Folgen Sie uns

Allgemein

Erfährt die Öffentlichkeit jetzt endlich das Ausmaß der Steuervermeidung via Luxemburg und Co?

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Das Thema zieht sich endlos hin in bürokratischen Prozessen in Brüssel. Diesmal vielleicht, endlich, endlich, so hoffen auch wir, könnte die europäische Öffentlichkeit erfahren, in welchem Ausmaß europäische Konzerne Gewinne nach Luxemburg, Irland und Co. verschoben haben um Steuern in ihren Heimatländern zu sparen. Und endlich könnte man auch erfahren, mit welchen Anreizsystemen einzelne EU-Steueroasen Konzerne angelockt haben.

Sven Giegold Steuervermeidung
Der grüne Finanzexperte im EU-Parlament Sven Giegold. Foto: sven-giegold.de

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Die EU-Kommission wird dem EU-Parlament ab sofort Einsicht in bisher geheime Unterlagen der Gruppe namens „Code of Conduct Group“ gewähren. Dieses Gremium, bestehend aus Vertretern der EU-Mitgliedsstaaten, sollte eigentlich Auswüchse wie Steuerflucht bzw. Steuervermeidung in der EU verhindern. Bisher waren anscheinend wichtige Dokumente nicht für die EU-Parlamentarier zugänglich, so dass z.B. der linke italienische EU-Abgeordnete Fabio de Masi vor Kurzem Klage auf Einsicht einreichte beim EuGH. Jetzt gaben die Vertreter der Mitgliedsstaaten klein bei und gewähren vollen Einblick für die Parlamentarier. Was wird man da zu sehen bekommen? Man darf vermuten, dass sie nicht all zu erfolgreich waren bei der Bekämpfung der Steuerflucht. Vertreter aus Luxemburg, den Niederlanden oder Irland dürften sich nicht allzu viel Mühe gegeben haben.

Hier der Original-Text des Schreibens von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an den Präsidenten des EU-Parlaments Martin Schulz:

„Dear President, I refer to your letter of 27 January regarding the state of play of the possible disclosure of informal minutes of the meetings of the Code of Conduct Group drafted by Commission officials. I would like to reiterate the Commission’s willingness to be as transparent as possible towards the TAXE Committee as well as its commitment to the full respect of the framework agreement on relations between the European Parliament and the Commission. In line with the Inter-institutional Agreement on relations between the European Parliament and the Commission from 2010, Member States have been consulted regarding the minutes of the Code of Conduct Group. They discussed the matter twice in meetings in the Council at technical level which implied that the initial deadline for their reply was extended to the 25 January.

At this stage, I have the pleasure to let you know that Member States are favourable to the release of the documents. In order not to undermine the decision-making process, documents or parts of documents that relate to issues which are still under discussion at the Code of conduct, can however only be made available in a meeting in camera. The Commission services are scrutinising the documents to this effect and are already in contact with representatives of the TAXE2 Committee to agree on the practical modalities for such meeting. Yours sincerely.“

Sven Giegold, der Finanzexperte der Grünen in Brüssel, sagte dies seien gute Neuigkeiten im Kampf gegen Steuervermeidung in Europa. Der Zugang zu diesen Dokumenten bedeute einen Durchbruch bei den Ermittlungen im Luxleaks-Skandal (Luxemburg). Mit dem Zugriff auf diese 5.500 Dokumente sei es dem EU-Parlament nun möglich herauszufinden wer verantwortlich sei für jahrzehntelange Steuervermeidung in mehreren EU-Ländern. Die Hartnäckigkeit gegenüber der EU-Kommission habe sich ausgezahlt. Die EU-Bürger hätten ein Recht darauf zu erfahren wer verantwortlich sei für den schlimmsten Steuerskandal in der EU.

Giegold genießt einen exzellenten Ruf als Finanzexperte, der auch nachhakt! Da möchten wir einmal sagen: Lieber Herr Giegold, bitte liefern Sie uns Einblicke, welche Dimension die Steuervermeidung bisher hatte. Machen Sie weiter so!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    XY

    9. Februar 2016 20:13 at 20:13

    Sehr geehrter Herr Giegold,

    es geht mir nicht darum, mir ein Urteil zu bilden. Dass kann ich 1. gar nicht, da ich die Backgrounds nicht kenne und 2. wäre das auch nicht zielführend (zumindest imho).

