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Die G20-Staaten versinken in einem gigantischen Schuldenberg, der kontinuierlich wächst

Nein, man wählte einen anderen Weg. Kein kalter Entzug, und auch kein Entzug unter ärztlicher Aufsicht in einer Entzugsklinik. Der Junkie erhielt einfach noch viel mehr Drogen als je…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Schulden steigen immer weiter. Dabei hätte die Lehre aus der Finanzkrise 2008 doch eigentlich sein sollen, dass man weniger neue Schulden macht, und alte Schulden nach und nach abbaut? Nein, man wählte einen anderen Weg. Kein kalter Entzug, und auch kein Entzug unter ärztlicher Aufsicht in einer Entzugsklinik. Der Junkie erhielt einfach noch viel mehr Drogen als je zuvor, und das quasi umsonst. Welcher Junkie würde es da ablehnen, von nun an dauerhaft high zu sein?

Ja, die Schulden steigen immer weiter. Welche Darstellung zeigt diesen Trend besser als diese aktuelle Grafik des Internationalen Währungsfonds? Sie zeigt die Entwicklung der Schulden von Staaten (blau), Unternehmen außerhalb der Finanzindustrie (grün) sowie den Privathaushalten (orange) in den 20 wichtigsten Volkswirtschaften weltweit. Die Grafik zeigt die Entwicklung von 1990 bis 2016.

Alle drei Sektoren wachsen kontinuierlich. Wie man sieht, gab es auch ab 2008 keine Delle. Die Balken zeigen die Verschuldung in US-Dollar, bis jetzt angestiegen von über 20 auf jetzt 135 Billionen Dollar oder 235% des zusammengefassten Bruttoinlandsprodukts. Bis 2008 lag dieser Berg noch bei 80 Billionen Dollar. Was geschah von da an? die Notenbanken druckten Geld, die Staaten konnten sich bei ihren eigenen Notenkanken so richtig schön verschulden. Haushalte und vor allem Industriekonzerne ließen sich nicht zweimal bitten.

Da ist es mehr als verständlich, dass eine wirkliche Anschlusskrise seit 10 Jahren ausgeblieben ist, wenn der Planet mit so viel neuen Drogen erstmal ruhig gestellt wurde. Laut IWF stiegen die Schulden der Privathaushalte seit 2008 in den entwickelten Volkswirtschaften von 52% auf 63%. In den Schwellenländern stieg sie von 15% auf 21. Der IWF verweist darauf, dass höhere Schulden kurzfristig ja gut sein können um wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln.

Längerfristig gesehen aber sollte man es nicht zu sehr übertreiben um die Finanzstabilität nicht zu gefährden (sinngemäß von uns in Kurzform ausgedrückt). In China beispielsweise ist laut IWF der Berg vergebener Kredite inzwischen auf 310% des BIP gestiegen von 240% Ende 2012. Das ist schon mal eine Hausnummer. Aber gerade für ein Land wie China gilt: Wenn die Partei es sagt, kann die dortige Notenbank mal schnell fleißig neue Yuan drucken, dann passt das schon, oder?

Viel besser sieht es in Europa oder den USA auch nicht aus – vielleicht mit dem Unterschied, dass die westlichen Notenbanken ohne offizielle Anweisung der Regierung handeln, denn man ist ja unabhängig. Aber man kann sich auch ohne Regierungsanweisung denken, was zu tun ist. Ach ja übrigens: In der Grafik sieht man als schwarze Linie den BIP-Zuwachs. So schnell wie die Schulden wächst es nicht.


