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Euro: Seine Stärke wird zur Gefahr für den deutschen Export

Der schwache Dollar senkt die Erlöse der Exportindustrie in Deutschland bereits merklich

Wolfgang Müller

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Wird die Stärke des Euro zu einer Gefahr für den deutschen Export? Auch wenn Frühindikatoren wie Ifo-Index oder Einkaufsmanagerindizes einen steten Aufwärtstrend indizieren, üben sich die Manager in vorsichtigen Verlautbarungen über den Fortgang der wirtschaftlichen Erholung zu Zeiten einer unberechenbaren Pandemie. Auch liegt der DAX nur um zwei Prozent über seinem Stand von Anfang Juni, während der S&P 500, wie es derzeit aussieht, das zweite Monat in Folge um vier Prozent nach oben marschiert. Eine Erklärung hierfür könnte das Wechselkursverhältnis Euro zum US-Dollar sein.

Euro: Der Anstieg der Gemeinschaftswährung

Lag der Kurs des Euro im Vergleich zur Weltleitwährung im Juni im Bereich von 1,13, so marschierte er im Juli stramm nach oben in die Region von 1,18 und später sogar noch in Richtung 1,20.

Was waren die Gründe für den Anstieg der europäischen Gemeinschaftswährung während einer weltweiten Krise, was früher normalerweise zur Flucht in den Greenback geführt hatte? Ich brauche die Argumente hier nicht noch einmal auszubreiten, das haben die Devisenspezialisten auf FMW schon ausführlich getan. Zusammengefasst: der Wegfall des Zinsvorteils des Dollars durch die Zinssenkungen der Fed, die unstete Bekämpfung der Pandemie in den USA mit mittlerweile fast 6 Millionen Infektionen und über 182.000 Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19, und schließlich die für die USA überraschende Einigung in Brüssel zu einem gemeinsamen Wiederaufbaufonds. Dazu die Wachstumsaussichten für Europa, die erstmalig über denen der USA für 2021 liegen sollen, um nur ein paar Gründe zu nennen. Jetzt zeigt sich aber die Kehrseite der Währungsstärke.

Kosten in Euro, Erlöse in US-Dollar

Wenngleich viele Exportunternehmen das Problem einer stärker werdenden Währung zu D-Markzeiten kennen und auch manche Währungsabsicherung getroffen haben, so kommt die jetzige Situation ein wenig zur Unzeit. Früher war die Stärke der Währung ein Zeichen von wirtschaftlicher Stärke, heute haben die deutschen und vor allem die südeuropäischen Exporteure alle Hände voll zu tun, um die Produktion überhaupt wieder richtig zum Laufen zu bringen.

Damit ergibt sich das alte Dilemma: Deutsche Maschinen, Autos, oder auch Software müssen zu gestiegenem Wechselkurs in den USA an den Mann und die Frau gebracht werden. Es waren 2019 eine halbe Million Autos und insgesamt ein Exportvolumen nach Übersee von 200 Milliarden Euro.

Vorteil USA für Apple, Coca-Cola, Microsoft und andere US-Firmen. Hierzu der Finanzchef von Infineon: „Jetzt leiden wir gerade etwas darunter, vorher haben wir davon profitiert.“

Fazit

Noch ist es nicht besonders signifikant: Der Wechselkurs EUR/USD hat sich seit ein paar Tagen etwas abgeschwächt und der deutsche Leitindex versucht mit steten Versuchen den Bereich von 13.000 Punkten hinter sich zu lassen und in Richtung Allzeithochs zu marschieren. Allerdings führt unser Dax kein richtiges Eigenleben. Die dem Index zugrunde liegenden 30 Dax-Werte befinden sich zu 55 Prozent in ausländischen Händen, allein der Fondriese BlackRock hat um die fünf Prozent Anteil an allen Dax-Werten – im Durchschnitt. Wodurch die Wechselkursentwicklung wiederum eine andere Note erhält. Der Dax ist ein Spielball ausländischer Investoren.

Außerdem beherrscht der über 29 Billionen Dollar schwere US-Leitindex, der S&P 500, weiterhin die Börsenwelt (siehe dazu den Artikel „S&P 500 – Das Symbol der US-Dominanz an den Welt-Börsen“). Und dieser Riese ist abhängig von den Big Seven oder von so politischen Spielchen wie einem fünften Fiskalpaket in Billionenhöhe. Der Wechselkurs spielt für die Entwicklung unseres Dax eine Rolle, aber nur eine unter vielen.

Die Stärkte des Euro zum US-Dollar wird zum Problem für die deutsche Exportwirtschaft

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Doris

    27. August 2020 14:00 at 14:00

    Lieber Herr Müller,
    den heutigen Eurokurs als stark zu bezeichnen. Hier bedarf es doch ein wenig Geschichte würde Hr.Fugmann sagen. 1999 eingeführt zum Kurs von 1.1747 zum Dollar. Heute steht er bei 1.18.
    naja – Dramatik sieht dann wohl anders aus.
    lg Doris

    • Avatar

      Wolfgang M.

      28. August 2020 10:03 at 10:03

      @Doris. Hallo. Als altes Semester kann ich mich sogar noch erinnern, als der Dollar Ende der 1960-er-Jahre 4 D-Mark gekostet hat und Mitte der 1990-er etwa 1,50 (Umtausch zu 1,95583). Oder an die Stärke des Euro bei der Finanzkrise 2008 mit 1,599 zum USD. In meinem Artikel ging es nicht um die absolute Bewertung des Dollars oder des Euro, sondern um den Trend seit dem späten Frühjahr, wo die Euro-Aufwertung den hiesigen Exporteuren in einem schwachen Umfeld zu schaffen machen könnte (und damit auch dem DAX). Außerdem um die Anomalie, dass der Greenback als „safe haven“ gerade in einer Krise schwächelt.
      Viele Grüße zurück

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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