Folgen Sie uns
jetzt kostenfrei anmelden für das Die Einstiegs-Chance

Aktien

Der kommende Absturz des US-Automarkts: ein Lehrstück über künstliche Booms durch Notenbanken

Warum es bald am US-Automarkt kracht und damit eine künstliche Kreditblase, die durch die Fed ausgelöst wurde, platzen wird..

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Auch gestern gab es wieder ganz schwache Zahlen zu den US-Autoverkäufen, vor allem der amerikanischen Hersteller: General Motors -4,7% im Juni, Ford -5,0%, Fiat Chrysler -7,4%. Verkaufte etwa General Motors im Juni des Vorjahrs noch über 74.000 Autos, so sind es nun nur noch 49.000 – ähnlich bei den anderen amerikanischen Herstellern. Die unverkauften Autos von GM haben mit knapp einer Millionen den höchsten Stand seit 10 Jahren erreicht (Juni 2007), da liegt also noch viel Unverkauftes auf Halde!

Und es wird wohl noch mehr werden! Die US-Autoproduktion liegt nun 15% über dem Hochpunkt kurz vor der Finanzkrise und 130% über dem im Jahr 2010 erreichten Tief. Etwa ein Drittel aller in den USA verkauften Autos sind Leasingfahrzeuge – die nach Ende der Leasingzeit wieder an die Hersteller zurück gegeben werden. Und das große Problem ist, dass durch die Überproduktion am Markt und die immer größere Zahl an „ausgedienten“ Leasing-Fahrzeugen, die an die Hersteller zurück gegeben werden, die Preise für Gebrauchtwagen stark fallen. Es gibt schlicht zu viele davon, das drückt den Preis.

Und es werden noch mehr, auch bei den Gebrauchtwagen. Mit der Finanzkrise waren die US-Autoverkäufe eingebrochen, vor allem die Verkäufe von Leasing-Fahrzeugen. In der Folge kamen dann später weniger Gebrauchtwagen auf den Markt, die Preise stiegen wegen des knappen Angebots. Die ultralaxe Geldpolitik der Fed machte ab 2010 Kredite günstig, also wurden viele Autos geleast, zu sehr vorteilhaften Konditionen weil niedrigen Finanzierungskosten für die Kunden.

Nun aber hat sich die Lage komplett geändert: 2016 wurden 4,3 Millionen Leasing-Fahrzeuge verkauft (doppelt so viel wie in der Boom-Zeit 2007 kurz vor der Krise), und der Leasing-Boom der Vorjahre wird dann dazu führen, dass bis 2018 ca. 21 Millionen gebrauchte Leasing-Fahrzeuge auf den Markt kommen. Und das bedeutet: der Gebrauchtwagenmarkt wird mit Angebot überschwemmt, die Preise werden weiter fallen.

Für den Auto-Kreditmarkt aber – der ähnlich wie damals der Immobilienmarkt durch Kreditpakete strukturiert ist mit vielen subprime-Krediten – ist die entscheidende Größe der Wiederverkaufswert der Autos, das ist fast wichtiger als die Kreditwürdigkeit desjenigen, der für den Kauf oder das Leasen eine Autos einen Kredit bekommt. Viele dieser Kredite wurden über Junk-Bonds finanziert, weil alle auf der Suche nach Renditen waren in Zeiten der Nullzinsen. Mithin erzeugte also die Nullzinspolitik der Fed eine Schuldenpyramide: die Käufer konnten günstig finnazieren, die Autohersteller ihre Autos in gesteigertem Volumen verkaufen, also alles schick.


Ein Jeep auf der New York Motor Show
Foto: Joseph Brent / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Aber das billige Geld hat zu einer deutlichen Überproduktion geführt, die nun abgebaut werden muß. Denn mit dem Fall der Preise für Gebrauchtwagen sinkt gleichsam die Sicherheit, die der Schuldner dem Gläubiger bieten kann für den erhaltenen Kredit. Damit steigt für beide Seiten das Risiko, für die Hersteller oder Verleaser auf der einen Seite, und für die Kreditnehmer auf der anderen Seite, die „unter Wasser geraten“. Zwischen 2008 und 2016 hat sich das Volumen an Autokrediten fast verdoppelt (von 800 Milliarden Dollar auf 1,5 Billionen Dollar). Das war vor allem eine Folge des billigen Geldes durch die Fed. Die ultralaxe Geldpolitik sollte die Nachfrage nach Gütern und Krediten stimulieren – und das hat sie auch getan.

