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Funding for lending?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Kilian Kimmel

Im Jahre 2011 wurden die europäischen Banken mit einem Billionenkredit gestützt. Ausgegeben wurden diese „Long-Term-Refinancing-Operations“ (LTRO) in zwei Tranchen zu je 500 Milliarden Euro (LTRO 1, LTRO 2). Diese Kredite hatten eine Laufzeit von 3 Jahren und sollten bis zum 1. März 2015 vollständig zurückgezahlt werden. Bis dato sind 300 Milliarden Euro noch ausstehend.

Nun wurde LTRO 3 beschlossen, mit mindestens 400 Milliarden Euro und einer Laufzeit von 4 Jahren. Dieses Programm soll erst im September und Dezember 2014 starten. Der spätere Zeitpunkt soll sicherstellen, dass der bevorstehende Bankenstresstest (AQR) reibungslos über die Bühne gehen kann.

Mit den Geldern aus LTRO 1 und LTRO 2 kauften sich die Banken Staatsanleihen von Krisenländern, weil diese über den ESM (European Stability Mechanism), also den europäischen Steuerzahler, rückversichert waren und vergleichsweise hohe Renditen brachten. Das war von der EZB so gewollt – einerseits verdienten die Banken an diesem Null-Risiko-Geschäft und konnten so ihre maroden Bilanzen aufbessern, andererseits gelang es der EZB auf diese Weise insbesondere die grossen Euroländer wie Spanien und Italien zu stützen.

„LTRO 1 und 2 hatten nichts mit Krediten oder Deflation zu tun, damit wurden nur die gottverdammten Ärsche der Regierungschefs und Bankvorstände gerettet. Zur Zeit ist Frankreich das grösste Sorgenkind in der EU. Als unser Präsident Hollande vom Beschluss zu LTRO 3 hörte, nässte er sich vor Freude fast ein, weil ihm diese Geldspritze seinen gottverdammten Arsch auch retten wird“, so der etwas andere Kommentar eines französischen Börsenhändlers.

Tatsächlich war und ist die Aussage der EZB, diese Langfristkredite sollen vor allem irgendwo die Kreditvergabe ankurbeln und irgendeine Deflation bekämpfen, blanke Augenwischerei. Die Erfahrungen in Großbritannien haben gezeigt, dass diese verkappte Investitionslenkung namens „Funding For Lending“ (Zentralbankgeld für Kredite) keinerlei Wirkung auf mehr Kreditvergabe hatte. Und durch eine falsche Entscheidung der Bank of England wurden vermehrt Hypothekenkredite subventioniert und führten zu einem massiven Anstieg der Immobilienpreise.

Das alles weiß die EZB ganz genau und kann deshalb nicht ernsthaft bei LTRO 3 mit einem anderen Ergebnis für den Rest Europas rechnen. Vorsorglich hat die EZB bei LTRO 3 die Hauskredite aus dem Programm genommen und damit den englischen Fehler korrigiert. Aber in der Hauptsache geht’s bei LTRO 3 um die Abwertung des Euro, den die Unternehmer mit Nachdruck einfordern. Dazu wurde Draghi politisch vor allem aus Frankreich genötigt: LTRO 3 ist der Einstieg in den Währungskrieg den der französische Industrieminister Montebourg im Radiosender Europe 1 forderte.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Big Tech mit „enttäuschend guten Ergebnissen“

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die großen Tech-Konzerne haben gestern sehr gute Quartalszahlen gemeldet. Er geht darauf ein, welche Haare in der Suppe die Anleger dennoch fanden, weshalb die Kurse dann nachbörslich fielen.

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Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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