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Exxon-Quartalszahlen: Umsatz schlechter, Gewinn deutlich besser als erwartet

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Die Exxon-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 71,9 Milliarden Dollar (Vorjahreswert 66,5/erwartet 74,2).

Der Gewinn liegt bei 1,41 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert 1,97/erwartet 1,08).

Während die Einnahmen um 5 Milliarden Dollar stiegen, blieben die Kosten unverändert im Vegleich zum 4. Quartal 2017.

Für Gesamtjahr 2018 Cash Flow aus operativem Geschäft 36 Milliarden Dollar, höchster Wert seit 2014.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +3,3%.

Der Chef-Kommentar im Wortlaut:

“Strong results during a period of commodity price volatility demonstrate ExxonMobil’s ability to deliver superior cash flow in different market environments,” said Darren W. Woods, chairman and chief executive officer. “Our continued focus on long-term fundamentals and portfolio improvements position us well to grow shareholder value. ExxonMobil’s 2018 results further demonstrate our advantages in technology, scale and integration, providing a strong foundation to successfully compete across commodity price cycles.”

Exxon-Quartalszahlen - Raffinerie in den USA
Exxon Mobil-Raffinerie in Baton Rouge, Louisiana, USA. Foto: WClarke CC BY-SA 4.0

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Value gegen Growth: Die Nöte des Warren Buffett

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Warren Buffett

Bereits seit 55 Jahren leitet Warren Buffett die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, und der Anstieg der Aktie von etwa 12 Dollar im Jahr 1965 bis auf aktuell 286.000 Dollar machte ihn zum erfolgreichsten Investor der modernen Wirtschaftsgeschichte und zum drittreichsten Menschen der Welt. Er schlug mit einer Rendite von über 20 Prozent jährlich über Jahrzehnte den S&P 500 mit seiner Valuestrategie, was ihm in letzter Zeit aber immer öfter nicht mehr gelang. Ist die Zeit der Überlegenheit der Substanzwerte vorbei und hat Growth das Zepter übernommen?

Die letzte Bilanz zu Zeiten von Covid-19

Bei der kürzlichen Jahresversammlung von Berkshire Hathaway, nicht das übliche Pilgerspektakel, sondern eine Art Videoversammlung, konnte auch der legendäre Investor keine üblichen Rekordzahlen verkünden. Er konnte zwar einen Quartalsgewinn von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr vermelden, aber nicht beim Nettoergebnis, bei dem ein Verlust von fast 50 Milliarden Dollar zu Buche stand (Vorjahr Gewinn 21,6 Mrd. Dollar). Dies als Folge einer Bilanzregel, bei der auch unrealisierte Aktienverluste zu berechnen sind. Hier schlägt natürlich Corona ins Kontor und einige Investments, die sich ganz anders als im Sinne von Warren Buffett entwickelt haben.

Die Aktienverkäufe von Warren Buffett

Zwar konnte auch ein Investor wie Warren Buffett nicht im entferntesten das Auftreten einer Pandemie und einen weltweiten Lockdown antizipieren, aber dummerweise hatte er einige Titel im Depot, beziehungsweise sogar noch nachgekauft, die besonders unter Covid-19 gelitten haben. Über den 2-Milliarden Dollarverlust bei Delta Airlines, United Airlines, Southwest Airlines und American Airlines hatten wir schon bei FMW berichtet. Hinzu kamen Reduktionen und Verkäufe bei Goldman Sachs, der Versicherungsgesellschaft Travelers und der Ölfirma Philipps 66. Ausgerechnet Substanzwerte verloren in der Krise mehr als Growth-Titel, früher immer die Outperformer in solchen Zeiten.

Das Jahrzehnt der Wachstumstitel

Dass dies keine neue Entwicklung ist, zeigt ein Vergleich der verschiedenen Anlagestrategien in den letzten zehn Jahren.  Der S&P-Value-Index brachte es hierbei nur auf eine durchschnittliche Rendite von zehn Prozent, der Gesamtindex S&P 500 kam hingegen auf über 13 Prozent, der S&P-Growth-Index sogar auf knapp 16 Prozent. Jährlich wohlgemerkt, was sich auf Sicht einer Dekade gewaltig bemerkbar macht.

