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Tribalisierung statt Globalisierung: Eine Generation geht verloren

Die Globalisierung steht am Beginn eines großen Rückschlags – und eine ganze Generation ist gezwungen, ihre eigenen Werte zu verraten..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Ich bin 1969 geboren und entstamme damit einer Generation, die grundsätzlich optimistisch veranlagt ist. Als wir erwachsen wurden, fiel die Mauer, ging die Sojwetunion unter und verschwanden damit gefühlt alle Grenzen, die unseren Drang nach (Bewegungs-)Freiheit begrenzt hatten. Als Jugendliche fürchteten wir die Atomkraft, fürchteten, dass uns Atombomben auf den Kopf fallen – wie einst die Gallier, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fiele.

All das ist nicht passiert. Und mit dem Ende der Sojwetunion und damit dem Ende des Kalten Krieges stand uns die Welt offen, schien eine Art ewiger Frieden erreicht, gewissermaßen das Ende der Geschichte (Fukujama). Wir reisten, probierten uns und das andere Geschlecht aus, alles war möglich, die Globalisierung kam, wir nutzten als erste Generation den Computer, lernten in der Schule programmieren, nutzten das Internet – und drängten heraus in die Welt. Diese Welt, so schien es, wächst zusammen – und wir fanden das gut so, weil es das Spektrum unserer Möglichkeiten vergrößerte.

Nun aber, zu einer Zeit, in der normalerweise diese Generation an die entscheidenden Schaltstellen der Gesellschaft in Politik und Wirtschaft gelangt, haben wir das Gefühl, wir sind irgendwie von gestern. Schon die heute Mitte 30-jährigen sind von uns grundsätzlich verschieden: ja, man kann ins Ausland gehen, aber man will dann zurück kommen, heiraten und ein Haus bauen. Das war so ziemlich das Letzte, was noch unserer Generation als Ideal vorschwebte. Diese Sehnsaucht nach Heimeligkeit war uns fremd, sie ist aber wohl die logische Konsequenz für eine Generation, die das Internet mit der Muttermilch aufgesogen hat und die nun ein Bedürfnis nach kuscheliger Wärme hat – und der es reicht, sich auf Google Maps jene Orte anzuschauen, zu denen wir noch gereist sind.

Es gibt bei dieser jüngeren Generation eine Tendenz zur Abschottung – ebenso wie in den großen Strömungen des Zeitgeists, der sich derzeit Bahn bricht. Dass derzeit rechskonservative Strömungen aufkommen, ist kein Zufall. Das Rad der Geschichte dreht sich gewissermaßen zurück, es gibt einen klaren Gegentrend zur Globalisierung, den ich als „Tribalisierung“ (Rückbesinnung auf den eigenen „Stamm“) bezeichne: ob Trump in den USA, die AfD in Deutschland, die FPÖ in Österreich, Le Pen in Frankreich etc. – das Motto lautet: wir schotten uns ab!

Rechtskonservative Bewegungen hat es auch früher gegeben seit dem Ende des Kalten Krieges – aber sie waren irgendwie aus der Zeit gefallen und hatten daher keine Chance. Diesmal ist das anders. Denn eines ist klar: die massenhafte Immigration nach Europa ist kein Thema, das vorbei gehen wird. Im Gegenteil: es wird immer dringender!

Was wir mit syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen erlebt haben, ist nur der Auftakt, sie sind nur die Vorhut für weit größere Ströme nach Europa. Flüchtlingsströme aus Syrien oder dem Nahen Osten werden irgendwann abebben – der Nahe Osten ist nicht unser größtes Problem. Dagegen werden sich bald Flüchtlingsströme aus Afrika massiv intensivieren, schon aus demografischen Gründen: Afrikas Bevölkerung wird sich bis 2050, also in nur 35 Jahren, von einer Milliarde auf dann zwei Milliarde verdoppeln – nicht weil Afrikanerinnnen mehr Kinder bekämen als früher – im Gegenteil. Nur die Zahl afrikanischer Frauen im gebährfähigen Alter wird aufgrund der demografischen Struktur in den afrikanischen Ländern bald stark nach oben schießen.

Und weil es faktisch keine Perspektive dafür gibt, diese stetig steigende Bevölkerung ausreichend zu versorgen bzw. Jobs zu schaffen, wird ein nicht geringer Teil dieser Menschen nach Europa drängen als einzig logisches underreichbares Ziel. Es geht hier um viele Millionen Menschen, vor allem junge Männer, die in ihren Heimatländern faktisch keine Chance haben, Jobs zu bekommen und Familien zu gründen. Und wir werden uns nicht anders zu helfen wissen, als eine Festung Europa zu errichten, weil diese Einwanderungsströme selbst beim besten politischen Willen nicht zu handhaben sind.

Und vermutlich wird es exakt meine Generation sein, deren Vertreter dann an der Macht sind, die diesen Festungsbau anordnen und ausführen wird. Weil es nicht anders geht, ob man will oder nicht. Und genau deswegen haben die rechskonservativen Strömungen, die genau das jetzt schon fordern, Zukunft. Sie thematisieren das, was auf uns zukommen wird, wollen Homogenität, Sicherheit, etablierte, vor-globalisierte Strukturen zurück – also all das, was meine weltoffene Generation überwiegend eigentlich nicht will. Und trotzdem wird es meine Generation sein, die faktisch die Voraussetzungen dafür schaffen wird.

Darin besteht eine gewisse Tragik: man ist gezwungen, die eigenen Werte zu verraten. Und insofern geht eine Generation verloren, die mit ihrer Humanität und ihrer Offenheit aus der Zeit zu fallen beginnt. Die Zeiten, in denen die Welt noch offen stand, sind jedoch offenkundig vorbei, die Globalisierung weicht der Tribalisierung. Vielleicht wächst dann wenigstens das Verständnis dafür, dass wir in Europa alle in einem, demselben Boot sitzen – und es gar keine Alternative zu einer wie auch immer definierten europäischen Gemeinschaft gibt..

37 Kommentare

37 Comments

  1. Avatar

    bigben

    20. Juni 2016 14:33 at 14:33

    … auf den punkt gebracht.

    ihr wort in „gottes“ ohr, oder auch nicht ?

    sehr guter artikel, weiter so !!!

