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Dirk Müller und die Kleptokratie: Am Ende zahlt´s der Steuerzahler

Redaktion

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am

Griechenland hat immer noch einen Bankensektor mit 48% notleidenden Kredite in den Büchern. Damit sind sie de facto immer noch pleite. Darauf haben wir schon diverse Male hingewiesen. Aber angeblich ist das Land ja wieder total super drauf, und kann seit August wieder auf eigenen finanziellen Beinen stehen.

Aktuell spricht auch Dirk Müller dieses Problem der kaputten Banken an, und weist auf einen aktuellen Lösungsansatz in Griechenland hin. Der griechische Steuerzahler soll´s halt zahlen! Die Aktionäre der Banken sollen rausgehauen werden, und private Investoren sollen die Kredite mit deutlichen Abschlägen kaufen dürfen. Wie gesagt… die Diffrenz zahlt der Steuerzahler. Es ist ja sonst niemand da, der letztlich den Kopf hin hält?

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Dirk Müller über Griechenland
Die Akopolis in Athen. Das Symbol für Griechenland. Foto: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Eigenes Werk CC BY-SA 3.0

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Kritisch

    12. Oktober 2018 12:11 at 12:11

    Sehr geschätzter Herr Müller, was für eine überragende Erkenntnis! Egal was Politiker, Banker, Industrien (Diesel-Skandal, Kernkraftwerke, etc. etc.) oder wer auch immer der „bemoosten Häupter“ anstellt – am Ende zahlt die Zeche IMMER die Breite Masse, also der Kleine Mann. Und warum? Ja, weil eben von dieser großen Masse das meiste zu holen ist. Im Notfall werden eben Steuern erhöht, enteignet oder was auch immer. UND, wenn nichts mehr geht werden bewaffnete Konflikte angezettelt. Wer sind dann schon wieder die Leidtragenden?

  2. Avatar

    Steven

    12. Oktober 2018 12:38 at 12:38

    Sich verknüpfen und verlinken.
    Zusammenarbeit statt gegeneinander.

    Das ist die Zukunft !

  3. Avatar

    asyoulike

    12. Oktober 2018 13:07 at 13:07

    Moin, moin,

    im Westen nichts Neues! Das ist ja bereits bekannt, aber Danke für die Wiederholung. Es ist halt alles eine Frage der Zeit, funktionieren kann und muss es auch nicht. Wieso dieses? Weil alle „oben“ bereits wissen, dass es am Ende eine neue Währung gibt und die Staatschulden wertlos ausgebucht werden. Was kann man persönlich machen? Nicht viel. M.E. nur mobile Vermögenswerte, die nirgends groß verzeichnet sind und auf die Stunde Null warten.
    Wie hier auch schon geschrieben wurde, wird wie immer in der Nahrungskette der kleine Mann die Zeche zahlen müssen. Selbst schuld.

  4. Avatar

    Michael

    12. Oktober 2018 22:26 at 22:26

    @asyoulike, Was kann man persönlich machen? Nicht viel. M.E. nur mobile Vermögenswerte, die nirgends groß verzeichnet sind und auf die Stunde Null warten.
    Wie hier auch schon geschrieben wurde, wird wie immer in der Nahrungskette der kleine Mann die Zeche zahlen müssen. Selbst schuld.

    Was soll uns das nun sagen?
    Man kann nichts machen, weil man ein kleiner Mann ist?
    Man kann in mobile Vermögenswerte investieren, die keiner kennt, die nicht genannt werden wollen, die bisher nichts bringen?
    Man ist selbst schuld, weil man nichts machen kann und klein ist?

    Sensationeller Kommentar, das hilft allen im Westen weiter, moin, moin!

