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Devisen und Rohstoffe: Perspektiven und der Einfluß der Politik

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von MarketScanner

In der letzten Ausgabe (http://finanzmarktwelt.de/gold-und-silber-lage-und-perspektiven-5055/) widmeten wir uns der Entwicklung bei den Edelmetallen Gold und Silber mit Status 19.09.2014 und folgerten:

„In Verbindung mit dem verstärkten Einpreisen von höheren Zinsen im US-Dollar schwappt die Liquiditätsflut wieder von den als werthaltiger betrachteten Anlagen in Fremdwährungen und Rohstoffen zurück in den Dollar-Raum, wo sie mangels rentierlicher Anlagen in der Realwirtschaft fleißig beim Aufblasen der US-Finanzmärkte mithilft. Mit angefeuert wurde der Effekt auch noch durch Japan-Phantasie (http://finanzmarktwelt.de/japan-phantasie-2551/) mit assoziierter Yen-Abwertung (siehe Grafik am Ende des Beitrags mit Durchbruch des 61,8 % Retracements in der Woche vom 18.08. zum 22.08.2014). In Anbetracht des Notenbank-Konzerts mit EZB und BOJ vereint in der Überkompensation der noch homöopathischen Liquiditätsreduktion von Seiten der FED kann ein weiterer Run auf Aktien und Staatsanleihen zusammen mit Liquidationen von Engagements im Rohstoffbereich durchaus auch bei den Edelmetallen (neben Gold und Silber ist auch Platin angeschlagen) noch einiges an Dynamik nach unten liefern und zu einem (temporären) Bruch der jeweiligen unteren Unterstützungen führen.“

Heute schauen wir uns an, wie sich die zurückströmende Liquiditätsflut weiter im Bereich Forex und bei verschiedenen Commodities ausgewirkt hat.

Zunächst zum Bereich Forex:

Die durch Annahme der Vergrößerung von Zinsdifferenzen zwischen den großen Währungsräumen getriebenen Kapitalumschichtungen (zurück) in den US-Dollar haben sich gerade in der letzten Woche beschleunigt. Da neben bekannten MSM (beispielsweise http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/devisenmarkt-die-ukraine-krise-holt-den-russischen-rubel-ein-13130175.html) auch hier bei Finanzmarktwelt die Entwicklung des Währungspaares USDRUB als Maßstab für das Wirkung zeigen von Sanktionen gegen Russland heranzogen wurde (http://finanzmarktwelt.de/der-rubel-chart-das-sanktions-thermometer-5239/) drängt sich die Frage auf, ob diese Deutung als ein spezifisches Verhalten der Investoren („Die Investoren geben mit ihrem Geldfluss eine klare Meinung ab“) korrekt ist, oder eine MSM-Brille die Möglichkeit ei-ner anderen Deutung der Wechselkursentwicklungen beeinträchtigt.

Zur Deutung der Wechselkursveränderungen als Sanktionsfolge oder als Beispiel einer generalisierten US-Dollar-Stärke wollen wir zunächst unsere Analyse mit dem Inkrafttreten der ersten Sanktionen (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Sanktionen_in_der_Krimkrise) am 17.03.2014 beginnen lassen.
Methodisch bedienen wir uns dazu einerseits zur Verdeutlichung einer generalisierten Stärke oder Schwäche des US-Dollars des U.S. Dollar Index, der weitgehend die Kurse zu Euro und japanischen Yen reflektiert (http://de.wikipedia.org/wiki/U.S._Dollar_Index) – zur Politik der beiden Notenbanken wurde weiter oben bereits Stellung bezogen – und andererseits der Währungspaare EURUSD, JPYUSD und für die rohstoffgedeckten Währungen CADUSD, AUDUSD und neben RUBUSD auch dem brasilianischen Real BRLUSD sowie zur Info der ehemals an den Dollar gekoppelte Renminbi, jeweils normiert auf den Eröffnungskurs des 17.03.2014.