  2. Avatar

    Schleswig-Holsteiner

    20. Juni 2016 14:36 at 14:36

    Sie haben nicht nur die Naivität einer degenerierten und domestizierten Wohstandsgesellschaft überwunden, sondern vermutlich auch die totale Inkompetenz der politischen und medialen Eliten erkannt. Herzlichen Glückwunsch ! Und willkommen in der Realität !

  3. Avatar

    joah

    20. Juni 2016 15:02 at 15:02

    Gesetzte Ereignisse und Entwicklungszwang aus Diktat heraus erzeugen immer ein reserviertes Verhalten, gerade dann, wenn diese absehbar vollständig aus dem Ruder laufen (Unvernunft, Intelligenzlosigkeit). Letztendlich ist es – so wie Sie es beschreiben – aber „Ihre“ Generation in der Entscheiderposition, welche die Ereignisse herbeigeführt hat – keine Sorge, ich kann differenzieren (daher die Anführungszeichen). Derartiger Zwang im Übermaß führt psychologisch immer zu einem Zusammenziehen und Verweigerung (Protektionismus), leider allerdings auch zu einem Verkennen der eigentlich wahrhaftigen Ursachen. Die Ereignisse werden/wurden allerdings auch zu einer Zeit initiiert (wirtschaftliche Deflation und Kontraktion), in denen diese falscher nicht sein könnten – und es wird sich „kurzfristig“ nicht unbedingt bessern. Muss man sich um die Reaktionen darauf dann noch wundern?

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    Schleswig-Holsteiner

    20. Juni 2016 15:46 at 15:46

    Fukuyama hat meines Wissens seinen Irrtum vom „Ende der Geschichte“ eingeräumt.
    Wer die Jahrtausende alte Geschichte der Menschheit betrachtet, kommt zu dem Schluß, dass sich Geschichte doch wiederholt. Sie kommt stets nur in einem neuen Gewand daher. Leider !

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    Thomas

    20. Juni 2016 16:06 at 16:06

    Gut geschrieben!
    Ich möchte aber noch was hinzufügen. Die Radikalisierung mit dem Erstarken etwa der AFD in Deutschland kommt meiner Meinung nach nicht ursprünglich von den Zuwanderungen, meiner Meinung nach geschieht dies hauptsächlich aufgrund er Politik, die in der EU betrieben wird. Diese Politik lässt immer mehr auf der Strecke. Sie selbst zeigen immer wieder auf, dass die Arbeitslosenquote wesentlich höher ist, als tatsächlich vermittelt. Gleichzeitig sinkt in Deutschland zB die Rente, vielen droht Altersarmut. Das breite Volk wird daher immer unzufriedener.
    Vor 70 Jahren gab es ähnliche Situationen und auch damals wusste einer diese Situation auszunutzen und kam an die Macht.

    Das ist jetzt alles sehr kurz gehalten von mir, man kann das ganze Thema sicher noch wesentlich besser ausschmücken, aber meiner Meinung nach, wäre die Welt allgemein gerechter, wäre es auch schwerer für radikale Gruppierungen.

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      sabine

      20. Juni 2016 20:22 at 20:22

      Dies finde ich auch.
      1 a) Rechte Politik hat vielleicht Rückenwind durch den unkontrollierten, nicht verkraftbaren und unberechenbaren Zuzug aus sehr fernen Staaten. Finanziell und rechtsstaatlich. Dazu das Geschwätz der Gutmenschen!
      b) Aber viele haben die extrem vielen Lügen der Regierungsklasse einfach dick. Und das ist diesselbe Situation, wie zu meiner Zeit (Jg 1961)!
      c) Dann auch die Sozialistisierung der Gesellschaft der EU. Es ist ja gerade der Sozialismus der Braunen und Roten, den viele in der EU wiedererstarken sehen.
      2.) Dahin gehört dieser blinde und absolut undemokratische EU-Beamten-Totalitarismus, bzw. diese damit einhergehende, eklige Medien-Diktatur.
      a) Ein Verrückter bringt eine Politikerin um, gleich ist diese ein Held und England muß in der EU bleiben. Wie doof ist das denn? => „Mediengeschichten“.
      b) Anderes Beispiel: Zinsen durch Geldwertlosmachung (Inflation) ins minus, Geld wird zwangs-abgeschafft, Sparer zwangs-enteignet. So lebt jeder vom Hand in den Mund und ist der Regierungskaste total ausgeliefert.
      c) Dazu noch die vielen leeren Sprechblasen der Regierungen gegen NSA-Überwachung, Snowden-Verfolgung, Griechenland-Rettung, Isis-Bekämpfung, die von der USA gegründet wurde und bezahlt wird usw. usw usw. Vergessen die Leute 9/11? Eher immer weniger!

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    Klaus-Werner

    20. Juni 2016 16:36 at 16:36

    Ihre Beschreibung der Gegenwart und Ihre Analyse der Hintergründe treffen den wahren Kern sehr genau.
    Was unbereiflich ist, ist das Verhalten unserer ökonomischen und politischen Eliten. Diese sind vermutlich intellektuell ebenso wie Sie in der Lage, die wahren Entwicklungen zu erkennen.
    Dass die ökonomischen Eliten diese Zustände zu ihrem Gewinnstreben nutzen, ist zumindest zu begreifen: Sie wollen im Rahmen der geltenden (Steuer-) Gesetze reich und reicher werden, mehr oder weniger skrupellos.

    Was absolut unbegreiflich ist, ist das Verhalten der politischen Eliten:
    Sie gestalten den rechtlichen Rahmen stets zu Gunsten der Geld-Eliten und stets zu Lasten (z.B. Einkommensteuer-Bauch) der Bevölkerungen, ihren Wählern. – Warum verhalten sie sich so? Warum dauert es viele Jahre bis (von der Politik eigens geschaffene) Steuerschlupflöcher geschlossen werden. Warum werden stets neue Privilegien für die Geld-Eliten geschaffen (TTIP) ?
    Es erhebt sich die Frage: Sind die aktuellen politischen Eliten naiv, gleichgültig oder gar korrupt, oder einfach nur machtbesessen?

