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Energiewende: Wie wir auf eine Energie-Krise zusteuern!

Wird die Energiewende zur Energiekrise?

Wie steht es eigentlich um die Energiewende?

Die letzten Daten des Statistischen Bundesamtes über den Energiemix in Deutschland kommen eigentlich zur Unzeit – kurz vor den Bundestagswahlen. Denn sie zeigen eine Entwicklung auf, die keiner Partei gefallen dürfte. Der Kohlestrom erlebt eine Renaissance, Schuld daran war ausgerechnet das Wetter.

Energiewende: Destatis meldet Anstieg des Kohlestroms im ersten Halbjahr

Nach der Pressemitteilung Nr. 429 des Statistischen Bundesamtes vom 13. September, stammte der in Deutschland erzeugte und in das Stromnetz eingespeiste Strom im ersten Halbjahr 2021 mehrheitlich aus konventionellen Energieträgern. Deren Stromerzeugung stieg in der ersten Jahreshälfte um 20,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode und machte einen Anteil von 56 Prozent an der gesamten Stromerzeugung aus. Der Energieverbrauch der Haushalte war um etwa 10 Prozent gegenüber der schwierigen Vorjahresperiode gestiegen.

Aber ausgerechnet der Strom aus Kohlekraftwerken verzeichnete mit plus 35,5 Prozent den höchsten Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Kohle an der Gesamtproduktion für den Strom betrug damit 27,1 Prozent und die Einspeisung aus erneuerbaren Energien sank im ersten Halbjahr dagegen um 11,7 Prozent. Nicht gerade ein Beleg für eine erfolgreiche Energiewende!

Was war der Grund für diese ungewollte Entwicklung?

Die Stromproduktion aus Windkraft sank um 21,0 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020. Der Anteil an der insgesamt eingespeisten Strommenge nahm dadurch von 29,1 Prozent auf 22,1 Prozent ab. Die Stromeinspeisung aus Photovoltaik sank nur leicht um 1,5 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2020. Der Anteil an der gesamten Stromerzeugung ging von 10,0 Prozent auf 9,4 Prozent zurück. So die Fakten aus der Pressemitteilung.

Als Begründung wurde die extrem windarme Witterung in dieser Zeit genannt, die Einspeisung von 57,1 Milliarden Kilowattstunden Windstrom war der niedrigste Wert für ein erstes Halbjahr seit dem Jahre 2018. Vor allem zurückzuführen auf ein windschwaches erstes Quartal 2021, in dem 32,4 Prozent weniger Windstrom als im Vorjahresquartal erzeugt wurde.

Weiters wurde festgestellt: Die importierte Strommenge war unverändert und die exportierte Strommenge stieg in der Berichtsperiode um 2,7 Prozent. Noch könnte man sagen, denn:

Die letzten deutschen Atomkraftwerke gehen bis Ende 2022 vom Netz

Noch hängen in Deutschland sechs Atomkraftwerke am Netz. Hier die AKWs und ihr Betriebsende:

Im Norden Brokdorf (Ende 2021), Emsland (Ende 2022) und Gröhnde (Ende 2021). Im Süden Neckarwestheim 2 (Ende 2022), Isar 2 (Ende 2022) und Gundremmingen (Ende 2021).

Was die Politik zum Energieproblem vorlautbart, konnte man beim Fernsehduell am Sonntag in einigen Äußerungen vernehmen:

Annalena Baerbock von den Grünen sprach davon, dass man das Ende der Kohleverstromung auf das Jahr 2030 vorziehen wolle. Olaf Scholz sah das Thema Kohlestrom dadurch erledigt, dass die stark steigenden Preise für CO2-Zertifikate im Europäischen Emissionshandel die Kohlekraftwerke bis dahin sowieso aus dem Markt drängen würden.

Was natürlich automatisch die Frage aufwirft, wie Deutschland in neun Jahren seinen Strombedarf decken will – Stichwort Dunkelflaute. Aber man hätte auch noch die Gaskraftwerke, was aber bei einem aktuell gegebenen Anteil von 14 Prozent am Strommix nicht einfach werden dürfte, auch mangels Investoren.