Chart U.S. Dollar Index ab 17.03.2014:

Dollar-Index

Chart EURUSD ab 17.03.2014:

Euro-Dollar

Chart JPYUSD ab 17.03.2014:

JPYUSD

Chart CADUSD ab 17.03.2014:

CADUSD

Chart AUDUSD ab 17.03.2014:

audusd

Chart RUBUSD ab 17.03.2014:

RUBUSD

Chart BRLUSD ab 17.03.2014:

BLRUSD

Chart USDCNH ab 17.03.2014:

CNHUSD

Nun zum Bereich Commodities und deren Entwicklung seit dem 17.03.2014:

Die bereits erwähnten Kapitalumschichtungen haben in der letzten Woche bei den Commodities zu sehr deutlichen Kursabschlägen geführt.
Ein Versuch, das Spektrum der Commodities in einem Index abzubilden ist der Rogers International Commodity Index RICI® (http://www.rogersrawmaterials.com/weight.asp und http://beelandinterests.com/PDF/RICI%20Handbook_Jan%2027.2014.pdf), der von der RBS als ETF aufgelegt wurde.
Für die Gruppe der Commodities als Ganzes wird der RGRC RBS Rogers Enhanced Commodity ETN herangezogen, für die einzelnen Sektoren die nicht adjustierte Endloskontrakte für WTI Crude Oil, Heating Oil, Gold, Silber sowie der Dezember Future für Corn (Mais) und der November 2014 Kontrakt für Sojabohnen.

Chart RBS Rogers Enhanced Commodity Index ab 17.03.2014:

RBS Rogers

Chart WTI CL Future ab 17.03.2014:

WTI Crude

Chart Heating Oil Future ab 17.03.2014:

Heating Oil

Chart Gold Future ab 17.03.2014:

Gold-Future

Chart Silver Future ab 17.03.2014:

Silver Future

Chart Corn Future December 2014 ab 17.03.2014:

Corn Future

Chart Soybean Future November 2014 ab 17.03.2014:

Soybean Future

Zum Ergebnis in tabellarischer Form:

Tabelle1

Hier wird offensichtlich, dass, soweit man denn gewillt ist die primäre Triebfeder der Kapitalumschichtungen aufgrund eingepreister Zins-Erhöhungen der FED im nächsten Jahr außer Acht zu lassen, der seit dem Beginn der Sanktionen am meisten geschädigte Wirtschaftsraum die Eurozone ist (siehe auch http://finanzmarktwelt.de/wer-zahlt-den-preis-fuer-die-sanktionen-gegen-russland-4582/).

Mögen auch interessierte Kreise die Folgen von Sanktionen gegen Russland für die deutsche Wirtschaft herunterspielen, so sind die Auswirkungen für den Mittelstand vielfach gravierend (Beispiele zur Exposition bei http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/risiko-russland-sanktionen-sinkender-rubel-wuergt-umsaetze-ab/9664766-2.html) und das Agieren von politischem Spitzenpersonal gegen die Interessen der Wirtschaft des eigenen Landes (http://www.heise.de/tp/news/Doppelagent-Steinmeier-enttarnt-2411623.html) hätte bei einem solchen Handeln in einem funktionierenden Unternehmen den Aufsichtsrat zum Einschreiten zwingen müssen.

Politik ist schon ein seltsames Spiel, aber nach dem, was hier geboten wird (https://www.freitag.de/autoren/julian-k/biden-obama-musste-eu-zu-sanktionen-zwingen und http://www.youtube.com/watch?v=-kibOejz2pE) demaskiert sich diese Europäische Union als Wurmfortsatz der USA.
Die Jahrzehnte der Annäherung und des Wandels durch Annäherung werden zertreten – wem das nutzt und wem das schadet ist offensichtlich (siehe auch http://www.youtube.com/watch?v=gXeBt8XyOzU).

Vernunftbetontes Handeln kann man dem chinesischen Botschafter attestieren (http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEKCN0HR0S320141002) – die Hoffnung auf eine Politik für die Interessen der Bewohner dieses Landes durch die politische Kaste schwindet und Peter Scholl-Latour hat recht (https://www.compact-online.de/scholl-latour-compact-sanktionen-gegen-russland-nuetzen-nur-den-usa/).

Doch zurück zur Analyse der Commodities. Hier fällt auf, dass die Hochpunkte im Beobachtungszeitraum für die Energieträger und die für RUBUSD nahe zusammen liegen, im folgenden Chart mit der prozentualen Änderung gegen (verborgenes) WTI im Zeitraum ab dem 17.03.2014 ersichtlich und im darauf folgenden Wochenchart ab 01.04.2006 ebenfalls bestätigt. Beim Getreide überlagern sich Fundamentaldaten mit Währungseffekten und der Saisonalität (typischer Tiefpunkt beim Corn um den 03.10.).

