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Tribalisierung statt Globalisierung: Eine Generation geht verloren

Die Globalisierung steht am Beginn eines großen Rückschlags – und eine ganze Generation ist gezwungen, ihre eigenen Werte zu verraten..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Ich bin 1969 geboren und entstamme damit einer Generation, die grundsätzlich optimistisch veranlagt ist. Als wir erwachsen wurden, fiel die Mauer, ging die Sojwetunion unter und verschwanden damit gefühlt alle Grenzen, die unseren Drang nach (Bewegungs-)Freiheit begrenzt hatten. Als Jugendliche fürchteten wir die Atomkraft, fürchteten, dass uns Atombomben auf den Kopf fallen – wie einst die Gallier, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fiele.

All das ist nicht passiert. Und mit dem Ende der Sojwetunion und damit dem Ende des Kalten Krieges stand uns die Welt offen, schien eine Art ewiger Frieden erreicht, gewissermaßen das Ende der Geschichte (Fukujama). Wir reisten, probierten uns und das andere Geschlecht aus, alles war möglich, die Globalisierung kam, wir nutzten als erste Generation den Computer, lernten in der Schule programmieren, nutzten das Internet – und drängten heraus in die Welt. Diese Welt, so schien es, wächst zusammen – und wir fanden das gut so, weil es das Spektrum unserer Möglichkeiten vergrößerte.

Nun aber, zu einer Zeit, in der normalerweise diese Generation an die entscheidenden Schaltstellen der Gesellschaft in Politik und Wirtschaft gelangt, haben wir das Gefühl, wir sind irgendwie von gestern. Schon die heute Mitte 30-jährigen sind von uns grundsätzlich verschieden: ja, man kann ins Ausland gehen, aber man will dann zurück kommen, heiraten und ein Haus bauen. Das war so ziemlich das Letzte, was noch unserer Generation als Ideal vorschwebte. Diese Sehnsaucht nach Heimeligkeit war uns fremd, sie ist aber wohl die logische Konsequenz für eine Generation, die das Internet mit der Muttermilch aufgesogen hat und die nun ein Bedürfnis nach kuscheliger Wärme hat – und der es reicht, sich auf Google Maps jene Orte anzuschauen, zu denen wir noch gereist sind.

Es gibt bei dieser jüngeren Generation eine Tendenz zur Abschottung – ebenso wie in den großen Strömungen des Zeitgeists, der sich derzeit Bahn bricht. Dass derzeit rechskonservative Strömungen aufkommen, ist kein Zufall. Das Rad der Geschichte dreht sich gewissermaßen zurück, es gibt einen klaren Gegentrend zur Globalisierung, den ich als „Tribalisierung“ (Rückbesinnung auf den eigenen „Stamm“) bezeichne: ob Trump in den USA, die AfD in Deutschland, die FPÖ in Österreich, Le Pen in Frankreich etc. – das Motto lautet: wir schotten uns ab!

Rechtskonservative Bewegungen hat es auch früher gegeben seit dem Ende des Kalten Krieges – aber sie waren irgendwie aus der Zeit gefallen und hatten daher keine Chance. Diesmal ist das anders. Denn eines ist klar: die massenhafte Immigration nach Europa ist kein Thema, das vorbei gehen wird. Im Gegenteil: es wird immer dringender!

Was wir mit syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen erlebt haben, ist nur der Auftakt, sie sind nur die Vorhut für weit größere Ströme nach Europa. Flüchtlingsströme aus Syrien oder dem Nahen Osten werden irgendwann abebben – der Nahe Osten ist nicht unser größtes Problem. Dagegen werden sich bald Flüchtlingsströme aus Afrika massiv intensivieren, schon aus demografischen Gründen: Afrikas Bevölkerung wird sich bis 2050, also in nur 35 Jahren, von einer Milliarde auf dann zwei Milliarde verdoppeln – nicht weil Afrikanerinnnen mehr Kinder bekämen als früher – im Gegenteil. Nur die Zahl afrikanischer Frauen im gebährfähigen Alter wird aufgrund der demografischen Struktur in den afrikanischen Ländern bald stark nach oben schießen.

Und weil es faktisch keine Perspektive dafür gibt, diese stetig steigende Bevölkerung ausreichend zu versorgen bzw. Jobs zu schaffen, wird ein nicht geringer Teil dieser Menschen nach Europa drängen als einzig logisches underreichbares Ziel. Es geht hier um viele Millionen Menschen, vor allem junge Männer, die in ihren Heimatländern faktisch keine Chance haben, Jobs zu bekommen und Familien zu gründen. Und wir werden uns nicht anders zu helfen wissen, als eine Festung Europa zu errichten, weil diese Einwanderungsströme selbst beim besten politischen Willen nicht zu handhaben sind.

Und vermutlich wird es exakt meine Generation sein, deren Vertreter dann an der Macht sind, die diesen Festungsbau anordnen und ausführen wird. Weil es nicht anders geht, ob man will oder nicht. Und genau deswegen haben die rechskonservativen Strömungen, die genau das jetzt schon fordern, Zukunft. Sie thematisieren das, was auf uns zukommen wird, wollen Homogenität, Sicherheit, etablierte, vor-globalisierte Strukturen zurück – also all das, was meine weltoffene Generation überwiegend eigentlich nicht will. Und trotzdem wird es meine Generation sein, die faktisch die Voraussetzungen dafür schaffen wird.

Darin besteht eine gewisse Tragik: man ist gezwungen, die eigenen Werte zu verraten. Und insofern geht eine Generation verloren, die mit ihrer Humanität und ihrer Offenheit aus der Zeit zu fallen beginnt. Die Zeiten, in denen die Welt noch offen stand, sind jedoch offenkundig vorbei, die Globalisierung weicht der Tribalisierung. Vielleicht wächst dann wenigstens das Verständnis dafür, dass wir in Europa alle in einem, demselben Boot sitzen – und es gar keine Alternative zu einer wie auch immer definierten europäischen Gemeinschaft gibt..

37 Kommentare

37 Comments

  1. Avatar

    bigben

    20. Juni 2016 14:33 at 14:33

    … auf den punkt gebracht.

    ihr wort in „gottes“ ohr, oder auch nicht ?

    sehr guter artikel, weiter so !!!