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    oscar

    20. Juni 2016 17:26 at 17:26

    warum diese dümmliche Polemik im sinne einer „Radikalisierung“ wenn mwnschen einfach nur verteidigen was ihnen keiner in den schoß gelegt hat ???!!! oder etwa doch? warum heißt es dann „leistungsgesellschaft“ ? naja….wie dem auch sei. warum übrigens über viel jahre gerade in d schlaaaand eine dramatische entwicklung von parrallegesellschaften?! eine nicht integrierte Bürgerschaft, die aber sowas von ihre eigenen nationalismus lebt und fröhnt! warum wohl. fakt ist, der mensch bleibt mensch und wird nie ein eineiiges kuschelweltbürgelein sein. dazu steht er evolutionär im gesetz einer egoistischen, wettbewerbssituation. diese gesell. ist die probate grundlage, ökonomisch gesehen. es ist turbokapitalismus. da hilft auch kein dumpes aberwitziges barmherzigkeits gelaber oder völlig verfehltes toleranz geschwätz ! sollte vielleicht mit tolleranz geschrieben werden-aus dem toll haus jeder weiß, dass es nie um den menschen sondern immer zuerst um den profit geht …..übrigens hatte auch afrika die ganzen jahrzehnte die möglichkeit etwas aus sich zu machen. selbst der sozialismus hat unmengen von solidarität dorthin verschwendet. eine bittere wahrheit ! in einer gesellschaft wo alles gefehlt hat. gedankt hat es der schwarze dem sozialismus mit einem breiten grinsen…..ein besonderes übel war die völlig realitätsfremde alt 68 permisiv politische verirrung und lüge…naja…deutschland du mieses stück scheiße….sagt ne grüne…kein nazi oder radikalist, populist, rassist,bla bla bla. waht ever….merkelts das land noch?

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    leser

    20. Juni 2016 17:59 at 17:59

    Was ihre Schlussfolgerung angeht, dass es ohne Abschottung nicht funktionieren wird, bin ich bei Ihnen. Die etwas verklärte Rückschau auf die Globalisierung teile ich nicht. Afrika ginge es weit besser, wenn es von den „Segnungen“ der Globalisierung (u.a. Landgrabbing, Zerstörung eigener Wertschöpfungsketten durch subventionierte Exporte aus EU-Landwirtschaft und Textilindustrie, Giftmüllexport und nicht zuletzt Export von Rüstungsgütern in großem Umfang) verschont geblieben wäre.

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    olli8+

    20. Juni 2016 18:02 at 18:02

    Unsere politischen Eliten fördern ja regelrecht Protektionismus und Nationalismus. Das Wahlvolk der Europäer strebt nicht nach dem Europäischen Bundesstaat, sondern nach einem Staatenbund mit all seinen unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen. Solange sie nicht in der Lage sind über ein Referendum diese Fragen an die Europäer zu stellen, werden sie kläglich scheitern. Es ist natürlich nicht einfach zu erklären, dass sich Hilfspaket an Hilfspaket reiht, um die europäischen Südstaaten zu retten. Warum sollten sich die Menschen in Griechenland, Portugal, Spanien und Frankreich für die europäische Idee begeistern lassen, wenn sie mit Arbeitslosigkeit, Steuererhöhungen und Rentenkürzungen überschüttet werden. Es gibt für all diese Fragen Antworten, die von Fachleuten beantwortet, von unseren Politikern jedoch ignoriert werden. Es lebe die Alternativlosigkeit!!

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    Reinhard Fürst

    20. Juni 2016 19:49 at 19:49

    Guter Kommentar!

    Als FPÖ- Wähler möchte ich aber eine Kleinigkeit anmerken. Grundsätzlich sehe ich es ähnlich wie sie, auch wenn ich Mitte 30, Vater und Hausbesitzer bin. Allerdings sehe ich den Punkt der Radikalisierung, zumindest in Österreich, etwas anders. Nicht vor der FPÖ brauchen sie Angst haben. Sollte die FPÖ scheitern, sollten sie vor denen Angst haben die nach der FPÖ kommen! Was wir jetzt gerade erleben ist das letzte Aufbäumen der Vernunft im Bestreben das Steuer herum zu reißen und die Klippen zu umschiffen! Das wird schon schwierig, und wohl kaum ohne Kollateralschäden abgehen. Sollten sie aber scheitern, oder daran gehindert werden (siehe die BP-Wahl in Österreich) dann, so fürchte ich, wird Abschottung unser kleinstes Problem sein.

    MfG
    aus dem schönen Salzburg

    • Avatar

      joah

      21. Juni 2016 09:48 at 09:48

      Das „letzte Aufbäumen der Vernunft“ wird scheitern, weil es das soll. Nur die wenigsten mögen verstehen, warum.

  11. Avatar

    Frank

    22. Juni 2016 22:12 at 22:12

    Ich schätze die Kommentare von Markus Fugmann, allerdings bringt er hier doch etwas durcheinander. Offenheit gegenüber Globalisierung und Fremdländischen mit der Offenheit gegenüber der Migrationsbewegung aus dem Nahen Osten und Afrika gleichzusetzen ist ein Denkfehler. Ein typischer Irrtum linksgerichteter Kreise. Ich denke, viele Menschen verschliessen sich nicht gegenüber Fremden, wenn sie diese als interessant, spannend, vorteilhaft, progressiv und förderlich erfahren. Nur leider werden gegenteilige Erfahrungen mit den gerade einströmenden Migranten gemacht.
    Zum Einen sind sie oft geprägt vom einem fundamentalistischen Islam, zum Anderen sind sie häufig extrem bildungsfern und bringen ein Konfliktlösungsverhalten mit, dass hier als destruktiv beurteilt wird.
    Sich dem zu verschliessen ist völlig natürlich und gebietet sich für einen aufgeklärten Menschen.

