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Deutschland jetzt offiziell im Krieg gegen den IS

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Der Bundestag hat heute mir klarer Mehrheit (445 Ja-Stimmen, 146 Nein-Stimmen, 7 Enthaltungen) beschlossen, sich am Kampfeinsatz gegen den IS in Syrien zu beteiligen. Es gibt sicher gute Gründe für einen solchen Einsatz, aber auch viele gute Gründe dagegen. Eines aber ist klar: die Wahrscheinlichkeit für einen Terroranschlag auch in Deutschland ist damit nicht eben geringer geworden.

https://twitter.com/dpa/status/672728537158275073/photo/1

Deutschland wird sich dabei nicht direkt an Luftschlägen beteiligen, aber sechs Tornado-Jets zur Verfügung stellen (sehr viel mehr sind auch nicht funktionsfähig derzeit!), eine Fregatte zur Unterstützung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle bereit stellen, und bis zu 1200 Soldaten nach Syrien schicken. Man kalkuliert mit Kosten von knapp 130 Millionen Euro für den Einsatz.

Auslöser des nun beschlossenen Einsatzes war die Bitte von Hollande, der Merkel während einer gemeinsamen Pressekonferenz kurz nach den Pariser Anschlägen aufgefordert hatte, mehr militärischen Beistand zu leisten. Und Merkel hat ihr Versprechen gehalten, ist also eher unbeabsichtigt zu einem militärischen Abenteuer gezwungen (Merkel und Abenteuer, das passt irgendwann nicht zusammen..). Die Bundeswehr ist nun nach eigenen Angaben „ausgebucht“.

Das alles hinterläßt bei mir ein ungutes Gefühl in der Magen-Gegend. Wird die Welt wirklich sicherer, wenn unsere Armee mit zweifelhaftem Ansehen (die kampferprobten Franzosen spotten gelegentlich über unsere „Pazifisten-Armee“) sich an einem solchen Einsatz beteiligt? Wie ist Ihre Meinung dazu?

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Gabriel Scheer

    4. Dezember 2015 12:37 at 12:37

    Und wieder mal Krieg ohne UNO Mandat.
    Man lernt nicht aus der Vergangenheit. :-(

  2. Avatar

    David

    4. Dezember 2015 12:42 at 12:42

    Entscheidung ist ein kapitaler Fehler. GG wird möglicherweise verletzt.Glaube nicht, daß Bundeswehr durch dieses Mandat Deutschland verteidigt. Der Verteidigungsfall scheint mir nicht gegeben.

  3. Avatar

    Tengri Lethos

    4. Dezember 2015 13:15 at 13:15

    Ich enthalte mich einer Meinung, was in der derzeitigen Situation das Beste ist. Meiner Ansicht nach sind die Fehler früher passiert. Wir hätten die Machtstrukturen in den betroffenen Ländern (z.B. Tunesien, Äypten und Libyen) akzeptieren sollen statt medienwirksam gegen die sogenannten „Diktatoren“ zu hetzen und gar islamistische Rebellenorganisationen zu unterstützen. Derselbe Fehler passiert nun in Syrien und in etwas anderer Form in der Ukraine. Leider haben wir die USA als Vorbild, die Taliban und Al-Kaida gründete respektive unterstützt und heute islamistische syrische Rebellen ausbildet. Die USA destabilisiert bewusst diese Länder, und Europa darf nun die Konsequenzen tragen. Da ist Umdenken gefordert.

  4. Avatar

    Frank

    4. Dezember 2015 13:47 at 13:47

    Frankreich braucht den Krieg, der Wirtschaft geht es schlecht und der Rest Europas stimmt mit ein.
    Die Frage ist nur warum ausgerechnet jetzt. 4 Jahre dauert der Krieg nun schon, Erdogan und Israel haben sich mit den Öl der ISIS gesund gestossen und wir nehmen alle 24 Millionen Syrer auf, da hat man genug unbewohntes
    Land zum austoben! Mutti Merkels Pläne sind undurchschaubar!!!!

  5. Avatar

    Boncas

    4. Dezember 2015 14:10 at 14:10

    Es ist tatsächlich ein Jammer: Abgesehen vom Kuwait-Krieg waren nur die US-amerikanischen Versuche, ihnen nicht genehme despotische Regime militärisch zu eliminieren, teilweise erfolgreich. Was aber nicht gelang, war stattdessen freiheitlich-demokratische Systeme zu installieren. Das kann man eben nicht von außen durchsetzen, das muss von innen kommen. Und da mangelt es in den betroffenen Regionen an der dafür notwendigen Kultur.
    Kriege sind – das sollte inzwischen zu den historischen Erfahrungen zählen – keine Lösung. Sie verschlimmern sogar die Probleme. Das sehen auch die betroffenen Menschen so und flüchten nach Europa – die USA sind für sie ja kaum erreichbar und wollen in Wirklichkeit auch keine Flüchtlinge.

  6. Avatar

    joah

    4. Dezember 2015 15:01 at 15:01

    „Es gibt sicher gute Gründe für einen solchen Einsatz…“

    Nein, gibt es nicht! – es gibt nur schlechte. Krieg kann man nicht mit Krieg lösen, es sei denn, man will das am Ende gar keiner mehr übrig bleibt.

    „actio = reactio“

  7. Avatar

    Thomas

    5. Dezember 2015 14:40 at 14:40

    Welch Aufschrei wegen der angeblichen Verletzung des Völkerrechts von Russland bei der Angliederung (Annexion) der Krim (siehe hierzu ein Bericht eines Professor Merkel in der FAZ) und nun?
    Jetzt brechen wir das Völkerrecht indem wir ohne UN-Mandat ein unschuldiges Land bekriegen (IS ist nicht gleich Syrien!) und da interessiert es niemanden! Ich hasse diese Doppelmoral!!

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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