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Die Lage von CFD-Brokern vor einem Wochenende mit anschließendem Gap-Risiko

Warum mit ESMA das Risiko für Broker deutlich gestiegen – für Trader aber deutlich gesunken ist! Eine wilde Verschwörungstheorie vor dem G20-Gipfel

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Seit Eintreten der ESMA-Regularien können bekanntlich CFD-Konten nicht mehr ins Negative laufen – das ist durchaus eine verbraucherfreundliche Vorschrift der Aufsichtsbehörden, die an den Finanzmärkten ansonsten deutlich genauer hinsehen als etwa bei Glücksspiel-Anbietern!

Was aber bedeutet das für Broker? Einfach gesagt: ihr Risiko steigt. Denn nehmen wir einmal an, jemand käme auf die Idee, heute kurz vor Börsenschluß eine Position aufzubauen, die seine Marge fast komplett ausreizt – etwa in der Spekulation darauf, dass der G20-Gipfel am Wochenende ein Erfolg wird (in diesem Fall etwa mit vielen Dax-Long-Kontrakten) oder eben ein krachender Mißerfolg (in diesem Fall mit vielen Dax-Short-Kontrakten). Dabei beläßt der Broker-Kunde nur einen relativ schmalen Betrag auf dem Konto – da das Konto nicht negativ werden kann, ist genau dieser Betrag der maximal mögliche Verlust, eine Art unsichtbarer stop loss.

Nun ist mit den ESMA-Regularien für die allermeisten CFD-Trader der Hebel verringert worden (also die Margin-Anforderung für den jeweiligen Kontrakt erhöht worden) – ausgenommen sind nur die sogennanten Profi-Trader, also jene Menschen, die schon länger mit größeren Konten handeln oder eine Tätigkeit in der Finanzbranche nachweisen konnten.

So oder so: wer vor diesem Wochenende mit dem G-20-Gipfel sozusagen „all in“ geht (also die Marge komplett auslastet), hat ein begrenztes Verlustrisiko bei gleichzeitig potentiell unbegrenzter Gewinnchance, wenn die Märkte am Montag mit einem Gap eröffnen sollten und dann vielleicht die eingeschlagene Richtung sich noch weiter ausdehnt.

Nun ist uns heute aufgefallen, dass Jochen Stanzl von CMC Markets, den wir für gleichermaßen kompetent und integer halten, in seinem heutigen Ausblick auf die Märkte und das G20-Wochenende mit anschließendem Gap-Risiko auffallend stark die Verwendung von garantierten Stops empfiehlt, die CMC wie viele andere Broker (kostenpflichtig) anbietet. Diese garantierten Stops sind natürlich grundsätzlich sinnvoll, haben jedoch durch die ESMA-Regularien einen entscheidenden Vorteil verloren: sie begrenzten einst ein unbegrenztes Verlustrisiko, während sie mit Einführung der ESMA-Reguarien jetzt nur noch ein ohnehin begrenztes Risiko weiter begrenzen!

Und da bei CFD-Brokern der Broker-Kunde in den allermeisten Fällen faktisch gegen den Broker wettet (siehe dazu: „Was läuft bei einem Broker ab? Anworten auf Fragen, die Sie nie gestellt haben..“), wandert das Risiko gewissermaßen vom Kunden zum Broker. Und genau deswegen – so unsere maßlose Verschwörungstheorie – empfiehlt Jochen Stanzl auffallend häufig die garantierten Stops:

15 Kommentare

15 Comments

  1. Bernd Schneider

    30. November 2018 11:27 at 11:27

    IG hat die garantierten Stopps jetzt abgeschafft.

    • Simply

      30. November 2018 11:45 at 11:45

      IG Markets? Hab gerade nachgeschaut, könnte ohne Probleme einen garantierten Stop setzen.
      Die normalen Konten haben immer einen garantierten Stop, daher gar keine Auswahlmöglichkeit.

  2. Kenguru

    30. November 2018 12:37 at 12:37

    Den Schutz vor Negativsalden gab es doch bereits vor der ESMA Enthebelungsorgie, somit hätte der risikofreudige All-IN-Anleger das 5 bis 10-fache der jetzt möglichen Positionsgrössen aufbauen können. Das Risiko für den CFD Broker ist also geringer, auch weil Negativsalden so kaum noch möglich sind.