  12. Avatar

    Peter

    23. Juni 2016 08:45 at 08:45

    Lieber Herr Fugmann, 1970 konnte ich noch, langhaarig und wirklich unbedarft, über Land nach Nepal reisen. Ich konnte mir jedes Land auf dieser Strecke alleine und ohne große Probleme ansehen (bei Nacht nicht den legendären Khyberpass). Ein Jahr später war eine Durchquerung Afrikas geplant – leider wurde ich krank. Wichtig: ich war nicht der einzige, viele, viele junge Menschen waren unterwegs. Freizügigkeit? Da sage ich nur Bhagwan und Matala. Für uns damals eine tolle Herausforderung, von wir Jahre gezehrt haben. Gibt es das heute noch – finanziell erschwinglich? Die heutige Generation wird den Wohlstand ihrer Eltern nur noch in Ausnahmefällen erreichen können.
    Ich habe großes Verständnis für die Zurückbesinnung auf Nationen. Aktuell werden in EU die verschiedenen Mentalitäten/Kulturen u.a. durch den Euro einfach harmonisiert. Es wird versucht. Das kann und wird nicht gelingen. Kulturen haben sich über hunderte von Jahren entwickelt, die lassen sich nicht in 20 oder 30 Jahren einfach einebnen. Ich bin sicher: Parallel zu den steigenden Harmonierungsbestrebungen in der EU steigen die Separationsaktionen. Zu Afrika gibt es viel zu sagen: Natürlich haben die willkürlichen Grenzziehungen Auswirkungen. Ja, sie werden erste heute für uns sichtbar. Ja, es stimmt, wir haben dort die bäuerlichen Strukturen zerstört. Aber es stimmt auch, eine Binnenwanderung in Afrika ist nicht möglich, afrikanische Staaten sind nicht wirklich solidarisch. Die dortige demografische ist schlicht eine einzige Katastrophe, doch das nicht erst seit heute. Kurzum Afrika und der Maghreb-Raum zu verstehen, dürfte für uns kaum möglich sein – aber es wird uns in den nächsten Jahren von Tag zu Tag intensiver beschäftigen. Das wird kein Spaß werden…

  13. Avatar

    Johann

    5. Juli 2016 12:18 at 12:18

    Ich entstamme Ihrer Generation.
    Ich kann mich Ihren Ausführungen nicht anschliessen.
    Die „Sehnsaucht nach Heimeligkeit war “ mir niemals “ fremd“ .
    Ich wollte niemals „ins Ausland gehen“
    Warum auch? Wo anders sollte es besser sein?
    Im Gegenteil: Sehr viele Menschen riskieren Ihr Leben um hierherzukommen.
    “ heiraten und ein Haus bauen.“ In umgekehrter Reihenfolge war und ist immer meine Ziel gewesen und bleibt es auch, denn ich denke das ist ein natürliches Grundbedürfniss des Menschen.

    Wie es mir scheint verallgemeinern Sie Ihre persönliche Weltsicht auf die Allgemeinheit Ihrer Generation…

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    ollifred

    2. August 2016 14:11 at 14:11

    Ich bin auch 69er mit dazugewonnener Reisefreiheit. Sah mich früher eher als Weltbürger statt Deutscher. Nun wieder eher als Deutscher.
    Alles verläuft in Sinus-Kurven und ich glaube die 2000’er waren der Höhepunkt. Wie an der Börse folgen auch im Weltgeschehen immer Gegenbewegungen.

  15. Avatar

    Poppei

    4. September 2016 11:05 at 11:05

    Nun fliegt uns unsere marktkonforme Entwicklungshilfe um die Ohren. Anstatt die Begegnung und den Austausch mit den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und über Botschaft mit Bildungseinrichtungen und Gewerbeeinrichtungen vor Ort bei kooperativen Ländern wie Äthiopien den Austauschhandel mit gegenseitigen Nutzen zu fördern, wurden den Investoren meist durch Korruption der Weg frei geräumt. Die Hilfsorganisationen mit ihren engagierten Menschen vor Ort, versuchen verzweifelt in Deutschland, sogar über Drückerkolonnen, etwas Geld zusammenzubetteln, um die neuen Hungersnöte einzufangen, von Geburtenkontrolle und guten Lebensbedingungen ist nicht mal die Rede.

  16. Avatar

    Traderharry

    28. September 2016 21:31 at 21:31

    Sehr geehrter Herr Fugmann,
    ich habe noch ein gutes Jahrzehnt mehr auf dem Buckel und kann Ihren Artikel nur unterstreichen. Ich würde mir drei Dinge von einer guten Fee wünschen
    1.) Die Medien sollten ihre staatlich verordneten Maulkörbe abschütteln
    2,) Ihre Zeilen Herr Fugmann sollten der breiten Masse zugänglich sein
    3,) Die breite Masse sollte es auch richtig verstehen
    Wenn dem so wäre würden die herrschenden Politiker Europas vermutlich in ihr eigenes Asyl fliehen um dem Zorn ihrer verarschten Wähler zu entgehen.
    Aber mit der guten Fee ist es halt so eine Sache.
    Also werde ich der Dinge harren die da kommen und mich an Ihren Kommentaren erfreuen.

  17. Avatar

    Uwe

    1. November 2016 10:58 at 10:58

    Hallo Herr Fugmann,
    zutiefst erschüttert mich Ihr Résumé, ohne Zaun geht es nicht.
    Mein letzte Hoffnung ist, dass dies „nur“ Ihre Einschätzung der Lage ist und nicht Ihre innere Überzeugung darstellt.

    Die Daimler AG freut sich bereits auf ein RiesenGeschäft mit Grenzanlagen u.a. ca. 6.000 Kilometer in Afrika. Deutschland exportiert mehr Waffen denn je. Handelsabkommen ähnlich wie TTIP mit Afrika sind Teilursache der Armut dort. etc. etc.

    Dass es unvorstellbare Flüchtlingsströme geben wird ist recht wahrscheinlich. Klimaflüchtlinge werden kaum thematisiert in der breiten Öffentlichkeit, obwohl bereits Millionen Menschen davon betroffen sind. Aber als Konsequenz – ein Zaun ?

    Die Finanzwelt hat sich bereits seit langem globalisiert, nur die Menschen mit Ihren Kulturen mit ihrem Glauben u.s.w. noch nicht. Wir brauchen mehr Globalisierung auf menschlicher Ebene, denn die gravierenden anstehenden Herausforderungen machen vor Grenzen nicht halt.

    Wir haben genug Wissen und Technik um den Himmel auf Erden (um es etwas naiv zu beschreiben) für ALLE zu gestalten, nur ist das globalisierte MenschSein noch nicht soweit wie das Finanzsystem. Und das größte Problem besteht darin, dass wir nicht den Bezug unseres eigenen Handelns zum Zustand der Welt herstellen.