  2. Avatar

    Schleswig-Holsteiner

    20. Juni 2016 14:36 at 14:36

    Sie haben nicht nur die Naivität einer degenerierten und domestizierten Wohstandsgesellschaft überwunden, sondern vermutlich auch die totale Inkompetenz der politischen und medialen Eliten erkannt. Herzlichen Glückwunsch ! Und willkommen in der Realität !

  3. Avatar

    joah

    20. Juni 2016 15:02 at 15:02

    Gesetzte Ereignisse und Entwicklungszwang aus Diktat heraus erzeugen immer ein reserviertes Verhalten, gerade dann, wenn diese absehbar vollständig aus dem Ruder laufen (Unvernunft, Intelligenzlosigkeit). Letztendlich ist es – so wie Sie es beschreiben – aber „Ihre“ Generation in der Entscheiderposition, welche die Ereignisse herbeigeführt hat – keine Sorge, ich kann differenzieren (daher die Anführungszeichen). Derartiger Zwang im Übermaß führt psychologisch immer zu einem Zusammenziehen und Verweigerung (Protektionismus), leider allerdings auch zu einem Verkennen der eigentlich wahrhaftigen Ursachen. Die Ereignisse werden/wurden allerdings auch zu einer Zeit initiiert (wirtschaftliche Deflation und Kontraktion), in denen diese falscher nicht sein könnten – und es wird sich „kurzfristig“ nicht unbedingt bessern. Muss man sich um die Reaktionen darauf dann noch wundern?

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    Schleswig-Holsteiner

    20. Juni 2016 15:46 at 15:46

    Fukuyama hat meines Wissens seinen Irrtum vom „Ende der Geschichte“ eingeräumt.
    Wer die Jahrtausende alte Geschichte der Menschheit betrachtet, kommt zu dem Schluß, dass sich Geschichte doch wiederholt. Sie kommt stets nur in einem neuen Gewand daher. Leider !

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    Thomas

    20. Juni 2016 16:06 at 16:06

    Gut geschrieben!
    Ich möchte aber noch was hinzufügen. Die Radikalisierung mit dem Erstarken etwa der AFD in Deutschland kommt meiner Meinung nach nicht ursprünglich von den Zuwanderungen, meiner Meinung nach geschieht dies hauptsächlich aufgrund er Politik, die in der EU betrieben wird. Diese Politik lässt immer mehr auf der Strecke. Sie selbst zeigen immer wieder auf, dass die Arbeitslosenquote wesentlich höher ist, als tatsächlich vermittelt. Gleichzeitig sinkt in Deutschland zB die Rente, vielen droht Altersarmut. Das breite Volk wird daher immer unzufriedener.
    Vor 70 Jahren gab es ähnliche Situationen und auch damals wusste einer diese Situation auszunutzen und kam an die Macht.

    Das ist jetzt alles sehr kurz gehalten von mir, man kann das ganze Thema sicher noch wesentlich besser ausschmücken, aber meiner Meinung nach, wäre die Welt allgemein gerechter, wäre es auch schwerer für radikale Gruppierungen.

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      sabine

      20. Juni 2016 20:22 at 20:22

      Dies finde ich auch.
      1 a) Rechte Politik hat vielleicht Rückenwind durch den unkontrollierten, nicht verkraftbaren und unberechenbaren Zuzug aus sehr fernen Staaten. Finanziell und rechtsstaatlich. Dazu das Geschwätz der Gutmenschen!
      b) Aber viele haben die extrem vielen Lügen der Regierungsklasse einfach dick. Und das ist diesselbe Situation, wie zu meiner Zeit (Jg 1961)!
      c) Dann auch die Sozialistisierung der Gesellschaft der EU. Es ist ja gerade der Sozialismus der Braunen und Roten, den viele in der EU wiedererstarken sehen.
      2.) Dahin gehört dieser blinde und absolut undemokratische EU-Beamten-Totalitarismus, bzw. diese damit einhergehende, eklige Medien-Diktatur.
      a) Ein Verrückter bringt eine Politikerin um, gleich ist diese ein Held und England muß in der EU bleiben. Wie doof ist das denn? => „Mediengeschichten“.
      b) Anderes Beispiel: Zinsen durch Geldwertlosmachung (Inflation) ins minus, Geld wird zwangs-abgeschafft, Sparer zwangs-enteignet. So lebt jeder vom Hand in den Mund und ist der Regierungskaste total ausgeliefert.
      c) Dazu noch die vielen leeren Sprechblasen der Regierungen gegen NSA-Überwachung, Snowden-Verfolgung, Griechenland-Rettung, Isis-Bekämpfung, die von der USA gegründet wurde und bezahlt wird usw. usw usw. Vergessen die Leute 9/11? Eher immer weniger!

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    Klaus-Werner

    20. Juni 2016 16:36 at 16:36

    Ihre Beschreibung der Gegenwart und Ihre Analyse der Hintergründe treffen den wahren Kern sehr genau.
    Was unbereiflich ist, ist das Verhalten unserer ökonomischen und politischen Eliten. Diese sind vermutlich intellektuell ebenso wie Sie in der Lage, die wahren Entwicklungen zu erkennen.
    Dass die ökonomischen Eliten diese Zustände zu ihrem Gewinnstreben nutzen, ist zumindest zu begreifen: Sie wollen im Rahmen der geltenden (Steuer-) Gesetze reich und reicher werden, mehr oder weniger skrupellos.

    Was absolut unbegreiflich ist, ist das Verhalten der politischen Eliten:
    Sie gestalten den rechtlichen Rahmen stets zu Gunsten der Geld-Eliten und stets zu Lasten (z.B. Einkommensteuer-Bauch) der Bevölkerungen, ihren Wählern. – Warum verhalten sie sich so? Warum dauert es viele Jahre bis (von der Politik eigens geschaffene) Steuerschlupflöcher geschlossen werden. Warum werden stets neue Privilegien für die Geld-Eliten geschaffen (TTIP) ?
    Es erhebt sich die Frage: Sind die aktuellen politischen Eliten naiv, gleichgültig oder gar korrupt, oder einfach nur machtbesessen?

