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Europa

Haben sich EZB-Negativzinsen und Geldschwemme Unternehmen + Bürger animiert? Hier die Antwort der Statistiker

Es ist seit Monaten immer die selbe Leier der EZB. Unsere Politik wirkt, die Negativzinsen sorgen für mehr Kredite an die Wirtschat (nachgewiesenermaßen falsch). Auch die Geldschwemme komme…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Es ist seit Monaten immer die selbe Leier der EZB. Unsere Politik wirkt, die Negativzinsen sorgen für mehr Kredite an die Wirtschaft (nachgewiesenermaßen falsch). Auch die Geldschwemme komme in der Wirtschaft an, die EZB-Politik wirkt. Die EZB-Offiziellen wiederholen diesen Satz wohl so oft wie nur irgendmöglich, in der Hoffnung, dass es irgendwann alle glauben. Abseits der Kreditvergabe an Unternehmen, die nachweislich nicht gestiegen ist, schauen wir uns doch jetzt mal an, ob wie von der EZB behauptet Unternehmen und Bürger ihre Investitionsquoten seit Anfang 2015 (Beginn der Geldschwemme) gesteigert haben, und im Umkehrschluss ihre Sparquoten gesenkt haben. Hierzu haben heute die von der EZB unabhängigen Statistiker von Eurostat Zahlen und Grafiken veröffentlicht.

Denn mehr Kreditvergabe, mehr Investitionen und weniger Sparen sollten laut EZB eigentlich dafür sorgen, dass die Preise angeheizt werden Richtung 2% pro Jahr. Die EZB möchte hiermit ein Abrutschen in die Deflation verhindern. Auch wenn die Preise im letzten Monat minimal gestiegen sind, scheint dieser winzige Schub eben nicht über die von der EZB gewünschten Effekte zu kommen. Schauen wir zunächst mal auf die Unternehmen. Hierbei sind Unternehmen aus der Finanzbranche ausgenommen. Gegenüber dem 1. Quartal stieg die Investitionsquote in der Eurozone von 22,1% auf 22,2% im 2. Quartal. In der zweiten Grafik haben wir mal die Zahlenreihe rot markiert, in der die Investitionsquote vorkommt. Da die 1 Billion Euro-Geldschwemme Ende des 1. Quartals 2015 begann, haben wir hier mal als Wirkungsbeginn das 2. Quartal 2015 noch mit rot umrandet. Da lag die Investitionsquote bei 22%. Also gibt es bis heute einen Anstieg auf 22,2% – keine Veränderung. Man würde als Außenstehender denken „Mensch toll, vielleicht gab es eine Veränderung von 22% auf 30% oder 35%? Aber nein, gar nichts. Kreditvergabe nicht höher, Investitionen nicht höher. Aber vielleicht glaubt die EZB ja der EU-Behörde Eurostat einfach nicht? Auch in den Jahren davor lag die Quote oft um die 22% herum, also ein normaler Wert. Aber wo die Veränderung durch die EZB-Politik sein soll, ist nicht zu erkennen.

investitionsquote

investitionsquote-2

Kommen wir zu den privaten Haushalten in der Eurozone. In der ersten Grafik unten ist der rote Kasten links unten die Sparquote, rechts daneben die Investitionsquote. Beides stieg seit Anfang 2015 minimal an. Dabei hätte gemäß EZB-Logik die Sparquote kräftig fallen, und die Investitionsquote nach oben explodieren müssen. Auch haben wir etwas weiter oben die selben Zahlen für das Jahr 2011 beispielhaft markiert, da ja auch die jahrelange Niedrigzinsphase abseits der Geldschwemme zur angeblich erfolgreichen Politik der EZB gehört. 2011 lag der EZB-Leitzins noch bei 1,5%, jetzt bei 0%. Von daher würde man denken seitdem hätten die Haushalte weniger gespart aufgrund niedrigerer Zinsen, und mehr investiert, aufgrund günstigerer Kredite. Aber die Sparquote blieb seitdem unverändert, während die Investitionsquote von über 9% auf 8,6% sank. Beides sind keine Belege für einen Erfolg der EZB-Politik, ganz im Gegenteil. Weder Unternehmen noch private Haushalte investieren mehr dank billiger Kredite und angeblich mehr zur Verfügung stehendem Geld. Abgesehen davon würgt die neue aus Brüssel stammende Wohnimmobilienkreditrichtlinie viel von dem ab, was die EZB eigentlich an wirtschaftlicher Tätigkeit ankurbeln wollte. Hier arbeiten EU-Gesetzgeber in Brüssel und Notenbanker in Frankfurt so richtig schön gegeneinander, und merken es nicht mal richtig.

private-haushalte

pri3

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    gerd

    11. Oktober 2016 15:06 at 15:06

    Die EZB macht einen schwerwiegenden Denkfehler.