    Sei es nun der Plastikkontinent, Waffenexporte oder die Freihandelsabkommen etc., man geht lieber Pokemons jagen und fährt mit voller Kraft auf das Ende zu. Frei nach dem Moto: Gestern standen wir noch am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.

    Herr Fugmann,
    bitte sagen Sie mir nicht, dass Sie Ihren Kindern erzählen, dass man eine Mauer bauen muss um am Leben zu bleiben und das Mitgefühl und Menschlichkeit beim Kampf ums Überleben auf der Strecke bleiben müssen.

    Wir müssen Energie einsetzen um unseren Nachfahren eine lebenswerte Welt hinterlassen zu können, nicht eine Festung bei der wir auf der anderen Seite der Mauer zusehen wie die Menschen verrecken.

    Das Potsdamer Manifest 2005 (anlässlich der Internationalen Konferenz „Einstein weiterdenken“ 14. bis 16. Oktober 2005 ) wurde bisher von über 130 renommierten WissenschaftlerInnen und Persönlichkeiten aus aller Welt unterzeichnet. Ein guter Ansatz, wie wir alle leben und gleichzeitig unsere Identität wahren können.

    Sind Sie dabei Herr Fugmann ?

  18. Avatar

    Dieter G.

    5. Januar 2017 23:08 at 23:08

    Also ich find das super, wenn Autoren ordenlich Emotionen in ihre Artikel pumpen. Die ganzen gestelzten Verklauselierungen sind ja mittlerweile unerträglich. Und als Rheinländer würde ich jetzt sagen: „…Fugmann, lass uns einen saufen gehen“. Ich darf das auch so schreiben, schließlich bin ich der Ältere.

    Weisste Bescheid.

    Liebe Grüße

    Dieter

  19. Avatar

    Pit

    27. Januar 2017 23:41 at 23:41

    Sehr gut ja die Welt wird sich verändern
    leider in negativer Hinsicht.
    Neuer Anfang für die junge Generation.

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    Mark Rebholz

    19. März 2017 13:21 at 13:21

    Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen; noch können wir selbst entscheiden, auf welcher Seite wir stehen wollen. Die mangelhafte Wirksamkeit der Mauern haben die Chinesen schon vor über 300 Jahren schmerzhaft erfahren. Tribalisierung? Dann sollten wir auch die letzte Kosequenz ziehen und uns unabhängig von geldgierigen Energieriesen machen: Ziehen wir von der Stadt aufs Land. Laßt uns Windmühlen bauen und auf unserer Scholle eigenen Strom produzieren, mit dem wir unsere Elektrofahrzeuge speisen. Wenn wir dort erfolgreich sind, können wir dieses Wissen nach Afrika tragen und dafür sorgen, dass die Menschen dort nicht mehr vom Honigland Europa träumen müssen.

  21. Avatar

    Mark Rebholz

    19. März 2017 13:52 at 13:52

    Ein weiterer Gedanke, der mir beim Thema Globalisierung und Freihandel vs. Abschottung kommt: Globalisiert doch mal den Zuckermarkt (stellvertretend für so viele andere Provinzmärkte) und schaut, was passiert. Welche Konsequenz hätte der Abriß der Mauer „europäische Schutzzölle“ im Bereich der Zuckerwirtschaft. Wenige Zuckerbarone wie Pfeiffer und Langen, die bis heute den europäischen Markt kontrollieren, würden ihre Pfründe verlieren. Hätte das Auswirkungen auf deine persönliche Steuerlast? Sicher nicht, denn horrende EU-Agrarsubventionen zur Förderung des europäischen Zuckerrübenanbaus würden wegfallen. Und du könntest auch endlich in den Genuß billigen Zuckers aus Afrika oder Südamerika kommen. Unmittelbar würden von diesen Maßnahmen sicherlich zunächst die dortigen „Zuckerbarone“ profitieren (in weiten Teilen Afrikas eine meist indische Minderheit), da diese aber lokal reinvestieren, hätte das auch Abstrahlwirkung auf die übrige Bevölkerung. Abbau von überkommenen Schutzzöllen halte ich ergo für die bessere Entwicklungshilfe und wirksamere Maßnahme, als weitere Mauern zu errichten. Ausserdem existieren diese Mauern ja bereits an unseren südlichen europäischen Außengrenzen, allein, sie nützen nichts. Wir brauchen kreativere, sinnvollere Lösungen um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Wir müssen win-win Situationen schaffen.

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      Wolfgang M.

      9. April 2017 19:26 at 19:26

      Sehr geehrter Herr Fugmann,
      ein unglaublich zutreffender Artikel, der in den letzten Monaten immer mehr bestätigt wurde – Respekt. Neben aller Ideologien und Anschauungen gibt es einfach Fakten, die „normative Kraft“ haben. Hier nur zwei Zahlen zur Bevölkerungsexplosion in Afrika: In der 70-er Jahren hatte Syrien weniger Einwohner als Österreich (ca. 6,1 Mio zu 7,1 Mio). 2015 lag die Bevölkerungzahl im Alpenland bei 8,5 Mio – die von Syrien hatte die Zahl von 20 Mio weit überschritten. Eine Mutter in Somalia bringt zurzeit im Schnitt über 6 Kinder zur Welt!!! ( Ebenso Niger Tschad, Mali, Sudan, u.s.w.). Allein die Klimaveränderung wird unglaubliche Flüchtlingsbewegungen auslösen. Eine Mauer in Europa ist Unsinn, aber es wird sehr, sehr viel Geld kosten, um das Afrikaproblem ohne eine humanitäre Katastrophe zu lösen. Gruß

      • Avatar

        gerd

        10. April 2017 10:12 at 10:12

        Weil Sie die Kinderzahl so hervorheben:
        Wie wärs mit kostenfreier Versorgung mit Kondomen oder sogar Pille als ersten, aber sogar vordringlichen Schritt? Dann würde es gar nicht so sehr viel Geld kosten, wie Sie meinen.

