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FOMC-Protokoll: Headlines

Markus Fugmann

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am

Die Fed in Gestalt des FOMC (Federal Open Market Committee) will erst einmal die Zinsen unverändert lassen – wie heute einmal mehr Fed-Mitglied Lael Brainard klar gemacht hat. Aber was wurde auf der letzten Fed-Sitzung besprochen, als die US-Notenbank zum dritten Mal in Folge die Zinsen gesenkt hatte? Und warum muß die Fed täglich Liquidität in die Repo-Märkte pumpen?

Den Wortlaut vom FOMC-Protokoll lesen Sie hier..

Hier die wichtigsten Aussagen des FOMC-Protokolls der letzten Fed-Sitzung (29./30.Oktober) in Headlines:

– Geldpolitik „well calibrated“

– so lange Wirtschaft stabil bleibt, wird sich Geldpolitik nicht ändern

– einige Fed-Mitglieder sehen erhöhte Abwärtsrisiken: „Many participants continued to view the downside risks surrounding the economic outlook as elevated, further underscoring the case for a rate cut at this meeting“

– einige Fed-Mitglieder: Zinssenkung war ein „close call“ (knappe Entscheidung)

– Zinssenkung war erfoderlich wegen Schwäche der Weltwirtschaft und Unsicherheit im Handelsstreit

– einige Fed-Mitglieder wollten Zinsen unverändert lassen, weil Anstieg der Inflation erwartet aufgrund guter ÖLage der US-Wirtschaft

– zu Negativzinsen: „All participants judged that
negative interest rates currently did not appear to be an attractive monetary policy tool in the United States.“

– zu Anleihekäufen: „All participants expressed support for a plan to purchase Treasury bills into the second quarter of 2020 and to continue conducting overnight and term tepo operations at least through January of next year.“

– kommt QE5?: „Many participants supported operations to maintain reserve balances around the level that prevailed in early September. Some others suggested moving to an even higher level of reserves to provide an extra buffer and greater assurance of control.“

– einige Fed-Mitglieder: Banken haben Kapitalpuffer reduziert, statt ihn zu erhöhen (FMW: Hinweis auf Liquiditätsprobleme am Repo-Markt)

FMW: alles nicht wirklich neu nachdem sich seit der letzten Sitzung einige Fed-Mitglieder geäußert hatten. Nur ein zarter Hinweis zu den Kapitalpuffern – das ist wohl nicht einmal 1% der Wahrheit über das, was wirklich im Repo-Markt passiert: Offenkundig haben einige US-Banken ernsthafte Probleme, sonst müsste die Fed nicht täglich agieren!

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Das FOMC-Protokoll zeigt den Stand der Diskussionen in der Fed

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    20. November 2019 20:56 at 20:56

    Das ist nichts wesentlich neues. Wenn so stark Notenbankliquidität nachgefragt wird, dann kann es nur Probleme im Finanzsektor geben, was man aber gezielt verschleiern wollte und externe Faktoren vorgeschoben hat (Treasury Settlement und Steuerzahlungen). Die Fed redet generell wenig bis gar nicht über den Repo Markt, vermutlich weil man dann offiziell zugeben müsste das die Lage wesentlich brenzliger ist als man es verkauft.
    Zwar haben sich die Sätze eingependelt die letzen Tage und Wochen, aber die Nachfrage nach Liquidität ist und bleibt weiterhin hoch, und das trotz den „nennt es nicht QE“ T-Bills Käufen.

    Nur Unwissende haben wirklich an den Blödsinn geglaubt was man da schnell vorgeschoben hat.

  2. Avatar

    helmut.haerle@bayer.com

    20. November 2019 22:42 at 22:42

    Lieber Herr Fugmann,
    halten Sie es für möglich, dass US-Banken ihre Liquidität nach unten manipulieren, um die FED zu zwingen, diese grossen Summen täglich in die Märkte zu pumpen, so dass damit doch wieder die hohe Liquidität gegeben ist?
    Danke für eine kurze Stellungnahme.
    MfG Helmut

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      20. November 2019 22:56 at 22:56

      Lieber Helmut, das halte ich eher für unwahrscheinlich! Aber wir wissen eben nichts Genaues – da wird man erst in einigen Jahren erfahren vermutlich..

