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Finanzsystem: Alles hängt ab von einer Hand voll unbekannter Anbieter

Claudio Kummerfeld

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am

Das Finanzsystem hängt an wenigen zentralen Dienstleistern - Beispielfoto IT

Welcher „normale“ Mensch da draußen hat schon jemals was von der dwp gehört, oder von dem niederländischen Unternehmen namens Equens? Richtig, niemand. Wenn der Kunde zu seiner Sparkasse oder Volksbank um die Ecke geht oder sich dort online einloggt, dann geht er davon aus, dass seine Überweisung auch von seiner Bank ausgeführt wird. Dass aber so ziemlich alle Volksbanken, Sparkassen wie auch viele anderen Banken zum Beispiel ihre Wertpapiertransaktionen über einen externen Dienstleister namens dwpbank laufen lassen, wurde erst diese Woche so richtig offenkundig (wir berichteten). Bei diesem einen Anbieter fielen nämlich mehrere Server aus… und zack, die Kunden bei 1.288 Banken in Deutschland hatten Probleme mit ihren Wertpapiergeschäften! Auf einen Schlag wurde offenkundig, wie anfällig unser Finanzsystem geworden ist.

Viele Banken, ein zentraler Dienstleister

Was viele Kunden auch nicht wissen: Kleine und mittelgroße Sparkassen legen zum Beispiel ihre IT-Systeme mit anderen Sparkassen zusammen um Geld zu sparen. Dazu werden externe Dienstleister gegründet. Fällt dort die IT aus, sind gleich mehrere Sparkassen betroffen. Da gibt es zum Beispiel die in der breiten Öffentlichkeit unbekannte Firma „Finanz Informatik“ – einer der großen Player. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen IT-Dienstleister für 384 Sparkassen, 6 Landesbanken, 8 Landesbausparkassen, die DekaBank, 5 öffentliche Versicherer, 4 Direktbanken sowie weitere Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe.

Was für die gesamte IT und auch für WP-Transaktionen gilt, ist auch beim Überweisungsverkehr längst Standard. Auslagern, auslagern, auslagern, ist die Devise! Wie gesagt: Der normale Bankkunde, der sich im Onlinebanking einloggt und eine normale Überweisung eingibt, denkt natürlich, dass seine Bank selbst diese Überweisung ausführt. Dabei laufen derzeit bereits die Überweisungen von Kunden der HypoVereinsbank (quasi Außenstelle der UniCredit-Zentrale in Italien) schon längst nicht mehr über hausinterne Systeme, sondern über ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank. Aber war diese „Dienstleistung“ der DB der Hypo offenbar zu teuer? Denn die Hypo hat sich laut DerTreasurer jetzt dazu entschieden ihren Zahlungsverkehr nun über einen externen niederländischen „Dienstleister“ namens „Equens Worldline“ laufen zu lassen.

Wer als HVB-Kunde zukünftig also Überweisungen ausführt, dessen Daten und Transaktionen laufen dann zukünftig also über Server eines holländischen Anbieters, der mit der HypoVereinsbank selbst eigentlich nichts zu tun hat. Übrigens: Auch die Commerzbank hat angefangen ihren gesamten Zahlungsverkehr an Equens zu übergeben. Bis 2023 soll diese Übertragung abgeschlossen sein. Das Finanzsystem wird mehr und mehr abhängig von einer kleinen Hand voll zentraler Dienstleister, die wirklich durchgängig zuverlässig funktionieren müssen – sonst haben hunderte oder tausende Banken gleichzeitig ein Problem, und damit auch das Finanzsystem als Solches! Grundsätzlich kann man sich sowieso langsam fragen, was von Banken noch übrig geblieben ist, abgesehen von dem Logo? Prozesse werden ausgelagert, und ganze interne Abteilungen (Buchhaltung, Backoffice, Middle Office) werden ins Ausland verlagert und Gehaltskosten zu sparen. Was bleibt dann von der Bank als solche überhaupt noch übrig? Aber gut, das ist wohl eher eine Frage für Philosophen! Gewünscht ist diese Entwicklung durch die Bankenaufseher, denn dank fehlender Zinseinnahmen sollen die Banken ihre Kosten so weit senken wie nur irgend möglich.

Das grundlegende Problem für das Finanzsystem

Genau wie bei der dwpbank ist auch beim Outsourcing auf einen Anbieter wie Equens (ein Riesenladen) das Problem für das Finanzsystem als Ganzes: Fallen hier Systeme aus, sind gleich zahlreiche Banken betroffen. Früher (in der guten alten Zeit) war es ganz einfach: Hat eine Bank ein IT-Problem, hat eben nur diese eine Bank ein Problem. Jetzt in der schönen neuen Outsourcing-Welt, wo die Zentralbanken und Aufsichtsbehörden die Banken geradezu dazu drängen Kosten einzusparen, fällt ein zentraler Dienstleister aus, und das ganze Finanzsystem hat ratz fatz ein Problem!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Leviathan

    10. Januar 2020 10:21 at 10:21

    Wird dann lustig bei einem Cyberangriff…

  2. Pingback: Meldungen vom 10. Januar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

  3. Pingback: Everything depends on a handful of unknown providers | En24 News

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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