Dollar globalen Wachstums 2,5 Dollar an Schulden aufgewendet werden. Das kann nicht nachhaltig sein und ist auf Dauer zum Scheitern verurteilt.

Fazit

The FED bails out everything – but who is gonna bail out the FED at the end? – Die Notenbanken retten alles – die globale Wirtschaft, die Börse und die Zombieunternehmen – aber wer rettet am Ende die Notenbanken? Die Macht der Notenbanken ist unendlich. Solange das Vertrauen in Sie und in das Fiat-Geld vorhanden ist, solange kann dieses System funktionieren. Ich hoffe Ihnen ist bewusst, dass das Geld was sie in den Händen halten, weniger Wert ist, als das Papier auf dem es gedruckt ist. Sollte dieses Vertrauen irgendwann weichen – aus welchem Grund auch immer – dann kommt es zum Platzen der Blase. Aber bis dahin sollten wir die großartigen Möglichkeiten, die uns die Börse bietet, auch nutzen. Um auf unser Beispiel der Magier zurückzukommen: die Börse bleibt faszinierend, spannend und aussichtsreich, indem wir an die Illusion glauben. Also lasst uns alle GLAUBEN – solange es noch möglich ist!

Illusion der Börse - Geschichte von Magiern und Notenbanken

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Luftfahrtbranche: Der große Absturz nach der Coronakrise

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Es ist nachvollziehbar. Nach dem Ende der Coronakrise wird die Luftfahrtbranche nicht “mal eben so” zurückkehren auf die vorigen Auslastungsniveaus. Wer hat schon Lust in den Strandurlaub mit Maske zu fliegen, im Hotelrestaurant und am Strand mit Maske rumzulaufen? Und derzeit zeigt sich auch: Jede Menge Business Meetings sind in der Coronakrise zwangsweise über Videokonferenzen gelaufen. Und viele Unternehmen werden sich jetzt fragen: Warum überhaupt noch so viele Flüge und Hotelbuchungen? Das kostet enorm viel Geld. Die Videoschalten haben doch auch funktioniert. Außerdem werden sich weltweit wohl hunderte Millionen Menschen, die noch bis Februar zahlungskräftige Urlauber waren, dank Kurzarbeit (alleine 10 Millionen Anträge nur in Deutschland) und Arbeitslosigkeit auf absehbare Zeit keine Urlaubsreise mehr leisten können. Die Luftfahrtbranche wird, das sagt also schon der gesunde Menschenverstand, ihre Kapazitäten stark reduzieren müssen.

Luftfahrtbranche wird nachhaltig beeinträchtigt sein

Das gilt für Maschinen wie auch für die Menschen. Und die Luftfahrtbranche besteht ja nicht nur aus Airlines, sondern ebenso aus Flughäfen, Flugzeugherstellern und der riesigen Zulieferindustrie. Wie stark die Coronakrise ins Fleisch schneidet, zeigt die aktuelle Veröffentlichung des Turbinenherstellers Rolls Royce. Wo vermutlich auf lange Zeit deutlich weniger Flugzeuge neu nachgefragt werden, und wo Airbus und Boeing wohl mitten in einem Storno-Tornado für bestehende Orders stecken dürften, da brauchen die Hersteller folgerichtig auch weniger Jet-Turbinen. So hat Rolls Royce jüngst verkündet 9.000 von 52.000 Stellen streichen zu wollen. Nicht nur die Stellenstreichungen, aber auch die sonstige Ausgabenkürzungen sollen zu jährlichen Einsparungen von 1,3 Milliarden Pfund führen, so der Hersteller.

Emirates

Emirates ist einer der Giganten, wenn es um transatlantische Flüge geht. Tja, könnte man meinen. Die Scheichs am Golf sind doch alle reich? Da kann der Herrscher von Dubai doch mal kurz ein paar Milliarden zur Stützung rüberschieben? Nein. Es ist kein Geheimnis, dass Dubai kräftig in der Krise steckt. Und der Herrscher von Dubai hat auch nicht wirklich ein prall gefülltes Bankkonto (Dubai vor der Pleite?), da das Emirat kein Öl mehr hat, und versucht vom Tourismus zu leben. Emirates muss also profitabel arbeiten oder es zumindest versuchen. Also müssen die Kosten drastisch gesenkt werden, da ja wie gesagt nicht zu erwarten ist, dass die alten Kapazitäten auch nur annähernd wieder ausgelastet werden.