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    oscar

    20. Juni 2016 17:26 at 17:26

    warum diese dümmliche Polemik im sinne einer „Radikalisierung“ wenn mwnschen einfach nur verteidigen was ihnen keiner in den schoß gelegt hat ???!!! oder etwa doch? warum heißt es dann „leistungsgesellschaft“ ? naja….wie dem auch sei. warum übrigens über viel jahre gerade in d schlaaaand eine dramatische entwicklung von parrallegesellschaften?! eine nicht integrierte Bürgerschaft, die aber sowas von ihre eigenen nationalismus lebt und fröhnt! warum wohl. fakt ist, der mensch bleibt mensch und wird nie ein eineiiges kuschelweltbürgelein sein. dazu steht er evolutionär im gesetz einer egoistischen, wettbewerbssituation. diese gesell. ist die probate grundlage, ökonomisch gesehen. es ist turbokapitalismus. da hilft auch kein dumpes aberwitziges barmherzigkeits gelaber oder völlig verfehltes toleranz geschwätz ! sollte vielleicht mit tolleranz geschrieben werden-aus dem toll haus jeder weiß, dass es nie um den menschen sondern immer zuerst um den profit geht …..übrigens hatte auch afrika die ganzen jahrzehnte die möglichkeit etwas aus sich zu machen. selbst der sozialismus hat unmengen von solidarität dorthin verschwendet. eine bittere wahrheit ! in einer gesellschaft wo alles gefehlt hat. gedankt hat es der schwarze dem sozialismus mit einem breiten grinsen…..ein besonderes übel war die völlig realitätsfremde alt 68 permisiv politische verirrung und lüge…naja…deutschland du mieses stück scheiße….sagt ne grüne…kein nazi oder radikalist, populist, rassist,bla bla bla. waht ever….merkelts das land noch?

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    leser

    20. Juni 2016 17:59 at 17:59

    Was ihre Schlussfolgerung angeht, dass es ohne Abschottung nicht funktionieren wird, bin ich bei Ihnen. Die etwas verklärte Rückschau auf die Globalisierung teile ich nicht. Afrika ginge es weit besser, wenn es von den „Segnungen“ der Globalisierung (u.a. Landgrabbing, Zerstörung eigener Wertschöpfungsketten durch subventionierte Exporte aus EU-Landwirtschaft und Textilindustrie, Giftmüllexport und nicht zuletzt Export von Rüstungsgütern in großem Umfang) verschont geblieben wäre.

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    olli8+

    20. Juni 2016 18:02 at 18:02

    Unsere politischen Eliten fördern ja regelrecht Protektionismus und Nationalismus. Das Wahlvolk der Europäer strebt nicht nach dem Europäischen Bundesstaat, sondern nach einem Staatenbund mit all seinen unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen. Solange sie nicht in der Lage sind über ein Referendum diese Fragen an die Europäer zu stellen, werden sie kläglich scheitern. Es ist natürlich nicht einfach zu erklären, dass sich Hilfspaket an Hilfspaket reiht, um die europäischen Südstaaten zu retten. Warum sollten sich die Menschen in Griechenland, Portugal, Spanien und Frankreich für die europäische Idee begeistern lassen, wenn sie mit Arbeitslosigkeit, Steuererhöhungen und Rentenkürzungen überschüttet werden. Es gibt für all diese Fragen Antworten, die von Fachleuten beantwortet, von unseren Politikern jedoch ignoriert werden. Es lebe die Alternativlosigkeit!!

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    Reinhard Fürst

    20. Juni 2016 19:49 at 19:49

    Guter Kommentar!

    Als FPÖ- Wähler möchte ich aber eine Kleinigkeit anmerken. Grundsätzlich sehe ich es ähnlich wie sie, auch wenn ich Mitte 30, Vater und Hausbesitzer bin. Allerdings sehe ich den Punkt der Radikalisierung, zumindest in Österreich, etwas anders. Nicht vor der FPÖ brauchen sie Angst haben. Sollte die FPÖ scheitern, sollten sie vor denen Angst haben die nach der FPÖ kommen! Was wir jetzt gerade erleben ist das letzte Aufbäumen der Vernunft im Bestreben das Steuer herum zu reißen und die Klippen zu umschiffen! Das wird schon schwierig, und wohl kaum ohne Kollateralschäden abgehen. Sollten sie aber scheitern, oder daran gehindert werden (siehe die BP-Wahl in Österreich) dann, so fürchte ich, wird Abschottung unser kleinstes Problem sein.

    MfG
    aus dem schönen Salzburg

    • Avatar

      joah

      21. Juni 2016 09:48 at 09:48

      Das „letzte Aufbäumen der Vernunft“ wird scheitern, weil es das soll. Nur die wenigsten mögen verstehen, warum.

  11. Avatar

    Frank

    22. Juni 2016 22:12 at 22:12

    Ich schätze die Kommentare von Markus Fugmann, allerdings bringt er hier doch etwas durcheinander. Offenheit gegenüber Globalisierung und Fremdländischen mit der Offenheit gegenüber der Migrationsbewegung aus dem Nahen Osten und Afrika gleichzusetzen ist ein Denkfehler. Ein typischer Irrtum linksgerichteter Kreise. Ich denke, viele Menschen verschliessen sich nicht gegenüber Fremden, wenn sie diese als interessant, spannend, vorteilhaft, progressiv und förderlich erfahren. Nur leider werden gegenteilige Erfahrungen mit den gerade einströmenden Migranten gemacht.
    Zum Einen sind sie oft geprägt vom einem fundamentalistischen Islam, zum Anderen sind sie häufig extrem bildungsfern und bringen ein Konfliktlösungsverhalten mit, dass hier als destruktiv beurteilt wird.
    Sich dem zu verschliessen ist völlig natürlich und gebietet sich für einen aufgeklärten Menschen.

