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Gold/Silber

Schwellenländer-Panik: Was passiert mit Gold?

Markus Fugmann

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Gold Dax

Trotz der dramatischen Entwicklung um die Schwellenländer explodiert Gold nicht – warum bloß?

Angesichts der Panik um die Schwellenländer steigt Gold auf ein Zweimonats-Hoch bei 1270 Dollar – das freut die Gold-Bullen, ist aber angesichts der Dramatik der Ereignisse ein eher bescheidener Anstieg. Gleichzeitig fließen Gelder aus goldbasierten ETPs (Exchange Traded Products) ab, während Vermögensverwalter ihre physischen Bestände leicht erweitert haben (Quelle: Saxobank).

Gold DaxIst Gold wirklich die ultimative Krisenvorsorge? Viele horten Goldbarren in Banktresors – was mäßig intelligent erscheint, schließlich würden die Banken bei Eintreten eines Kollaps des Papiergeldsystems erst einmal ihre Pforten schließen nach dem Motto: „kommen Sie morgen wieder, oder lassen Sie es besser gleich ganz bleiben“. Banken leben vom Prinzip der Ungleichzeitigkeit, also von der Hoffnung, dass nicht alle zur gleichen Zeit das Gleiche wollen (zum Beispiel Geld abheben oder ihr Gold aus den Tresoren holen).

Anleger haben Gold, weil sie sich gegen einen Zusammenbruch des sogenannten Fiatgeldes absichern wollen, aber wenn das Fiat-Geld zusammen bricht, kollabieren eben auch die Banken. Es macht also null Sinn, Gold bei Banken zu deponieren.

Das zweite Problem bei Gold ist, dass der Markt überwiegend durch Finanzprodukte gemacht wird – und weniger durch physische Nachfrage. Davon sind zwar einige Sondervermögen (also nicht von einer Insolvenz einer Bank betroffen) – aber viele Produkte, mit denen man Gold handeln kann, sind das eben nicht. Denkbar wäre hier das Lehman-Szenario: Anleger sind Long im Gold mit einem Zertifikat, der Goldpreis steigt, aber die emittierende Bank geht pleite und das Investment ist trotzdem praktisch wertlos (so ähnlich geschehen bei Short-Zertifikaten von Lehman Brothers nach der Insolvenz der Bank).

Die Abhängigkeit des Goldpreises von diesen Finanzprodukten ist zugleich das große Problem. Das zeigte sich schon in der Finanzkrise, als auch der Goldpreis unter Druck kam (nicht so stark wie die Aktienmärkte, siehe Chart) – und damit seine Untauglichkeit als wirklicher Krisenhafen unter Beweis gestellt hat. Bezeichnenderweise stieg dann Gold 2009 und 2010 ziemlich parallel zum Dax.

Und warum ist das so? Gold ist eigentlich eine Absicherung gegen Inflation, also gegen Papiergeld-Entwertung. Aber alle Krisensituationen sind grundsätzlich erst einmal deflationär: Unternehmen investieren nicht mehr, die Leute horten ihr Geld, verkaufen ihre Aktien etc. Cash ist am Beginn einer Krise Trumpf, daher fallen Sachwerte im Preis, also auch der Goldpreis. Der Umschlagpunkt kommt erst dann, wenn die Zentralbanken zur Bekämpfung dieses deflationären Schocks die Märkte mit Liquidität fluten (noch mehr als jetzt schon!). Dann kann es zu einer Inflation, möglicherweise auch zu einer Hyperinflation kommen, die wiederum den Goldpreis explodieren ließe.

Aber was passiert, wenn der Goldpreis explodiert? Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Goldbesitz dann staatlicherseits verboten wird, weil Staaten in Krisenzeiten keine Schattenwährungen akzeptieren können. Die Angriffe auf Bitcoins – und das in rosigen Zeiten von Rekordständen an den Aktienmärkten – haben darauf schon einmal einen Vorgeschmack gegeben. Ob Gold wirklich ein brauchbares Investment zur Absicherung ist, erscheint also zumindest zweifelhaft.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Michael

    27. Januar 2014 16:58 at 16:58

    Der Bärenmarkt ist noch intakt. etall läuft gerne vor.

    Zu dem Zeitpunkt zu dem sie ein Goldverbot vermuten ist ein halbwegs vernünftiger Mensch bspw. aus Europa weg. Europa ist viel zu dicht besiedelt. Jeder der geht hilft indirekt durch Abwesenheit. Selbiges gilt für große Städte genauso auf der ganzen Welt.