    • Markus Fugmann

      30. November 2018 12:51 at 12:51

      @Kenguru, vor ESMA gab es in Europa keinen flächendeckenden Schutz vor Negativsalden! Ich selbst habe es während meiner Tätigkeit bei einem Broker erlebt, dass ein Kunde einen massiven Negativsaldo hatte, weil er eine amerikanische Biotech-Aktie auf CFD-Basis in großem Volumen gekauft hatte, das Biotech-Unternehmen dann vor Börseneröffnung keine Lizeenz für ein zentrales Produkt bekommen hatte und dann massiv einbrach!

      Anderes Beispiel ist das Chaos nach Aufhebung des Mindestkurses bei Euro-Franken im Jahr 2015 – da sind massenhaft Konten ins Negative gelaufen – auch wenn die Broker dann große Schwierigeiten hatten, einen Ausgleich für das negative Saldo von den betroffenen Kunden zu bekommen..

      Die Bafin hat dann im August 2017 ein Verbot von Negativsalden erlassen für deutsche CFD-Konten erlassen..
      https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Pressemitteilung/2017/pm_170508_cfd.html

      • Kenguru

        30. November 2018 13:40 at 13:40

        Was die gesetzliche Regelung betrifft ist dies natürlich korrekt. In der Praxis aber haben viele CFD Anbieter, gerade nach dem Euro/Franken Zwischenfall, von sich aus einen Schutz vor Negativsalden angeboten, vielleicht auch deshalb, weil sie mit dem Eintreiben der Aussenstände überfordert waren.

  3. Marko

    30. November 2018 14:47 at 14:47

    Cfds: das sind prinzipiell Futures-Konrakte, bei welchem das Risiko, auch wenn sie „Mini-Futures“ sind, unbegrenzt ist !

    Das ist und bleibt der Unterschied zum Zertifikat (Helbelprodukte) oder dem Optionsschein (hierbei ist ein „Negativ-Saldo“ unmöglich), diese „Dinger“ sind geeignet für „Menschen ohne Ahnung“, so hart ist das nun mal.

    Wobei ich der Meinung bin und bleibe : Optionsscheine, das ist noch eine Liga über den CFDs… das liegt daran, dass man bei Optionsscheinen die Volatilität einberechnen muss ! Das gilt sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer !

    Und da kann ich Euch sagen… 😉

    Natürlich kann man auch Optionen „schreiben“, jeder so, wie er mag.

  4. Marko

    30. November 2018 15:05 at 15:05

    Und bei einem Zertikat ist mir „ein garantierter Stop“ egal : einfach eben deshalb, weil ich wohl nicht „marktnah“ bin, aber ich weiss : ich kann nur das verlieren , was ich eingesetzt habe. Punkt!
    Das ist der Unterschied zu den „Mini-Futures“. Und natürlich wandert das Risiko zum Broker hin, so sind nun mal die Regeln.
    So ein „harter Brexit“ hätte insofern schon was, die Briten müssten sich nicht (!) nach den Regeln der Europäer halten ? Nur, der Preis… So sad… 😀

  5. Marko

    30. November 2018 15:26 at 15:26

    Und das hier sagt doch alles zum Thema, die EZB ist ein Fall für den Abfalleimer :

    https://www.onvista.de/news/fed-zinserhoehung-im-dezember-doch-noch-keine-beschlossene-sache-157921869

    Und das da, kommt grantiert nicht von den der FED, der mächtigsten Notenbank der usw… 😀

    Wer das glaubt,…

    Die Amis müssen aufpassen, dass der Zinsabstand nicht zu hoch wird, weil unser „Bundesbankladen“ „pennt“.. 😀

    Um es ganz klar zu sagen, es geht hier darum, dass beide Notenbanken diesen „Lehman-Schrott“ beenden, und dies gleichzeitig ! Na ja, so ungefähr…

  6. Maximal

    30. November 2018 16:35 at 16:35

    Hallo, bin Neuling im CFD Handel. Die gesetzliche Regelung müsste mich doch schützen, dass ich im Extremfall nur meinen Einsatz verlieren kann.
    Verstehe ich da was falsch?
    Habe ein Testkonto bei Flatex. Hat jemand bei Flatex CFD Handel Erfahrungen?

    Bei OS und Zertif. habe ich oft den Eindruck, dass da die Emittenten Stoppkurse willkürlich abfischen.