  3. Avatar

    Prognosti

    21. November 2019 06:27 at 06:27

    Was bei der letzten Krise noch Bankenrettung genannt wurde, passiert jetzt einfach anonym.In Anlehnung einer Aussage eines deutschen Politikers , WENN ICH DARÜBER REDEN WÜRDE, KÖNNTE ES DER MARKT NEGATIV AUFNEHMEN. Wenn das so gravierend ist,glaube ich nicht, dass das lange verheimlicht werden kann.Da mindestens einige Leute davon wissen, ( auch wenig verdienende Angestellte ) wird es nicht lange dauern bis ein Insider oder ein Whistel etwas herausblowert.

    • Avatar

      Quintus

      21. November 2019 08:01 at 08:01

      Hier braut sich wohl ein perfekter Sturm zusammen:

      Die Fed kauft 60 Milliarden Dollar an Schatzanweisungen pro Monat für einen ganz anderen Zweck. Sie versuchen zu verhindern, dass die kurzfristigen Zinsen steigen. Die QE 2007-2009 war ein Versuch, die Wirtschaft zu „stimulieren“, indem sie die Banken zur Kreditvergabe ermutigte, was sie nicht erreichte. Hier versucht die Fed zu verhindern, dass die Repo-Sätze wieder auf 10% steigen, weil die Banken den Banken nicht vertrauen.
      Wir erleben, dass die Fed versucht, die Kontrolle über den Referenzzinssatz für den kurzfristigen Zinssatz zu behalten, den sie zur Steuerung der Geldpolitik verwendet. Sie „stimulieren“ NICHT die Wirtschaft, retten Banken, kaufen US-Schulden, weil andere es nicht tun werden, oder etwas dergleichen. Der Kauf von T-Bills ist kurzfristig und nicht langfristig. Sie versuchen, künstlich zu verhindern, dass die kurzfristigen Zinsen steigen, was unser Modell zeigt.
      Die Krise hat NICHTS mit der Wirtschaft im Inland zu tun, und es ist keine quantitative Lockerung, die versucht, die Wirtschaft durch den Kauf langfristiger Schulden anzukurbeln. Sie versuchen, den Anstieg der kurzfristigen Zinsen zu verhindern, was durch eine ganz andere Art von Finanzkrise ausgelöst wird, die NIE zuvor beobachtet wurde.
      Ich kann in diesem Blog nicht ins Detail gehen. Ich möchte nicht beschuldigt werden, eine finanzielle Panik auszulösen, weil die Dinge immer so funktionieren, dass sie jemanden brauchen, der Schuld trägt. Ich bekomme Anrufe von den Beteiligten, so dass alles, was ich berichten würde, keine Meinung oder Spekulation wäre…….

      https://www.armstrongeconomics.com/markets-by-sector/interest-rates/qe-v-managing-benchmark-rates/

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Finanznews

Aktienmärkte: Wall Street mit Allzeithochs, Dax dümpelt – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der Wall Street (S&P 500 und Nasdaq 100) erreichen heute neue Allzeithochs, aber der Dax dümpelt weiter vor sich hin mit heute leichten Verlusten. Warum? Ist es der starke Euro (bzw. der schwache Dollar)? Dabei sind heute die eher „Value“-lastigen US-Indizes Dow Jones und Russell 2000 stark, also jene Indizes, die wie der Dax sehr wenig Tech-lastig sind und viele einstige „Corona-Verlierer“ enthalten, die doch besonders von der Impfstoff-Hoffnung profitieren. Unterdessen überhitzen die Aktienmärkte in den USA ungebremst weiter, es werden historische Extreme überboten. Aber die Anleihemärkte senden eine andere Botschaft: die Renditen der US-Staatsanleihen fallen – ungewöhnlich, wenn wirklich die von den Aktienmärkten erhoffte riesengroße Erholung der Wirtschaft wirklich kommen sollte..

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Aktien

Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Dax noch mit Aufwärtspotenzial bis Jahresende? Tradingideen bei Apple und Euro

Redaktion

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Der Dax hat 15 Prozent zugelegt im November. Ein historisch guter Monat war es auch für den Dow Jones. Darüber und ob noch Platz nach oben ist, spricht Manuel Koch im folgenden Video mit einem Experten. An den bisherigen Kursgewinnen der letzten Zeit solle man sich als Anleger erfreuen. Man könne jetzt die Füße Stil halten, und dann ab Januar ins neue Jahr starten.

Die Experten der trading house Börsenakademie empfehlen die Aktien von Apple zu kaufen. Derzeit könne man per Market-Order direkt in den Markt einsteigen. Bei Euro gegen US-Dollar könne man ebenfalls market kaufen. Die beiden Ideen werden im Video konkret begründet.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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