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„Dem Einzelhandel fehlen die Kunden“ – mieses Weihnachtsgeschäft voraus?

"Dem Einzelhandel fehlen die Kunden" - steht ein mieses Weihnachtsgeschäft an? Blicken wir auf aktuelle Umfrageergebnisse in der Branche.

Rolltreppen

Das Bruttoinlandsprodukt war im dritten Quartal zu Überraschung so ziemlich aller Ökonomen und Analysten noch gestiegen. Im Vergleich zum zweiten Quartal wuchs das BIP laut Meldung vom 28. Oktober um 0,3 Prozent. Die Rezession steht nun also erst im vierten Quartal an? Im Einzelhandel jedenfalls sieht es finster aus. Nicht nur, dass das GfK-Konsumklima derzeit auf einem Allzeittief liegt und massive Kaufzurückhaltung der Kunden signalisiert.

Auch aktuelle Aussagen des ifo-Instituts deuten auf ein ziemlich mieses Weihnachtsgeschäft hin. Man kommt mit gesundem Menschenverstand auf das Problem. Hohe Inflation, hohe Energiekosten, massive Probleme in der Industrie – wer hat da noch Lust groß auf Shopping-Tour für Weihnachten zu gehen? Da fallen die Geschenke dieses Jahr besser ganz aus? Zwar konnte der Onlineshopping-Riese Zalando erst letzte Woche mit robusten Quartalszahlen überzeugen – aber die spiegelten die Lage für das zurückliegende dritte Quartal wider.

„Dem Einzelhandel fehlen die Kunden“

„Dem Einzelhandel fehlen die Kunden“, so kurz und knapp betitelt das ifo-Institut seine aktuelle Meldung. Man blickt zurück auf das letzte Quartal, und schaut auch auf das anstehende Weihnachtsgeschäft. Kunden sind demnach im dritten Quartal seltener einkaufen gegangen. Die Nachschubprobleme der Einzelhändler sind hingegen leicht zurückgegangen. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. 45,7 Prozent der Einzelhändler berichten von weniger Kunden in ihren Läden. 74,9 Prozent kämpften im Oktober noch mit Lieferengpässen (nach 76,5 Prozent im September). „Viele Händler machen sich Sorgen um das Weihnachtsgeschäft. Wegen der hohen Inflationsraten können sich gerade einkommensschwache Menschen weniger leisten und sind zurückhaltend mit Einkäufen“, so ifo. Die Grafik zeigt es, dass die meisten Branchen im Einzelhandel kräftig vom Kundenschwund betroffen waren.

Der Lebensmitteleinzelhandel ist laut ifo derzeit noch am stärksten von Lieferengpässen betroffen. 90 Prozent berichten von Problemen. „Aufgrund des großen und heterogenen Angebotes werden dort einige Produkte in den Regalen fehlen“, so ifo. Ähnliches gilt für die Baumärkte, wo rund 86 Prozent der Händler nicht alle bestellten Waren bekommen. Auch die Spielzeugwarenhändler machen sich Sorgen mit Blick auf das für sie so wichtige Weihnachtsgeschäft: 62,8 Prozent können gegenwärtig nicht das volle Sortiment anbieten.

Weniger Kunden im Einzelhandel



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