    Man sollte die Assets zuvor transferieren.

    Gold auf der Bank im Tresor zu lagern ist absurd, das stimmt.

    Es empfiehlt sich auf jeden Fall – ohne jetzt zu werben – z.B. Silber Rounds zu haben oder Gold in Grammbereich. Im Prinzip reicht aber alles das Werthaltigkeit zum gegeben Zeitpunkt suggeriert.

    Wird für Staaten schwer ein Goldverbot zu begründen. In der Vergangenheit, zwar schon anmaßend, bleibt zu vermuten, dass das in Umlauf bringen von Gold zu einer Geldmengausweitung hätte geführt. Das ist heute kein Thema mehr.

    Cash ist auf jeden Fall King kurzfristig am Zenith. Sie verkaufen Gold und konvertieren in andere Sachwerte die im Preis kollabiert sind.

    Was wäre die Alternative zum Dollar. Irgend eine andere Leitwährung. Deswegen ist die Motvation jener die in den U.S. vorsorgen in Metall eine andere. Der Tausch in eine andere Leitwährung ist kaum eine Option. Europäer können in den Dollar gehen, genauso die besagten Staaten.

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Gold/Silber

Goldpreis: Wacklige Nummer bei 1.850 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis war am Freitag von 1.863 auf 1.837 Dollar gefallen, konnte sich dann aber Abends wieder erholen. Bis jetzt kann Gold Niveaus um die. 1.850 Dollar halten. Der zehn Tage zurückreichende Chart zeigt, dass es aktuell keine klare Trendrichtung gibt (wir sprachen schon letzte Woche über die schwierige Lage vor allem dank der Biden-Wahl). Der US-Dollar als negative Korrelation zu Gold hatte die ganze letzte Woche eine fallende Tendenz, und wirkt so, als wolle er heute weiter fallen. Aber da gibt es noch andere Faktoren für den Goldpreis. Hier drucken wir zwei ganz aktuelle Analystenkommentare von heute ab.

Verschiedene Faktoren ziehen derzeit am Goldpreis

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst at Swissquote Bank, meint aktuell zu Gold, dass die Bären einen starken Abwärtsdruck auf den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei der Marke von 1.846 Dollar ausüben, da die Risikobereitschaft trotz aller negativen Stimmungen aufgrund des Virus solide bleibe, und die 10-jährige US-Rendite sich nahe der 1,10 %-Marke halte.

Naeem Aslam, Chief Market Analyst bei Avatrade sagt aktuell über Gold, dass das Edelmetall Metall wieder einmal darum kämpfe im positiven Bereich zu bleiben. Händler würden hoffen, dass Joe Bidens neues Konjunkturpaket grünes Licht von den Gesetzgebern bekomme, und dies könne den Goldpreis stützen. Gold gelte als Absicherung gegen Inflation, und das ist hier das wichtigste Spiel. Mit Sicherheit werde Gold in dieser Woche eine viel höhere Volatilität erleben. Und das Ereignis, das den Goldpreis am meisten beeinflussen dürfte, werde die US-BIP-Zahl (am Donnerstag um 14:30 Uhr) sein.

Man sehe keine große Aufwärtsbewegung für den Goldpreis, da Pfizer sein Problem mit der Lieferung von Coronavirus-Impfstoffen gelöst habe. Dies bedeute, dass man weniger Herausforderungen bei der Erreichung der Hauptziele sehen könnte. Da immer mehr Menschen die Impfung erhalten, werde der Weg zur wirtschaftlichen Erholung laut Naeem Aslam wahrscheinlich sanfter werden, und das sollte die Investoren zu risikoreicheren Anlagen drängen, was für den Goldpreis nicht sehr positiv sei.

Was die technischen Preisniveaus betrifft, so hätten die Warnlampen wieder zu blinken begonnen, da der Goldpreis unter den 50-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen laut Naeem Aslam gebrochen sei. Dies sei die letzte Hoffnung für die Bullen gewesen, da der Goldpreis bereits unter dem 100- und 200-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen handelte. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Goldpreis in Richtung der frühen 1.800er-Marke bewegt, wenn der Preis nicht über den 50-Tage-SMA auf dem Tageszeitrahmen steigt.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit zehn Tagen

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Gold/Silber

Goldpreis-Verlauf unter Joe Biden – das ist keine einfache Thematik

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Dollar und Adler

Wenn ein Unternehmen seine Quartalszahlen deutlich besser als erwartet veröffentlicht, dann ist die Lage einfach und klar. Der Aktienkurs sollte steigen. Und im Goldpreis? Da wird die Lage mit Sicht auf mehrere Wochen und Monate etwas schwieriger. Joe Biden ist jetzt neuer US-Präsident. Und nun steht das gewaltige 1,9 Billionen Dollar schwere Stimulus-Paket an. Wird es verabschiedet werden, und was sind die Auswirkungen auf den Goldpreis?