  12. Avatar

    Peter

    23. Juni 2016 08:45 at 08:45

    Lieber Herr Fugmann, 1970 konnte ich noch, langhaarig und wirklich unbedarft, über Land nach Nepal reisen. Ich konnte mir jedes Land auf dieser Strecke alleine und ohne große Probleme ansehen (bei Nacht nicht den legendären Khyberpass). Ein Jahr später war eine Durchquerung Afrikas geplant – leider wurde ich krank. Wichtig: ich war nicht der einzige, viele, viele junge Menschen waren unterwegs. Freizügigkeit? Da sage ich nur Bhagwan und Matala. Für uns damals eine tolle Herausforderung, von wir Jahre gezehrt haben. Gibt es das heute noch – finanziell erschwinglich? Die heutige Generation wird den Wohlstand ihrer Eltern nur noch in Ausnahmefällen erreichen können.
    Ich habe großes Verständnis für die Zurückbesinnung auf Nationen. Aktuell werden in EU die verschiedenen Mentalitäten/Kulturen u.a. durch den Euro einfach harmonisiert. Es wird versucht. Das kann und wird nicht gelingen. Kulturen haben sich über hunderte von Jahren entwickelt, die lassen sich nicht in 20 oder 30 Jahren einfach einebnen. Ich bin sicher: Parallel zu den steigenden Harmonierungsbestrebungen in der EU steigen die Separationsaktionen. Zu Afrika gibt es viel zu sagen: Natürlich haben die willkürlichen Grenzziehungen Auswirkungen. Ja, sie werden erste heute für uns sichtbar. Ja, es stimmt, wir haben dort die bäuerlichen Strukturen zerstört. Aber es stimmt auch, eine Binnenwanderung in Afrika ist nicht möglich, afrikanische Staaten sind nicht wirklich solidarisch. Die dortige demografische ist schlicht eine einzige Katastrophe, doch das nicht erst seit heute. Kurzum Afrika und der Maghreb-Raum zu verstehen, dürfte für uns kaum möglich sein – aber es wird uns in den nächsten Jahren von Tag zu Tag intensiver beschäftigen. Das wird kein Spaß werden…

  13. Avatar

    Johann

    5. Juli 2016 12:18 at 12:18

    Ich entstamme Ihrer Generation.
    Ich kann mich Ihren Ausführungen nicht anschliessen.
    Die „Sehnsaucht nach Heimeligkeit war “ mir niemals “ fremd“ .
    Ich wollte niemals „ins Ausland gehen“
    Warum auch? Wo anders sollte es besser sein?
    Im Gegenteil: Sehr viele Menschen riskieren Ihr Leben um hierherzukommen.
    “ heiraten und ein Haus bauen.“ In umgekehrter Reihenfolge war und ist immer meine Ziel gewesen und bleibt es auch, denn ich denke das ist ein natürliches Grundbedürfniss des Menschen.

    Wie es mir scheint verallgemeinern Sie Ihre persönliche Weltsicht auf die Allgemeinheit Ihrer Generation…

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    ollifred

    2. August 2016 14:11 at 14:11

    Ich bin auch 69er mit dazugewonnener Reisefreiheit. Sah mich früher eher als Weltbürger statt Deutscher. Nun wieder eher als Deutscher.
    Alles verläuft in Sinus-Kurven und ich glaube die 2000’er waren der Höhepunkt. Wie an der Börse folgen auch im Weltgeschehen immer Gegenbewegungen.

  15. Avatar

    Poppei

    4. September 2016 11:05 at 11:05

    Nun fliegt uns unsere marktkonforme Entwicklungshilfe um die Ohren. Anstatt die Begegnung und den Austausch mit den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und über Botschaft mit Bildungseinrichtungen und Gewerbeeinrichtungen vor Ort bei kooperativen Ländern wie Äthiopien den Austauschhandel mit gegenseitigen Nutzen zu fördern, wurden den Investoren meist durch Korruption der Weg frei geräumt. Die Hilfsorganisationen mit ihren engagierten Menschen vor Ort, versuchen verzweifelt in Deutschland, sogar über Drückerkolonnen, etwas Geld zusammenzubetteln, um die neuen Hungersnöte einzufangen, von Geburtenkontrolle und guten Lebensbedingungen ist nicht mal die Rede.

  16. Avatar

    Traderharry

    28. September 2016 21:31 at 21:31

    Sehr geehrter Herr Fugmann,
    ich habe noch ein gutes Jahrzehnt mehr auf dem Buckel und kann Ihren Artikel nur unterstreichen. Ich würde mir drei Dinge von einer guten Fee wünschen
    1.) Die Medien sollten ihre staatlich verordneten Maulkörbe abschütteln
    2,) Ihre Zeilen Herr Fugmann sollten der breiten Masse zugänglich sein
    3,) Die breite Masse sollte es auch richtig verstehen
    Wenn dem so wäre würden die herrschenden Politiker Europas vermutlich in ihr eigenes Asyl fliehen um dem Zorn ihrer verarschten Wähler zu entgehen.
    Aber mit der guten Fee ist es halt so eine Sache.
    Also werde ich der Dinge harren die da kommen und mich an Ihren Kommentaren erfreuen.

  17. Avatar

    Uwe

    1. November 2016 10:58 at 10:58

    Hallo Herr Fugmann,
    zutiefst erschüttert mich Ihr Résumé, ohne Zaun geht es nicht.
    Mein letzte Hoffnung ist, dass dies „nur“ Ihre Einschätzung der Lage ist und nicht Ihre innere Überzeugung darstellt.

    Die Daimler AG freut sich bereits auf ein RiesenGeschäft mit Grenzanlagen u.a. ca. 6.000 Kilometer in Afrika. Deutschland exportiert mehr Waffen denn je. Handelsabkommen ähnlich wie TTIP mit Afrika sind Teilursache der Armut dort. etc. etc.

    Dass es unvorstellbare Flüchtlingsströme geben wird ist recht wahrscheinlich. Klimaflüchtlinge werden kaum thematisiert in der breiten Öffentlichkeit, obwohl bereits Millionen Menschen davon betroffen sind. Aber als Konsequenz – ein Zaun ?