Grafik: IWF

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    TINOGRUCHMANN

    12. Oktober 2017 12:55 at 12:55

    Schulden sind das Schmiermittel unseres Absurden Wirtschaftssystems, das eine bedingt das andere,

  2. Avatar

    PK

    12. Oktober 2017 13:27 at 13:27

    OK, aber wenn man eine Graphik aufzeichnen würden, wo man statt der Schulden die entsprechenden Zinslasten auftragen würde, dann wären wir auf einem historischen Tief gegenüber dem BIP.
    Alles hat immer 2 Seiten…

  3. Avatar

    Feldmaen

    12. Oktober 2017 13:46 at 13:46

    „Die Schulden steigen immer weiter. Dabei hätte die Lehre aus der Finanzkrise 2008 doch eigentlich sein sollen, dass man weniger neue Schulden macht, und alte Schulden nach und nach abbaut?“

    Aber FMW, das geht doch gar nicht. Das Schulden / Zins – System ist doch in sich so krank, dass es nur durch immer mehr neue Schulden am Leben erhalten werden kann.
    Woher soll denn das Geld herkommen um die Schulden zu bezahlen? Selbst wenn die Notenbanken im Schnitt nur 0,5 % Zinsen nehmen, wie sollen denn diese 0.5 % generiert werden, wenn nicht durch neues Geld drucken der Notenbanken? Das Zinssystem zwingt die Schuldner, als kollektive Masse, die Zinsen durch neue Schulden zu begleichen.

    Also, wie soll man in solch einem System Schulden abbauen ohne das System an sich zu gefährden? Schon mal über eine Lösung nachgedacht?

    • Avatar

      willi Marcon

      20. Oktober 2017 07:29 at 07:29

      Ein Ende mit Schrecken für wenige scheint besser als ein Schrecken ohne Ende für fast alle…

      Aber erst mal vor dr eigenen Tür kehren:
      DEXIT!
      MEXIT!

  4. Avatar

    MH

    12. Oktober 2017 15:35 at 15:35

    In Bälde wird man sagen:
    Entweder man hat Gold, oder man hätte Gold gerne gehabt.

  5. Avatar

    Gerd

    12. Oktober 2017 15:53 at 15:53

    Ja, ja, die Einschläge kommen näher.
    Masud, und trotzdem wird das nichts mit unseren Shorts, weil auch diesmal wieder gilt – dicht vorbei ist auch daneben.

    Wir sprachen mal darüber, dass, wenn überhaupt ein Asteroid, den DAX zum Einbruch verhelfen würde.
    „Seinen erdnächsten Punkt erreichte das kosmische Geschoss heute um 7:41 Uhr mit rund 43.780 Kilometern Abstand. Zum Vergleich: Der Mond ist etwa 400.000 Kilometer entfernt“
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Asteroid-2012-TC4-hat-die-Erde-passiert-3859962.html

    Da die älteren Forumsbeiträge alle in den unendlichen Weiten des Universums verschwinden, schreibe ich es mal in diese aktuelle Rubrik rein.

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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Coronakrise aktuell: Madrid bald unter komplettem Lockdown?

Markus Fugmann

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Die Coronakrise nimmt weiter Fahrt auf – nun könnte die Region Madrid bald wieder unter vollständigem Lockdwn stehen! Soeben hat Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa empfohlen, die ganze Region Madird mit ca. 6,6 Millionen Einwohnern unter vollständigen Lockdwon zu stellen.

Heute hat die Regionalveraltung von Madrid die Bezirke unter Lockdown von 37 auf 45 angehoben – dadurch stehen dann ca. eine Millionen Menschen mehr unter diesem Lockdown als am Tag zuvor. Alleine in der Hauptstadt Madrid sind in der letzten Woche durchschnittlich knapp 500 Menschen pro Tag wegen Corona in Krankenhäuser eingeliefert worden. Spanien meldete heute 10.600 neue Corona-Fälle, in Frankreich waren es über 16.000, in Deutschland mit knapp über 2300 so viele wie seit April nicht mehr (genaue Daten siehe hier)..

An den Aktienmärkten verstärkt die mit Macht wieder auftretende Coronakrise die Risiko-Aversion weiter, die US-Futures wie auch der Dax stehen unter Druck..

 

Madrid als neues Zentrum der Coronakrise in Europa

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