Laut aktuellen Branchenberichten plant Emirates auch nach dem nun beginnenden Neustart der Flüge eine drastische Reduzierung der Flotte. Die A380 wird wohl zum Auslaufmodell werden – wer braucht jetzt nämlich noch so viel Kapazität für einen einzigen Flug? 115 Stück der A380 standen vor der Krise im Flottenregister von Emirates. Nach Informationen von aero.de sehen die Pläne von Emirates vor nur noch 69 Stück der A380-Flotte zu aktivieren. 40 Prozent der aktuellen Flotte würden dauerhaft am Boden bleiben. Andere Medien wie das Handelsblatt gehen davon aus, dass nur noch 20 der Flugzeuge der A380-Flotte wieder für Emirates fliegen werden. Angeblich soll der Stellenabbau bei Emirates sich in einer Größenordnung von 30.000 Jobs bewegen.

Lufthansa

Tja, und die Lufthansa? Seit Tagen wartet man nun auf eine offizielle Bestätigung, dass der deutsche Staat eine gigantische Milliardenspritze in die letzte übrig gebliebene große deutsche Airline pumpen wird. Wir hatten es schon thematisiert. Egal wie, der deutsche Staat wird die Lufthansa retten – schon aus Gründen der Staatsraison. Man will zumindest eine große bedeutende Airline haben, genau wie auch die Italiener, Franzosen und Briten. Gestern gab die Lufthansa per Ad Hoc-Mitteilung bekannt, dass man “fortgeschrittene Gespräche” mit der Bundesregierung bestätige. Es geht um 9 Milliarden Euro, davon 3 Milliarden aus KfW-Krediten.

Auch wird hier wohl der neu gegründete deutsche Staatsfonds (gespeist aus Steuergeldern) zum Einsatz kommen, womit wir alle Anteilseigner an der Lufthansa werden – das dürfte dann möglichen ausländischen Käufern eine Übernahme der Lufthansa zu einem Spottpreis erschweren, wenn der Bund als fetter Klumpen bereits mit im Boot sitzt. Auch die Lufthansa wird ihre Flotte schrumpfen. Laut Aero.de sollen von den 14 stillgelegten A380 bei der Lufthansa nur sieben Maschinen reaktiviert werden. Sie sollen nur noch von München aus fliegen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr gehe davon aus, dass die Lufthansa nächstes Jahr 300 Flugzeuge weniger nutzen werde als vor der Krise.

Norwegian

Der einstige Senkrechtstarter der Luftfahrtbranche “Norwegian”, bei dem man sich jahrelang immer wieder bewunderswert fragte, wo dieser Erfolg herkommt, war de facto durch die Coronakrise schon am Ende, nachdem man für mehrere Tochtergesellschaften Insolvenz anmelden musste. Aber diese Woche hat der norwegische Staat endgültig eine 3 Milliarden Kronen schwere Kreditgarantie gegeben. Auch hat Norwegian jetzt zwei neue Großaktionäre. Die vom chinesischen Staat kontrollierte “BOC Aviation” hält 12,67 Prozent der Firmenanteile, und die irische Leasinggesellschaft “AerCap Holdings” hält 15,9 Prozent – über Wandelanleihen hat man zudem weitere 7,2 Prozent erworben.

Und sonst?

Bei Airbus sind angeblich 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Bei Boeing hat es die letzten Monate nicht nur wegen der Coronakrise, sondern auch wegen dem Problem mit der 737 Max Stornos gehagelt! Vor einigen Tagen sprach der Boeing-Chef von einem Stellenabbau in der Größenordnung von 10 Prozent bis Ende des Jahres. Und dass weltweit an so ziemlich allen Flughäfen Arbeitsplätze gefährdet sind, versteht sich von selbst. Und Aktien aus der Luftfahrtbranche? Jetzt günstig einsteigen? Es könnte (nicht muss) passieren, dass man endet wie einst die T-Aktionäre. Jahrzehnte später hofft man immer noch, dass man seinen Kaufkurs irgendwann mal wieder sieht.

Luftfahrtbranche im Abwärtsstrudel - Flughafen Dubai vor der Coronakrise
Flughafen Dubai in den “guten alten Zeiten” vor der Coronakrise. Foto: Konstantin von Wedelstaedt – Gallery page http://www.airliners.net/photo//1204297/L Photo http://cdn-www.airliners.net/aviation-photos/photos/7/9/2/1204297.jpg GFDL 1.2

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – China im Fokus

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Markus Koch spricht im folgenden Video LIVE zum Handelsstart in New York. China steht heute im Fokus. Die Wirtschaftsprognose hat die KP in Peking heute ganz gestrichen, zum ersten mal seit 1990. Das sorgt für Unsicherheit. Auch Chinas Durchgreifen in Hongkong sorgt heute an den Aktienmärkten für Unsicherheit.

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