Immer wieder wird in Anlegerkreisen die Frage gestellt, ob das Konzept des Value Investings heutzutage noch so funktioniert. Und dann hatte Hedgefonds-Manager Bill Ackman auch noch in der letzten Maiwoche bekanntgegeben, seine Beteiligung an Berkshire Hathaway verkauft zu haben, was immerhin den Gegenwert von fast einer Milliarde Dollar darstellte. Immer wieder, jetzt bereits schon über vier Jahre, wurde die Frage gestellt, warum Warren Buffett seine zuletzt 137 Milliarden Dollar große Cash-Position nicht für Investments eingesetzt hat. Immer die gleiche Antwort des Investors, er fände keine günstigen Firmen, die eine Aquisition wert seien. Dabei hatte der Blitzabsturz im Februar/März doch für günstige Gelegenheiten gesorgt. „Be greedy when others are fearful“, lautet die legendäre Maxime Buffetts, doch nicht im Winter 2020.

Manager glauben noch nicht an Value

Während es der große S&P 500 in den letzten 10 Jahren auf gut 150 Prozent brachte, kam der marktbreiteste Index, der Russel-3000 nur auf 80 Prozent. Wer waren die großen Renditebringer? Natürlich, die um Microsoft erweiterten FAANG-Titel Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google. Kein Wunder also, dass eine Umfrage der Bank of America bei Fondsmanagern ergab, dass diese wie auch 2007 darauf setzen, dass Wachstum besser abschneidet als Substanz. Dies hat sich zwar in Zeiten von Covid-19 eindeutig bewiesen, aber sind die Vorzeichen von Regulierung und Kampfansagen (Trump) gegen diese Unternehmen, die oligopolartige Strukturen aufweisen, wirklich so harmlos? Immerhin ist Warren Buffett mit fünf Prozent der größte Anteilseigner an Apple, mit einer gewaltigen Wertentwicklung in den letzten Jahren. Ohne diesen Highflyer sähe die Bilanz von Berkshire Hathaway allerdings auch etwas anders aus.

Fazit

Noch ist es nicht ausgemacht, dass die Zeit der Substanzwerte vorbei ist. Bisher wurde Buffett schon vor mehreren Rezessionen als „Ehemaliger“ der Investmentszene verspottet, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Mit dem bekannten Ergebnis. Und haben die Value-Aktien aus dem Energie-, dem Finanz- und dem Einzelhandelssektor in den letzten Tagen nicht zum ersten Mal seit langer Zeit die Growth-Titel outperformt? Fünf zu 2,5 Prozent. Die Stärke von Warren Buffett ist seine Disziplin, seine Geduld, seine Fähigkeit sich nicht von Angst und Gier infizieren zu lassen. Daher auch sein Spruch: Das meiste Geld habe ich auf meinem Hintern verdient! Auch in der Ära von Covid-19?

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart an der Wall Street – “Stimulus OHNE ENDE”

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Markus Koch spricht im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Sein heutiges Video betitelt er mit den Worten “Stimulus OHNE ENDE”.

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Amazon ist auf dem Weg zum größten Logistikkonzern!

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Amazon zählt zweifelsohne zu den Profiteuren der Coronakrise. Während Einzelhändler wochenlang schließen mussten, liefen die Versandzentren des US-amerikanischen Onlinehändlers rund um die Uhr weiter. Nun sichert sich das Unternehmen in der Krise auch noch kostengünstige Luftfrachtkapazitäten und macht damit traditionelle Logistikkonzerne mehr und mehr überflüssig. Am Ende dürfte Amazon nicht nur günstiger als viele Einzelhändler sein, sondern mit seiner Marktmacht auch viele Online-Konkurrenten verdrängen.

Schon seit Jahren mischt Amazon im Logistikgeschäft mit. Die eigenen Fulfilment-Dienstleistungen werden von zehntausenden Unternehmen genutzt, die Waren in Amazons Warenhäusern einlagern und von Amazon verpacken und verschicken lassen. Seit einiger Zeit kommt Amazons eigener Lieferdienst hinzu, der unter Umgehung von Paketdiensten wie DHL oder Hermes die Waren direkt von Amazons Logistikzentren zum Kunden bringt. Zudem gibt es ein weltweites Netz von eigenen Paketstationen, an die sich Kunden Waren von Amazon schicken lassen können, wenn sie nicht zuhause sind. Das funktioniert sogar global. Ich selbst habe mit meinem deutschen Amazon-Account an eine New Yorker Paketstation bestellen und die Waren dort abholen können. Versuchen Sie das mal mit Ihrem deutschen DHL Packstation-Account!