        Es ist nicht nur der erste Schritt, sondern sogar m. E. der Wichtigste. Denn die Auswirkungen des Klimawandels in Afrika werden Sie – wenn er denn droht – auch mit noch so sehr viel Geld nicht aufhalten können.
        Falls angenommen wird, dass die Gebiete bis zum Ende des Jahrhunderts womöglich tatsächlich unbewohnbar werden sollten, muss jetzt schon gezielt gesteuert werden, dass dort dann nicht auch noch Milliarden Menschen leben, die es zu retten gilt.

        Chinas bisherige 1-Kind-Politik lässt grüßen.

  22. Avatar

    walter

    27. Juni 2017 21:48 at 21:48

    Die heutige junge dt.Generation ist,Dumm,Unselbststaendig und Feige!
    Markus,bist ja noch 5 Jahre juenger als ich,aber du hast im Grossen u.Ganzen recht!

    Euch fehlt der PATRIOTISMUSS im BLUT!

  23. Avatar

    Dieter G.

    27. Juni 2017 22:34 at 22:34

    Neeee Walter. Das stimmt so nicht. Kinder und Jugendliche machen sich ja nicht von selbst, sondern werden von der vorherigen Generation geprägt.

    Und die heutige Jugend hat genau so ihre Schwierigkeiten wie wir seinerzeit. Nehme ich mal meine beiden Jungs, so sind die wesentlich mutiger als ich in den 70ern. Der eine studiert in London, der andere in Aachen, sprechen fließend Englisch, haben einen großen internationalen Freundeskreis. Ich dagegen traute mich damals noch nicht mal nach Südafrika, auch weil meine Eltern meinten….Zitat: „…Du willst doch wohl nicht zu den Negern…“.

    Ich bin zutiefst überzeugt, die jetzt kommende Generation wird das Ding schon schaukeln, und von dem profitieren, was wir vor einigen Jahrzehnten gepflanzt haben. Das betreute Pflegeheime wie die EZB, VW, Daimler usw. ein Ende finden, da bin ich mir sicher. So, jetzt habe ich doch noch die Kurve zur Börse hinbekommen :-)

    Liebe Grüße

    Dieter

  24. Avatar

    DD

    27. Juni 2017 23:30 at 23:30

    Erstmal ein Dankeschön. Finanzmarktwelt bringt jede Menge guter Artikel und Info’s zu diesem Themenbereich. Dies hier gehört aber definitiv nicht dazu. Es würde mich freuen, wenn Sie sich in Zukunft weiter auf das konzentrieren, was ihre Stärke ausmacht. Das Thema Politik und Gesellschaft, auch garniert mit Globalisierungsproblemen, bedienen Herr Wolff und andere einfach besser.

  25. Avatar

    walter

    30. Juni 2017 07:43 at 07:43

    Ok,dann formuliere ich es mal kurz u.buendig:
    DE muss sich in der heutigen Zeit (bereits seit 12 Jahren durch die Diktatorin Merkel)ohne wenn u.aber, sich unterordnen!
    Siehe z.b.die EHE FUER ALLE……da kein Buerger darueber entscheiden darf/soll.
    Willkommen in der Demokratie…
    Fuer was steht eigentlich das „C“…Hr.Fugmann,wenn Sie schon das Thema“Eine Generation geht verloren“ansprechen?

  26. Avatar

    walter

    30. Juni 2017 08:03 at 08:03

    Da bin ich froh,dass meine Kinder nicht in DE zur Schule gehen muessen.
    Verschwult geht DE zu Grunde,denn Pleite sind sie ja schon!
    Herr Fugmann,warum sehen sie die Realitaet nicht,was zeitnah in DE abgeht bzw.wird?
    Hat ihre Rechtsabt.etwa den Finger auf der Loeschtaste?
    Herr Fugmann,sind ihnen etwa die Haende gebunden?
    Fragen ueber Fragen,die wahrscheinlich nie beantwortet werden koennen/sollen!

    • Avatar

      gerd

      30. Juni 2017 10:03 at 10:03

      Ungefähr 90% der Bundesbürger wollen die Gegebenheiten in Deutschland anscheinend genauso haben. Wie bestellt, so geliefert.
      Also, Walter, gib jetzt mal a Ruh. Du kriegst sonst eh nur wunde Goldfinger vom vielen Schreiben.

      Ordne dich doch einfach der Mehrheit der Bürger
      unter (wobei du ja jetzt andere Mitbürger um dich hast)!

      • Avatar

        walter

        30. Juni 2017 10:15 at 10:15

        Soweit kommt es noch,dass ICH mich in DE unterordne.
        Gerd,wechsle mal deinen Sender ARD/ZDF,denn da sind ja 90% vertreten!
        Meine Mitbuerger…,das ist meine Familie und die ist mit Mir voll u.ganz meiner Meinung.
        Apropo,meine Mitbuerger sind patriotisch bis ins Mark!

        • Avatar

          gerd

          30. Juni 2017 10:24 at 10:24

          Großartig wechseln muss ich da nicht erst.
          Es gibt in der Wohnung seit Jahren nicht mal ein Fernsehgerät.
          Es reicht ja schon, wenn ich jeden Monat 17,50 abdrücken muss – da will ich mich nicht zusätzlich quälen in dem ich mir auch noch deren Erguss reinziehe.

          • Avatar

            walter

            30. Juni 2017 10:51 at 10:51

            Was deine 17,50Euronen betrifft….das wird noch teurer werden,denn der MDR ist schon wieder mit Mio.Betraegen im Verlust,weil die eure Einnahmen an der Boerse verzocken!
            Quelle:Watergate.TV

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    Martin

    7. Juli 2017 19:13 at 19:13

    Haben Die auch Puts? und wenn, warum?
    Würde ich mal drüber nachdenken

  28. Avatar

    Moni

    30. Juli 2017 21:33 at 21:33

    Schoener heimeliger Text, den dem man sich Generationsgenosse leicht wiederfindet.

    Allerdings eine Kritik habe ich:

    Tribalisierung ist sicher der falsche Begriff ! Tribalisierung ist das, was die Nazis damals machten: Stamm, Rasse usw… Dahin muss man aber ganz sicher nicht zurueck, wenn man die Globalisierung sinnvoll gestalten will. Einfach die Soeveranitaet des Nationalstaates bewahren reicht vollkommen. Bitte bedenken Sie, dass der Nationalstaat mitte des 19.Jhd gegruendet wurde, gerade um die unterschiedlichen „Staemme“ zu vereinen, die sogenannte Nation zu bilden. Die Nazis waren es dann, die diese Idee der Nation missbrauchten und zu einem Tribalismus degenerierten.