  7. Kenguru

    30. November 2018 17:18 at 17:18

    @Maximal: Es iat richtig, dass Sie als Privatkunde im CFD Handel lediglich Ihren Einsatz verlieren können, anders schaut es bei professionellen Anlegern aus. Ihr Eindruck hinsichtlich OS und Zertifikaten stimmt ebenfalls. Zu Flatex sage ich vorsichtshalber lieber gar nichts. Viel Erfolg

  8. Kritisch

    30. November 2018 17:21 at 17:21

    Hallo Leute!
    Also ich persönlich sehe das ganze Thema ESMA, massive Reduktiion der Hebelung, garantierte Stopps, etc. ganz gelassen, da ich seit Anbeginn meiner CFD-Handelstätigkeit (schon vor Jahren) grundsätzlich ein max. Risiko von 3% meines Kontos je Trade eingesetzt habe und immer einen garantierten Stopp setze. Somit war und sind mir sowohl die Reduktion der Hebelungen als auch GAP-Risken egal. Die Gebühren bei Ausführung des garantierten Stopps sind doch im Verhältnis zum Risiko völlig irrelevant und vernachlässigbar. In der Regel setze ich Trades auch mit Limitorders, sodass ich hier auch das ohnehin geringe Slippage-Risiko praktisch ausschließe. Ich finde die ESMA-Regelung als sehr, sehr gut obgleich ich durch meine Handelsstrategie davon eigentlich niemals betroffen war.
    Schönes, aufregendes G-20 Wochenende!

  9. Marko

    30. November 2018 19:56 at 19:56

    Und beim Ölpreis sieht die Lage kritisch aus, ich schließe Kurse um bzw. über 40 USD nicht aus, ca 50 USD iregdwas drunter oder drüber. Bei ca 45 USD wird der „Laden“ drehen.

    Warum ? Das mit dem „Ölabsturz“ habe ich Euch vorher gesagt, wenn der „Laden“ fällt, dann fällt er.

    Beim vorherigen „Absturz“, also von 120 USD auf ca. 38 USD, war das schon a bisserl „heftig“ 😀 , das stimmt, bei ca. 45 USD würden wir den „Drehpunkt“ sehen.

    • Juri

      1. Dezember 2018 11:40 at 11:40

      Hallo Marko, was ist für dich ein Drehpunkt? Ist es ein Minimum an den sich der Kurs dreht?

    • Gixxer

      1. Dezember 2018 13:16 at 13:16

      Warum meinen Sie gerade bei 45$?
      Wie kommen Sie da drauf, wenn ich fragen darf?

  10. Beobachter

    1. Dezember 2018 17:04 at 17:04

    @ Gixxer, auf dailyfx.com Stichwort „Rohölpreise“ gibt es eine Analyse von Michael Boutros vom 28.11
    Er sieht die ca.46 Dollar als 61,8 Fibo- Stütze, als mögliche Untergrenze bei einem Washout.Obwohl Viele Nichts von solchen Marken halten, treffen sie oft zu weil eben viele Analisten danach handeln.
    Diese Marken können natürlich auch durch Tweets von“ grossen „Staatspräsidenten ausser Betrieb gesetzt werden, wenn es für das Land u.das Interesse des Präsidenten wichtig erscheint!

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Dax-Signal: Rückblick und Ausblick im Video

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Den Rückblick wie Ausblick für das Dax-Signal möchte ich an dieser Stelle im Video besprechen. Die einzelnen Signale können Sie hier kostenlos einsehen.

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Drohen den USA japanische Verhältnisse?

Den Aktienmärkten könnte in den USA könnte eine lange Phase magerer Renditen bevorstehen!

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Eine Kolumne von Wolfgang Müller

Nach einem „December to remember“ vollzog die US-Notenbank eine Kehrtwende – die Schulden steigen, die Zinsen pausieren. Was könnten die Folgen sein? Eine etwas andere Momentaufnahme

Verwirrung allerorten. Nach einem Dezember 2018, der in den USA zu einer Kursentwicklung geführt hatte, für die man Im Vergleich schon Jahrzehnte in die Vergangenheit blicken musste, herrscht in manchen Analysehäusern munteres Rätselraten. Kommt eine Rezession 2019/2020, ist der Zinszyklus bereits zu Ende oder bekommen wir in den Vereinigten Staaten den längsten Aufschwung im letzten Jahrhundert? Hier ein kleiner Versuch nach einem Jahr 2018, in dem nahezu alle saisonalen Gesetzmäßigkeiten ad absurdum geführt wurden, die aktuelle Lage ein wenig einzuschätzen.

