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EZB-Chefvolkswirt Praet schwer genervt von deutscher Kritik!

Markus Fugmann

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am

Von Markus Fugmann

Die EZB meint es doch gut mit uns allen, oder? Nunja, manche sagen, mit einigen meint sie es bessser als mit anderen, aber das sind Läster-Zungen, die solcherlei behaupten. Kritik kommt bekanntlich ja überwiegend aus Deutschland – und dass das nicht spurlos an den EZB-Granden vorbei geht, zeigen heutige Äusserungen des Chefvolkswirts der EZB, Peter Praet. Also jener Praet, der vor nicht allzu langer Zeit den legendären Satz sagte: „Wenn man Geld druckt, bekommt man immer Inflation. Immer!“. Die USA haben Donald Trump, Europa hat Peter Praet – beide sind auf ganz besondere Weise großartig!

Denn Praet kann auch deftig austeilen – wie Trump das ja auch gerne tut. Wer im Frankfurter EZB-Olymp sitzt und auf das niedere Volk herabblickt, dem man gleichwohl das Allerbeste wünscht, der kann schon einmal die Contenance verlieren angesichts der Nörgeleien der Deutschen. Enteignung der Sparer, der Weg in die Katastrophe – solch unschöne Kommentare hagelt es ja in deutschen Medien und von deutschen Volkswirtschaftlern wie etwa Käpt´n Ahab, alias Hans-Werner Sinn.

Notenbanker, das ist bekannt, sind ja vor allem rhetorisch sehr zurück haltend, weil sie wissen, dass ihre Worte auf die Goldwaage gelegt werden und enorme Konsequenzen haben können. Heute aber hat Peter Praet, die belgische Allzweck-Waffe Draghis, gegen diese Notenbanker-Verhaltenskodex gehandelt und deftig auf die Pauke gehauen gegen die deutschen Kritiker.

So sagte Praet auf der jährlich stattfindenden Frankfurter Konferenz „The ECB and it’s Watchers“ (die EZB und ihre Beobachter) an die Adresse der Deutschen:

„Wie in diesem Land auf diese Institution geschossen wird, ist manchmal schwer zu ertragen.“

Bums! Aber es kommt noch besser. Offenkundig in Anspielung auf die großstädtische Immobilienblase hierzulande sagte Praet, dass die EZB damit nichts zu tun habe – wer solche Blasen fürchte, müsse sich die Frage stellen, wer für diesen Bereich zuständig sei. Gemeint ist damit die liebste Institution der Deutschen, die ehemalige „Atombombe Deutschlands“, nämlich die Bundesbank. Denn in ihre Ressort fällt die Beobachtung der Entwicklungen auf dem Immbobilienmarkt.

Das war ein ziemlich heftiger Bodycheck gegen die Bundesbanker, besonders wohl gegen den Oberkritiker Jens Weidmann, den Bundesbank-Chef. Im Fußball würde man das als „Nachreten“ bezeichnen, mit der Folge einer saftigen Roten Karte durch den Schiedsrichter. Nur ist die EZB in diesem Fall unglücklicherweise Spieler und Schiedsrichter zugleich, was die Objektivität gelegentlich etwas zu dämpfen scheint.

Wie sagte einst Stasi-Chef Ernst Mielke? „Ich liebe doch alle Menschen..“ – genau wie Peter Praet. Nur die nörgelnden Deutschen liebt Praet offenkundig etwas weniger. Wie auch immer: die Liebe ist offenkundig nicht groß genug, um Helikoptergeld unter die Leute zu bringen, wie Praet heute sagte: man habe darüber nicht diskutiert, nicht einmal informell.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    leser

    7. April 2016 11:38 at 11:38

    Klaus Peter Krause, früher Ressort Wirtschaft FAZ, hat kürzlich die Kritik an der EZB und am Geldsystem noch einmal gekonnt zusammengefasst, http://kpkrause.de/2016/03/27/die-verheerende-geldpolitik/.
    Vermute aber mal, der Artikel steht bei der EZB nicht in der Pressemappe.

  2. Avatar

    bigben

    7. April 2016 12:11 at 12:11

    tja, was soll man sagen, … dumme menschen, die welt ist leider voll davon.

    … euro long, jetzt gehts den südländern an den kragen.

  3. Avatar

    joah

    7. April 2016 13:51 at 13:51

    »Die USA haben Donald Trump, Europa hat Peter Praet – beide sind auf ganz besondere Weise großartig!

    Die kommen sich selbst mittlerweile nur noch verdammt groß vor, aber artig sind sie schon lange nicht mehr.
    Wenn man dann noch den schwarzen Peter zurück zu der Institution schiebt, die man zuvor selbst vollständig entmündigt hat, unterstreicht dies nur noch die Abgehobenheit. Willkommen in der Meinungsfreiheit, Hr. Praet.

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