    • Avatar

      leftutti

      13. Oktober 2018 03:28 at 03:28

      @Michael, as ever you like, der kleine Mann zumindest in Bayern geht morgen wählen. Das ist nicht viel, aber eines kann er tun: Er wählt keine rechten, sinn- und inhaltsleeren Ausländer-Raus-Propagandaschwätzer. Keine sog. Parteien oder Politiker, die sich nur mehr um die Stimmen rechtsradikaler Vollpfosten und Tumbbirnen prügeln, weil ihnen die wichtigen Themen und Inhalte zu unangenehm und zu schwierig sind. Somit unterstützt er auch nicht die üblichen monarchistisch angehauchten Dauer-Wahltriumphe, die unreflektiert seit fast 70 Jahren, seit der US-Besatzungs- und Infiltrationszone etabliert und standardisiert wurden.

      • Avatar

        Michael

        14. Oktober 2018 18:40 at 18:40

        @leftutti, 10% höhere Wahlbeteiligung, der kleine Mann nutzt allem Anschein nach tatsächlich seine bescheidenen Möglichkeiten…

        Was sind die wichtigen Themen für die Wahlentscheidung:
        Schul- und Bildungspolitik 52%
        Bezahlbarer Wohnraum 51%
        soziale Gerechtigkeit 49%
        Umwelt- und Klimapolitik 49%
        Asyl- und Flüchtlingspolitik 33%
        Wirtschaftspolitik 27%
        Bikini statt Burka: alle Männer, 3% der Frauen ;)

        Aktuell um 18.30 Uhr schauen sie etwas konsterniert drein, die feindbilderschaffenden Wirtschafts- und Finanzhörigen, sie wollen besser werden, sie hören ab jetzt auf den Wähler, sie wollen lernen…

        Lernen sie nun auch aus den o.g. Themen, die dem Wähler wichtig sind? Es darf bezweifelt werden!

        • Avatar

          leftutti

          15. Oktober 2018 21:26 at 21:26

          @Michael, da stimme ich vollkommen zu. Es darf mehr als nur bezweifelt werden!
          Kaum sind die konzern- und finanzhörigen Reaktionärlinge mit einem dicken grünen und einem veritablen blauen Auge davon gekommen, soll es schon wieder weitergehen, wie bisher: Der Wähler wünsche sich laut Ministerpräsident Soderer Stabilität und habe den Auftrag für eine Politik der „bürgerlichen Mitte“ (was immer das sein soll) gegeben.

          Kein Wort davon, dass man an der rechtsradikalen, rassistischen Flanke von der AfD, an der (für CSU-Verhältnisse) links-liberalen Flanke von den Freien Wählern zerfleddert wurde.
          Kein Wort davon, dass alltägliche, fass- und- spürbare Themen den Wählern wichtiger sind als abstrakte Märchen von Füllhörnern und Feindbildern.
          Und schon gleich gar kein Wort über den großen „Klassenfeind“, der für Bildung und Schule, bezahlbaren Wohnraum, soziale Gerechtigkeit und für Umwelt und Klima eintritt, also für Themen, die mindestens für die numerische Hälfte der Wähler entscheidend sind.

          König Soderer strahlt positiv und lernresistent wie immer, weil die ehemals abtrünnigen Freien Linksliberalen (für CSU-Verhältnisse) vor lauter Regierungswillen nur so tropfen und hecheln. Ein harmloser, unerfahrener Frischling im Haifischteich von Macht und Lobby, der innerhalb kürzester Zeit erfahren dürfte, woher der Bartl den Most holt.

