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Europa

Exporte im Horrormonat April: So heftig war der Absturz – offizielle Zahlen

Claudio Kummerfeld

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am

Containerschiff im Hamburger Hafen

Der Außenhandel leidet brutal unter der Coronakrise. Jetzt haben wir für den Horrormonat Nummer, nämlich den April, offizielle Zahlen vorliegen. Hier gab es im kompletten Monat den totalen Shut Down vor allem in Europa. Laut heutigen Daten des Statistischen Bundesamts gingen die deutschen Exporte im April im Jahresvergleich um 31,1 Prozent zurück. Von März zu April waren es -24 Prozent. Exportseitig war dies der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. Die Importe sinken im Jahresvergleich um 21,6 Prozent, im Monatsvergleich um 16,5 Prozent.

Eindrucksvoll auswirken tut sich die Coronakrise auf den deutschen Überschuss im Außenhandel, also das normalerweise konstant höhere Volumen der Exporte gegenüber den Importen. Im April 2020 wurden von Deutschland Waren im Wert von 75,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 72,2 Milliarden Euro importiert. Also „nur noch“ ein Überschuss von 3,5 Milliarden Euro. Im Chart sieht man, wie der Abstand zwischen Im- und Exporten jüngst zusammengeschrumpft ist. Im April wurde der niedrigste Exportüberschuss Deutschlands seit Dezember 2000 nachgewiesen (damals +1,7 Milliarden Euro). Im April 2019 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch +17,8 Milliarden Euro betragen.

Exporte gegen Importe seit Anfang 2018

Hier einige interessante Detailaussagen der Statistiker zum Außenhandel im April:

Je nach Handelspartner waren die Exporte im Vorjahresvergleich unterschiedlich stark beeinträchtigt: Während Exporte in die Volksrepublik China im April 2020 vergleichsweise moderat um 12,6 % auf 7,2 Milliarden Euro zurück gingen, nahmen die Exporte in die von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Staaten Frankreich (-48,3 %), Italien (-40,1 %) und Vereinigte Staaten (-35,8 %) gegenüber April 2019 stark ab.

Die meisten Importe kamen im April 2020 aus der Volksrepublik China nach Deutschland. Von dort wurden Waren im Wert von 9,4 Milliarden Euro eingeführt, das waren 10,0 % mehr als im April 2019. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen im April 2020 um 2,4 % auf einen Wert von 5,9 Milliarden Euro an. Auch die deutschen Importe aus Frankreich (-37,3 % auf 3,5 Milliarden Euro) und Italien (-32,5 % auf 3,2 Milliarden Euro) waren stark rückläufig.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Michael

    9. Juni 2020 11:59 at 11:59

    Das nächste Mal die Zahlen einfach von den Amis erheben und veröffentlichen lassen. Dann wären die Exporte um 5% gestiegen, der Überschuss läge bei 25 Milliarden und der DAX wäre schlagartig bei 13.500 Punkten.

  2. Avatar

    Manfredpeter

    10. Juni 2020 17:11 at 17:11

    Hat vielleicht jemand gedacht, man kann eine Diktatur der Dumm-Kriminellen einführen, den Leuten Angst eintrichtern und alles geht so weiter wie bisher? Wer sich informiert, nicht bei ARD und ZDF, der merkt dass der ganze Corona ein Hoax ist. Leider kann man nicht viele Leute überzeugen, die glauben lieber die Märchen und laufen mit Beisskorb im Freien umher oder fahren Rad. Atmen das Ausgeatmete wieder ein, brüten in der feucht warmen Umgebung um Mund und Nase Viren und Bakterien aus, welche sich in der Maske festsetzen und vermehren. Gefährlich ist oder wird es, wenn Dumme fleissig werden. Man könnte weiter ausführen, aber das ist sinnlos, die Leute müssen und werden später aus Schaden klug werden. Nun, klug nicht unbedingt. die fallen auf den nächsten Hoax herein, wenn er nur oft verbreitet wird.

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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