Carsten Fritsch von der Commerzbank wies am Mittwoch in einem Kommentar darauf hin, dass die Verabschiedung dieses gigantischen Konjunkturpakets die erste große Aufgabe von Joe Biden sein werde. Zwar würden die Demokraten nach dem Sieg bei den Senats-Stichwahlen in Georgia über eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern verfügen. Einfach werde der Genehmigungsprozess dennoch nicht. Von daher bleibe abzuwarten, wie lange es dauert, bis das Paket unterschriftsreif auf dem Schreibtisch des neuen Präsidenten liegt. Gold dürfte laut Carsten Fritsch von dieser Unsicherheit profitieren. Nach Inkrafttreten dürfte die Wirtschaft in den USA dank des massiven Impulses spürbar anziehen, was den US-Dollar aufwerten lassen und den Goldpreis damit belasten könnte.

Goldpreis im größeren Bild mit guten Aussichten?

Das ist das kurzfristige Szenario für die Aussicht auf Tage und Wochen. Und danach, wenn man auf das große Gesamtbild blickt? Gold ist doch der Fluchthafen, wenn die angeblich große Inflationswelle kommt? Ja, dieses Szenario sollte im größeren Bild nie vergessen werden. Die Notenbanken drucken immer mehr Geld, die Staaten verschulden sich immer mehr. Nicht eine Hyperinflation, sondern „nur“ ein deutlich spürbares Anziehen der Inflation könnte den Goldpreis wieder anfachen als Fluchthafen. Die Fed hat Ende letzten Jahres schon klar gemacht, dass sie zur Stützung der Konjunktur eine möglicherweise anziehende Inflation erst einmal nicht bremsen würde mit höheren Zinsen. Dies wäre womöglich die Chance für Gold-Trader auf höhere Kurse zu setzen.

Blickt man ganz aktuell auf den Goldpreis, dann hat er diese Woche zulegen können. Unter 1.830 Dollar am Montag gestartet, ging es bis gestern rauf auf das Hoch bei 1.874 Dollar. Aktuell kann man sich mit 1.862 Dollar auf erhöhtem Niveau halten. Im Chart sehen wir seit Montag den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar (Dollar-Index blau). Gestern hatten wir schon den nicht einfach zu erklärenden Goldpreis-Anstieg in dieser Woche besprochen. Derzeit ist die Lage nicht ganz so klar wie üblich. Die Biden-Wahl bringt viel in Bewegung.

Chart zeigt Goldpreis-Anstieg seit Montag gegen fallenden US-Dollar

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Silberpreis: Geht es jetzt bald deutlich nach oben?

Markus Fugmann

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Der Silberpreis hatte einen holprigen Start in die Woche – aber er hat es geschafft, wieder ins Positive zu drehen. Wohin wird sich das Edelmetall in den kommenden Wochen bewegen?

Der Silberpreis war im Januar 2021 ziemlich instabil. Das gilt insbesondere nach dem deutlichen Pullback, den wir seit Wochenbeginn gesehen haben. Fast unmittelbar danach prallte Silber jedoch vom Unterstützungsniveau bei 24 $ wieder nach oben.

Silberpreis: Der Widerstand bei 26 Dollar

Trotz der deutlichen Erholung beim Silberpreis vom Unterstützungsniveau von 24 Dollar: nun liegt ein starker Widerstand um die $26-Marke vor uns. Sollte es dem Silber jedoch gelingen, diese Marke zu überwinden, könnten im Januar sogar Gewinne bis zur 28 $-Marke möglich sein.

Bricht jedoch das Unterstützungsniveau von 24 $,  dann dürfte der Silberpreis bis auf 22,90 $ zurückfallen. Übergeordnet geht David Jones, chief market strategist bei capital.com, davon aus, dass Silber weiter steigen wird. Aber das größte Risiko wäre eine Erholung beim US-Dollar:

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Wohin geht der Silberpreis?

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