Der Rückgang des Rubels gegen des amerikanischen Dollar ist im Kontext der Preisentwicklung des wichtigen russischen Exportguts Rohöl zu sehen, überlagert von einem langfristigen Abwärtstrend der Währung, der in abgeschwächter Form auch für BRLUSD gilt. Ob wieder wie zu Zeiten der Achse Bush senior – Bin Laden Klan in Saudi-Arabien der Ölpreis als Waffe zur Schwächung des Gegners eingesetzt wird oder nicht, wird eines Tages vom freedom of information act (sofern nicht abgeschafft) ans Tageslicht befördert werden.

Der Anstieg des US-Dollars wird aber für die USA selbst auch schnell zu einem Problem (http://www.reuters.com/article/2014/10/05/us-usa-results-outlook-idUSKCN0HU0DW20141005) und ist für einen Teil der Verluste bei Getreiden verantwortlich zu machen, da die währungsbedingt schwindende Konkurrenzfähigkeit, insbesondere bei Sojabohnen gegenüber Farmern in Brasilien, die Exportpreise in die Knie zwingt, worauf schon im Juni in http://finanzmarktwelt.de/mais-weizen-und-sojabohnen-langristperspektive-2864/ hingewiesen worden war. Also ist die Dollar-Stärke für die USA keine durchgängige win-win Situation.

Chart ab 17.03.2014 RUBUSD und (verborgen) WTI CL Future:

RUBUSD WTI

Wochen-Chart ab 01.04.2006 RUBUSD und (verborgen) WTI CL Future:

RUBUSD WTI Wochenchart

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Der Euro wehrt sich zum Wochenstart

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Ein 20 Euro Schein

Wie ich in meiner gestrigen Euro vs US-Dollar Analyse erwähnt habe, hatte der Major zum Wochenstart ein leichtes Erholungspotential gehabt. Die Unterstützung bei 1,1612 ist stark und die Wahrscheinlichkeit war relativ hoch, dass sich der Euro zum Wochenbeginn über dieser Marke halten kann. Die Bären haben zwar schon in der asiatischen Session in der Nacht zum Montag kurzfristig versucht, den Euro zu schwächen, doch der Bereich bei 1,1614 konnte nicht mehr nach unten durchbrochen werden. Die Short-Trader haben schnell gemerkt, dass der Verkaufsdruck auf den Euro nachgelassen hat. Viele Händler, die letzte Woche Short positioniert waren, haben vor dem Wochenende ihre Gewinne realisiert. Auch aus technischer Sicht war eine Gegenreaktion auf der Oberseite absolut realistisch.

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Am Montagvormittag haben die Bullen angefangen, vorsichtig die Long-Seite anzugreifen. Als der Kurs den Widerstand bei 1,1634 überschritten hat, sind auch die Break-Out Trader aktiv geworden und haben frische Kauforders am Markt platziert. Das hat dem Euro vs USD neue Kraft verliehen. Die Aufwärtsbewegung hat sich beschleunigt. Auf dem Niveau von 1,1647 verlief gestern der 120er Moving Average. Diese Hürde wurde ebenfalls ohne Schwierigkeiten genommen und der Euro wurde weiter gesucht. Gegen Mittag notierte das Währungspaar schon über 1,1660. Hier hat EUR/USD eine kleine Pause eingelegt. Die kurzfristigen Long-Trader haben ihre Trades geschlossen und der Euro ist danach leicht gefallen. Unter 1,1660 haben die Bullen aber erneut angegriffen. Der Euro hat wieder an Kraft gewonnen und der Kurs ist erneut angestiegen. Der Widerstand bei 1,1681 war für den Euro jedoch zu stark.

Die Kaufkraft war nicht mehr vorhanden, was zu einer schnellen Kurskorrektur auf der Unterseite führte. Am Anfang der amerikanischen Session notierte EUR/USD wieder bei 1,1642. Auf diesem Level haben sich die Long-Trader wieder gemeldet und angefangen, den Euro gegen den USD zu kaufen. Die Indikatoren im kurzfristigen Zeitfenster haben frische Long-Signale geliefert und der Major hat seine Erholung fortgesetzt. In den Abendstunden ist es dem Euro sogar gelungen, erneut den Widerstand bei 1,1681 zu testen. Mehr war zwar gestern nicht drin, doch der Handelstag verlief für den Euro vs USD insgesamt positiv. Der Kurs konnte über 50 Pips zulegen. Für einen Wochenstart war es eine gute Leistung.

