Meinung

Die Bundesbank wird revolutionär!

Zwei denkwürdige Vorschläge innerhalb kurzer Zeit

Was ist bloß bei der Bundesbank los? Innerhalb kurzer Zeit bringt die ehrwürdige Institution zwei Vorschläge, die Sprengstoff bergen.

Doch der Reihe nach: in ihrem Monatsbericht vom Januar machen die ehemaligen Hüter der D-Mark (die deutsche Atombombe) den Vorschlag, im Falle einer drohenden Staatsinsolvenz zunächst die Bürger des gefährdeten Staates zur Kasse zu bitten. Klar nach dem Motto: wir haben lange genug gezahlt, jetzt bedient euch erst einmal an den nicht unerheblichen Sparvermögen der eigenen Bürger – ein diskreter Wink nach Griechenland, Italien etc.

Das schlug ein wie eine Bombe, wurde aber flugs vom deutschen Finanzministerium zurück gewiesen, schließlich passt der Vorschlag nicht zur windelweichen Rhetorik Merkels im Stile von „wenn der Euro scheitert, scheitert Europa“..

Auch der zweite Vorschlag der Bundesbank hat es in sich: laut einem Bericht des Wall Street Journals solle die EZB auf die Sterilisation ihrer (Staats-)Anleihekäufe verzichten. Die Mittel, die für Käufe etwa griechischer Staatsanleihen aufgewendet werden, werden dem Kreislauf wieder entzogen, indem Banken animiert werden, bei der EZB Geld im selben Volumen anzulegen und so die Geldbasis unverändert zu lassen. Diese Praxis war ein „Zuckerl“ für die Sorgen Deutschlands, dass mit den Staatsanleihekäufen Inflation produziert werde.

Dass nun ausgerechnet die Bundesbank diese Praxis aufheben will – sofern der Bericht des Wall Street Journals stimmt – ist, vorsichtig formuliert, eine Sensation. Nutznießer wären die Staaten der Europeripherie und ihre Banken, die so über mehr freie Liquidität verfügen würden.

Und doch erscheint der Bericht des Wall Street Journals plausibel. Denn der EZB war zuletzt die vollständige Sterilisation ihrer Anleihekäufe nicht mehr vollständig gelungen – ein echter Gesichtsverlust! Wenn also die Praxis nicht mehr funktioniert, so die Logik, kann man auch gleich ganz auf sie verzichten.

Man darf gespannt sein, was in den nächsten Tagen und Wochen an weiteren revolutionären Vorschlägen der Bundesbank kommt – von Jens Weidmann, dem Berufsrevolutionär..



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