    Die Finanzwelt hat sich bereits seit langem globalisiert, nur die Menschen mit Ihren Kulturen mit ihrem Glauben u.s.w. noch nicht. Wir brauchen mehr Globalisierung auf menschlicher Ebene, denn die gravierenden anstehenden Herausforderungen machen vor Grenzen nicht halt.

    Wir haben genug Wissen und Technik um den Himmel auf Erden (um es etwas naiv zu beschreiben) für ALLE zu gestalten, nur ist das globalisierte MenschSein noch nicht soweit wie das Finanzsystem. Und das größte Problem besteht darin, dass wir nicht den Bezug unseres eigenen Handelns zum Zustand der Welt herstellen.

    Sei es nun der Plastikkontinent, Waffenexporte oder die Freihandelsabkommen etc., man geht lieber Pokemons jagen und fährt mit voller Kraft auf das Ende zu. Frei nach dem Moto: Gestern standen wir noch am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.

    Herr Fugmann,
    bitte sagen Sie mir nicht, dass Sie Ihren Kindern erzählen, dass man eine Mauer bauen muss um am Leben zu bleiben und das Mitgefühl und Menschlichkeit beim Kampf ums Überleben auf der Strecke bleiben müssen.

    Wir müssen Energie einsetzen um unseren Nachfahren eine lebenswerte Welt hinterlassen zu können, nicht eine Festung bei der wir auf der anderen Seite der Mauer zusehen wie die Menschen verrecken.

    Das Potsdamer Manifest 2005 (anlässlich der Internationalen Konferenz „Einstein weiterdenken“ 14. bis 16. Oktober 2005 ) wurde bisher von über 130 renommierten WissenschaftlerInnen und Persönlichkeiten aus aller Welt unterzeichnet. Ein guter Ansatz, wie wir alle leben und gleichzeitig unsere Identität wahren können.

    Sind Sie dabei Herr Fugmann ?

  18. Avatar

    Dieter G.

    5. Januar 2017 23:08 at 23:08

    Also ich find das super, wenn Autoren ordenlich Emotionen in ihre Artikel pumpen. Die ganzen gestelzten Verklauselierungen sind ja mittlerweile unerträglich. Und als Rheinländer würde ich jetzt sagen: „…Fugmann, lass uns einen saufen gehen“. Ich darf das auch so schreiben, schließlich bin ich der Ältere.

    Weisste Bescheid.

    Liebe Grüße

    Dieter

  19. Avatar

    Pit

    27. Januar 2017 23:41 at 23:41

    Sehr gut ja die Welt wird sich verändern
    leider in negativer Hinsicht.
    Neuer Anfang für die junge Generation.

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    Mark Rebholz

    19. März 2017 13:21 at 13:21

    Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen; noch können wir selbst entscheiden, auf welcher Seite wir stehen wollen. Die mangelhafte Wirksamkeit der Mauern haben die Chinesen schon vor über 300 Jahren schmerzhaft erfahren. Tribalisierung? Dann sollten wir auch die letzte Kosequenz ziehen und uns unabhängig von geldgierigen Energieriesen machen: Ziehen wir von der Stadt aufs Land. Laßt uns Windmühlen bauen und auf unserer Scholle eigenen Strom produzieren, mit dem wir unsere Elektrofahrzeuge speisen. Wenn wir dort erfolgreich sind, können wir dieses Wissen nach Afrika tragen und dafür sorgen, dass die Menschen dort nicht mehr vom Honigland Europa träumen müssen.

  21. Avatar

    Mark Rebholz

    19. März 2017 13:52 at 13:52

    Ein weiterer Gedanke, der mir beim Thema Globalisierung und Freihandel vs. Abschottung kommt: Globalisiert doch mal den Zuckermarkt (stellvertretend für so viele andere Provinzmärkte) und schaut, was passiert. Welche Konsequenz hätte der Abriß der Mauer „europäische Schutzzölle“ im Bereich der Zuckerwirtschaft. Wenige Zuckerbarone wie Pfeiffer und Langen, die bis heute den europäischen Markt kontrollieren, würden ihre Pfründe verlieren. Hätte das Auswirkungen auf deine persönliche Steuerlast? Sicher nicht, denn horrende EU-Agrarsubventionen zur Förderung des europäischen Zuckerrübenanbaus würden wegfallen. Und du könntest auch endlich in den Genuß billigen Zuckers aus Afrika oder Südamerika kommen. Unmittelbar würden von diesen Maßnahmen sicherlich zunächst die dortigen „Zuckerbarone“ profitieren (in weiten Teilen Afrikas eine meist indische Minderheit), da diese aber lokal reinvestieren, hätte das auch Abstrahlwirkung auf die übrige Bevölkerung. Abbau von überkommenen Schutzzöllen halte ich ergo für die bessere Entwicklungshilfe und wirksamere Maßnahme, als weitere Mauern zu errichten. Ausserdem existieren diese Mauern ja bereits an unseren südlichen europäischen Außengrenzen, allein, sie nützen nichts. Wir brauchen kreativere, sinnvollere Lösungen um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Wir müssen win-win Situationen schaffen.

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      Wolfgang M.

      9. April 2017 19:26 at 19:26

      Sehr geehrter Herr Fugmann,
      ein unglaublich zutreffender Artikel, der in den letzten Monaten immer mehr bestätigt wurde – Respekt. Neben aller Ideologien und Anschauungen gibt es einfach Fakten, die „normative Kraft“ haben. Hier nur zwei Zahlen zur Bevölkerungsexplosion in Afrika: In der 70-er Jahren hatte Syrien weniger Einwohner als Österreich (ca. 6,1 Mio zu 7,1 Mio). 2015 lag die Bevölkerungzahl im Alpenland bei 8,5 Mio – die von Syrien hatte die Zahl von 20 Mio weit überschritten. Eine Mutter in Somalia bringt zurzeit im Schnitt über 6 Kinder zur Welt!!! ( Ebenso Niger Tschad, Mali, Sudan, u.s.w.). Allein die Klimaveränderung wird unglaubliche Flüchtlingsbewegungen auslösen. Eine Mauer in Europa ist Unsinn, aber es wird sehr, sehr viel Geld kosten, um das Afrikaproblem ohne eine humanitäre Katastrophe zu lösen. Gruß

      • Avatar

        gerd

        10. April 2017 10:12 at 10:12

        Weil Sie die Kinderzahl so hervorheben:
        Wie wärs mit kostenfreier Versorgung mit Kondomen oder sogar Pille als ersten, aber sogar vordringlichen Schritt? Dann würde es gar nicht so sehr viel Geld kosten, wie Sie meinen.

