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Zieht euch warm an! Fed, EZB: Notenbanken ziehen Aktien-Rally den Stecker! Videoausblick

Beim Treffen der Notenbanken in Jackson Hole war es nicht nur die Fed in Gestalt von Jerome Powell, die Hoffnungen auf eine Zinswende eine Absage erteilt hatte, sondern auch Vertreter der EZB wie Isabel Schnabel fürchten eine weiteres Ausufern der Inflation, das dann das Vertrauen in unser Geldsystem zerstören würde. Damit ist der Aktien-Rally seit Juni, die auf der Hoffnung einer baldigen Wende der Notenbanken basierte, der Stecker gezogen. Notenbanken gegen Aktienmärkte, so könnte man es auf eine kurze Formel bringen. Das bedeutet, dass die Aktienmärkte es in nächster Zeit schwer haben werden – nach dem Abverkauf am Freitag sind Erholungen daher Verkaufs-Gelegenheiten..

Hinweise aus Video:

1. EZB: Die Zeit des Bluffens ist vorbei – Inflation und Überschuldung

2. S&P 500 und Nasdaq: Die Fed – jetzt Feind der Aktienmärkte?

3. Robert Habeck arbeitet an neuem Modell für Strommarkt



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4 Kommentare

  1. Powell hat kurz und knapp nichts anderes gesagt, als schon bei der letzten FED-Sitzung und andere Notenbanker die letzten Wochen auch.
    Vielleicht ein wenig bestimmter, weil er sauer war scheinbar missinterpretiert worden zu sein.
    Die Volumen am Freitag waren höher als die letzten Tage, aber nicht überdurchschnittlich hoch und auch der VIX ist bisher nur moderat gestiegen, wo man doch bei einem solchen Kursrutsch einen explosiven Anstieg im VIX und den Volumen hätte erwarten können.
    Es findet also kaum hedging statt und es gibt wenig Verkaufsdruck. Zumindest bisher.
    Weshalb?
    Die Daten sprechen klar für eine Abkühlung der Wirtschaft, vielleicht ist sie sogar schon in der Rezession.
    Powell spricht aber immer noch von einer starken Wirtschaft und träumt von einem Soft Landing?!
    Dazu spricht alles dafür, dass die Inflationsdaten weiter sinken werden.
    Powell glaubt, dass dies bisher nur eine Eintagsfliege sein könnte und beharrt auf dem Inflationsziel von 2%.
    Er versteht weiterhin nicht die verzögerte Wirkungsweise der geldpolitischen Maßnahmen und wird überziehen.
    Die Einschätzung der FED ist dieses Jahr genau so falsch wie sie es letztes Jahr auf dem Symposium war, als sie von einer vorübergehenden Inflation ausging, als längst klar war, dass sie länger hoch bleiben wird und sogar noch steigen. Damals lag sie bei 4%.
    Der Markt antizipiert das.
    So wie letztes Jahr nach Jackson Hole die Kapitalmarktzinsen deutlich begannen zu steigen, so könnten sie nun beginnen deutlich zu fallen.
    Auf die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen wird die nächsten Wochen/Monate zu achten sein.
    Die Aussagen Powells, weiter zu erwartende schwache Wirtschaftsdaten und sinkende Inflationsdaten werden die Marktteilnehmer in den sicheren Hafen, den Bondmarkt, treiben.
    Die Zinsen werden dadurch fallen, was positiv für die Aktienmärkte sein kann.
    Erst Recht bei dem aktuell bearishen Sentiment, dass nun wieder richtig Nahrung erhalten hat und der weiterhin hohen Cashquote an der Seitenlinie.

    Charttechnisch wurde der Anstieg seit Juni nun zwischen 38% – 50% korrigiert, je nach US-Index.
    Vielleicht wird man in ein paar Wochen sagen: Das waren wieder gute Einstiegsgelegenheiten. ;-)

    Die Hausse stirbt in der Euphorie!