          Um den Kreis zu schließen: Weiter, wie bisher! Das scheint ein globales bis regionales Motto zu sein, an den Börsen, in der Wirtschaft, in der Politik.
          Nur nichts Neues, Neues bedeutet Veränderung, Neues bedeutet Arbeit, Umdenken, Stress, Visionen, Verschiebungen in Machtverhältnissen uvm.
          Große Politiker bis hin zum fetten Gröpaz, übersättigte und wie immer nicht-kontrollierte Börsen, phänomenale Banken, unabhängige und somit „vertrauenswürdige“ Juristen (von den manche gestern nach der Bayernwahl als politisch enttäuschte Kandidaten auftreten durften), sie alle predigen Stabilität, weiter so…

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            Michael

            15. Oktober 2018 22:53 at 22:53

            @leftutti, weiter so ist doch cool, weiter so bedeutet „Stabilität“, Faulheit, kein Umdenken, „Sicherheit“ und rechtsfreie Raumblasen für Reiche in einer vergehenden Welt, während man weiterhin einheimische Mindestlohnempfänger auf Emigranten mit noch niedrigerem illegalem Sklavenlohn hetzt, die angeblich wegen irgendwelcher linksliberaler Parteien im Konzern gelandet sind. Ohne dass natürlich die verantwortliche Führung davon erfahren hat…

            Die Bayern denken und handeln, was ich nie für möglich gehalten hätte. Hoffen wir auf die Hesse, die da komme…

            Auch wenn ich deren Hauptstädter besonders bedauere, weil sich in ihrem Zentrum nun das losgelöste Finanz-Gesindel noch weiter bündeln dürfte, was den normalen Durchschnittsbürger weiter und weiter aus seiner Stadt in den Speck- und Dreck-Gürtel vertreiben dürfte.

            Aber lasse mer die Hesse komme, Vernunft und Versatnd scheinen sich auszubreiten…

  5. Avatar

    Quintus

    13. Oktober 2018 11:56 at 11:56

    Den Bayern geht es noch viiiiel zu gut.
    Erst wenn sich aufgrund der chaotischen Energiewende die Stromausfälle häufen werden( die Bedenken des wissenschaftlichen Beirates des Bundestages, in dem es auch unter anderem um den EROEI-Wert ging,wurden komplett ignoriert)
    Erst wenn nach dem Dieselpanikschmarrn uns noch erklärt werden wird, daß der Benziner ja auch sooo böse ist und dieser ebenfalls abgeschafft werden muß….
    Erst wenn die Wirtschaft den Rückwärtsgang einlegt und nicht mehr das Füllhorn über jeden Sozialpädagogenschmarrn ausgeschüttet werden kann….

    Es muß erst noch viel tiefer bergab gehen, bevor es besser werden kann.

    Wenn ich sehe wie mit Max Otte umgegangen wird, wenn man Serge Menga als Nazi bezeichnet, wenn man Boris Palmer nach seiner Äußerung auf Twitter als pöhsen Rechten ansieht, wenn im Bundestag ein Grüner: CO2 ist ein „klimaschädliches Gas“ von sich blubbert…..da sag ich doch nur: lasst uns mit der Katrin und der Andrea mit Pinky Winky unter ganz ganz lautem AFD-Bashing ins LuLaLand aufbrechen! Realitäten stören da nur.

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      leftutti

      14. Oktober 2018 13:11 at 13:11

      Was sind denn nun die Realitäten, die da so sehr stören?
      Ist es nicht eher Fakt, dass die „Wirtschaft“ bzw. Konzerne alles tun, um ihre Gewinne ständig zu maximieren? Dazu gehört natürlich auch, mit moralisch fragwürdigen, unlauteren bis hin zu illegalen Methoden Kosten zu sparen. Als da wären: Ausbeutung durch Niedrigstlöhne, Umgehung von Auflagen durch Betrugssoftware, Steuerbetrug oder marode, hoch veraltete Technik und Infrastruktur bei Energiekonzernen.
      Wo bleiben denn die sensationellen Ausschüttungen aus dem Füllhorn, wenn es um Breitbandausbau, desolate Straßen, Schulen und Kindergärten oder um die seit ewigen Zeiten versprochenen Steuerentlastungen für niedere bis mittlere Einkommensschichten geht? Wird das Füllhorn nicht vielmehr regelmäßig nur über Politiker, Konzernbosse und (Groß)Aktionäre ergossen?
      Sind sich nicht 99% aller Wissenschaftler und Fachleute (ausgenommen natürlich die „Spezialisten“ der Kohle-, Strom- und Autolobby) inzwischen einig, dass CO2 ein klimawirksames Gas ist und dass der Treibhauseffekt unbestreitbar und in hohem Maße menschgemacht durch dieses Gas überpropartional gefördert wird? Wird die ganze Sache nicht noch mehr durch die utopische Abholzung von tropischen Regenwäldern verstärkt?
      Und das alles, damit ein paar ignorante Schnösel weiterhin für ihre 600-PS-SUVs Luxuscarports aus Tropenholz bauen können, während sie auf ihren Tropenholzterrassen und -verandas ihre 150-kg-Luxuskörper mit Unmengen an Rindfleisch weiter mästen können…