        Es ist nicht nur der erste Schritt, sondern sogar m. E. der Wichtigste. Denn die Auswirkungen des Klimawandels in Afrika werden Sie – wenn er denn droht – auch mit noch so sehr viel Geld nicht aufhalten können.
        Falls angenommen wird, dass die Gebiete bis zum Ende des Jahrhunderts womöglich tatsächlich unbewohnbar werden sollten, muss jetzt schon gezielt gesteuert werden, dass dort dann nicht auch noch Milliarden Menschen leben, die es zu retten gilt.

        Chinas bisherige 1-Kind-Politik lässt grüßen.

  22. Avatar

    walter

    27. Juni 2017 21:48 at 21:48

    Die heutige junge dt.Generation ist,Dumm,Unselbststaendig und Feige!
    Markus,bist ja noch 5 Jahre juenger als ich,aber du hast im Grossen u.Ganzen recht!

    Euch fehlt der PATRIOTISMUSS im BLUT!

  23. Avatar

    Dieter G.

    27. Juni 2017 22:34 at 22:34

    Neeee Walter. Das stimmt so nicht. Kinder und Jugendliche machen sich ja nicht von selbst, sondern werden von der vorherigen Generation geprägt.

    Und die heutige Jugend hat genau so ihre Schwierigkeiten wie wir seinerzeit. Nehme ich mal meine beiden Jungs, so sind die wesentlich mutiger als ich in den 70ern. Der eine studiert in London, der andere in Aachen, sprechen fließend Englisch, haben einen großen internationalen Freundeskreis. Ich dagegen traute mich damals noch nicht mal nach Südafrika, auch weil meine Eltern meinten….Zitat: „…Du willst doch wohl nicht zu den Negern…“.

    Ich bin zutiefst überzeugt, die jetzt kommende Generation wird das Ding schon schaukeln, und von dem profitieren, was wir vor einigen Jahrzehnten gepflanzt haben. Das betreute Pflegeheime wie die EZB, VW, Daimler usw. ein Ende finden, da bin ich mir sicher. So, jetzt habe ich doch noch die Kurve zur Börse hinbekommen :-)

    Liebe Grüße

    Dieter

  24. Avatar

    DD

    27. Juni 2017 23:30 at 23:30

    Erstmal ein Dankeschön. Finanzmarktwelt bringt jede Menge guter Artikel und Info’s zu diesem Themenbereich. Dies hier gehört aber definitiv nicht dazu. Es würde mich freuen, wenn Sie sich in Zukunft weiter auf das konzentrieren, was ihre Stärke ausmacht. Das Thema Politik und Gesellschaft, auch garniert mit Globalisierungsproblemen, bedienen Herr Wolff und andere einfach besser.

  25. Avatar

    walter

    30. Juni 2017 07:43 at 07:43

    Ok,dann formuliere ich es mal kurz u.buendig:
    DE muss sich in der heutigen Zeit (bereits seit 12 Jahren durch die Diktatorin Merkel)ohne wenn u.aber, sich unterordnen!
    Siehe z.b.die EHE FUER ALLE……da kein Buerger darueber entscheiden darf/soll.
    Willkommen in der Demokratie…
    Fuer was steht eigentlich das „C“…Hr.Fugmann,wenn Sie schon das Thema“Eine Generation geht verloren“ansprechen?

  26. Avatar

    walter

    30. Juni 2017 08:03 at 08:03

    Da bin ich froh,dass meine Kinder nicht in DE zur Schule gehen muessen.
    Verschwult geht DE zu Grunde,denn Pleite sind sie ja schon!
    Herr Fugmann,warum sehen sie die Realitaet nicht,was zeitnah in DE abgeht bzw.wird?
    Hat ihre Rechtsabt.etwa den Finger auf der Loeschtaste?
    Herr Fugmann,sind ihnen etwa die Haende gebunden?
    Fragen ueber Fragen,die wahrscheinlich nie beantwortet werden koennen/sollen!

    • Avatar

      gerd

      30. Juni 2017 10:03 at 10:03

      Ungefähr 90% der Bundesbürger wollen die Gegebenheiten in Deutschland anscheinend genauso haben. Wie bestellt, so geliefert.
      Also, Walter, gib jetzt mal a Ruh. Du kriegst sonst eh nur wunde Goldfinger vom vielen Schreiben.

      Ordne dich doch einfach der Mehrheit der Bürger
      unter (wobei du ja jetzt andere Mitbürger um dich hast)!

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        walter

        30. Juni 2017 10:15 at 10:15

        Soweit kommt es noch,dass ICH mich in DE unterordne.
        Gerd,wechsle mal deinen Sender ARD/ZDF,denn da sind ja 90% vertreten!
        Meine Mitbuerger…,das ist meine Familie und die ist mit Mir voll u.ganz meiner Meinung.
        Apropo,meine Mitbuerger sind patriotisch bis ins Mark!

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          gerd

          30. Juni 2017 10:24 at 10:24

          Großartig wechseln muss ich da nicht erst.
          Es gibt in der Wohnung seit Jahren nicht mal ein Fernsehgerät.
          Es reicht ja schon, wenn ich jeden Monat 17,50 abdrücken muss – da will ich mich nicht zusätzlich quälen in dem ich mir auch noch deren Erguss reinziehe.

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            walter

            30. Juni 2017 10:51 at 10:51

            Was deine 17,50Euronen betrifft….das wird noch teurer werden,denn der MDR ist schon wieder mit Mio.Betraegen im Verlust,weil die eure Einnahmen an der Boerse verzocken!
            Quelle:Watergate.TV

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    Martin

    7. Juli 2017 19:13 at 19:13

    Haben Die auch Puts? und wenn, warum?
    Würde ich mal drüber nachdenken

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    Moni

    30. Juli 2017 21:33 at 21:33

    Schoener heimeliger Text, den dem man sich Generationsgenosse leicht wiederfindet.