  29. Avatar

    Gerd K. Schüssler

    25. März 2018 04:54 at 04:54

    Wieso ist die AfD radikal? Ich kann mich an keine einzige radikale Darstellung der AfD im Bundestag erinnern bzw. ist nur vorhanden wenn man diese in Bezug setzt zu der Politik der Traditionellen Parteien die sich nach vielen Jahren in der Schwebe am extrem linken Spektrum angesiedelt haben. Mit der AfD würde sich die CDU von vor 20 Jahren besten verstehen…

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Aktien

Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Allgemein

Aktienmärkte und Wirtschaft 2020: Ein Jahr der Extreme

Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte Lotto spielen

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am

Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte mal Lotto spielen, bei diesem Glück. Denn das Coronajahr wird in die Geschichte eingehen mit all seinen Anomalien, die es gewiss noch nicht allzu häufig in dieser Form gegeben hat. Wirtschaft, Finanzen und Aktienmärkte lieferten (und liefern?) Ausschläge ungeahnten Ausmaßes.

Aktienmärkte: Die saisonalen Muster – Fehlanzeige

Viele Börsianer versuchen aus den statistisch gehäuften, jahreszeitlich bedingten Mustern, Profit zu erzielen. Aber 2020?

Das Jahr begann relativ stabil, am Ende des Januars hatten sich S&P 500 und Dax kaum bewegt, was nach der Statistik auf einen ruhigen Jahresverlauf hindeuten würde. Bis Ende Februar ging es aufwärts, dann kam Corona. Nach der fulminanten Aufholjagd von Ende März und durch den April hinweg hätte man doch erwarten können, dass ein „Sell in May, but remember to come back in September“ funktioniert, nur erreichten die US-Indizes just am 2. September ein Allzeithoch, um praktisch den ganzen Monat hindurch zu korrigieren. Im Wahljahr sollte es einen schwachen Monat Oktober geben, bis zur letzten Woche, in der eine Wahlrally einsetzt. Doch was haben wir in den letzten Tagen erlebt? Einen Einbruch des Dow Jones von 2000 Punkten und beim Dax von über 1000 Zählern. Nun steht nur noch die Jahresendrally im Schlussquartal, als eiegntlich sehr sicheres saisonales Muster der Aktienmärkte, zur Disposition.

Der Konjunkturverlauf – ohne historisches Vorbild

Die Pandemie um Covid-19 führte zu einem bisherigen Konjunkturverlauf, den wohl kein Ökonom auf der Rechnung hatte. Chinas Konjunktur stürzte im ersten Quartal um 6,8 Prozent in die Tiefe und erholte sich in Q2 bereits schon wieder um 4,9 Prozent. Im Westen erwischte es im zweiten Quartal Großbritannien am stärksten mit minus 20,4 Prozent, gefolgt von Spanien mit minus 18,5 Prozent, Deutschland kam mit minus 9,7 Prozent noch relativ glimpflich davon, so wie die USA mit minus 9,5 Prozent auf Quartalsbasis. Auf Jahressicht allerdings mit erschreckenden 31,4 Prozent und gestern kam die erste Schätzung für das dritte Quartal in den Staaten: Plus 33,1 Prozent im Jahresvergleich, was auf den ersten Blick wie nach einer totalen Erholung aussieht, aber es hätten über 45 Prozent Anstieg sein müssen, um diesen Quartalseinbruch zu egalisieren.

Im europäischen Verfahren gerechnet: Nach minus 9,5 Prozent (Q2), jetzt plus 7,4 Prozent.

Auf alle Fälle brachte 2020 bisher die schnellste und tiefste Kurzrezession aller Zeiten, mit einem Wirtschaftseinbruch, der fast überall einem unvollständigen V gleicht, eher einem spiegelverkehrten Wurzelzeichen, das eine Erholung um etwa 90 Prozent anzeigt. Jetzt erleben wir die zweite Coronawelle, die in manchen Ländern vermutlich eine Double-Dip-Recession im vierten Quartal des Jahres zur Folge haben wird. Wie reagiren nun die Aktienmärkte?

Die Entwicklungen der Aktienmärkte

Wenn es bisher eine so genannte V-förmige Erholung geben sollte, dann haben dies die Aktienmärkte vollzogen. Nach einem Absturz der Märkte ab dem 20. Februar, wie man ihn noch nie in einer solchen Geschwindigkeit beobachtet hat – es brauchte nur 16 Tage vom Allzeithoch bis in einen Bärenmarkt – stürzten S&P 500 und Dax innerhalb von nur 34 Tagen um 33,9 beziehungsweise 39,6 Prozent in die Tiefe: Beim US-Leitindex auf 2206 und beim Dax auf 8255 Punkte. Aber es folgte eine ebenso spektakulären Erholung innerhalb nur eines halben Jahres.

Der Dax brauchte nur gut zwei Monate, um bis Anfang Juni um 57 Prozent auf 12913 Punkte zu steigen und nur ein halbes Jahr um mit 13460 Punkten fast sein Allzeithoch von Ende Februar zu erreichen (13788 Punkte).

Was dem US-Leitindex S&P 500 am 2. September mit 3580 Punkten gelungen ist (Februar-ATH 3386 Punkte): Rekorde der Aktienmärkte inmitten des größten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie konnte so etwas zustande kommen?

Notenbankbilanzen und Zinsniveau

Wer geglaubt hatte, dass das Jahr 2019 mit seinen über 100 Zinssenkungen durch die Notenbanken dieser Welt der Höhepunkt gewesen sein müsste, den belehrte spätestens der März 2020 eines Besseren. Die Federal Reserve folgte vielen westlichen Notenbanken und senkte die US-Leitzinsen auf 0 bis 0,25 Prozent. Begleitet von Anleihekäufen, die die Fed-Bilanz innerhalb von wenigen Monaten von vier auf 7,18 Billionen Dollar explodieren ließ. Die Europäische Zentralbank war vor Kurzem bei 6,74 Billionen Euro angelangt, zusammen mit der Bank of Japan erreicht man bereits über 20 Billionen Dollar. Die Bilanzsummen der Notenbanken marschieren in ungeahnte Höhen: In Japan auf 136 Prozent zum BIP, in Europa auf 66 Prozent und in den USA auf 37 Prozent.