Nun aber wird die Rechnung fällig in den nächsten Jahren. Da die Autokredite ganz ähnlich strukturiert sind wie damals die Immobilienkredite, wird eine Abwärtsspirale einsetzen, die sowohl Hersteller als auch die Kredit-Finanzierer schwer treffen wird: die Nachfrage nach Neuwagen wird drastisch sinken, die Kredit-Ausfallraten steigen – ein Teufelskreis. Es ist schlicht zu viel heiße Luft in dem US-Automarkt, die zwangsläufig entweichen muß. Anders als bei Immobilien aber ist die Rechtslage für Auto-Kreditnehmer viel schlechter als bei Immobilienkrediten: konnte jemand seine Kredit-Raten nicht mehr bezahlen, konnte er einfach die Schlüssel der finanzierenden Bank zurück geben, das Haus war weg, aber man hatte keine weiteren Schulden mehr. Bei den Autokrediten wird das anders sein: dann ist das Auto weg, der abzuzahlende Kredit aber bleibt und bringt damit die US-Konsumenten in weitere Schwierigkeiten!

Addiert man diese Problematik zu dem derzeitigen Sterben des stationären US-Einzelhandels mit dem daraus resultierenden Verlust von Millionen von Jobs, so wird es mehr als wahrscheinlich, dass die USA vor einer Rezession stehen. Damit käme dann die Rettungspolitik der Fed wie ein Boomerang zurück und löst so die nächste Krise aus..e

14 Kommentare

14 Comments

  1. Trigo

    4. Juli 2017 10:54 at 10:54

    Das hört sich nach einer giftigen Mischung + Zinserhöhung an.

  2. Bernd

    4. Juli 2017 11:53 at 11:53

    Zu diesen Ergebnissen kommt man durch einfaches analysieren der Situation und den ziehen der daraus resultierenden Schlussfolgerungen. Leider scheint die überwiegende Mehrzahl von Analysten und der Gleichen dazu nicht in der Lage zu sein. Ich höre schon jetzt das Gejammer von Politikern und Spitzenmanagern das man „von dieser Entwicklung vollkommen überrumpelt wurde“. MÖGEN UNS DIE ALGORITHMEN BEISTEHEN, denn sie scheinen die Einzigen zu seien deren Handeln noch auf Logik beruht.

  3. gerd

    4. Juli 2017 12:22 at 12:22

    „Der kommende Absturz…“ wird keiner sein, weil der so drastisch nur bei FMW abläuft.

    Warum soll das nicht gutgehen? Die Sache ist doch längst bekannt und auch schon drin in der Bereinigungsphase. Und Beachtung findet die Angelegenheit sogar schon in den Aktienkursen der Unternehmen – die es betrifft.

    Die Preise für herkömmliche PKWs mögen durchaus noch weiter sinken (und nur noch wenige Menschen werden bereit sein alternativ dazu einen teuren TESLA zu kaufen). Die Gewinne der US-Autokonzerne mögen wohl durchaus sinken.

    Aber an eine „… Abwärtsspirale…, die sowohl Hersteller als auch die Kredit-Finanzierer schwer treffen wird, …(weil) die Kredit-Ausfallraten steigen…“ glaube ich nicht.

    „Anders als bei Immobilien aber ist die Rechtslage für Auto-Kreditnehmer viel schlechter…“
    Das mit der Rechtslage mag so sein, aber dafür sind die fundamentels viel, viel harmloser.
    Angenommen beim Hauskauf für 100Tsd hatte der Ami
    80Tsd Schulden. Als er nach nach 5 Jahren pleite war, hatte er wahrscheinlich immer noch 60Tsd Schulden oder noch weitaus mehr, weil der Tilgungszeitraum über 25 Jahre und länger geht.
    Angenommen beim Autokauf für 10Tsd hatte der Ami 8Tsd Schulden. Falls er nach 5 Jahren pleite ist, hat er aber den Großteil seines Ratenkredits bereits abgezahlt, da der Tilgunsgzeitraum beim Autokredit überschaubar kurz ist. Im Gegensatz zur Immo-Kredit Restschuld von 60Tsd hat er jetzt evtl. noch 2 oder 3Tsd. Restschuld. Und das dürfte in vielen Fällen vom Restwert seines PKWs sogar gedeckt sein.
    Und überhaupt, wieso sollen die Auto-Kreditnehmer von damals bei der Wirtschaftslage von heute (die zumindest nicht schlechter ist als zu der Zeit) weniger tilgen können als vor 5 Jahren?