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      Petkov

      15. Oktober 2018 23:48 at 23:48

      Das sehe ich ähnlich, Quintus. Obwohl es offenbar nicht nur den Bayern zu gut geht. Der baden-württembergstansche Maßstab für Selbstgeißelung und -Bekämpfung ist nach wie vor unerreicht. Obwohl ich hier gerne für den Boris Palmer eine Lanze breche. Es ist nämlich ein wahres Wunder, wenn aus dem grünen, blubbernden Drogensumpf dogmatischer Inzucht ein geistig Gesunder rauskommt.

      Aber ob Bayer, Schwabe etc.: das moderne deutsche Volk ist einzigartig: ich kenne kein anderes Volk, das so selbstlos (oder vielleicht doch bloß naiv und arrogant) Probleme löst, die so nicht existieren, um für Verbrechen zu sühnen, die kein Lebender persönlich begangen hat, sich dadurch Feinde auf dem ganzen Kontinent macht, mit denen man sonst „gemeinsam stark“ sein will und schlussendlich neue Probleme erschafft, die noch nie jemand zu lösen vermochte.

    • Avatar

      Petkov

      16. Oktober 2018 08:23 at 08:23

      Ebenfalls einzigartig fand ich auch die schizophren widersprüchlichen Versprechen auf den Wahlplakaten. Politiker auf der ganzen Welt lügen so dass sich die Balken biegen, aber in Deutschland ist es mal wieder anders. Oft erfrischend, diesmal erschaudernd.

      Und zwar haben sowohl die grünen Populisten als auch die roten SPD-Untoten mehr Wohraum für alle versprochen. Ausgerechnet die beiden Parteien, die am lautesten schreien: Jeden Araber und Afrikaner aufnehmen inkl. Familiennachzug gefühlt bis zum 7.Grad. Unbegrenzte Aufnahme von völlig Unqualifizierten, die am Arbeitsmarkt der Zukunft weniger Chancen haben als ein Fisch in der Pfanne. Ihr größter Beitrag für die Gesellschaft wird sein, wie üblich 6-7-köpfige Familien zu gründen und alle schön gemütlich an den Sozialstaat anzudocken. Selbst wenn es der Staat schaffen sollte (unwahrscheinlich) so viele kostenlose Sozialwohnugen zu bauen, haben die Deutschen das Problem, dass sie zwar das Milliardenprojekt finanzieren müssen, aber selbst nie in solchen prekären Siedlungen wohnen würden, selbst wenn der Wohnraum dort noch so bezahlbar ist.

      Die Deutschen werden wie immer immer weiter raus aufs Land ziehen, täglich im Stau in die Arbeit fahren, keine Zeit für die Kinder haben oder erst gar keine bekommen… So wie üblich halt. Aber arbeiten werden sie, um ihren geliebten Sozialstaat zu finanzieren, sich moralisch überlegen zu fühlen und regelmäßig die Parteien zu wählen, die am Glaubwürdigsten und politisch Korrektesten vermitteln, dass Selbstzerstörung der beste Weg zur Selbstverwirklichung ist.

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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am

Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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