    Sie denkt bei ihren Maßnahmen nur an die „Armen“. Denen will sie billigere Kredite zuschustern, damit sie mehr ausgeben können.
    Ob das nun Privatleute, Unternehmen oder Staaten sind.

    Es gibt aber Wirtschaftssubjekte, die es nicht nötig haben, Kredite aufzunehmen, weil sie Geld „genug“ haben.
    Viele von denen haben aber ihr Ausgabenvolumen darauf abgestimmt, dass sie Zinseinnahmen erzielen. Und die sind nun futsch. Also geben sie weniger aus.Oder verschieben Neuanschaffungen nach hinten.

    Und dann kommen dazu noch die schlechteren Aussichten für künftige Einnahmen, z.B. für Lebensversicherungen u.dgl..
    Da gibt es ja unzählige Sachverhalte, wo jetzt das Geld f e h l t – eben aufgrund des b i l l i g e n Geldes.
    Ein Bereich z.B. an den ich nie gedacht hätte. Privat Krankenversicherten drohen 2017 drastische Mehrausgaben für ihre Beiträge, weil die Kassen die Mitgliedbeiträge nicht mehr verzinslich anlegen können.

    Nebenbei: ob Erhöhung des KV-Beitrags (egal ob privat oder gesetzlich) und Rentenbeitrags auch in die Inflationsrate eingehen?

    • Avatar

      Petkov

      11. Oktober 2016 17:56 at 17:56

      Alles richtig analysiert, von Ihnen und vom Kummerfeld sowieso. Bei mir z.B. ist es so, dass mich die irrationale EZB- und vor allem Merkel-Politik davon abhält, mehr zu investieren (außer in Spekupapiere).

      Ich brauche keine Kredite für Konsum, auch nicht für einen etwas ausgedehnteren Konsum. Kredite würde ich höchstens für Immobilien aufnehmen, aber auch das mache ich nicht, da ich die Entwicklung der sozialen Struktur von Städten oder Gemeinden nicht absehen kann.

      Ein Freund hat mir z.B. erzählt, dass in Hamburg in ausgezeichneter, zentraler Lage dauerhafte Wohnungen für 1500 Flüchtlinge entstehen sollen. Ich habe gesehen, gehört und selbst miterlebt, wie schnell solche Areale berechtigterweise in Verruf geraten können. Sollte sich völlig überraschend herausstellen, dass die Asylanten doch nicht die Fachkräfte sind, die der Arbeitsmarkt braucht, hat die Gesellschaft ein ernstes Problem mit enttäuschten, abgehängten Menschen aus Ländern, wo Gewalt oder Unterdrückung fast schon traditionell eine Lösung ist. Da will ich ganz sicher nicht langfristig Kapital in Immobilien bei unklaren Siedlungsplänen binden. Dafür fehlt mir bei der Politik das klare Verständnis, wer ins Land kommt und was er für Voraussetzungen und Erwartungen mitbringt.

  2. Avatar

    leo

    11. Oktober 2016 15:28 at 15:28

    Richtig!
    Das EU Problem der Regulierung und Verordnungen hebelt die positiven
    Kräfte einer freien Marktwirtschaft aus und führt langfristig ins Destaster.
    Da hilft ein immer größer (ttip) auch nicht mehr.

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Europa

ifo Index mit zweitem Rückgang in Folge – Lage ok, Erwartungen schwächer

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für November veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 90,7 (Prognose war 90,1; Vormonat Oktober war 92,7) – das ist der zweite Rückgang in Folge nach zuvor fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,0 (Prognose war 87,0; Vormonat war 90,3)

– Erwartungen: 91,5 (Prognose war 93,5; Vormonat war 95,0)

Dazu Wohlrabe von ifo: Dienstleistungssektor spürbar schwächer, Industrie hat sich Abwärtsentwicklung entgegen gestemmt, Handel schwächer

Hier die Pressemitteilung des ifo:

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 90,7 Punkte gesunken, nach 92,5 Punkten im Oktober. Der Rückgang war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten sie etwas weniger gut. Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen.