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Dienstagmorgen, notiert der Euro zum USD bei. 1,1675. In der asiatischen Session heute Nacht, haben die Bullen versucht, die 1,1700 Marke anzugreifen. Dafür hat die Dynamik jedoch nicht ausgereicht. Der Widerstand bei 1,1681 ist stark, und es wird ein neuer Impuls benötigt, um diese Hürde zu nehmen. Sollte es den Long-Trader gelingen, diese Marke zu überschreiten, wird der Kurs klar die 1,17 „big figure“ suchen. Hier kann es richtig spannend werden. Es ist eine psychologische Grenze, die über den langfristigen Aufwärtstrend entscheiden kann. Wenn EUR/USD es schafft, über 1,1700 nachhaltig zu steigen, kann sich der übergeordnete Long-Trend weiter fortsetzen.

Wenn nicht, werden die Bären die Short-Seite erneut angreifen. Wer also konservativ ist und sein Risiko klein halten will, sollte zuerst abwarten, wie sich der Euro vs USD in den nächsten Stunden verhält. Für den USD können die nächsten Tage ebenfalls von großer Bedeutung sein. Die gesamte Finanzwelt wartet schon ungeduldig auf das erste live TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden, welches am Mittwochmorgen um ca. 3.00 Uhr unserer Zeit beginnen wird. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1656.

Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Devisen

Türkische Lira mit neuem Rekordtief – warum die Zinsanhebung verpufft ist

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira stand seit letzter Woche Donnerstag vor einer möglichen Kurswende. Denn seit geraumer Zeit hangelt sie sich von einem Rekordtief zum nächsten – ein Desaster! Hauptverantwortlich dafür war die von Präsident Erdogan befürwortete Politik der türkischen Zentralbank, den Leitzins tief unterhalb der Inflationsrate zu belassen – Hauptsache es gibt günstige Kredite für Unternehmen und Verbraucher in der Türkei. Aber damit war am Donnerstag Schluss. Völlig überraschend wurde der Leitzins von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent angehoben – eine mutige, kräftige Anhebung!

Türkische Lira aktuell mit neuem Absturz auf Rekordtief

Und die türkische Lira reagierte entsprechend positiv mit einer Aufwertung. US-Dollar vs Lira fiel bis Freitag von 7,69 auf 7,51. Endlich mal ein Aufatmen für die Lira, könnte man sagen. Aber vor allem seit Start des Devisenhandels heute Nacht wertet die türkische Lira wieder deutlich ab, auf neue Rekordtiefs gegen US-Dollar und Euro. Der folgende Chart, der bis letzten Mittwoch zurückreicht, zeigt den beschriebenen Verlauf seit Donnerstag. Aktuell muss man 7,78 Lira für 1 US-Dollar zahlen (Hoch heute schon bei 7,86). Und für einen Euro muss man heute schon 9,08 Lira aufbringen.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

Geopolitik durchkreuzt Lira-Erholung

Da könnte man bei der türkischen Zentralbank in Ankara ja fast verrückt werden, möchte man meinen. Da erhöht man den Leitzins um kräftige 200 Basispunkte, und nur zwei Handelstage später notiert die türkische Lira tiefer als jemals zuvor. Aber in diesem Fall muss man die Notenbanker von jeglicher Schuld freisprechen. Die geopolitische Lage hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Denn direkt um die Ecke sind zwischen Armenien und Aserbaidschan sind heftige Kämpfe entfacht. Jetzt gilt in beiden Ländern sogar der Kriegszustand. Schweres Artilleriefeuer, zahlreiche Tote und Verletzte – die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach gehen weiter. Die Türkei hat sich umgehend an die Seite Aserbaidschans gestellt, so besagen es aktuelle Berichte. Dies setzt die türkische Lira plötzlich kräftig unter Druck. Heute verkündete Maßnahmen der türkischen Bankenaufsicht (siehe hier) gehen bei diesem kriegerischen Konflikt derzeit völlig unter.