    Da Einzige, was ich von Ihnen wissen möchte, ist, ob bei den plötzlich so hochkritischen Berichterstattungen zu diesen bisher anscheinend gebräuchlichen Geschäftsgebaren zwischen Konzernen und Staaten TTIP eine Rolle spielt und falls ja, welche und falls TTIP keine Rolle spielt, was ist es dann.

    MFG

    XY

  2. Avatar

    sabine

    10. Februar 2016 07:12 at 07:12

    Die Werbung für die Grünen paßt gar nicht. Sie sind eben gerade nicht bekannt als Finanzexperten.
    1.) Allein bei der Flüchtlingsfrage trommeln sie für schnelle Integration in die Arbeitswelt. Absolut unrealistisch. Im Gegenteil züchten wir/sie eine Masse Krimineller, denen kaum und nur mit starkem moralischem Willen anderes übrigbleibt! Ist letzterer da? Kaum, da die meisten keine Kriegsflüchtlinge sind. (siehe Punkt 3) Bestätigung durch die Grünen.)
    2.) Warum sind die keine Experten? Weil sie es nicht sein wollen, sondern rein „ideologisch“ arbeiten. Hier der Experte „Giegold“!
    http://www.flassbeck-economics.de/sven-giegold-und-die-gruene-verdraengungsmaschine/
    „Was sich hier vor allem wieder einmal zeigt, ist die Tatsache, dass die Grünen kein wirtschaftspolitisches Konzept haben und sich davor drücken, eines zu entwickeln. Und der Beitrag in der ZEIT zeigt zudem, dass die Grünen nicht wahr haben wollen, erhebliche Mitschuld an der Eurokrise zu haben, weil Deutschlands Lohndumping mit ihrer Zustimmung geschehen ist.“
    Sie wollen die Realität nicht verstehen, sondern verändern. Ihnen sind Hintergründe egal. Hauptsache, die Sache der Grünen geht weiter.
    3.) Köln wird entschuldigt: „Zwei (!) Wochen danach räumen sie erstmals (!) Zusammenhänge zwischen der Herkunft der Täter und den Übergriffen ein.
    „Die bisher von der Polizei identifizierten Tatverdächtigen sind „überwiegend“ (?) nordafrikanischer und arabischer Herkunft. Viele dieser jungen Männer sind in Verhältnissen aufgewachsen, mit der Botschaft der Überlegenheit des Mannes und der Ungleichwertigkeit von Frauen“, heißt es im Beschuß des 16-köpfigen Parteirats. „Viele dieser jungen Männer kämpfen um Anerkennung“. Junge Männer wie die aus der Kölner Silvesternacht hätten „kaum die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt selber zu bestreiten (s.Punkt 1) und aus ihren sozialen Zusammenhängen auszubrechen. Rollenvorbilder, die in der Öffentlichkeit gehört werden, fehlen. Viele dieser jungen Männer kämpfen um die wenigen Möglichkeiten der Anerkennung“, heißt es in dem Beschluss weiter.“ Die Grünen haben doch nicht nur einen Vogel! Und genau was ich Punkt 1 gesagt haben, daß die vielen Migranten gar keine andere Wahl haben als kriminell zu werden! Joschka Fischer, der Prophet, hat es vorausgesagt:
    :“Deutschland muß von außen eingehegt,und von innen durch Zustrom von Ausländern heterogenisiert,quasi verdünnt werden.“(Rezension zu Fischers Buch „Risiko Deutschland“ von Miriam Lau) Von amtierenden Grünen gibt es diesselben Äußerungen, also keine einzelne Entgleisung !
    http://www.spiegel.de/forum/politik/firma-des-ex-aussenministers-joschka-fischer-konzipiert-wahlkampf-fuer-europas-gruene-thread-100248-2.html
    “Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.” Jürgen Trittin.
    Der Vorstand von “Bündnis 90/Die Grünen” in München: „Es geht nicht um Recht oder Unrecht in der Einwanderungsdebatte, uns geht es zuerst um die Zurückdrängung des deutschen Bevölkerungsanteils in diesem Land!“ Denen geht es nicht um Expertise, sondern um „grüne“ Veränderung, egal wie.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Achtung: Korrektur voraus – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Allgemein

Experte: Finger weg von Deutsche Bank und Commerzbank

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Andre Stagge über Commerzbank und Deutsche Bank