Dies hat laut JP Morgan folgendes zur Folge (Stand Mitte Oktober):

Weltweit gibt es 17 Billionen Dollar an Anleihen, die keine oder sogar Minuszinsen abwerfen. Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern. Der Anlagenotstand für Kapitalsammelstellen (wie Staats- und Pensionsfonds) hat im Herbst des Jahres 2020 eine bisher noch nicht gesehene Dimension erreicht – und das erklärt die Kurse der Aktienmärkte.

Jetzt stehen die US-Wahlen an und der Sieger muss aus faktischen Gründen angesichts von über 11 Millionen Arbeitslosen und 50 Millionen Lebensmittelmarkenbeziehern in den USA zwangsläufig ein fünftes Rettungspaket auflegen. Außerdem ergab eine Umfrage im Sommer, dass 40 Prozent der Amerikaner keine 400 Dollar an Reserven besitzen, um sich zum Beispiel ein defektes Haushaltsgerät ersetzen zu können. Man kann sich immer nur wundern, wie die US-Regierung hier das Bild einer gesunden US-Wirtschaft zeichnen kann.

Bei einer weiteren Verschuldung stellt sich irgendwann die Frage: Wann wird sich dies bei den Kapitalmarktzinsen bemerkbar machen? In jeder Volkswirtschaft gibt es das Phänomen des Bruchs mit der Linearität, plötzliche Ausbrüche aus einer stabilen Entwicklung, davor sind auch die Vereinigten Staaten nicht gefeit.

Die Forschung für einen Impfstoff

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde mit solcher Intensität an einem Impfstoff gegen ein Virus geforscht – Sars-CoV-2. 160 bis 200 Projekte gibt es derzeit weltweit, einige Vakzine befinden sich bereits in der klinischen Phase 3 und die großen Staaten haben vorsorglich schon drei Milliarden Impfdosen bestellt, ohne zu wissen, welches Mittel sich überhaupt durchsetzen und welchen Effekt es überhaupt haben wird. Die Aktien von Moderna, CureVac oder Biontech explodieren an den Börsen um mehrere 100 Prozent, weil viele Investoren einen Milliardenmarkt wittern. Viele Projekte werden im Sande verkaufen, viele Millionen versickern, weil keiner weiß, was sich durchsetzt – und vor allen Dingen wann?

Die Entwicklung der Pandemie

Viele führende Virologen warnen, dass die Welt noch bis Ende des Jahres 2021 mit dem Virus leben müsse oder vielleicht sogar auf Dauer. Was bedeutet dies konkret? Derzeit gibt es weltweit über 45 Millionen bestätigte Infektionen, was angesichts von 7,6 Milliarden Menschen nur ein gutes halbes Prozent der Weltbevölkerung ausmachen würde. Aber sind das überhaupt realistische Zahlen? Wurden aus bestimmten Metropolen der Welt – New York, Neu-Dehli, Sao Paulo, Mexiko City – nicht schon Antikörpertests ausgewertet, die auf eine 20 bis 50 prozentige Durchseuchung von Teilen der Bevölkerung hinweisen?

In Ländern wie den USA, Brasilien, Spanien, Belgien u.a. werden offiziell Infektionsraten von 2,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung gemeldet, aber der Chef der US-Seuchenbehörde CDC der USA, Redfield, hat sich in diesem Jahr geäußert, dass man mit einer Dunkelziffer von Faktor 10 bei den Infektionen rechnen könne. Die USA haben bereits über neun Millionen Coronainfizierte bei einer Bevölkerung von gut 330 Millionen. Wie viele Menschen werden bis Ende 2021 schon mit dem Virus infiziert worden sein? Selbst der deutsche Virologe, Professor Streeck, rechnet mit einer gewaltigen Durchseuchung bis dahin. Es sei auch bis jetzt nicht klar, welche Immunität ein Impfstoff zur Folge haben wird? Wie viele Menschen werden sich überhaupt impfen lassen (müssen)? Fragen über Fragen.

Aber bei Fortführung der Gedankengänge über die Infektion der Menschheit mit Covid-19 schleicht sich ein unangenehmes Gefühl ein: Deutschland hat im Vergleich zur Bevölkerungszahl eine sehr niedrige Infektionsrate (0.59 Prozent), auch wenn man eine Dunkelziffer mit einbezieht, die aber aufgrund unserer Maßnahmen nicht allzu hoch sein dürfte. Was aber nicht anderes heißt, dass für unser Land noch ein weiter Weg in Sachen Corona bevorsteht – außer der Impfstoff kommt rechtzeitig und mit hoher Wirksamkeit.

Ausblick

Doch zurück zur Wirtschaft und zur Börse. Was bedeutet die aktuelle Gemengelage für das Jahresende der Aktienmärkte? Der Ausgang der Wahlen, die Börsenentwicklung, die Pandemie? In Summa „not predictable“. Doch wird auf eines Verlass sein: Das Gelddrucken geht weiter – so hat Madame Lagarde erst gestern die weiteren Notenbankkäufe der EZB bestätigt: bis mindestens Mitte 2021 wolle man alles tun und den ganzen Instrumentenkasten nutzen, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern.

Auch die Bundesregierung hat eine große Summe an Ausfallszahlungen für den Monat des Lockdowns, November, angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen des verordneten Stillstands (Lockdown light) abzumildern.

Die Geldflut wird nicht verebben. Und wenn man den Chart zwischen Notenbankbilanz und Entwicklung der Aktienmärkte (S&P 500) betrachtet, so könnte man eigentlich auf eine bestimmte Jahresendprognose kommen.

Und was die Pandemie und die mögliche Wirkung der gerade angekündigten Lockdown-Maßnahmen betrifft, so empfiehlt sich ein Blick auf Israels Infektionszahlen, dem Land, welches bereits vor einigen Wochen solche verhängt hat..

Aktienmärkte und Wirtschaft im Coronajahr 2020

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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