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Euro vs US-Dollar: Schafft der Euro zum Wochenstart den Rebound?

Agata Janik

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am

Mehrere Euro-Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar musste in der vergangenen Handelswoche herbe Verluste hinnehmen. Innerhalb nur weniger Tage hat der Euro gegenüber dem US-Dollar über 200 Punkte verloren. Aus technischer Sicht war diese Reaktion auf der Short-Seite zu erwarten. Die Indikatorenlage war im mittelfristigen Zeitfenster ausgereizt. Zu oft hat der Major vergeblich versucht, die höheren Regionen über 1,19 nachhaltig zu erobern. Nach der letzten Seitwärtsbewegung und einem erneuten misslungenen Angriff, kam es zu einer großen Enttäuschung im Markt. Der Widerstand bei 1,1875 hat endgültig bestätigt, dass es für den Euro an der Zeit war, eine Korrektur zu erfahren. Die Bullen haben ihre Long-Trades sukzessive in Laufe der Woche geschlossen und den Euro vs USD somit unter Druck gesetzt.

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Während der ganzen letzten Woche wurde die Short-Seite von den Händlern klar favorisiert. Der frische Abwärtstrend wurde zusätzlich durch die allgemeine Dollar-Stärke beschleunigt. Der Greenback scheint momentan eine kleine Renaissance zu erleben. Nicht nur gegen den Euro, sondern auch gegen die anderen Majors konnte sich die amerikanische Währung in der letzten Handelswoche gut durchsetzen. Obwohl es in den USA weiterhin brodelt und die Lage sich vor den Präsidentschaftswahlen immer mehr zuspitzt, gewinnt der USD gegen die anderen Hauptwährungen wieder an Wert. In Europa haben die Experten die zweite Welle des Covid-19 fast schon fest einprogrammiert. Die infektionszahlen steigen an und immer mehr Regionen werden zum Risikogebiet erklärt. Die Sorgen und Ängste vor der wirtschaftlichen Krise kommen zurück. Das belastet den Euro. Das Vertrauen in die europäische Leitwährung scheint zu schrumpfen.

Am Freitag wurde der Euro vs USD weiter abverkauft. Nachdem der wichtige Widerstand bei 1,1681 gehalten hatte, schlugen die Bären erneut zu und schicken den Euro weiter in den Keller. Es hat sich frische Dynamik auf der Unterseite entwickelt und der Kurs rutsche im Laufe des Tages immer tiefer. Im Low notierte EUR/USD vor dem Wochenschluss bei 1,1610. Diese Unterstützung war stark und konnte die Short-Bewegung stoppen. Am Nachmittag, während der amerikanischen Session, erholte sich der Euro dann wieder leicht. Es waren aber überwiegend die Gewinnmitnahmen der Daytrader, die diese Gegenreaktion auf der Oberseite ausgelöst haben. Im späten Handel notierte der Euro zum USD bei ca. 1,1637.

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Montagmorgen, notiert der Euro vs USD bei 1,1632. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, geriet der Euro erneut leicht unter Druck. Der Kurs rutsche bis 1,1615. Hier hat die Dynamik wieder nachgelassen. Der Angriff auf die 1,1600 Marke war somit gescheitert. Danach hat sich der Euro wieder ein wenig erholt. Die 1,1600 „big figure“ wird für die weitere Entwicklung von EUR/USD von großer Bedeutung sein. Es ist eine wichtige psychologische Marke, die nicht zu vernachlässigen ist. Die Bären werden heute wieder versuchen, den Euro unter Druck zu setzen.

Der Weg bis 1,1600 ist nicht lang. Darunter liegen viele Stop-Loss Marken. Wenn diese gezogen werden, wird sich der neue Abwärtstrend weiter fortsetzen. Die nächste signifikante Unterstützung befindet sich erst bei 1,1516 (120er Moving Average). Wenn dagegen die 1,1600 Marke aber hält, kann es zu einem schnellen Rebound kommen. Auf der Oberseite hat EUR/USD den ersten wichtigen Widerstand bei 1,1663 und dann bei 1,1681. Wenn auch diese Marke erobert wird, wird der Kurs die 1,1700 Marke suchen. Der Daily Pivot Point beim Euro vs US-Dollar liegt heute bei 1,1641.

Chart zeigt Euro gegen US-Dollar im Kursverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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