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Indizes

Europa und Deutschland könnten mit einer kleinen Wiederauferstehung überraschen – aber da gibt es ein Problem!

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Seit Monaten wird Europa und speziell Deutschland als kranker Mann der Weltwirtschaft bezeichnet – eben wegen der Exportlastigkeit der Indizes. Insbesondere die Abhängigkeit von China lastet schwer auf unserem Dax, der in einem Abschwung immer stärker verliert, sich bei einem Aufschwung aber ganz schnell wieder erholt.

Deshalb liegen die europäischen Indizes – die Brexitsorgen einmal ausgeklammert – noch deutlich unter ihren Höchstkursen. Da die Märkte eine Zukunft einpreisen, die noch nicht in Indikatoren sichtbar ist – da können wir noch so viel Spuren lesen wie wir wollen – besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die europäischen Indizes zu einer Aufholjagd starten, schließlich sind die Aktienmärkte nach Bewertungsmaßstäben deutlich billiger als ihre US-Pendants.

Der Dax ein Call auf die Weltwirtschaft

Da beginnt das Problem. Zwar haben wir kurzfristig eine Sondersituation, in Gestalt einer opulenten Dividendensaison. Nach einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) werden schwerpunktmäßig im Mai rund 57 Milliarden Euro an Dividenden durch die deutschen börsennotierten Unternehmen in diesem Jahr ausgeschüttet, 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie nie zuvor. Die Dax-Konzerne alleine stehen für rund 38 Milliarden Euro, also ziemlich genau für zwei Drittel der Dividenden.

In etwa sieben Milliarden Euro werden es in der Woche rund um den 1. Mai sein und sogar über elf Milliarden in den beiden Wochen danach. Dies dürfte kursstabilisierend wirken.

Aber: Der Dax wird nur dauerhaft ansteigen bei einem Anspringen der Weltkonjunktur. Damit sind natürlich auch die beiden größten Wirtschaftsräume der Welt, die USA und China betroffen, und warum sollten dann deren Aktienmärkte schlechter performen, als die europäischen Indizes?

 

Fazit

Auch wenn die Märkte nach einer Zinssenkung der Fed, sprich nach billigem Geld gieren, spielt die Realwirtschaft doch eine gewichtige Rolle. Ich habe es schon mehrfach erwähnt, dass bei einem Wirtschaftsabschwung in Richtung Rezession auch eine dovishe Notenbank den Absturz der Aktienmärkte nicht rechtzeitig verhindern kann. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Erst kollabieren in der Regel die Aktienmärkte, dann kommen die schlechten Konjunkturdaten (die Notenbanken agieren derweil im Nebel der Daten) und dann kommt eine dovishe Wende. So war es bisher in der Vergangenheit.

 

By Kentynet (talk) 10:12, 30 April 2011 (UTC) – Created from http://www.maps-for-free.com/, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47424730

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