    Enjoy Life!

    1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

      Wenn’s ein richtiger Crash wird, dann geht der mehrere Jahre, so wie zum Beispiel von 2000 bis 2003 oder der von 2007 bis 2009.

      Der Nasdaq hatte beim Erstgenannten um satte 82 Prozent „korrigiert“.

      Wenn’s wieder nur ein laues Lüftchen wird, die FED wieder einknickt, dann könnten Sie Recht haben.

      Leider weiß man das nie vorher, sondern immer erst hinterher. Im ersten großen Crash des neuen Jahrtausends, dem von 00 bis 03,wurden auch immer wieder die Bullen mutig und kauften munter zu, am Ende wurden sie ausgekontert. In dieser Phase der konjunkturellen Übertreibung nach unten, gab’s sage und schreibe 26 Erholungsversuche der Bullen,um das Schlimmste zu verhindern.
      Die bisherige „Korrektur“ ist im langfristigen Vergleich bisher nur ein laues Lüftchen.
      Das Verhältnis Marktkapitalisierung zum Bruttoinlandsprodukt liegt in den USA immer noch über den Hochpunkten der Dotcom Blase und der Immobilienblase.
      Am Ende hängt alles am Geld und die Märkte werden entsprechend reagieren, das heißt nichts anderes als die Märkte weiterhin Notenbanken getrieben sind, Liquiditätsentzug inform steigender Zinsen lässt sie sinken und umgekehrt steigen, das Gleiche gilt für die Bilanzsummen der weltweit führenden Notenbanken.
      Die Korrelation zwischen beiden ist unverkennbar.
      Am Ende müssen die Notenbanken entscheiden, was ihnen wichtiger ist, Inflationsbekämpfung oder die Börse.
      Beides zusammen geht nicht.

      1. Der S+P gerade -0,07 v. H. Ich werde einfach den Eindruck nicht los, dass
        die FED viel Getöse macht aber überhaupt nicht daran interessiert ist, dass
        die US-Börsen wirklich nachhaltig korrigieren. Ich spüre unentwegt Marktschonung.
        Man will die Nominalzinsen nach oben anpassen, um die Form zu wahren.
        Früher wären die Börsen regelrecht eingebrochen. Aber es ist zuviel „interessiertes
        Kapital“ im Markt. Der Rettungsanker Aktien soll erhalten bleiben. Lasse mich
        aber sehr gerne belehren. Richtige Korrekturen sehen anders aus. Lauses Lüftchen
        wie hier beschrieben, ist ein treffender Ausdruck.

  2. Herr Fugmann, bin grundsätzlich bei Ihnen.
    Frau Schnabel und Notenbanker verkünden, dass man Vertrauen in das
    bestehende Geldsystem bringen muss.
    Es stellt sich für mich die Frage, warum man nicht früher auf diese Idee
    gekommen ist. Stattdessen hat man den Aktienmarkt gestützt und ohne Ende
    aufgebläht. Jetzt haben wir Inflation. Diese ist jedoch m.E. auf zwei
    Komponenten zurück zu führen. 1. Mangelteuerung und 2. Jahrzentelange
    Notenbankpolitik. Mangelteuerung kann man mit Zinserhöhungen nicht
    bekämpfen. Und bei einer sich abzeichnenden Rezession oder schwer-
    wiegender verschlimmern Zinserhöhungen dieses kommenden Szenario.
    Ich meine, es wird nicht gelingen, die Inflation in Griff zu bekommen ohne
    einen Kollateralschaden herbeizuführen. Ich sehe unlösbare Probleme.
    Die FED mag ja noch etwas agieren können, aber die EZB m.E. nicht. Es
    sein denn, man will die Konjuktur komplett herunterfahren und dies als
    kleineres Übel (oder mehr) in Kauf nehmen. Dann bleibt aber m.E.
    kein Stein auf dem anderen. So sehe ich es subjektiv.

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