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EZB beauftragt Blackrock als Berater

Das passt wie die Faust aufs Auge: der größte öffentliche Hedgefonds, die EZB, beauftragt den größten privaten Hedgefonds, Blackrock, als Berater für das von der Notenbank angestrebte Programm zur Wiederbelebung des ABS-Marktes.

Die EZB erhofft sich durch die Wiederbelebung des seit der Finanzkrise weitgehend illiquiden ABS-Marktes die Ankurbelung der Kreditvergabe. Zu seinen Hoch-Zeiten lag das Volumen des ABS-Marktes bei 1,9 Billionen Dollar.

Unterdessen hat die Deutsche Bank prognostiziert, dass die EZB bereits auf ihrer nächsten Sitzung am 04.September aktiv wird. Sie rechnet jedoch nicht mit (Staats-)Anleihekäufen im Stile der Fed oder der Bank of Japan – sondern mit einer Art „privat-QE“, sprich ersten Maßnahmen zur Wiederbelebung des ABS-Marktes. Für die Märkte wäre das, nach der Rede Draghis in Jackson Hole, eher enttäuschend – man hatte sich eben Staatsanleihe-Käufe erhofft.

Die Deutsche Bank verweist auf vier Gründe, warum die EZB bereits Anfang September aktiv werde:

1. Enttäuschende Daten zuletzt aus der Eurozone
2. Lagen die Inflationsdaten zuletzt unter der Erwartung
3. Die Auswirkungen des TLTRO seien bislang sehr begrenzt
4. Die Inflationserwartungen der Märkte hätten in letzter Zeit weiter abgenommen

Man darf gespannt sein, ob die Prognose der Deutschen Bank eintrifft. Möglicherweise aber haben die Märkte die rede Draghis etwas überinterpretiert – sollte dann nichts konkretes kommen, dürfte es zu einem Abverkauf kommen..



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1 Kommentar

  1. Was kümmern denn die Märkte noch enttäuschende Wirtschaftszahlen? Die Notenbanken werden es sowieso richten. Mal die FED, dann die BoJ, dann die EZB. Die Märkte haussieren in einer Art win-win-Situation. Wenn denn irgendwann mal einmal diese Politik Früchte im Sinne der Erzeugung eines Wohlfühlens der Marktteilnehmer (man fühlt sich ja durch die immensen eingestrichenen Kursgewinne reich; fraglich ist nur, ob die große Masse an dieser Entwicklung beteiligt ist und dies in einem dann ungebremsten Konsumverhalten zur denn daraus hoffentlich resultierenden Steigerung der Wirtschaftskraft umsetzt) tragen sollte – Amerika ist ja bekanntlich Dank der weisen Politik der FED auf dem Wege der Erfolges :) -, dann sind wir ja in der besten Welt angelangt.
    Leider scheint diese Politik des Zuschüttens der wirtschaftlichen Probleme mit Liqidität ohnegleichen doch nicht ganz zum gewünschten Erfolg zu führen, wenn man sich die nunmehr letzten 5-6 Jahre betrachtet. Zur geringe Inflation. Fragen Sie mal die Masse der Menschen, was wirklich bei ihnen ankommt. Aber das ist ja nur gefühlt. Die weisen EZB-Banker rechnen uns dann das schon richtig vor.
    Aber macht nichts: In einer Welt, wo man mit der Geschäftsidee des unheimlich wichtigen „Posten an Freunde“ ob denn meine Katze gekalbt hat oder nicht zum Miliardär werden kann, ist der Puls der Zeit getroffen worden.
    Und alle Marktteilnehmer machen mit. Da erinnert man sich unweigerlich der Worte von Kostolany: „Die meisten Idioten pro Quadratmeter trifft man an der Börse.“
    Übrigens müsste eigentlich einer der reichsten Menschen dieser Welt u.a. unser werter EZB-Präsident M. Draghi sein. Denn er weis ja im Voraus bestens um die Wirkung seiner Worte in den unzählig vielen Reden. Ob er nun die Aktienmärkte wieder mal im Ergebnis seiner letzten Rede in Jackson Hole (Was hat er eigentlich überhaupt neues im Vergleich zur EZB-Sitzung von Anfang Juni 2014 gesagt?) stimuliert oder den Euro auf Talfahrt schickt. Für ihn eigentlich dürfte es ganz leichte Anlageentscheidungen sein. Was verwundert im Ergebnis seiner letzten Rede in Jackson Hole vom vergangenen Freitagabend ist das die an sich sonst so schnell reagierenden Märkte über das Wochenende Zeit brauchten, diese Worte in die richtige Richtung zu interpretieren, um dann am Montag ohne vernünftigen Hintergrund ein Kursfeuerwerk abzubrennen. Charttechnik wird hier dann sowieso nur noch zur Makulatur.
    Mal sehn, wann die Naturgesetze in welcher fernen Zeit auch immer sich wieder durchsetzen werden.

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