    Allerdings eine Kritik habe ich:

    Tribalisierung ist sicher der falsche Begriff ! Tribalisierung ist das, was die Nazis damals machten: Stamm, Rasse usw… Dahin muss man aber ganz sicher nicht zurueck, wenn man die Globalisierung sinnvoll gestalten will. Einfach die Soeveranitaet des Nationalstaates bewahren reicht vollkommen. Bitte bedenken Sie, dass der Nationalstaat mitte des 19.Jhd gegruendet wurde, gerade um die unterschiedlichen „Staemme“ zu vereinen, die sogenannte Nation zu bilden. Die Nazis waren es dann, die diese Idee der Nation missbrauchten und zu einem Tribalismus degenerierten.

  29. Avatar

    Gerd K. Schüssler

    25. März 2018 04:54 at 04:54

    Wieso ist die AfD radikal? Ich kann mich an keine einzige radikale Darstellung der AfD im Bundestag erinnern bzw. ist nur vorhanden wenn man diese in Bezug setzt zu der Politik der Traditionellen Parteien die sich nach vielen Jahren in der Schwebe am extrem linken Spektrum angesiedelt haben. Mit der AfD würde sich die CDU von vor 20 Jahren besten verstehen…

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Ernst Wolff über das globale Finanzsystem – Geld und Demokratie

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Spätestens die Wirtschaftskrise 2007/2008 ließ an der Seriosität des globalen Finanzsystems zweifeln. Wer seine Zweifel allerdings durch Sachkenntnis untermauern möchte, bekommt schnell ein Problem: Er trifft auf ein Dickicht aus komplizierten und oft widersprüchlichen Informationen, die noch dazu in einer für Laien unverständlichen Fachsprache gehalten sind. Kein Wunder also, dass der Versuch, das Finanzsystem zu verstehen, häufig schon in der Anfangsphase scheitert. Genau hier setzt Ernst Wolff an. Im Folgenden ein Ausschnitt auf der Einleitung meines neuen Buches (hier zu kaufen).

Die zwei großen Fehleinschätzungen unserer Zeit

Es gibt in unserer Gesellschaft zwei Ansichten, die von der überwiegenden Mehrheit der Menschen geteilt und von fast niemandem angezweifelt werden. Sie betreffen zum einen die politischen Strukturen, unter denen wir leben, und zum anderen die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Realität, auf der diese politischen Strukturen basieren. Zusammen bilden beide so etwas wie eine von der breiten Allgemeinheit stillschweigend akzeptierte Übereinkunft. Ansicht Nr. 1 lautet: Bei uns regiert das Volk. Ansicht Nr. 2 lautet: Das Finanzsystem ist nur ein Teilbereich unserer Gesellschaft, den man nicht unbedingt verstehen muss.

Geht man diesen Ansichten auf den Grund, dann stellt man allerdings fest, dass sie nicht etwa auf intellektueller Einsicht oder auf Erfahrungswerten basieren, sondern den Menschen zunächst von Elternhaus, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten mit auf den Weg gegeben und später ein Leben lang von Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingetrichtert werden – mit dem Ergebnis, dass ihr Wahrheitsgehalt kaum jemals in Frage gestellt wird.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass sich hinter diesen Ansichten ganz handfeste Interessen verbergen, deren Durchsetzung nur einem kleinen Teil der Bevölkerung nützt. Im Grunde handelt es sich also um zwei vorsätzlich herbeigeführte Fehleinschätzungen, die weitreichende Konsequenzen haben. Sie tragen nämlich entscheidend dazu bei, die bestehende Ordnung und ihre Machtstrukturen zu festigen und verhindern so, dass die Menschen diese Strukturen durchschauen – mit der Folge, dass sie dadurch unfähig werden, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern.

Sehen wir uns beide Fehleinschätzungen deshalb etwas genauer an:

Fehleinschätzung Nr. 1: „Bei uns regiert das Volk“. In einem Obergeschoss des Berliner Hauptbahnhofs hängt ein Schild mit der Aufschrift „400 Meter von hier regiert das Volk“. Der Hinweis gilt dem südlich vom Bahnhof gelegenen Reichstagsgebäude, Sitz des deutschen Parlaments, und soll dem Betrachter ganz offensichtlich eine uns allen bekannte Botschaft vermitteln:

Wir leben in einem Gesellschaftssystem, in dem wir als Volk das Sagen haben. Und da das Volk zu groß ist, um als Ganzes regieren zu können, übergeben wir diese Aufgabe an sogenannte Volksvertreter. Die bestimmen wir, indem wir sie alle vier Jahre wählen. Sollten sie nicht so handeln, wie wir das von ihnen erwarten, dann können wir sie nach dem Ablauf ihrer Amtszeit wieder abwählen und durch andere ersetzen.

Diese Grundsätze der parlamentarischen Demokratie werden uns von Kindesbeinen an mit auf den Weg gegeben und im Verlaufe unseres Lebens durch eine Reihe weiterer Informationen ergänzt und untermauert. So erfahren wir unter anderem: Unsere Wahlen sind frei, gleich, geheim, allgemein und unmittelbar und werden auf der Grundlage einer Verfassung abgehalten, die unsere Würde für unantastbar erklärt und uns körperliche Unversehrtheit garantiert. Wir sind vor dem Gesetz alle gleich und haben das Recht, unsere
Meinung zu äußern und uns mit anderen zum Zwecke gemeinsamer Meinungsäußerung zu versammeln.