Die weltweite Wachstumsabschwächung

Die Abschwächung der weltweiten Konjunktur ist bereits von höchster Stelle amtlich bestätigt geworden. Die Weltbank hat ihre Prognose für das globale Wachstum jüngst erst auf knapp unter 3% gesenkt. Auch der IWF warnt vor einem rückläufigen Wachstum, insbesondere in China (mit einer intern gesenkten Wachstumsprognose von 6%!), Schwäche in Japan und Europa, wobei die Asiaten und Deutschland 2018 in den letzten beiden Quartalen gerade so an einer technische Rezession vorbeigeschrammt sein dürften. In den USA soll das Unternehmensgewinnwachstum von durchschnittlich 20% pro Quartal auf ca. 8% sinken, insgesamt rechnet man recht optimistisch von einem US-Wirtschaftswachstum von bis zu 2,5%. Die 70%-US-Konsumökonomie wähnt sich eben (noch) ein bisschen als unverwundbare Insel. Mit einer Rezession in den USA ist aufgrund der neuen Fedpolitik und der aktuellen Industriedaten, auch in ihrer Erwartungskomponente, vorerst aber nicht zu rechnen.

Fest steht aber auch, dass sich 90% der Aktienmärkte weltweit im Korrekturmodus befinden, die Hälfte sogar schon in einem Bärenmarkt. (Stand zu Beginn des Jahres)

 

Die Wirtschaftspolitik

Was die internationale Wirtschaftspolitik angeht, bestimmt eindeutig der Handelsstreit zwischen den USA und China das Geschehen. Dieser ist nicht nur geprägt vom Kampf um die wirtschaftliche Vorherrschaft in der Welt, es geht vielmehr um die technische Dominanz auf unserem Planeten. Hier sei nur Chinas Huawei genannt, die nicht nur mit ihren technischen Geräten auftrumpft, sondern auch mit dem Verlegen von tausenden Kilometern Internetkabel den amerikanischen Konzernen auf den Pelz rückt – mit den bisher in China üblichen Methoden. Auch im Bereich von Patenten zur künstlichen Intelligenz holt die Volksrepublik gewaltig schnell auf. Die wirtschaftspolitische Tendenz ist eindeutig auf Protektionismus gerichtet, egal welcher Kompromiss im Handelsstreit gefunden wird.

Auf der anderen Seite versucht China mit fiskalpolitischen Mitteln den wirtschaftlichen Absturz zu verhindern. Zudem kommt das große Projekt der Seidenstraße, sehr zum Missfallen der USA.

In Europa versucht man sich mit diplomatisch-taktischen Mitteln gegen die Politik der USA zu wehren. Und in Deutschland sollten überaus notwendige Infrastrukturprogramme, plus der Binnenkonsum, den Rückgang der Exporte abfedern, außerdem denkt man bereits ernsthaft über die Absenkung der Unternehmenssteuern nach. Eben, um einem rezessiven Umfeld entgegenzuwirken. Der Beginn eines großen Steuersenkungswettbewerbs?

 

Die Geldpolitik

Was war das für eine rasche Wende innerhalb weniger Wochen! Hatte Fed-Chef Powell am 3. Oktober nicht von vier Zinsanhebungen für 2019 gesprochen und dazu noch zwei im Jahre 2020 bis zur „neutral rate“, begleitet von einer Bilanzreduzierung von 50 Mrd.$ monatlich – im Autopiliot-Modus? Dann die heftige Reaktion der Märkte, denn, wie ich bereits schon zigfach erwähnt habe, ist der monetäre Faktor für die Börsen der wichtigste, egal was sonst noch an geopolitischem „Noise“ zu verzeichnen ist.

Diese Quelle schien nahezu auszutrocknen und die Fed riss das Steuer kurz vor Eintritt des mit Abstand weltweit größten Aktienindex, dem S&P 500, in den Bärenmarkt herum. „Patient and flexible, one and wait“ (bezogen auf die Zinsenkung) waren Worte, die die Kehrtwende symbolisieren. Der Fed-Put war wieder aktiviert, mit der Folge, dass sich auch unter dem neuen Notenbankchef nichts substanziell ändern wird.

Der Auftrag der Fed ist die Kontrolle der Inflation und die Unterstützung des Arbeitsmarktes, was eigentlich gleichbedeutend ist mit der Stützung der Konjunktur. In der weiteren Auslegung heißt das nichts anderes, als dass die Zentralbank die geldpolitischen Schleusen öffnen wird, sollte es mit der US-Konjunktur ernsthaft nach unten gehen. Zuerst Aussetzen der Bilanzrückführung (Tapering), dann Zinssenkungen und schließlich im Extremfall Q4, wie man es dann bezeichnen müsste. Yanet Jellen hat vor wenigen Tagen, nach dem Treffen mit ihren Kollegen Bernanke und Powell, folgende weitreichende Bemerkung gemacht: Es könne sein, dass dies die letzte Zinsanhebung gewesen ist und dass die Zinsen für eine sehr lange Zeit sehr niedrig bleiben könnten.

Dazu noch eine historische Betrachtung zu den US-Rezessionen: Jeder Rezession in den USA in den letzten 50 Jahren gingen stark angestiegene Kurzfristzinsen voraus und ebenso steigende Inflationsraten. Beides kam gerade zu einem Stillstand in seiner Entwicklung.

Nun zum Thema Staatschulden, welches bisher noch kein Thema war, aber durch die US-Steuerreform in seiner Höhe richtig anspringen dürfte.

In diesem Jahr wird das US-Defizit laut Angabe der parteiunabhängigen Haushaltsabteilung (Congressional Budget Office, CBO) 973 Mrd.$ betragen, dies entspricht 4,6% des BIP. Bis 2022 erwartet das CBO einen Anstieg auf 5,4%, was fast schon griechische Verhältnisse bedeuten wird. Das große Problem dabei:

Die Schulden wachsen schneller als die Wirtschaft und dies geschieht in einer Phase extrem hohen Wirtschaftswachstums. Manche schlussfolgern daraus, dass der US-Dollar sukzessive seine safe haven -Funktion verlieren wird – der Prozentsatz des Dollars als Weltreservewährung ist bereits von 62% auf aktuell 59% gesunken.

Für Europa und Japan wird erst recht das Niedrigzinsszenario weiter gelten. In Fernost kann man bei einer Staatsverschuldung von 238% zum BIP keine halbwegs höhere Zinsen bezahlen und in unserer Eurozone? Ja, da wären wir wieder bei dem Thema Peripheriestaaten.

 

Fazit

Es riecht in den USA schon ein bisschen nach japanischen Verhältnissen, auch wenn man die beiden Länder in puncto Bevölkerungsentwicklung, Wirtschafts- und Geldpolitik nicht so sehr vergleichen kann. Aber im Bereich der Entwicklung der Staatsschulden sind durchaus Parallelen festzustellen (wenngleich Japan mit seiner Schuldenquote noch Jahrzehnte im Voraus ist).

Was die Aktienmärkte betrifft, könnte den USA eine lange Phase magerer Renditen (inklusive eines notwendigen Preisrückschlages, gleichbedeutend mit einer Rezession) bevorstehen. Anleiherenditen stehen in direkter Konkurrenz zu den Aktienmarktrenditen. Am Aktienmarkt bekommt man einen kleinen Risikoaufschlag gegenüber dem Anleihemarkt (nach Abzug von Inflation und Steuern ist die Rendite der Dividendentitel seit dem 2. Wk aber nicht sehr viel höher gewesen). Aber die Zinsen sind seit den 80-er Jahren, in denen sie deutlich zweistellig waren, im großen Zeitfenster ja gefallen und deshalb bekam man am Anleihemarkt neben dem Kupon ständig Kursgewinne. Bei einer 10-jährigen US-Treasury, die gerade mal bei 2,7% notiert, sieht man wohin die Reise in den nächsten Jahren mit der gemeinsamen Rendite gehen kann – wenn der uralte Zusammenhang noch Gültigkeit hat. Und das bei steigenden US-Staatsschulden – also doch ein bisschen japanische Verhältnisse.

Auf den Dax projiziert könnte dann das zutreffen, was der Chef von Allianz Global Investors in einem Interview angedeutet hat: Eine Seitwärtsbewegung von 8500 bis 13000 im Dax für eine ziemlich lange Zeit. Ein längerer Einbruch im deutschen Leitindex erscheint meiner Analyse zufolge nicht sehr wahrscheinlich, angesichts von Nullzinsen, die jeden Großanleger in den Markt mit Dividendentiteln zurücktreiben werden. Mit Anleihen wird man sein Kapital in Deutschland nach Inflation und Steuern à la longue schlicht und einfach dezimieren.

Die Finanzwelt als Ganzes könnte vor einer langen Periode niedriger Zinsen stehen.

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Devisen

Rüdiger Born: Dax, Dow und Mexikanischer Peso

Veröffentlicht

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Endlich gibt es mal eine schöne Aufwärtsbewegung im Dax. Auch im Dow sieht es ganz gut aus. Aber kommt es kurz vorm Wochenende noch zu Gewinnmitnahmen? Im heutigen Trade des Tages (hier einsehbar) haben wir ein nicht ganz alltägliches Währungspaar rausgesucht.

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