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Digitaler US-Dollar: Fed-Vize sieht Risiken fürs Finanzsystem

Kommt der digitale US-Dollar?

Der oberste US-Bankenaufseher und Vizepräsident der Notenbank Fed, Randal K. Quarles, hält digitale Währungen für eine Modeerscheinung – ein digitaler US-Dollar ist seiner Meinung nach unnötig zur Aufrechterhaltung des Status als Weltreservewährung. Außerdem warnt er vor Fehlentwicklungen durch die Einführung solcher Währungen durch Zentral- und Notenbanken.

Digitaler US-Dollar gefährdet das Bankensystem

Randal Keith Quarles ist nicht irgendein Notenbanker. Als Vizepräsident der US-Notenbank und Chef der US-Bankenaufsicht bei der Fed steht er in der Hierarchie der Währungshüter hinter Jerome Powell und Richard Clarida auf Platz drei.

Quarles ist im Bankensystem und an der Wall Street bestens vernetzt. Er war Gründer und Chef der Investmentfirma The Cynosure Group sowie Partner bei einem der weltweit größten Vermögensverwalter, The Carlyle Group. Im Jahr 2012 wurde Quarles als potenzieller Finanzminister unter Mitt Romney gehandelt, der die Wahl gegen Barrack Obama aber verlor.

Im Sommer 2017 schlug Präsident Trump ihn als neues Vorstandsmitglied bei der Fed vor. Im Oktober des gleichen Jahres bestätigte der US-Senat den 63-jährigen mit einer Zweidrittelmehrheit.

Quarles kennt das Bankengeschäft sowohl aus der Perspektive eines Privat- und Investmentbankers als auch aus Sicht eines Regulators und Notenbankers. Diese beiden Perspektiven und seine Stellung innerhalb der Fed verleihen seinen Worten Gewicht. Wobei seine Meinung zu digitalen Zentralbankwährungen den weltweiten Bemühungen zur Einführung genau dieser Währungen diametral entgegensteht.

Die Risiken, die Quarles für das Bankensystem benennt, erscheinen begründet. Besonders kritisch sieht Quarles die mit der Einführung der digitalen Zentralbankwährungen einhergehende Zentralisierung des Bankwesens und v. a. der Kreditvergabe.

Seine grundsätzlichen Ressentiments gegenüber Kryptowährungen wie Bitcoin wirken hingegen anachronistisch und teilweise überheblich.

Fallschirmhosen und Zentralbankgeld

Als Randy Quarles am Montag nach der Mittagspause bei der Utah Bankers Association Annual Convention zu referieren beginnt, hört das Auditorium gespannt zu. Schon der Titel seiner Rede zum Thema digitale Zentralbankwährungen ist ungewöhnlich: „Fallschirmhosen und Zentralbankgeld“.

Damit spielt Quarles auf eine Modeerscheinung in den 80 gern an, als in Amerika Fallschirmhosen groß in Mode waren. Quarles sieht Kryptowährungen, egal ob token- oder plattformbasiert, als temporären Trend an, ebenso wie das aus heutiger Sicht lächerliche wirkende, viel zu weit geschnittene Beinkleid, das v. a. in der Rap-Szene beliebt war.

So qualifiziert Quarles Kryptowährungen wie den Bitcoin auch nicht als Währungen, sondern als hochriskante Vermögenswerte mit der Tendenz zur Blasenbildung. Nach seiner Meinung werden Bitcoin und seinesgleichen mit ziemlicher Sicherheit eher eine riskante und spekulative Investition als ein revolutionäres Zahlungsmittel bleiben, und es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass sie die Rolle des US-Dollars als Zahlungsmittel und Weltreservewährung beeinträchtigen. Daher sei eine Reaktion auf Bitcoin & Co. in Form einer digitalen Zentralbankwährung auch nicht erforderlich.

Ob der Notenbanker mit dieser Einschätzung recht behält, wird sich erst noch erweisen müssen. Auf jeden Fall zeigt die Einstellung die tiefe Überzeugung, dass der US-Dollar sowohl als Zahlungsmittel als auch als dominierende Weltleitwährung unersetzlich ist.

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1 Kommentar

  1. Hmm…ist das heute besser mit der gesteuerten Kreditvergabe ? Heute Entscheiden die Geldhäuser wer Kredit bekommt, da geben Sie einen veurteilten Kriminellen Namens Wang Mrd in den A….während dem der Häuslebauer nicht Kreditwürdig ist….

    Gerade die Erfahrung als Investmentbanker & Regulator führt wohl zu einer verzogenen Wahrnehmung zu gunsten seiner Goldmann Kollege….schliesslich bräuchten wir ja dann gar keine Banken mehr…die wir eigentlich schon lange nicht mehr brauchen..

    Genau wie Versicherungen verabschiedet bzw hat sich längst von seine eigentlichen Daseinsberechtigung abgekoppelt

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