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) rät als Langfristinvestment ganz klar ab von Aktien wie Deutsche Bank und Commerzbank. Ausführlich bespricht er die Krise der Banken, und warum 2021 wohl kein gutes Jahr für sie werden wird. Auch wenn die Kurse auf den ersten Blick günstig zu sein scheinen. Eine Welle an Kreditausfällen könnte nun anstehen. Das Thema der faulen Kredite, die auch schon vor der Coronakrise da waren, aber jetzt noch deutlich ansteigen dürfen, besprechen wir oft auf FMW (siehe zum Beispiel hier). Andre Stagge geht aktuell darauf näher ein, und bietet eine Art Gesamtüberblick auf die Lage der Bankenbranche in der Krise.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

Verbraucherpreise in Deflation – Rabattschlacht bei Bekleidung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Geldbörse in einer Klemme

Für die deutschen Verbraucherpreise im Monat Dezember liegen ganz frisch die endgültigen und ausführlichen Daten vor. Weiterhin hängen sie mit -0,3 Prozent in der Deflation. Wie die Details zeigen, passiert genau das was man erwarten darf. Weil alle Daten zeigen, dass die stationären Verkäufer in den Bereichen Bekleidung und Schuhe die großen Corona-Verlierer im Einzelhandel sind, durfte man von einer kräftigen Rabattschlacht ausgehen. Und so kam es auch. Dank Lockdown muss man mit kräftigen Rabatten die Produkte online an die Kunden bringen – Hauptsache man bekommt überhaupt Geld in die Kasse um durchzuhalten?

So kam für den Bereich Bekleidung und Schuhe im Dezember im Jahresvergleich ein deutliches Minus von 5,4 Prozent zustande. Oben drauf kommt ja für alle Endkundenprodukte noch dazu, dass der Dezember der letzte Monat mit reduzierter Mehrwertsteuer dazu. Dieser Faktor wird sich wohl auf alle Segmente ausgewirkt haben – weshalb man aber für Januar mit steigenden Preisen rechnen darf? Die Verbraucherpreise für den Sektor Verkehr lagen mit 2,7 Prozent im Minus. Hier wirken nach wie vor die schwachen Energiepreise.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise für Dezember

An dieser Stelle zitieren wir auszugsweise die aktuellen Aussagen des Statistischen Bundesamts zum Gesamtjahresvergleich zwischen 2019 und 2020:

Im Jahresdurchschnitt 2020 verbilligten sich vor allem die Energieprodukte

Die Energieprodukte verbilligten sich 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,8 % nach einem Anstieg um 1,4 % im Jahr 2019. Preisrückgänge gab es insbesondere bei leichtem Heizöl (-25,9 %) und bei Kraftstoffen (-9,9 %). Verantwortlich war neben der Senkung der Mehrwertsteuersätze vor allem der Ölpreisverfall auf dem Weltmarkt in den ersten Monaten des Jahres. Dagegen verteuerte sich Strom um 3,0 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2020 bei +1,1 % gelegen.

Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich gestiegen

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2020 gegenüber 2019 überdurchschnittlich um 2,4 %. Im Jahresverlauf hat sich der Preisauftrieb zeitgleich mit der Senkung der Mehrwertsteuersätze abgeschwächt. Deutlich teurer waren im Jahr 2020 Obst (+7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1 %). Günstiger hingegen wurden insbesondere Speiseöle und Speisefette (-4,1 %).

Waren verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %

Waren insgesamt verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %. Unter den Verbrauchsgütern verteuerten sich Tabakwaren (+4,9 %) deutlich, die von der Senkung der Mehrwertsteuersätze ausgenommen wurden. Unter den Gebrauchsgütern verbilligten sich zum Beispiel Telefone (-6,0 %) sowie Geräte der Informationsverarbeitung (-4,4 %).

Dienstleistungen verteuerten sich 2020 gegenüber 2019 um 1,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019 mit +1,3 % überdurchschnittlich, darunter Nettokaltmieten mit +1,4 %. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stärker, unter anderem für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,2 %), Leistungen für Friseure und Körperpflege (+4,1 %) sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,2 %). Die Ursachen hierfür waren vielschichtig, neben der Mindestlohnerhöhung dürfte auch der Aufwand für Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von Corona-Infektionen relevant gewesen sein. Günstiger wurden vor allem Fahrkarten im Bahnfernverkehr (-14,9 %), bedingt vor allem durch die bereits seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 %.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage