Allgemein

Trotz Sanktionen Deutsche Exporte nach Russland legen wieder zu

Russland-Fahne

Trotz den westlichen Sanktionen legen die deutschen Exporte Richtung Russland wieder zu. Dies zeigen heute früh veröffentlichte Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamts.

Mehr Exporte nach Russland trotz Sanktionen

Die deutschen Exporte nach Russland stiegen im Juni 2022 gegenüber Mai 2022 kalender- und saisonbereinigt um 14,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro! Gegenüber dem Vorjahresmonat Juni 2021 nahmen sie aber um 40,3 Prozent ab. Interessant ist hier aber diese kurzfristige Betrachtung von Mai 2022 auf Juni 2022, mit diesem spürbaren Anstieg! Im Juni 2022 wurden nominal Waren im Wert von 1,2 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Damit lag Russland im Juni 2022 auf Rang 23 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte. Im Mai 2022 hatte Russland Rang 26 belegt, im Juni 2021 Rang 15. Die Importe aus Russland nahmen im Juni 2022 gegenüber Mai 2022 um 4,8 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu.

Deutscher Außenhandel insgesamt positiv

Abgesehen von Russland: Der gesamte deutsche Außenhandel verbucht insgesamt wieder deutlich mehr Exporte als Importe. Im Juni 2022 sind die deutschen Exporte gegenüber Mai 2022 kalender- und saisonbereinigt um 4,5 Prozent und die Importe um 0,2 Prozent gestiegen. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2021 um 18,4 Prozent und die Importe um 27,9 Prozent.

Insgesamt wurden im Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 134,3 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 127,9 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss im Juni 2022 mit einem Überschuss von 6,4 Milliarden Euro ab. Im Mai 2022 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik +0,8 Milliarden Euro betragen, im Juni 2021 hatte er bei +13,5 Milliarden Euro gelegen.

Rohstoffimporte drücken auf die Außenhandelsbilanz

Die gesamte Außenhandelsbilanz Deutschland ist also wieder deutlich positiv. Man kann aber unterscheiden zwischen den Handelsaktivitäten mit EU-Staaten und den Handelspartnern außerhalb der EU. In die Mitgliedstaaten der EU wurden im Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt nämlich Waren im Wert von 72,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 62,8 Milliarden Euro von dort importiert. Es gab also einen deutlichen Überschuss. In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 61,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 65,1 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Man sieht: Hier entstand ein Defizit. Aber durch einen deutlich größeren Handelsüberschuss mit EU-Staaten entstand letztlich der Überschuss von 6,4 Milliarden Euro

Interessant ist, dass die Importe aus China im Juni im Monatsvergleich um 3,9 Prozent auf 17 Milliarden Euro zurückgehen. Gleichzeitig aber steigen die Importe aus den USA um 14,7 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Man sieht hier wohl ganz deutlich die verstärkten Einkäufe von Rohstoffen, siehe Erdgas.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage