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Devisen

Euro vs US-Dollar: Wird der Major die 1,09 Marke heute sehen?

Agata Janik

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Das Euro Symbol

Der Euro vs US-Dollar hat zum Wochenabschluss seine jüngsten Gewinne wieder gänzlich verloren. Schon am Donnerstag hat der Euro eine echte Achterbahnfahrt erfahren. Der Kurs ist zuerst stark angestiegen und es wurden auf den Bildschirmen sogar Preise über 1,10 gesehen. Das Wochenhoch lag bei 1,1008. Die Euphorie bei den Bullen war deutlich am Markt zu spüren. Viele Trader haben damit gerechnet, dass der Euro noch weiter an Kraft gewinnen wird. Wer so gedacht hat, musste leider enttäuscht werden. Der kurzfristige Anstieg über die 1,1000 Marke wurde zum Teil dadurch verursacht, dass am Donnerstag in vielen Ländern ein Feiertag war. Wenn nur wenige Händler aktiv sind, passiert es oft, dass es viel schneller zu höheren Schwankungen kommt, da es viel weniger Volumen benötigt wird, um den Kurs zu bewegen.

Bei dem Preis von 1,1008 ist dem Euro die Luft ausgegangen. Die Anschlussorders auf der Long-Seite haben gefehlt und die Bullen haben angefangen, ihre Positionen glatt zu stellen um die fetten Gewinne abzusichern. Das war eine kluge Entscheidung, die aber dazu geführt hat, dass sich immer mehr Dynamik auf der Short-Seite entwickelte. Die Bären sind auf den fahrenden Zug aufgesprungen und der Euro geriet gegen den USD immer mehr unter Druck. Die Abwärtsbewegung beschleunigte sich und am Donnerstagabend war von der ursprünglichen Euro-Stärke nichts mehr zu sehen. Im späten Handel notierte EUR/USD bei ca. 1,0950. Am Freitag hat sich der frische Abwärtstrend weiter fortgesetzt. Der Widerstand bei 1,0955 hat gehalten und die Bären haben die Short-Seite erneut angegriffen. Der Euro musste weiter herbe Verluste hinnehmen. Am Nachmittag rutschte der Kurs bis 1,0883. Danach ist nicht mehr viel am Markt passiert. Der Kurs von EUR/USD bewegte sich nur seitwärts in einer engen Range von ca. 30 Pips.

Die letzte Handelswoche war also für den Euro zum USD ziemlich volatil. Die europäische Leitwährung hat ihre Höhen und Tiefen erfahren. Es hat sich im Kursverlauf die aktuelle Situation widergespiegelt. Es herrscht in Europa nach wie vor viel Chaos und Unsicherheit, was das Coronavirus betrifft. Obwohl der Lockdown immer weiter gelockert wird und die Regierungen versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln, bleiben die Ängste und die Frustration bei vielen Menschen bestehen. Es wird von einer neuen Normalität gesprochen, bis ein Impfstoff gefunden wird. Was aber, wenn es in absehbarer Zeit kein Impfstoff gefunden wird? Werden die Kinder nicht mehr zusammen spielen dürfen? Werden unsere Senioren in den Pflegeheimen vereinsamen? Werden wir in den nächsten Jahren Schutzmasken tragen müssen? Es bleiben noch viele Fragen offen, die auch in Zukunft die Bevölkerung und die Politiker weiter spalten werden. Auch der Euro wird auf die größte Probe in seiner jungen Geschichte gestellt.

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell notiert der Euro zum US-Dollar bei ca. 1,0890. Auch heute wird es für den Euro entscheidend sein, ob die Marke von 1,0900 wieder erobert werden kann. Noch ist der Markt sehr ruhig und die Händler halten sich zurück. In den nächsten Stunden werden sich die neuen Tendenzen langsam entwickeln. Insgesamt erwartet uns heute eher ein ruhiger Handelstag, da die US-Börsen wegen eines Feiertages geschlossen bleiben. Auf der Unterseite befindet sich beim EUR/USD die erste wichtige Unterstützung bei 1,0870. Sollte diese halten, werden die Bullen versuchen, die 1,0900 „big figure“ anzugreifen. Gelingt es ihnen, kann der Kurs weiter bis 1,0935 steigen. Der Daily Pivot Point beim Euro vs US-Dollar liegt heute bei 1,0914.

Kursverlauf von Euro vs US-Dollar mit Indikatoren

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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