2021 soll die Flugzeugflotte von Amazon mit DHL gleichziehen

Nun nutzt Amazon die Gunst der Stunde und baut die eigenen Luftfrachtkapazitäten aus. Zwölf zusätzliche Flugzeuge wurden, zu mutmaßlich in der Krise besonders günstigen Konditionen, geleast. Genutzt werden dabei zu Frachtflugzeugen umgebaute Passagierflugzeuge des Typs Boeing 767-300. Damit kommt das Unternehmen auf inzwischen 54 Frachtflugzeuge. Gestartet ist Amazon Air erst im Jahr 2016. Zum Vergleich: FedEx kommt auf knapp 463 Flugzeuge, UPS auf 275 und DHL auf 77 Flugzeuge. Erwartet wird, dass Amazon im kommenden Jahr mit DHL und in sieben bis acht Jahren fast mit UPS aktueller Flottengröße gleichziehen wird. Auf dem Boden operiert das Unternehmen bereits mit mehr als 20.000 Lieferwagen. Die eigene Flugzeugflotte wird vor allem in Nordamerika genutzt, um Lieferungen binnen 24 oder 48 Stunden anbieten zu können.

Amazon macht’s erst selbst, und bietet es dann als Dienstleistung an

Die Ausdehnung des eigenen Wirkungskreises auf die Logistik folgt einem Schema, das wir bei Amazon schon seit 20 Jahren beobachten können. Statt KnowHow und Dienstleistungen einzukaufen, macht man es lieber selbst und entwickelt daraus über kurz oder lang eigene, teils hoch profitable Geschäftsbereiche. So ist die Amazon Web Services Sparte inzwischen Hauptgewinnbringer des Konzerns. Dabei vermietet man Rechenkapazitäten in den eigenen Rechenzentren an andere Unternehmen. Das gleiche ist mit den Warenhäusern möglich. Die Dienstleistungen, Lagerung, Verpackung, Versand, Retourenbearbeitung, können Konkurrenten nutzen, wenn die Waren auf Amazons Marktplatz verkauft werden. Amazons Marktplatz wiederrum entwickelte sich aus dem eigenen Onlineshop, auf dem schon seit mehr als einem Jahrzehnt jedermann seine Waren anbieten kann. Das Unternehmen verdient bei jedem Verkauf eine üppige Provision und deckt gleichzeitig ein größeres Produktuniversum ab, als sie es allein könnten.

2012 kaufte Amazon den Roboter-Spezialisten Kiva Systems, das seitdem daran arbeitet, die Warenhäuser des Unternehmens der Vollautomatisierung näher zu bringen. Vor dem Aufkauf verkaufte Kiva Systems die eigenen Systeme auch an diverse Wettbewerber von Amazon. Dieses Geschäft wurde zwar eingestellt. Doch die nun Amazon Robotics genannte Sparte ist intern sehr aktiv und betreibt in Amazons Warenhäusern bereits mehr als 200.000 Roboter. Selbst wenn man diese Systeme niemals an externe verkaufen sollte, so könnten diese trotzdem von Amazons Fulfillment-Dienstleistungen profitieren, die dank Robotik vielleicht günstiger angeboten werden können als bei der Konkurrenz.

Paketdienste, lokaler Handel, Onlineshops – alle müssen Amazons Marktmacht fürchten

Ich bin mir sicher, die Paketdienste werden Amazons Wachstum genau beobachten und versuchen, es durch Sonderkonditionen einzudämmen. Letztendlich könnte sich für Amazon der Unterhalt des eigenen Zustell- und Logistikdienstes also selbst dann lohnen, wenn der Dienst selbst teurer wäre als DHL und Co. Solange die mit dem Druckmittel „Eigenzustellung“ erlangten Rabatte bei den Paketdiensten größer sind als eventuelle Verluste in der eigenen Zustellung, ist der Betrieb lohnenswert.

Letztendlich ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis Amazons Paketvolumen so groß ist, dass man die Zustellung komplett in die eigene Hand nehmen und damit Geld verdienen kann. So wie mit allen anderen Dingen auch, die Amazon bislang anfasste. Wenn man jedoch die IT günstiger betreiben kann als Konkurrenten, die Logistik in die eigene Hand nimmt, die Warenhäuser mit eigener Roboter-Technik ausstatten und bei Zulieferer dank schierer Marktmacht große Rabatte aushandeln kann, welche Wettbewerbsvorteile könnten dann noch Konkurrenten ausbilden? Nicht nur der lokale Handel hat Amazon zu fürchten, sondern auch diverse online operierende Händler. Viele Aktien notieren trotz Coronakrise nahe oder auf Allzeithochs. In der Regel halte ich das für eine massive Fehlbewertung. Bei Amazon jedoch sehe ich viele Gründe, die Bewertung für gerechtfertigt zu halten.

Amazon Warenzentrum Beispielfoto
Ein Amazon-Warenzentrum. Foto: blu-news.org CC BY-SA 2.0

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