Die Formulierungen erwecken in uns den Eindruck, dass es sich bei der parlamentarischen Demokratie um ein zu unser aller Gunsten entwickeltes System handelt, das den Einzelnen schützt, dem Gemeinwohl dient und dessen oberstes Ziel darin besteht, den Willen
der Mehrheit der Bevölkerung in die Tat umzusetzen. Doch ist das tatsächlich so? Wollen wir alle, dass immer weniger Menschen immer größere Vermögen anhäufen, während der Lebensstandard der Masse bestenfalls stagniert, in vielen Fällen sogar sinkt? Dass der Niedriglohnsektor explodiert, dass Arbeits- und Obdachlosigkeit um sich greifen? Dass von Jahr zu Jahr mehr Geld für Rüstung und den Ausbau von Sicherheitsapparaten ausgegeben wird, während am Bildungs- und Gesundheitswesen immer drastischer gespart wird? Sind wir dafür, dass die Umwelt zunehmend zerstört wird? Dass in unserem Namen Kriegseinsätze unterstützt werden? Dass Persönlichkeitsrechte abgebaut und wir alle immer stärker überwacht werden?

Wendet man sich direkt an die Menschen und fragt sie, was sie von dieser Entwicklung halten, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Die meisten sind damit nicht einverstanden, viele lehnen sie sogar rundheraus ab. Wie aber kann das sein? Wie kommt es, dass zwischen dem, was die Menschen wollen, und dem, was in ihrem Namen und auf Grund ihrer offensichtlich frei getroffenen Wahlentscheidung umgesetzt wird, ein solch krasses Missverhältnis besteht – in einer Gesellschaft, deren Verfassung doch besagt, dass alle Macht vom Volk ausgeht?

Wir lassen uns täuschen

Die Antwort auf diese Frage lautet: Wir lassen uns täuschen. Wir akzeptieren die wohlklingenden Formulierungen unserer Verfassung, die auf dem Gleichheitsgrundsatz basieren, und schließen daraus, dass wir alle nicht nur gleiche Rechte genießen und gleich behandelt werden, sondern dass wir alle gleich sind. Das aber stimmt nicht. In einer vom Geld beherrschten Gesellschaft wie der unseren können die Menschen auf Grund ihrer Vermögensverhältnisse gar nicht gleich sein. Wer über viel Geld und großen Besitz verfügt, ist nämlich nicht nur wohlhabender, sondern kann sich auf Grund seiner wirtschaftlichen Überlegenheit über diejenigen, die weniger besitzen, erheben, sie von sich abhängig machen und sie im Extremfall sogar vollends beherrschen. Die Vermögensverhältnisse entscheiden also nicht nur darüber, wer reich und wer arm ist, sondern vor allem darüber, wer in welchem Ausmaß Macht ausüben kann und welche gesellschaftlichen Hierarchien sich im Lauf der Zeit bilden.

Diese Aufspaltung der Gesellschaft hat schon lange vor der Einführung des Parlamentarismus und sogar schon lange vor der Einführung des Geldes begonnen. Ihre Anfänge gehen auf die Tauschwirtschaft zurück. Sie ist die Grundlage, auf der sich ein Zustand entwickeln konnte, der die gesamte bisherige Geschichte der Menschheit prägt: die soziale Ungleichheit. Sie hat es den Menschen, die mehr Besitz angehäuft und damit mehr Macht erlangt haben als andere, ermöglicht, Strukturen zu schaffen, die ihren privilegierten Status festigen, die sie einmal erworbene Privilegien auf Dauer beibehalten und diese sogar auf nachfolgende Generationen übertragen lassen.

Im ausgehenden Mittelalter sind die Besitzer großer Vermögen noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich das Geldsystem und damit den Blutkreislauf der Gesellschaft unterworfen, indem sie Banken gegründet und sich so das Recht der Geldschöpfung angeeignet haben. Später, nach der Gründung der Nationalstaaten, haben die von ihnen beherrschten Banken sich dieses Recht auf der Grundlage nationaler Währungen mit den Zentralbanken geteilt und damit als „Finanzwesen“ einen ganz eigenen Wirtschaftszweig geschaffen, der mit der Zeit immer einflussreicher wurde. Da dem Rest der Bevölkerung nicht entging, dass auf diese Weise einige Wenige zusehends reicher und mächtiger wurden, hat sich immer stärkerer Widerstand gegen diese Entwicklung gebildet. Als mit der Industrialisierung dann Schulen eingeführt, der Analphabetismus nach und nach überwunden und das allgemeine Bildungsniveau immer weiter angehoben wurde, nahm dieser Widerstand für die Privilegierten zunehmend bedrohlichere Formen an, sodass sie sich gezwungen sahen, Zugeständnisse zu machen.

Ein historisches Zugeständnis

Das historisch wichtigste Zugeständnis – und die zugleich geschickteste Täuschung der Öffentlichkeit – war die Einführung des Parlamentarismus. Indem die Gleichheit der Menschen in einer von Ungleichheit geprägten Welt zum Verfassungsgrundsatz erhoben wurde, entstand mit der parlamentarischen Demokratie eine Fassade, hinter der sich die tatsächlichen Machtstrukturen nicht nur hervorragend verbergen, sondern ungehindert weiter ausbauen ließen. Das Prinzip dieser Täuschung ist im Grunde recht einfach: Man unterschlägt einen fundamental bedeutsamen Mechanismus, der die gesellschaftliche Realität seit Jahrhunderten prägt, und übertüncht ihn mit hochtrabenden Worten. So gibt es bis heute weltweit keine einzige parlamentarische Demokratie, in deren Verfassung die Bedeutung des Geldes für die Entstehung von Machtstrukturen erwähnt oder in der das Prinzip der Geldschöpfung auch nur angesprochen wird. Dafür aber wird in den meisten Verfassungen, verbrämt mit blumigen Formulierungen über die soziale Verpflichtung von Eigentum, der Schutz desselben garantiert – und zwar ohne jede Begrenzung nach oben.

Auf diese Weise ist eine Herrschaftsform entstanden, die sich vordergründig auf den Willen der Mehrheit des Volkes stützt, die aber tatsächlich einer Minderheit nützt und die es darüber hinaus geschafft hat, die soziale Ungleichheit in krassem Widerspruch zum offiziell beteuerten Gleichheitsgrundsatz zu einem akzeptierten und gesetzlich geschützten Dauerzustand werden zu lassen.

Ernst Wolff über das Finanzsystem und die Politik
Der Buchautor Ernst Wolff

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Das sind die Informationsquellen der Profis – Werbung

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Lieber Börsianer,

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensberater gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. Oder aber: Ihr Gegenüber packt…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

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Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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