Marktkommentare

Entspannung – vorübergehend?

Türkische Zentralbank kündigt Treffen an und beruhigt so die Märkte..

Wer hätte das noch vor kurzem gedacht: die Aktienmärkte sind in Panik, da kündigt die türkische Notenbank für heute Mitternacht ein Statement an und beruhigt so die Weltmärkte. Nun war die Notenbank am Bosporus bislang kaum ein entscheidender Player – zumindest global gesehen. Aber so ändern sich die Zeiten: die Türkei ist das Auge des Orkans in der Schwellenländer-Krise, weil dort die Problematik der Schwellenländer am deutlichsten sichtbar wird.

Es steht nicht mehr und nicht weniger auf dem Spiel als die Frage, ob das Wachstum mittels ultralaxer Geldpolitik nicht eine Illusion ist. Genau das ist ja schon die grundlegende Illusion der Fed-Politik: durch Anleihekäufe die Realwirtschaft in die richtige Richtung zu bringen. Bislang profitieren nur die Banken, die mit anderen Investoren das billige Geld der Fed in die Schwellenländer investiert hatten. Die Folge ist dort ein beispielloser Konsumboom, der allerdings auf Pump finanziert ist.

Jetzt muss die türkische Zentralbank liefern: eine Zinsanhebung ist das Mindeste, um die weitere Flucht von Kapital aus der Türkei zu stoppen. Und da wird ein Viertelprozent nicht reichen – es muss schon ein ganzes Prozent sein, so die Erwartung von Marktteilnehmern.

Aber das wird die Lage der bis über beide Ohren verschuldeten Konsumenten in der Türkei nicht verbessern. Mit anderen Worten: um das ausländische Kapital zu beruhigen, muss die Zentralbank die Insolvenz von hoch verschuldeten Unternehmen und Verbrauchern in Kauf nehmen. So oder so: das Problem wird damit nicht gelöst..



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