Das Verarbeitende Gewerbe ist der Lichtblick in diesem Monat. Das Geschäftsklima hat sich verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich besser. Die Auftragseingänge stiegen, wenn auch langsamer als im Vormonat. Der Ausblick auf die kommenden Monate fiel jedoch merklich weniger optimistisch aus.

Im Dienstleistungssektor hat der Geschäftsklimaindikator merklich nachgegeben. Er liegt erstmals seit dem Juni wieder im negativen Bereich. Die zuletzt gute Lageeinschätzung hat sich deutlich eingetrübt. Zudem blicken erheblich mehr Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Indikatoren im Bereich Hotels und Gastgewerbe sind regelrecht abgestürzt.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden. Auch die Erwartungen trübten sich merklich ein. Insbesondere die Einzelhändler berichteten von deutlich weniger gut laufenden Geschäften.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index leicht nachgegeben. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen fielen etwas pessimistischer aus.“

Der ifo Index ist das wichtgiste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanager – Lage mau, aber Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für November) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 52,0 (Prognose war 50,4; Vormonat war ,)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,9 (Prognose war 56,5; Vormonat war 58,2)

Dienstleistung: 46,2 (Prognose war 46,3; Vormonat war 49,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 49,1 für Gewerbe (Prognose war 50,1; Vormonat war 51,3) und mit 38,0 für Dienstleistung (Prognose war 37,7; Vormonat war 46,5) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Wie erwartet wirkten sich die neuerlichen Lockdown-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie negativ auf die deutsche
Wirtschaft aus. Die aktuellen PMI-Vorabschätzungen zeigen, dass der Servicesektor aktuell wieder so tief in der Krise steckt wie im Mai.
Die Widerstandskraft der Industrie, die vor allem von den Exportsteigerungen nach Asien profitierte, bekräftigt uns allerdings in der Annahme, dass ein möglicher Abschwung im vierten Quartal 2020 deutlich schwächer ausfallen dürfte als im ersten Halbjahr. Die positiven Nachrichten um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verliehen der Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedenfalls Auftrieb, von denen viele jetzt auf eine Rückkehr zur Normalität in den nächsten zwölf Monaten hoffen. Dies dürfte auch den jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt zu Gute gekommen sein, die zeigen, dass sich die Lage in der Industrie der Stabilisierung weiter angenähert hat und die Beschäftigung im Servicesektor weiter gestiegen
ist.“

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Europa

Verbraucherpreise in Eurozone dritten Monat in Folge in Deflation – Zweiteilung des Kontinents

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in der Klemme

Die europäische Statistikagentur Eurostat hat heute die ausführlichen und endgültigen Ergebnisse für die Verbraucherpreise im Oktober veröffentlicht. Mit -0,3 Prozent im Jahresvergleich hängen sie nun den dritten Monat in Folge in der Deflation (Vormonate -0,3 Prozent und -0,2 Prozent). Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa zu großen Teilen eine Art Deflations-Abwehr darstellt. Wo einige Länder noch nicht den Euro haben, ist Inflation klar erkennbar – oft sogar mehr als deutlich. So hat die Gesamt-EU im Oktober auch einen Wert von +0,3 Prozent hingelegt. Man muss es sich mal vorstellen. Länder wie die Slowakei, Rumänien, Tschechien, Ungarn und Polen liefern Steigerungen der Verbraucherpreise zwischen +1,6 Prozent und 3,8 Prozent (siehe rechter Teil der Grafik).

Grafik zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise pro Land

In den Details für die Eurozone sieht man: Die Verbraucherpreise für Lebensmittel legen zu, jetzt mit einer Steigerungsrate von +2,0 Prozent. Die Energiepreise ziehen mit -8,2 Prozent den Schnitt weiterhin kräftig nach unten. Aber auch die Dienstleistungen sind mit schuldig mit nur noch +0,4 Prozent, wo man noch im Juni Steigerungsraten über 1 Prozent sah. Hier schlägt wohl auch die deutsche Mehrwertsteuersenkung zu Buche, die seit Juli in Kraft ist. Aber abwarten. Ab Januar, wenn die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland wieder rückgängig gemacht wird, dürften die Verbraucherpreise wieder auf die Null-Linie kommen – auch für die Eurozone?

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise

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