    Was von der angeblich aufziehenden Gefahrenlage bleibt, sind lediglich schlechtere Geschäftszahlen für die Autoverkäufer, aber es gibt keine Gefahr für die Banken oder das Wirtschafts-und Finanzsystem als ganzes.

    Also, auch diese Hoffnung können sich die Bären aus meiner Sicht leider von der Backe putzen.

    • Markus Fugmann

      4. Juli 2017 12:27 at 12:27

      @Gerd, es ist immer wieder amüsant zu sehen, wie jemand, der so short positioniert ist wie Sie, so dermaßen bullisch sein kann! Großes Kino!

      • gerd

        4. Juli 2017 13:09 at 13:09

        Tja, im Gegensatz zu vielen anderen Shorties gestehe ich mir mein totales Fehlverhalten ein und lüge mir nicht selbst in die Tasche in dem ich mir die Situation schön rede. Wie oft muss ich hier Kommentare lesen, wie schön das doch sei, wenn die Kurse weiter stiegen, denn dann würde die Fallhöhe ja nur um so größer.
        Sowas mache ich nicht mehr. Wenngleich ich natürlich trotzdem hoffe, dass es irgenwie doch noch mal drastisch runtergehen könnte.

        Übrigens teile ich die „Verlierer“ der jetzigen Hausse ganz grob in drei Gruppen.
        Diejenigen, die sich ärgern, weil sie (zufällig) die falsche Richtung vorhergesehen haben. Das ist menschlich.
        So einer wie ich, der die Richtung zwar korrekt vorhersah, aber dennoch in die andere handelt.
        Das ist, wie schon mal gesagt, schizobekloppt – oder masochistisch.
        Und dann eben diejenigen, die zwar auch in die falsche Richtung spekulieren, die aber glauben, es würde für sie beständig immer besser, je mehr die Kurse weiter in die falsche Richtung laufen.

        Übrigens, damit ich meiner zwiespältigen Handlungsweise auch gerecht bleibe, werde ich aus heutiger Sicht bereits bei ungefähr 12530 den Put zurückkaufen, den ich verlustreich bei 12450 abgestoßen hatte.

        Ich habe eben auch noch andere Ereignisse als die wirtschaftlichen im Hinterkopf, welche sich ggf. mal als das Gegenteil von kurstreibend auswirken könnten.

    • Puhvogel

      4. Juli 2017 14:00 at 14:00

      Der geneigte US-Joe Sixpack schiebt alleine einen Schuldenberg per überzogener Kreditkarten in Höhe von 28.000 $ vor sich her.
      50 % aller US Amerikaner haben nicht die flüssigen Mittel in Höhe 500 $ um kurzfristige Extraausgaben ( Reparaturen usw. ) zu finanzieren. Die schwebenden Study-loans ( Studentenkredite )
      bewegen sich knapp unterhalb einer Billion. Nicht US-Billion was nach unserem Verständnis nur eine Milliarde ist sondern tatsächlich 1.000.000.000.000 ( US Trillion ).
      Der durchschnittliche Ami rennt aber systemkonform eben ins Messer der Börsen.
      80 % der wertpapierkäufe sind auf Kredit finanziert.
      Bei einer Zinserhöhung von 0,4 Punkten kracht das Ding zusammen und Billionen sind schlagartig in notleidenden Krediten
      vergraben.
      Hasta Luego.

  4. leo

    4. Juli 2017 13:24 at 13:24

    Das bleibt nicht nur beim Automarkt. Auch der Immobilienmarkt in den USA
    wird unter den steigenden Zinsen leiden. Wenn sich eine Spirale anfängt zu drehen
    leiden alle.

  5. Wolfgang M.

    4. Juli 2017 13:35 at 13:35

    Wenn man den Gedanken fortspinnt, würde das aber bedeuten: Die nächste Zinsanhebung der Fed ist bereits die Letzte ( Rezession ante portas), der US-Dollar fällt, damit schösse der Euro in die Höhe und die exportlastigen EU-Länder (allen voran Deutschland) würden Einbrüche bekommen. Ergebnis: Einbrechende Aktienmärkte diesseits und jenseits des Atlantik. Ein ideales Bärenszenario. Klingt aber zu einfach – Börse ist selten so einfach kausal. Ich bin gespannt. Gruß

    • Puhvogel

      4. Juli 2017 14:02 at 14:02

      Der Euro ist schon mit 1,14 zum Dollar recht teuer geworden.

    • gerd

      4. Juli 2017 14:08 at 14:08

      An einer Stelle würde ich den Gedankengang unterbrechen wollen. Will die EZB einen noch festeren Euro als jetzt schon? Wird sie nicht vielmehr auf die (Nicht)Politik der FED reagieren? Somit bleiben die Paritäten ungefähr wie sie sind und das Zinsniveau weiterhin niedrig.
      Somit keine einbrechenden Aktienkurse sondern ein ideales Szenario für längerfristige Aktieninvestments.
      Auch ich bin gespannt.

  6. Altbär

    4. Juli 2017 14:24 at 14:24

    Habe schon mehrmals erwähnt,Käufe auf Kredit bei Konsumgütern = vorgezogener Konsum der später fehlt, nicht weniger schlimm sind Aktienkäufe auf Kredit was kurstreibend ist u.gewissermassen auch Künftige Kursgewinne vorwegnimmt, auch dieser Selbsbetrug wird sich rächen auch wenn es Vlele noch nicht glauben wollen!

  7. leo

    4. Juli 2017 15:31 at 15:31

    Meiner Meinung bereiten die Notenbank eine gemeinsame Zinserhöhung vor
    um im Falle eines Crashs einen Stimulus zu haben. Was wollen die Notenbanken noch außer QE um 0 Zinsen. Am Aktienmarkt ist die Botschaft doch angekommen
    weil nur Banken steigen. Andere Aktienbranchen darben doch nur dahin, bzw. das Risiko ist doch ein bisschen hoch.Ich glaub die Gier ist so groß das man die Realität
    noch nicht wahrnimmt. Aber wenn man sich der Gefahr bewußt wird kann schnell
    nach unter gehen. Die Umsätze waren in letzter Zeit nicht groß.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktuell: Quartalszahlen von zwei Dow-Konzernen

Veröffentlicht

am

Aktuell haben mit Johnson&Johnson und Travelers zwei Dow-Konzerne ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Kennzahlen.

Johnson & Johnson

Der Umsatz liegt bei 20,4 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 20,2/erwartet 20).

Der Gewinn liegt bei 1,97 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert 1,75/erwartet 1,95).

Die Jahresprognose beim Umsatz (bisher 82,7) liegt jetzt bei 81,2 Milliarden Dollar. Die Jahresprognose beim Gewinn pro Aktie (bisher 8,60) liegt jetzt bei 8,50-8,65 Dollar.

Die Aktie notiert vorbörslich mit 0,2% im Plus.

Travelers

Der Umsatz liegt bei 6,69 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 6,42 /erwartet 7,7).

Der Gewinn liegt bei 2,32 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert 1,98/erwartet 2,20).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -0,4%.

weiterlesen

Aktien

Kurz und knapp: UBS zieht Europas Banken nach unten

Veröffentlicht

am

Ein Kurzkommentar von Wolfgang Müller

Die Schweizer Großbank UBS legt beim Gewinn zu, wird aber dennoch abgestraft!

Die UBS meldete für das 4.Quartal 2018 einen Gewinn von 4,9 Mrd.$, aber ohne die Neubewertung von Steueransprüchen wäre das Ergebnis um 275 Millionen geringer ausgefallen.

Der Gesamtgewinn des Jahres legte um 2% auf 6,4 Mrd.$ zu, was die Märkte aber am Vormittag dennoch mit einem Minus von 4% abstraften. Im Zuge dessen fiel auch der deutsche Konkurrent, die Deutsche Bank, um 3,5%.

Konzernchef Sergio Ermotti sprach von „historisch schwierigen Marktbedingungen“ und versprach den Aktionären eine höhere Dividende (70 Schweizer Rappen) und – sieh an – den Rückkauf eigener Aktien in Höhe von 1 Mrd.$.