Die letzten AKWs und ihre Verteilung

Bruttoleistungen zwischen 1,344 MWe und 1,485 MWe werden in Bälde fehlen:

Energiewende und AKWs

Fazit

Die Forderungen nach dem Ausstieg aus dem „schmutzigen“ Energieträger Kohle werden immer lauter, gleichzeitig werden in den nächsten 15 Monaten laut Atomgesetz (AtG) die letzten sechs deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet. Gleichzeitig nimmt die Zahl der batteriebetriebenen Fahrzeuge in Deutschland mit hoher Dynamik zu. Die Energiepreise steigen, nicht allein wegen des Wachstums, sondern auch wegen der im Bundestag beschlossenen CO2-Abgabe, bereits vor Corona und für die nächsten Jahre.

Eine sehr schwierige Gemengelage, die sich hier aufgebaut hat und die der künftigen Regierung in Deutschland in Bälde viel Kopfzerbrechen bereiten sollte – in welcher Zusammensetzung auch immer. Steigende Energiepreise und dann Energieimporte – eigentlich ein Unding.

Die deutsche Energiewende jedenfalls ist bislang nicht gerade ein Erfolgsmodell – und steuert zielgerichtet auf eine Energie-Krise zu! Das gilt übrigens für Europa ingesamt – die Preisanstiege der letzten Wochen sind alarmierend, das wird ein harter Winter!



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3 Kommentare

  1. Meine Meinung:

    Ich denke es läuft alles auf einen Kohleausstieg im Jahr 2030 hinaus.

    Warum ist das so?

    Interessanter Weise hat ausgerechnet die FDP (ich will hier keine Wahlwerbung verbreiten) sich dazu meiner Meinung nach Realitätsnah geäußert:

    https://www.montelnews.com/de/news/1245911/ntige-gasverstromung-erzwingt-kohleausstieg-bis-2030–fdp

    Deutschland wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Gaskraftwerke zu Grundlastversorgung setzen (Anmerkung: Wie passend, dass jetzt auch die Gasversorgung über die Nord Stream 2 Pipeline sichergestellt wird. Einige, bisher unrentable Gaskraftwerke sind zudem schon vorhanden und die Chefs von RWE etc. erwähnen gerne ihre noch zu teuren Kraftwerke in einem Atemzug mit den Erneuerbaren)

    Das der Betrieb von Gaskraftwerke gegenüber dem Betrieb von Kohlekraftwerken teurer ist, muss sicherlich nicht erwähnt werden.

    Das ist nun mal der Preis, den wir in mittelfristiger Zukunft für unseren Energiehunger zahlen werden.

    Die Wahrheit werden wir dann nach der Wahl erfahren ;-)

  2. Ich frage mich schon seit einiger Zeit, wohin das mit der Energiewende und dem Ausstieg aus Kohle und Atom noch führen soll. Wenn noch mehr Zappelstrom ins Netz eingespeist wird, dann wird die Stromversorgung noch instabiler. Wenn nicht, dann ist der Ausstieg aus der Kohle prinzipiell unmöglich.

    Und das Speichern von Zappelstrom ist auf jeden Fall mal ziemlich teuer, wenn auch nicht unmöglich (Flüssigluftspeicher Wirkungsgrad angeblich 60%). Mal abgesehen davon, dass es nur Versuchsanlagen zur Stromspeicherung in Deutschland gibt.

    Wahrscheinlich soll all unser Strom aus dem Ausland importiert werden. Atomstrom aus Frankreich und Kohlestrom aus Polen. Das ist wohl auch nicht der Sinn der Sache.

    Ich glaube, dass unsere Politiker überhaupt keinen Plan haben, was in 10 oder 20 Jahren hier abgehen soll. Das interessiert sie auch nicht, weil sie dann schon lange nicht mehr im Amt sind. Das ist halt Demokratie.

    Übrigens: Die einzige Energiewende, die zu halbwegs bezahlbaren Kosten funktioniert hätte, war DESERTEC. Speicherbarer Strom zu 6 Eurocent die kWh. http://www.desertec.org

  3. Pingback: Kohle wichtigster Energieträger für Stromerzeugung im ersten Halbjahr 2021 – FOCUS Online – Vernunftkraft.

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