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Der starke Dollar – und die negativen Konsequenzen

Der Euro unter 1,11 ist ein Zeichen für die Dollar-Stärke – das wird Länder wie die Türkei, Südafrika, aber auch Kanada und Australien hart treffen. Denn dort gibt es manch hübsche Blase, die dann platzen würde..

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Der Dollar gewinnt weiter an Stärke – und wenn das so weiter geht, wird das massive Konsequenzen haben auf Währungen, die Finanzmärkte insgesamt – und damit auch auf ganze Volkswirtschaften.

Trotz der doch eher schwachen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag sind sich die Märkte zunehmen dsicher, dass die Fed vermutlich im Dezemeber zur Zins-Tat schreiten wird. So sind die in den Fed Fund Futures eingepreisten Wahrscheinlichkeite nfür einen solchen Schritt gestern gestiegen auf 67%, und Godman Sachs hat heute Nacht die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung der US-Zinsen im Dezember auf 75% angehoben.

All das korrespondiert mit den Anstieg der Renditen bei US-Staatsanleihen (die 10-jährige US-Staatsanleihe bei 1,75%) – und das treibt auch die Renditen der europäischen Staatsanleihen nach oben. Letzere sind zusätzlich belastet durch den „Taper-Talk“, also die Möglichkeit, dass die EZB ihre Anleihekäufe verringern werde.

Besonder hart aber wird der starke Dollar die Emerging Markets treffen, die in Dollar verschuldet sind. Und dabei vor allem jene Länder (auch außerhalb der Emerging Markets), die ein großes Handelsbilanzdefizit haben: also vorwiegend die Türkei (nicht zufällig steht daher der Dollar zur Lira auf Höchstkursen, auch wegen der „Säuberungen“ Erdogans) und Südafrika (heute Sturz des Rand um 3% nach Berichten über die Verhaftung des südafrikanischen Finanzministers!), aber im Westen auch und vor allem Großbritannien (das Pfund kollabiert ohnehin), Kanada und Australien. So fährt etwa Kanada derzeit ein Defizit von knapp 3% zum BIP, Australien sogar 4% des BIP. In beiden Länder haben sich große Blasen am Immobilienmarkt gebildet, deren Fortbestand durch einen starken Dollar bzw. durch Zinsanhebungen durch die Fed nun zunehmend in Gefahr gerät.

Mithin werden also alle, die über ihre Verhältnisse leben, unter Druck geraten. Wenn das Geld der Welt, also der Dollar, teurer wird, ist die Party vorbei, die auf billigem Geld basierte. Etwas Ähnliches haben wir schon im Frühling 2013 gesehen, als die Fed ihr „Tapering“ ankündigte. Es könnte sich also jetzt der Schock wiederhoen, den wir vor gut drei Jahren aufgrund des „Taper tantrums“ der Fed gesehen hatten – der Dollar zeigte darauhfin eines massive Rally.

Immer wieder hat die Fed Rücksicht genommen auf die Märkte und die Zinswende, die sie so häufig angekündigte hatte, verschoben. Aber diesmal scheint es ernst zu werden – und der starke Dollar dürfte dann so mache Übertreibung ins Gegenteil verkehren, wei Märkte nach Übertreibungen nach oben meist dazu neigen, auch nach unten zu übertreiben..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    LookOut

    11. Oktober 2016 13:41 at 13:41

    Falls die FED tatsächlich die Zinsen im Dezember anhebt dann gibt es mit Sicherheit im Dezember/Januar wieder gute Kaufgelegenheiten für Aktien :)

    Es schadet mit Sicherheit nicht in den nächsten Wochen im Aktienmarkt kürzer zu treten und für die Kaufgelegenheit im Januar zu sparen :)

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      11. Oktober 2016 14:05 at 14:05

      Man kann ja viel behaupten,wenn der Tag lang ist.“Mit Sicherheit“ gibt’s&gab es am Aktienmarkt noch nie was!Eine Zinsanhebung,also eine Stärkung des Rentenmarkts,als Kaufgelegenheit für Aktien auszurufen,ist mir ebenfalls neu.Nun ja,alle 30Jahre kann man ja auch im Wirtschaftsleben was neues lernen!

  2. Avatar

    mingo

    11. Oktober 2016 13:45 at 13:45

    auslandsverschuldung 2014 in us-dollar:
    unter den ersten elf sind 8 eu-staaten, wir sind dritter !
    das erste schwellenland ist südkorea auf platz 25, vorher noch china auf 20.

    quelle: wikipedia

  3. Avatar

    gerd

    11. Oktober 2016 14:21 at 14:21

    „Der Dollar gewinnt weiter an Stärke – und w e n n das so weiter geht, wird das massive Konsequenzen haben….“
    Sorry, ich muss die Furcht etwas abmildern.

    Der starke Dollar gefährdet, die oder jene. Ein schwacher Dollar aber hilft…..
    Und umgekehrt reziprok das Ganze diametral auf den Kopf gestellt, wäre auch nicht gut.

    Und das könnte ich jetzt übertragen auf den Yen, den Euro, das Pfund, den Yuan oder den SchweizFranken.
    Verschiebungen bis hin zu Verwerfungen hat es in den zurückliegenden Zeiten aber immer gegeben. Und?
    „Der Dollar ist unsere Währung und euer Problem“ hieß es schon vor mehr als 30 Jahren vom amerikanischen Finanzminister.

    Das ist alles aufgebauscht. Ob der Dollar nun z.B auf Euro bezogen bei 1,14 oder 1,08 steht. Das ist per Saldo unter Berücksichtigung von Exporten, aber eben auch von Importen, volkswirtschaftlich letztendlich kaum von Bedeutung.

    Und w e n n das aber so weitergehen w ü r d e , dann …,dann…
    Ja dann müssten sich verschuldete Staaten vielleicht mal was einfallen lasse.
    Aber selbst als der SchweizFranken von 1,2 auf kurz 1 gestürzt,
    hat das zwar einige (private) Schuldner getroffen. Aber die Finanzwelt dreht sich weiter.

    W e n n der Dollar-Euro mal die 1,05 nach unten durchbricht,
    und w e n n der US-Dollar-Index bezogen auf sechs andere
    Währungen (steht jetzt bei ungefähr 97) mal deutlich die 100 nach oben durchbricht, wo er Anfang des Jahres schon war, dann….
    ja, dann.. aber bis dahin haben wir eh schon einen Crash aus ganz anderen Gründen.

  4. Avatar

    Bernhard Zimmermann

    11. Oktober 2016 16:25 at 16:25

    Hallo Herr Fugmann!

    Das Währungspaar USD/CNY geht so langsam auf die 7 zu. Welche Probleme bringt das mit sich? Hat das steigende Währungspaar voriges Jahr nicht mal einen Kursrutsch verursacht?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      11. Oktober 2016 16:39 at 16:39

      @Bernhard, faktisch exportiert China mit einem fallenden Yuan seine Probleme; im August letzten Jahres war es ja zu einem Crash gekommen, nachdem die PBOC den Yuan mit einem einzigen Schritt drastisch abgewertet hatte; jetzt feindet eine schleichende Abwertung statt, das Resultat ist ähnlich, nur eben in Zeitlupe und kommt für die Märkte nicht als Schock-Ereignis..

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

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Claudio Kummerfeld

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

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