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EZB-Zinsentscheid im Fokus EUR/USD: Euro über Parität – Keine Trendwende, aber eine Chance

EUR/USD: Euro über Parität - Keine Trendwende, aber eine Chance

Der Euro hat am Vormittag gegenüber dem Dollar weiter aufgewertet und die Parität überschritten. Das Währungspaar EUR/USD profitiert vor allem vom schwächelnden Dollar und schwachen Konjunkturdaten aus den USA. Seit vergangenem Freitag überwiegt am Markt die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed künftig ihre Leitzinsen weniger stark anheben wird. Den Stein ins Rollen gebracht hat ein Artikel des Wall Street Journal.

Zudem hat die Präsidentin der San Francisco Fed mit ihren Äußerungen den Markt positiv überrascht. Sie sagte, dass es an der Zeit ist, über eine Verringerung des Tempos der Zinserhöhungen zu sprechen. Seitdem sehen wir einen deutlichen Rücksetzer beim Dollar und den US-Renditen. Sowohl die Aktienmärkte als auch der Euro konnten infolgedessen eine Rally starten. Alle Augen sind nun auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag gerichtet.

Euro-Erholung: Alles hängt von den Notenbanken ab

Das Währungspaar EUR/USD hat sich seit dem Tief bei 0,954 USD am 28. September deutlich erholt und notiert aktuell über 1,001 USD. Damit ist der Sprung über die Paritätsmarke zunächst gelungen. Ob das Währungspaar eine nachhaltige Trendwende einleiten kann, hängt auch von der morgigen EZB-Sitzung ab, denn dann entscheiden die Währungshüter über die zukünftige Geldpolitik. Die Marktteilnehmer erwarten einen zweiten Jumbo-Zinsschritt von 75 Basispunkten in Folge. Allerdings sind Überraschungen nicht ausgeschlossen.

In Anbetracht der hohen Inflation im Euroraum müsste die EZB die Zinsen eigentlich drastisch erhöhen, um ein starkes Signal zu setzen. Es bestehen aber auch Risiken. Zum einen will man mögliche Turbulenzen an den Anleihemärkten vermeiden. Außerdem sollte die EZB die Gefahren eines Wirtschaftsabschwungs, der größtenteils durch die aktuelle Energiekrise ausgelöst wurde, nicht aus den Augen verlieren. Ein straffer Kurs der EZB dürfte die Rezessionssorgen weiter anheizen, würde jedoch den Euro gegen den Dollar (EUR/USD) aufwerten. Die Marktteilnehmer rechnen überwiegend wie einer großen Zinsanhebung. Ein „kleiner“ Zinsschritt von 0,5 Prozentpunkten wäre daher eine Überraschung und könnte den Euro schwer unter Druck bringen. Eine Woche später steht auch noch der Zinsentscheid der Fed auf der Agenda. Ein Zinsschritt von 75 Basispunkten auf der November-Sitzung dürfte beschlossene Sache sein. Allerdings wettet der Markt darauf, dass die US-Notenbank ab Dezember ihr Tempo deutlich drosseln wird. Das stützt derzeit den Euro gegen Dollar.

EUR/USD: Wie geht es weiter mit der Kursentwicklung?

Aus charttechnischer Sicht ist der übergeordnete Abwärtstrend intakt. Kurzfristig könnte sich die Erholung aber noch etwas fortsetzen. Es ist jedoch Vorsicht geboten, denn der Abwärtstrend könnte jederzeit wieder aufgenommen werden.

Im heutigen Handel gelang es dem EUR/USD aus dem Ende Februar begonnenen Abwärtstrendkanal auszubrechen und dabei über die Parität anzusteigen. Der Anstieg über die Hochpunkte vom 4. und 5. Oktober könnte den Trend kurzfristig drehen. Oberhalb von 1,000 USD ergeben sich neue Zielmarken bei 1,0122 (127,2% Extension) und 1,0196 USD. Eine Erholungsrally bis 1,0280 (161,8% Ext.) wäre ebenfalls denkbar. Vorausgesetzt, das Paar verteidigt die obere Trendlinie des Kanals und die 50-Tage-Linie, die beide bei 0,9916 USD notieren. Der Bereich bei 0,9875 USD könnte zusätzlich für Unterstützung sorgen. Kritsch wird es wieder, wenn der EUR/USD unter das Zwischentief bei 0,9700 USD fällt.

Währungspaar Euro vs. Dollar auf Erholungskurs - Zinsentscheid von EZB und Fed

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