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Alex Gerko mit XTX Markets Wie ein Ex-Deutschbanker im Trading zum Milliardär wurde

Das Unternehmen XTX Markets des Ex-Deutschbankers Alex Gerko handelt gigantische Volumen und machte ihn zum Milliardär.

Grafik mit ansteigendem Pfeil

Es gibt einen Level an der Börse, der ist selbst für die fittesten Privatanleger nicht mehr erreichbar. Zum Beispiel, wenn Unternehmen mit sehr viel Geld über einen quantitativen Ansatz oder über den Hochgeschwindigkeitshandel agieren. Und so hat sich ein ehemaliger Mathematiker aus dem Hause Deutsche Bank mit XTX Markets selbst ein extrem profitables Unternehmen aufgebaut.

XTX Markets mit gigantischem Tradingvolumen

Die niedrigen Zinsen und staatlichen Anreize, die der Wall Street während der Pandemie zu Rekordgewinnen im Handelsgeschäft verhalfen, mögen abgeklungen sein. Die Volatilität bleibt dennoch hoch – und verhilft einigen Akteuren zu enormem Reichtum. Bloomberg berichtet aktuell: Einer der Nutznießer ist Alex Gerko. Der Mathematiker und ehemalige Deutsche-Bank-Mitarbeiter, der die Tradinggesellschaft XTX Markets gründete, wurde mit 10.000 Computerprozessoren zur statistischen Börsenanalyse zum Milliardär. Sein in London ansässiges Unternehmen handelt nach einem quantitativen Ansatz täglich Aktien, Rohstoffe, Währungen und festverzinsliche Wertpapiere im Gesamtvolumen von fast 300 Milliarden Dollar.

1,3 Milliarden Pfund Ausschüttung

Im März schüttete XTX eine Dividende von fast 1,3 Milliarden Pfund aus – mehr als das Dreifache des Vorjahresbetrags, wie aus den beim Firmenregister Companies House eingereichten Unterlagen hervorgeht. Seit 2020 sind mehr als 2 Milliarden Pfund dieser Dividenden an ein auf den Cayman-Inseln registriertes Unternehmen geflossen, das von dem 43-jährigen kontrolliert wird und ihm laut Bloomberg Billionaires Index zu einem Vermögen von 6 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) verholfen hat. XTX-Sprecher Tim Moxon wollte sich zum Nettovermögen von Gerko nicht äußern.

Statistische Modelle mit Billionen von Beobachtungen

Der gebürtige Russe Gerko, der an der Universität Moskau in Mathematik promovierte, begann seine Karriere als Aktienhändler bei der Deutschen Bank und wechselte später in den Devisenhandel. 2009 ging er zum Hedgefonds GSA Capital. Dann gründete er den Quant-Spezialisten XTX, der ihm zu 75% gehört. XTX verzichtet auf Eigenhändler und versucht stattdessen, so viele Prozesse wie möglich zu automatisieren. Für seine Transaktionen verwendet es statistische Modelle, die “Billionen von Beobachtungen voller Störgeräusche” analysieren. Das Unternehmen hat mittlerweile Niederlassungen in New York, Paris, Singapur, Mumbai sowie im armenischen Jerewan. Gerko besitzt inzwischen die britische Staatsbürgerschaft.

Starke Position bei Aktien und Devisen

XTX habe eine starke Position im Devisenhandel und bei europäischen Aktien aufgebaut, so Larry Tabb, Leiter der Marktstrukturanalyse bei Bloomberg Intelligence. “Sie expandieren in den Bereich US-Aktien, doch dieser Markt ist ein wenig überlaufen”, führte er aus. 2021 ist der XTX-Gewinn im Jahresvergleich um 42% gestiegen, womit er 667 Millionen Pfund erreichte. Im vergangenen Jahr teilten sich etwa 24 Partner des Unternehmens einen Gewinnpool von 557 Millionen Pfund. Insgesamt beschäftigt XTX mehr als 170 Mitarbeiter. Gerko leitet XTX zusammen mit Co-CEO Zar Amrolia, der früher ebenfalls für die Deutsche Bank tätig war.

Spenden

Einen Teil seines Vermögens spendet Gerko auch für wohltätige Zwecke, oftmals mit Bezug zur Mathematik: Sein Programm Mathematics Education for Social Mobility and Excellence fördert Highschool-Schüler, ein 15 Millionen Pfund schweres Programm unterstützt Studenten und Wissenschaftler, die wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine vertrieben wurden. An der Universität Oxford fördert XTX ein neues Stipendienprogramm für Doktorandinnen der Mathematik, das nach Maryam Mirzakhani benannt ist, die iranische Mathematikerin, die als erste Frau die Fields-Medaille gewann.

FMW/Bloomberg



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