Europa

Deutsche Exporte: Erster Blick gruselig, zweiter Blick super, dritter Blick problematisch!

Die deutschen Exporte bringen Geld ins Land und sorgen für den „allgemeinen Wohlstand“ der deutschen Volkswirtschaft. Von daher ist es wichtig, dass immer mehr exportiert als importiert wird. Aktuell zeigen die Headline-Zahlen der Nachrichten-Ticker gruselige Daten.

Im Februar gehen die Exporte um 1,3% zurück (bei -0,5% Erwartung), und die Importe gehen um 1,6% zurück (bei -0,7% Erwartung). Aber alles nur halb so wild, denn dies sind die Veränderungen von Januar auf Februar. Also kann man diese Rückgänge immer mit saisonalen Schwankungen erklären.

Auf den zweiten Blick sieht es doch deutlich besser aus. Der wirklich wichtige Vergleich von Februar 2018 zu Februar 2019 zeigt, dass die Exporte um 3,9% gestiegen sind, und die Importe um 5,1%. Also ist doch alles gut? Was sagt der dritte Blick auf diese Zahlen?

Seit Mai 2018 sind die prozentualen Veränderungsdaten im Jahresvergleich bei den Importen jeden Monat deutlich besser als bei dem Exporten. Die Zuwächse bei den Importen sind also stets besser als bei den Exporten. Auch wenn es Rückgänge gibt, fallen sie bei den Importen kleiner aus als bei den Exporten (siehe dazu Tabelle am Ende des Artikels). Das lässt darauf deuten, dass der Exportüberhang der deutschen Wirtschaft gefährdet sein könnte!

Vergleich man Februar 2018 mit Februar 2019, dann legten die Exporte um 2,9 Milliarden Euro zu. Die Importe legten aber um 3,8 Milliarden Euro zu. Ein schleichender Prozess, oder nur eine normale Schwankung? Noch ist der deutsche Außenhandelsüberschuss gut sichtbar mit +18,7 Milliarden Euro im Februar (Exporte blaue Linie in Grafik, rote Linie für Importe). Hier weitere aktuelle Details der Statistiker:

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Februar 2019 Waren im Wert von 65,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 53,2 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Februar 2018 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 3,8 % und die Importe aus diesen Ländern um 6,7 %. In die Länder der Eurozone wurden im Februar 2019 Waren im Wert von 41,4 Milliarden Euro (+3,2 %) exportiert und Waren im Wert von 34,9 Milliarden Euro (+7,5 %) aus diesen Ländern importiert. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Februar 2019 Waren im Wert von 24,3 Milliarden Euro (+4,8 %) exportiert und Waren im Wert von 18,3 Milliarden Euro (+5,1 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der EU (Drittländer) wurden im Februar 2019 Waren im Wert von 43,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 37,7 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Februar 2018 nahmen die Exporte in die Drittländer um 4,1 % zu, die Importe von dort stiegen um 3,0 %.

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1 Kommentar

  1. Wir haben extrem hohe Aussenstände. Was nützt also der ganze Export? Überhaupt gar nichts. Wir arbeiten uns umsonst auf. Außerdem:
    – Vielen Leuten geht das Geld aus und kaufen billiger, keine teure deutsche Qualität.
    – Wenn von 80 Mill. Einwohnern, 3 Mill.oder mehr (2,5 – 5%) dazukommen, brauchen wir mehr Importe. Da diese neuen Bewohner mit nichts angekommen sind.
    – Außerdem kaufen viele Autofirmen lieber im Ausland billig, bzw. die deutschen Zulieferer lassen im Ausland produzieren, wie die Leute in Punkt 1.

    Andererseits, zu Punkt 3, geht es uns (zumindest hier in Bayern noch wunderbar gut. Man bekommt in den Läden alles, hier eine Kreuzfahrt, da eine neue Garage, dort ein besseres Auto, Frauenfriseur über 100€, Pferdehaltung für die lieben Kinder…
    Die 3 oder mehr Millionen haben uns wirtschaftlich nicht im Mindesten sichtbar geschadet.
    Mal sehen, wie es weitergeht. Der Wirtschaftsrückgang in China ist die Frage. Und USA ziehen von dort die Anlegergelder zurück. Da krachts. Und dann bei uns.

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