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Deutsche Bank – Game over! Ein Institut vor dem Untergang

Was Leser unseres Buches „Kapitalfehler“ schon seit Monaten wissen, wird nun Allgemeingut. Die Deutsche Bank befindet sich im Endspiel und steht vor dem Aus. Das wird ein Game Changer sein. Deutsche Bank Chef Cryan sah sich sogar gezwungen…

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Gastbeitrag von Matthias Weik und Marc Friedrich

Dieser Artikel ist ein exklusiver, aktualisierter Auszug aus dem aktuellen Bestseller

„Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“

Was Leser unseres Buches „Kapitalfehler“ schon seit Monaten wissen, wird nun Allgemeingut. Die Deutsche Bank befindet sich im Endspiel und steht vor dem Aus. Das wird ein Game Changer sein. Deutsche Bank Chef Cryan sah sich sogar gezwungen verlauten zu lassen, dass es der Bank gut geht und keine Anfrage auf Staatshilfen gestellt wurde. Das hat der Chef von Lehman Brothers kurz vor der Pleite 2008 ebenfalls verlauten lassen. Der Absturz der Deutschen Bank Aktie am letzten Freitag konnte nur durch ein ominöses Gerücht gestoppt werden, dass die Strafzahlung auf 5,4 Milliarden Dollar runtergehandelt wurden.

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Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Wir bezweifeln dies stark! Zum einen, weil sich weder die US-Behörde, noch die Deutsche Bank dazu offiziell geäußert haben. Zum anderen weil die Verhandlungen der Deutschen Bank mit dem Department of Justice (DOJ) noch gar nicht begonnen haben und DB-Chef Cryan erst nächste Woche in die USA fliegt um dort mit dem DOJ zu verhandeln. Auch bei Lehman Brothers gab es immer wieder Gerüchte über Rettungen und potenzielle Käufer, die sich alle als Finten herausgestellt haben. Die Parallelen zu Lehman Brothers sind erschreckend – auch im Chartverlauf:

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Die Deutsche Bank hat so viele Fehler gemacht, dass ihr Modell sich überlebt hat. Sie steht vor dem Ruin. Mittlerweile ist es nicht mehr zu leugnen – der Deutschen Bank steht das Wasser bis zum Hals. Das US-Justizministerium fordert in einem ersten Vergleichsvorschlag im Streit um windige Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise 2008 eine Strafe in Höhe von 14 Milliarden Dollar (rund 12,5 Milliarden Euro) – ein Riesenbatzen Geld. Die Rückstellungen der Bank in Höhe von 5,5 Milliarden Euro werden da wohl kaum ausreichen. Selbst wenn diese Strafzahlung auf 5,4 Milliarden Dollar reduziert werden würde, wäre die Kasse schon recht knapp bei der Frankfurter Bank. Die Bank hat unter den „systemrelevanten“ europäischen Banken eine der schwächsten Kapitalpositionen und die meisten Derivate. Schon im Sommer diesen Jahres hat die DB einen unrühmlichen Titel gewonnen: Deutschlands größte Bank ist laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Kontext systemischer Risiken in der Finanzwirtschaft das global gefährlichste Geldinstitut. Ende September 2016 ist der Aktienkurs der Deutschen Bank auf ein Rekordtief gefallen. Laut einem Bericht soll Bundeskanzlerin Angela Merkel Staatshilfen für die Bank kategorisch ausgeschlossen haben. Gegenwärtig ist der Aktienkurs des Instituts noch über 10 Euro. Sollte er jedoch unter 10 Euro fallen, dann könnte dies fatal für die Bank werden. Wir sind gespannt, wann Frau Merkel das Portmonee mit unseren Steuergeldern für das marode Bankhaus öffnen wird. Denn davon gehen wir aus.

Was ist aus Deutschlands größter Bank geworden? Wie konnte es so weit kommen, dass ein Bankhaus, das einst für Solidität und Seriosität und für den ehrbaren deutschen Bankkaufmann stand, heute berechtigter weise vor den Trümmern seiner Existenz steht? Auch wenn die Deutsche Bank sich hierzulande noch immer gerne als big Player aufspielt, ist sie im globalen Maßstab längst nicht mehr so wichtig, wie sie einmal war. Sie ist der Beweis dafür, dass man doch nicht unbegrenzt Geld mit Geld verdienen kann; dass Investmentbanking ein Geldhaus nicht nur in luftige Höhen, sondern auch auf den harten Boden der Tatsachen befördern kann. Und schließlich ist das Auf und Ab des deutschen Branchenprimus ein Beleg dafür, dass langjähriger Lug und Trug keine Basis für ein nachhaltiges Geschäftsmodell sind und sich eher früher als später bitter rächen werden. Mit einer Bilanzsumme von etwa 1.600 Milliarden Euro schafft sie es derzeit nicht einmal mehr unter die Top 10 der internationalen Großbanken. Im Vergleich zu 2006 hatte die Aktie bis Ende September 2016 knapp 90 Prozent an Wert verloren. Heute ist die Bank nur noch 16 Milliarden Euro wert. Das ist weniger als der Baustoffhersteller Heidelberg Cement. So sollte man nicht mit Geld hantieren.

Mit Blick auf den Aktienindex DAX kann man sagen: Bei der Deutschen Bank arbeiten vor allem Kapitalvernichter, die offensichtlich nicht mit Geld umgehen können. Wenn das der Fall ist, dann sollte sich ein jeder Sparer fragen, ob sein Geld bei dieser Bank noch gut aufgehoben ist. Aus den Negativschlagzeilen kommt die Deutsche Bank jedenfalls nicht heraus. 2012 haben wir in unserem ersten Buch beschrieben, wie das Frankfurter Geldhaus die Stadt Pforzheim offensichtlich bei Derivategeschäften falsch beraten hat. Seit Oktober 2015 ging die Stadt endlich juristisch gegen die Bank vor. Jetzt hat die Stadt einen Vergleichsvorschlag des Landgerichts Frankfurt über 7,7 Millionen Euro angenommen. Kurz vor der Hauptversammlung 2016 hatte der Aufsichtsrat des Instituts den Leiter seines Integritätsausschusses, Georg Thoma, abserviert. Thoma, als Chefaufklärer geholt, lähme die Bank mit seinem Übereifer. Und Aufsichtsratschef Paul Achleitner kam damit durch, trotz herber Kritik von einigen Aktionären.

8.000 Prozesse

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Weltweit werden derzeit über 8000 Prozesse und 180 aufsichtsrechtliche Verfahren gegen die Deutsche Bank geführt. Von betrügerischen Einzelfällen kann also keinesfalls mehr die Rede sein. Zahlreiche Urteile sind bereits gesprochen, Vergleiche wurden geschlossen, in anderen Fällen wird noch ermittelt. Unter anderem geht es um Geldwäsche, Steuerkriminalität und Zinsmanipulation. Verspielt wurde jegliches Vertrauen bei den Aufsichtsbehörden an den wichtigsten Finanzmarktplätzen der Welt. Seit 2012 wandte die Deutsche Bank 12,7 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten auf. Alleine 2,5 Milliarden Dollar und 725 Millionen Euro wegen Manipulationen von Interbanken-Zinsen, 1,9 Milliarden Euro wegen Streitereien um Hypothekenpapiere, 925 Millionen Euro an die Erben von Leo Kirch….– und ein Ende ist nicht in Sicht.
Warum hat bisher kein Aktionär das Management auf exakt diese Summe verklagt? Doch es waren ja nicht nur die Manager und Händler der Deutschen Bank, die sich an nahezu jedem Finanzskandal der vergangenen Jahre beteiligt haben. Die Führung des Finanzkonzerns tat jahrelang alles dafür, die Aufklärung zu erschweren. Im Januar 2016 kam dann der Hammer: 2015 erzielte die Deutsche Bank den größten Jahresverlust ihrer Geschichte: 6,7 Milliarden Euro, damit fällt die Bilanz noch schlechter aus als einst im Krisenjahr 2008.

DB steht nicht nur für „Deutsche Bank“ sondern auch für „Derivate Bombe“

Brandgefährlich ist der Derivatebestand der Deutschen Bank von fast 46 Billionen Euro – knapp 17 Mal so viel wie die jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands – und das bei einem Eigenkapitalanteil von lediglich etwa 61 Milliarden Euro! Diese Papiere laufen außerhalb der Bilanz und sind völlig intransparent. Sollten der Bank lediglich fünf Prozent aller Derivate um die Ohren fliegen, gehen in Frankfurt die Lichter ganz schnell aus.

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Im Februar 2016 sah sich die Bank sogar gezwungen, öffentlich klarzustellen, dass sie noch liquide sei. Als sich dann auch noch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit den Worten „Ich mache mir keine Sorgen“ beruhigend zur Deutschen Bank äußerte, gingen bei uns alle Alarmglocken an. Die letzten Banken, die sich zu einem solchen Schritt gezwungen sahen, waren Bear Stearns und Lehman Brothers. Das Ende kennen wir.

Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass es die Deutsche Bank in ihrer jetzigen Form in Zukunft nicht mehr geben wird. Aufgrund ihrer Größe ist eine Pleite ausgeschlossen. Würde man die Deutsche Bank wie Lehmans Brothers anno dazumal tatsächlich pleitegehen lassen, dann würden global erstmal die Lichter ausgehen. Wir hätten eine Finanzkrise von einer unvorstellbaren Dimension in Relation dessen die Krise 2008 lediglich ein entspannter Sonntagsspaziergang war. Da es unwahrscheinlich ist, dass ein Konkurrent eine Bank mit knapp 8.000 laufenden juristischen Verfahren und einem Derivate-Portfolio außerhalb der Bilanz im Volumen von etwa 46 Billionen Euro übernehmen wird, dürfte es wohl oder übel auf eine Verstaatlichung hinauslaufen, auch wenn das Frau Merkel heute noch nicht wahrhaben und keinesfalls ihren Wählern kommunizieren möchte. Ob in diesem Falle dann die von der Bank an ihre Topmanager ausbezahlten Boni zurückgefordert werden, ist mehr als fraglich. Wie das vom Staat finanziert werden soll, ist mehr als fraglich aber es liegt nahe, daß wir Bürger wieder herangezogen werden. Keinesfalls fraglich ist dagegen, dass der Steuerzahler bei dieser unvorstellbar teuren Bankenrettung abermals der Dumme sein wird. Aber eine andere Option gibt es nicht, den die Deutsche Bank ist eine tickende, gigantische Zeitbombe. Schnallen wir uns an.



Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich haben im Mai 2016 ihren dritten Bestseller „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ veröffentlicht. Zuvor schrieben Sie 2012 gemeinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. In ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezinses bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Der Crash ist die Lösung war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Sie sind Initiatoren von Deutschlands erstem Sachwertfonds: www.fw-fonds.de. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de und bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/.

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Chozudopolus

    3. Oktober 2016 11:57 at 11:57

    Top Analyse – danke!

  2. Avatar

    kandoo1176

    3. Oktober 2016 11:57 at 11:57

    Hallo und gute Nacht!
    NICHT nur die DB wird sich atomisieren, Monte de Pasci, Uni Credit RBI usw…
    Das Ende ist da, jetzt gilt es sich auf die Zeit danach vorzubereiten.
    Grüße aus Wien
    P.s. wann werden die CFD, s verboten?? Muss nämlich vorher den DAX shorten!!

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    m.d

    3. Oktober 2016 14:39 at 14:39

    Dises zwei Herrn Weik und Friedrich haben mit Ihren Berichten und Büchern haben bei den Lesern mehr Unheil angerichtet wie Gewinn. Wer seit 2012 als das erste Buch erschien in Gold und Silber investiert hat sitzt auf einem dicken Minus. Ja klar, irgendwann bekommen Sie vielleicht Recht.
    Kommt Zeit kommt Rat.

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      Astrid

      3. Oktober 2016 19:29 at 19:29

      Das stimmt so nicht ganz – im Gegenteil. Die Aufklärungsarbeit der beiden Herren kann gar nicht hoch genug geschätzt und gelobt werden. Ohne ihr erstes, für Laien wie mich, verständliches Buch wäre ich ganz schön in der Patsche und immer noch in Riester und Co investiert. Wie die beiden immer sagen: Es kommt nicht nur darauf an in was sondern auch in das wann (Timing). Wer ihrem Rat gefolgt ist und Ende 2015 in Edles rein ist, kann sich nun über ein dickes Plus freuen. So wie ich :-)

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      Lagerkoller

      3. Oktober 2016 19:33 at 19:33

      Bin gespannt ob der Fonds der beiden genauso gut läuft wie jener des Turbobullen Risse. Siehe Risse Inflation Oportunities. Wurde nach 50% Verlust eingestampft in einem Zeitfenster in dem alle Assets prinzipiell gestiegen sind.
      Die Homepage zum Fonds ist auf jedenfall so nichtssagend das alle Alarmglocken angehen. Naja halt mittelmässige Schreiberlinge eben…

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        Seba

        4. Oktober 2016 20:49 at 20:49

        @ Lagerkoller:

        Woher die ganze Wut gegen die beiden?

        Ich finde den Fonds ganz ansprechend und durchaus sinnvoll zur Diversifikation.
        Keiner ist gezwungen zu investieren.

  4. Avatar

    flyingwilli

    3. Oktober 2016 15:14 at 15:14

    So ein Zufall! Es ist schon sehr überraschend, das am Freitag in größter Not urplötzlich das Gerücht aufkommt, es gäbe eine Einigung auf eine Strafe von 5,4Mrd anstatt 14Mrd. Überraschend, welche Gerüchte man für ein paar „Erdnüsse“ so geliefert bekommt…

  5. Avatar

    kandoo1176

    3. Oktober 2016 18:58 at 18:58

    Hallo!
    Zu m.d möchte ich folgendes sagen:
    Die zwei Autoren schreiben auch zu makroökonomischen Fragen und geben keine Handelsanweisungen!!
    Aber eines ist klar der Systemreset kommt und daher ist Gold und Silber gut!!
    kandoo

  6. Avatar

    Denver

    3. Oktober 2016 19:18 at 19:18

    Ex-Hedgefonds-Manager Florian Homm: Deutsche Bank ist Bankrott gefährdet!

    http://aktien-boersen.blogspot.de/2016/10/ex-hedgefonds-manager-florian-homm.html

  7. Avatar

    LookOut

    3. Oktober 2016 19:47 at 19:47

    Wow das klingt ja hier spannend, ich glaub ich hab den Weltuntergang verpasst wenn man die News hier so ließt.

    Da fallen Sätze wie „Würde man die Deutsche Bank wie Lehmans Brothers anno dazumal tatsächlich pleitegehen lassen, dann würden global erstmal die Lichter ausgehen“

    Ich glaube eher das bei dem Autor beim Verfassen des Artikels die Lichter ausgegangen sind und die Phantasiewelt angesprungen ^^

    Der permanente Vergleich mit den 46Billionen und den tollen Grafiken mit dem BIP der EU und Deutschland, da kann ich nur sagen man müsste erstmal verstehen das der tatsächliche Betrag im Falle einer Insolvenz viel geringer ist.
    Eine Vielzahl der Derivate heben sich gegenseitig auf.

    Außerdem ist es nichts neues das die Deutsche Bank viel Derivate hat, die DB hatte vor Jahren noch viel höhere Summen.

    Lg

  8. Avatar

    Kupferkopf

    3. Oktober 2016 19:56 at 19:56

    „Lehmann 2.0“ – Anfang des Jahres war es Glencore und jetzt ist es die Deutsche Bank. Im Endeffekt wird alles beim alten bleiben, aber irgend etwas wird passieren müßen, so können die nicht weiter machen… und in der zwischenzeit freuen sich die Zocker.

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Dax-Chefs-werben-fuer-die-Deutsche-Bank-article18769591.html

  9. Avatar

    Christian

    3. Oktober 2016 23:11 at 23:11

    Wann wird es so weit sein ? Etwa am 9. 11. ???!!! … 2016?
    Die FED hat diese Woche die Zinsen nicht erhöht, was wenn sie es ebenfalls zum zuvor genannten Datum tuen würde?
    Ich habe auch gelesen, dass eventuell die Türkei an die DeuBa interessiert sein soll ( http://www.eilpost.org/tuerkei-deutsche-bank/ ) – ob da was dran ist, bleibt abzuwarten. Falls es so sein sollte, hoffe ich, dass die Türkei nicht da endet, wo sich Griechenland bereits befindet – schließlich steckt die Türkei derzeit auch in Sachen „Kreditwürdigkeit“ im rapiden Abwertstrend und ist zudem der „Westlichen Allianz“ ein Dorn im Auge (Syrien/ Kurden/ Russland/ Pipeline)

  10. Avatar

    Dr. Klein

    4. Oktober 2016 21:47 at 21:47

    Danke für diese sehr realistische und fundierte Berichterstattung. Ich befürchte, die beiden Herren haben recht. Eine Pleite ist beinahe ausgeschlossen dh. wir müssen zahlen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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