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Europa

Deutsche Exporte: Erster Blick gruselig, zweiter Blick super, dritter Blick problematisch!

Claudio Kummerfeld

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am

Die deutschen Exporte bringen Geld ins Land und sorgen für den „allgemeinen Wohlstand“ der deutschen Volkswirtschaft. Von daher ist es wichtig, dass immer mehr exportiert als importiert wird. Aktuell zeigen die Headline-Zahlen der Nachrichten-Ticker gruselige Daten.

Im Februar gehen die Exporte um 1,3% zurück (bei -0,5% Erwartung), und die Importe gehen um 1,6% zurück (bei -0,7% Erwartung). Aber alles nur halb so wild, denn dies sind die Veränderungen von Januar auf Februar. Also kann man diese Rückgänge immer mit saisonalen Schwankungen erklären.

Auf den zweiten Blick sieht es doch deutlich besser aus. Der wirklich wichtige Vergleich von Februar 2018 zu Februar 2019 zeigt, dass die Exporte um 3,9% gestiegen sind, und die Importe um 5,1%. Also ist doch alles gut? Was sagt der dritte Blick auf diese Zahlen?

Seit Mai 2018 sind die prozentualen Veränderungsdaten im Jahresvergleich bei den Importen jeden Monat deutlich besser als bei dem Exporten. Die Zuwächse bei den Importen sind also stets besser als bei den Exporten. Auch wenn es Rückgänge gibt, fallen sie bei den Importen kleiner aus als bei den Exporten (siehe dazu Tabelle am Ende des Artikels). Das lässt darauf deuten, dass der Exportüberhang der deutschen Wirtschaft gefährdet sein könnte!

Vergleich man Februar 2018 mit Februar 2019, dann legten die Exporte um 2,9 Milliarden Euro zu. Die Importe legten aber um 3,8 Milliarden Euro zu. Ein schleichender Prozess, oder nur eine normale Schwankung? Noch ist der deutsche Außenhandelsüberschuss gut sichtbar mit +18,7 Milliarden Euro im Februar (Exporte blaue Linie in Grafik, rote Linie für Importe). Hier weitere aktuelle Details der Statistiker:

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Februar 2019 Waren im Wert von 65,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 53,2 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Februar 2018 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 3,8 % und die Importe aus diesen Ländern um 6,7 %. In die Länder der Eurozone wurden im Februar 2019 Waren im Wert von 41,4 Milliarden Euro (+3,2 %) exportiert und Waren im Wert von 34,9 Milliarden Euro (+7,5 %) aus diesen Ländern importiert. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Februar 2019 Waren im Wert von 24,3 Milliarden Euro (+4,8 %) exportiert und Waren im Wert von 18,3 Milliarden Euro (+5,1 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der EU (Drittländer) wurden im Februar 2019 Waren im Wert von 43,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 37,7 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Februar 2018 nahmen die Exporte in die Drittländer um 4,1 % zu, die Importe von dort stiegen um 3,0 %.

Exporte

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    sabine

    8. April 2019 12:57 at 12:57

    Wir haben extrem hohe Aussenstände. Was nützt also der ganze Export? Überhaupt gar nichts. Wir arbeiten uns umsonst auf. Außerdem:
    – Vielen Leuten geht das Geld aus und kaufen billiger, keine teure deutsche Qualität.
    – Wenn von 80 Mill. Einwohnern, 3 Mill.oder mehr (2,5 – 5%) dazukommen, brauchen wir mehr Importe. Da diese neuen Bewohner mit nichts angekommen sind.
    – Außerdem kaufen viele Autofirmen lieber im Ausland billig, bzw. die deutschen Zulieferer lassen im Ausland produzieren, wie die Leute in Punkt 1.

    Andererseits, zu Punkt 3, geht es uns (zumindest hier in Bayern noch wunderbar gut. Man bekommt in den Läden alles, hier eine Kreuzfahrt, da eine neue Garage, dort ein besseres Auto, Frauenfriseur über 100€, Pferdehaltung für die lieben Kinder…
    Die 3 oder mehr Millionen haben uns wirtschaftlich nicht im Mindesten sichtbar geschadet.
    Mal sehen, wie es weitergeht. Der Wirtschaftsrückgang in China ist die Frage. Und USA ziehen von dort die Anlegergelder zurück. Da krachts. Und dann bei uns.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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am

Von

Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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