Auch im laufenden Quartal sollen sich die Handelskonflikte auf das Ergebnis negativ auswirken.

Wohin man in Europa blickt, die Aktienrückkäufe werden oft als letztes Mittel gegen den Kursrutsch angekündigt. Müssen wir den Amerikanern alles nachmachen?

Der UBS-Präsident und ehemalige Bundesbankchef Axel Weber sagte vor wenigen Minuten in Davos, dass eine Konsoldierung der europäischen Bankenlandschaft notwendig sei: „Es gbt zu viele von Ihnen“. Auf globaler Eben seien die europäischen Banken zu klein. Und Weber weiter: man müsse das Geschäftsmodell europäischer Investmentbanken neu ausrichten – was impliziert, dass man derzeit nicht wirklich ein tragfähiges Geschäftsmodell hat!


The UBS Investment Bank’s Offices at 299 Park Avenue in New York City.
By Urbanrenewal – Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11109797

weiterlesen

Aktien

EU-Regularien wirken: Führender CFD-Broker mit schwachen Zahlen

Veröffentlicht

am

Die EU hat die CFD-Branche letztes Jahr stark reguliert, vor allem mit den Hebel-Beschränkungen im CFD- und Forex-Handel. Diese bewirken, dass die Brutto-Umsätze der Kunden geringer ausfallen, und somit auch die Provisionserlöse der Broker.

CFD-Handel beschränkt durch maximalen Hebel

Die IG Group (IG Markets) gilt als Marktführer in Europa im CFD-Handel für Privatkunden. Heute früh hat IG seine Halbjahreszahlen veröffentlicht für die ersten sechs Monate im Bilanzjahr 2019 (bis Ende November 2018). Der Umsatz ist im Jahresvergleich von 268,4 auf 251 Millionen Pfund gesunken. Der Umsatz in der gesamten EU (inklusive UK) sank von 176 auf 145 Millionen Pfund. In der Region „Asien und Pazifik“ (APAC) stieg der Umsatz von 66 auf 74 Millionen Pfund. In der Region „Naher Osten und Afrika“ stieg der Umsatz von 17,4 auf 20,6 Millionen Pfund. Der „Umsatz pro Kunde“ in der Festland-EU sank um 17%!

Man sieht also: Dort wo die EU-Regularien gelten, sind die Umsätze rückläufig. Außerhalb nehmen sie zu. Der Gewinn von IG im ersten Halbjahre sinkt von 108 auf 91 Millionen Pfund. Die Relation zwischen Umsatz und Gewinn ist immer noch atemberaubend hoch und zeigt, wie profitabel das CFD-Geschäft für die Broker immer noch ist!

Ausweichen

Die Anzahl der aktiven Kunden in der EU sank bei IG um 15% laut heutiger Veröffentlichung. Das mag wohl auch daran liegen, dass zahlreiche aktive Kunden ihren Status von „Privatkunde“ auf „Profikunde“ ändern ließen, womit sie nicht mehr unter die Hebel-Beschränkungen der EU fallen. Wir haben schon mal darauf hingewiesen. Treiben die Broker es zu bunt und klassifizieren zu viele Kunden um, könnte die EU auch dort einen Riegel vorschieben. Abgesehen von der Umklassifizierung dürften einige Kunden auch ihre IG-Konten in der EU gekündigt, und neue Konten bei rechtlich eigenständigen IG-Töchtern außerhalb der EU eröffnet haben.

Für die Branche brechen insgesamt härtere Zeiten an dank der Hebel-Beschränkung. Frage: Warum hat die EU eigentlich die Hebel bei Optionsscheinen und Zertifikaten nicht auch beschränkt? Haben die CFD-Broker nicht so viel Geld und Einfluss wie die Lobbyisten der Banken? Die Aktie von IG ist von gestern Abend auf heute früh übrigens von 640 auf 560 Pence gefallen. Aktuell erholt sie sich wieder etwas auf 602 Pence.

CFD-Broker IG Group

weiterlesen

Anmeldestatus

Online-Marketing

Online-Marketing hier bei uns! Ihr Unternehmen / Pressefach auf finanzmartwelt.de = Effektives Online-Marketing
Höchst personalisierbare Strategien
Faire Preise
Pressefächer und Meldungen
Content relevante Artikel und mehr
Jetzt informieren

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen