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Geld ist die Wurzel allen Übels? Geld abschaffen, Banken abschaffen? Warum das totaler Quatsch ist

Man hört es immer wieder. Geld ist die Wurzel allen Übels. Geld muss weg, Geld ist doof, Geld abschaffen. So hört man es seit Jahren mal hier, mal da. Es ist ein allgemeine Aussage aus dem Dunstkreis der Kapitalismuskritik. Nach dem Motto…

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Von Claudio Kummerfeld

Man hört es immer wieder. Geld ist die Wurzel allen Übels. Geld muss weg, Geld ist doof, Geld abschaffen. So hört man es seit Jahren mal hier, mal da. Es ist ein allgemeine Aussage aus dem Dunstkreis der Kapitalismuskritik. Nach dem Motto „wenn wir das Geld abschaffen, gibt´s keine Probleme mehr mit dem bösen Kapitalismus“. Richtig? Werfen wir doch mal einen Blick in die Praxis. Was wäre wenn? Der Traum vieler Kritiker lautet ja, dass man zurückkehren solle in eine „faire, solidarische Tauschwirtschaft“, die ja letztlich als Alternative zum Geld übrig bleiben würde.

Jeder gibt was er kann, was er hat, was er selbst herstellt. Man tauscht gegen das, was man selbst braucht, und ein richtiger Reichtum kann nicht mehr erzeugt werden. Das klingt doch alles total nett, solidarisch, ehrlich, demokratisch uvm? In der Praxis würde das aber zügig in eine Katastrophe führen, in Nahrungsmittelknappheit oder sogar schnell in Hungersnöte und den Zusammenbruch der Volkswirtschaft. Warum? Sagen wir mal Sie sind von Beruf Maler. Sie haben Hunger, und gehen ganz normal zum Bäcker Brötchen einkaufen. Wie wollen sie ihre Brötchen bezahlen? Mit Bildern?

Vielleicht nimmt der Bäcker noch am ersten Tag ein Bild an als Tauschmittel, aber in den Tagen und Wochen danach? Wenn der Bäcker nun bei seinem Lieferanten Mehl kaufen will, kann er dann mit dem Bild des Malers den Mehl-Lieferanten bezahlen? Wird der auch das Bild akzeptieren? Wer braucht das Bild wirklich als Tauschmittel? Genau so ergeht es Schauspielern aus TV und Theater und unendlich vielen weiteren Berufen. Mit welchen Tauschwaren sollen die ihre Brötchen kaufen? Sollen die jeden Morgen beim Bäcker im Verkaufsraum eine kurze Darbietung ihrer Schauspielkünste darbieten als „Tauschleistung“ für die Brötchen?

Wie soll der Bäcker diese Tauschleistung weiterreichen an seine Lieferanten? Unmöglich! Und je mehr man dieses Beispiel weiter spinnt, desto komplizierter wird es. Wenn eine Krankenschwester einen Urlaubsflug buchen will, womit soll sie ihre Reise bezahlen? Mit welchem Tauschgut? So viel Gemüse kann sie in ihrem kleinen privaten Garten nach Feierabend gar nicht anbauen um alle Dinge des Alltags abzuzahlen. Wovon soll die Fluggesellschaft dann den Lieferanten für den Flugzeug-Sprit bezahlen? Man kann es immer so weiter erzählen. Je mehr Menschen an einem Tauschsystem teilnehmen, desto komplizierter wird es Güter so untereinander auszutauschen, dass jeder davon seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Bliebe man bei der Tauschwirtschaft, hätte das zur Folge, dass so ziemlich alle Dienstleistungsberufe in Windeseile aussterben würden, weil die Menschen mit diesen Berufsbildern keine Tauschgüter anbieten können ums beispielsweise an Lebensmittel zu kommen. Es gibt zum Beispiel die Idee oder besser gesagt die Grundthese, dass doch früher in grauer Vorzeit die Menschen auch mit einer Tauschwirtschaft zurecht kamen. Vor 5000 Jahren (einfach so als runde Zahl) gab es all diese Dienstleistungsberufe noch gar nicht. Damals waren die Bevölkerungszahlen sehr viel geringer, und jeder hatte (vereinfacht gesagt) seine eigene Hütte, seinen eigenen Hühnerstall, einen kleinen Gemüsegarten, und Wasser holte man aus dem Brunnen um die Ecke oder aus dem Fluss.

Kleidung strickte man sich selbst aus Fell von selbst erlegten Tieren. Mehr war nicht. Kleidung, Wasser Lebensmittel. Eier oder Gemüse konnte man im Dorf tauschen. Das war einfach und übersichtlich. Und dank der geringen Bevölkerungszahlen hatte jeder Mensch genug Zugriff auf Tiere zum Erlegen, und jeder konnte seine Eigenbedarf im eigenen Garten anbauen. Aber heute? Wenn die Bevölkerungszahl in den letzten sagen wir mal tausend Jahren nicht so explodierte wäre, könnte man rein theoretisch zu einer Tauschwirtschaft zurückkehren, wenn wir uns auf diese ursprüngliche Lebensweise besinnen würden.

Das würde bedeuten: Keine iPhones mehr, keine Flüge zum Ballermann mehr, nicht 30 Mal im Jahr neue Klamotten kaufen, keine Autos, kein Fernsehen, kein Gar Nichts. Alles weg, dann ginge es rein theoretisch eine Tauschwirtschaft zu etablieren (wie gesagt, wenn die Bevölkerungszahl nicht so groß wäre). Aber wer will das wirklich? Mit so einem Szenario wären die meisten Menschen wohl sehr unglücklich. Irgendwann in grauer Vorzeit, als nach und nach Dienstleitsungsberufe entstanden (Verwaltungsbeamte, Künstler, Schauspieler und und und), haben sich wohl irgendwelche schlauen Menschen gesagt: Verdammter Mist, wie können wir dafür sorgen, dass auch weiterhin jeder Mensch an Lebensmittel kommt, und dass ein fairer Warenaustausch stattfindet? Wir müssten vielleicht ein leicht austauschbares Wertmittel schaffen, mit dem jeder Mensch leicht an alle Waren und Dienstleistungen kommen kann. Das war die Geburtsstunde von „Geld“.

Ein Staatsgebilde garantiert die Werthaltigkeit von Münzen und Papier mit aufgemalten Bildern. Jedes Blatt Papier hat einen bestimmten Wert. Wenn die Menschen daran glauben, dass es wirklich diesen Wert besitzt, kann der Bäcker Abends ins Theater gehen und Eintritt zahlen. Nächsten Tag kann der Schauspieler mit diesem Geld beim Bäcker Brot kaufen usw. Ein leicht benutzbares Mittel, damit alle Menschen Waren und Dienstleistungen untereinander austauschen können – das nennt man Geld. Anders geht es nicht bei vielen Menschen und vielen verschiedenen Produkten und Dienstleistungen. Selbst die sozialistischen Bruderstaaten haben jahrzehntelang untereinander Handel getrieben, untereinander Schulden gemacht, mit Geld bezahlt usw. Anders ging es dort auch nicht!

Banken abschaffen

Ach ja, da wäre ja noch eine Utopie. Lasst uns doch einfach die Banken abschaffen. Sie sind zusammen mit dem bösen Geld die Wurzel allen Übels. Das klingt genau so verführerisch. Dann sind alle Probleme wie zum Beispiel der schreckliche „Finanzkapitalismus“ ein für alle mal beseitigt. Richtig? Falsch. Was würde passieren, wenn es keine Banken mehr gäbe? Die meisten Menschen mit erspartem Geld (Monatsgehalt höher als die Ausgaben) packt das Geld unters Kopfkissen. Wer sein Geld ein wenig vermehren möchte, sucht nach Zeitungsinseraten oder fragt bei Nachbarn, wer das Geld annimmt, und es gegen Zinsen ein wenig vermehrt. Durch so eine chaotische und unregulierte Geldverschiebung nehmen einfache Privatpersonen Geld entgegen, ohne systematische Kenntnis darüber, wie sie es vermehren sollten. Als Folge kommt es dann oft zu Betrug, Veruntreuung, Wertverlusten uvm.

Die Sicherheit von Spareinlagen wäre dahin. Und die Kreditkunden? Wenn ein Konsument sich ein Auto auf Kredit kaufen will, und es gäbe keine Banken, dann müsste er sich umschauen, und vielleicht Geld bei Verwandten und Nachbarn aufnehmen. Ein Chaos. Und was, wenn er dort nicht genügend Geld für ein Auto auftreiben kann? Und große Unternehmen, die teure Maschinen kaufen wollen? Die können dann per Zeitungsinserat nach Menschen mit großen Vermögen suchen, und hoffen, dass die ihnen vielleicht Geld leihen?

Ein totales Chaos wäre die Folge, die Wirtschaft könne nicht arbeiten, und Konsumenten könnten sich keine Dinge kaufen, für die sie jetzt noch nicht ausreichend Geld haben! Auch in diesem Zusammenhang werden sich in grauer Vorzeit schlaue Menschen gedacht haben, dass es doch mal sinnvoll wäre einen Ort zu schaffen, wo Leute ihr überschüssiges Geld abladen können. Dort wird es in einen zentralen Topf getan. Und aus diesem Topf erhalten Konsumenten und Firmen Geld, die es benötigen. Damit alles korrekt abläuft, braucht man Menschen, die diese Vorgänge im Blick behalten. So entstanden Banken und Bankmanager. Ohne geht es nicht. Egal welches utopisches Wirtschaftsmodell man sich ausmahlen möchte – ohne Geld und ohne Banken wird es in der heutigen komplexen Welt nicht mal ansatzweise funktionieren.

Schließt man alle vorhanden Banken, müsste man neue Banken gründen. Die einfache und populistische Utopie „Geld abschaffen“ und „Banken abschaffen“ ist sinnfrei, und führt zu keinerlei Problemlösung. Es wäre extrem sinnvoll, sich lieber darüber zu unterhalten, wie man das Geld- und Bankensystem reformiert, und zwar grundlegend! Aber Träumereien und Utopien von einem totalen Wandel sind nicht machbar. Auch im Sozialismus hat es nicht ohne Banken und Geld funktioniert.


Geld. Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    gerd

    10. Juli 2017 15:29 at 15:29

    Mein lieber Herr Kummerfeld, da beginnen Sie Ihren Artikel schon mal von vornherein mit den falschen Argumenten.
    Ob ich persönlich Tauschwirtschaft gut oder schlecht finde oder überhaupt für möglich, sinnvoll oder vorteilhaft halte, sei mal dahingestellt.
    Aber es gibt Lebensbedürfnisse und Luxusbedürfnisse. Da dürfen Sie schon mal nicht sofort mit dem miserablen Beispiel anfangen, dass jemand sein Lebensbedürfnis dadurch befriedigen möchte, indem er davon ausgeht, dass sein Tauschpartner gerade scharf drauf wäre, ein Luxusbedürfnis zu befriedigen.

    Und dann: “ w e n n wir das Geld abschaffen“
    Was heißt wenn? Ich kenne Leute, die haben jetzt schon keins mehr. Und wenn der DAX nicht bald mal Plumps macht, gehöre ich auch zu denen.

    • Avatar

      gerd

      10. Juli 2017 15:39 at 15:39

      Vielleicht sollte der Maler mal bei einem Inhaber einer Großbäckerei anfragen oder bei Herrn Aldi. Die tauschen derart viele lebensnotwendige Waren – und zwar mit großem Verhandlungsgeschick- sodass sie letztlich sogar mehr davon haben, als sie selbst jemals verbrauchen können. Die geben dem Maler gerne davon und dafür hängen sie sich mit Vorliebe auch ein Bild an die Wand. Schließlich nimmt es da weniger Platz weg als die ganzen Lebensmittelkartons, die nur im Weg rumstehen.

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        Columbo

        10. Juli 2017 15:54 at 15:54

        @Gerd
        Luxus- gegen Lebensbedürfnis tauschen geht manchmal schon. Hab mal Tanzmusik gemacht und am Ende des Abends ne Pizza samt Bier bekommen?

        • Avatar

          gerd

          10. Juli 2017 16:04 at 16:04

          Volle Zustimmung, Columbo. Das wollte ich mit meinem Nachtrag auch andeuten.
          Entweder der Tauschpartner hat schon soviel angehäuft, dass er gerne auf was verzichtet. Oder wie in Ihrem Fall sogar froh ist, wenn er Ihnen was geben durfte, weil Sie sone geile Mucke gemacht haben -:)

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            gerd

            10. Juli 2017 16:23 at 16:23

            Um Ihr Beispiel zu komplettieren: Seine Gäste haben ihm natürlich alle Naturalien mitgebracht – u.a. auch Pizza und Bier – so dass er die von Ihnen gebotene Befriedung der Luxusbedürfnisse des Publikums locker ebenfalls mittels Naturalien entgelten konnte. Natürlich kann das so laufen. Das für sich allein, ich sags zu Herrn Kummerfeld, wäre kein Hinderungsgrund. Aber erstens könnte Ihnen natürlich nicht jedermann eine Pizza anbieten (z.B. nicht der erwähnte kleine Bäcker), nur weil Sie schöne Musik machen.
            Und zum anderen spricht die Logistik dagegen.

            Und noch vieles andere auch.
            Also, wieso muss man einen solchen Artikel überhaupt schreiben? Wer in aller Welt denkt denn daran die Tauschwirtschaft wieder im herkömmlichen Sinne wieder einzuführen?
            Das fällt ja nicht mal Herrn Draghi im Traum ein.
            Und ich bin auch noch so blöd und schreibe einen Kommentar auf den Bericht von Herrn Kummerfeld. Statt mich zu fragen, warum der DAX bei 410 schon wieder nach oben gedreht hat und schon wieder bei 460 ist.

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      Helmut Brandl

      10. Juli 2017 22:59 at 22:59

      Dann versuche es doch mal mit einem Call ;-)

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    michael

    10. Juli 2017 16:23 at 16:23

    Das Buch: Die geldfreie Gesellschaft

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    Simon Klinkeaw

    10. Juli 2017 16:27 at 16:27

    Es gab noch nie in der Geschichte eine „Tauschwirtschaft“. Wenn schon, dann wurden Geschenke umgetauscht in der Sippschaft.
    Erst der Herrscher/Macht führte durch den Tribut/Abgabe/Steuer ein „Geldwesen“ ein dass wirtschaften erforderte um an dieses „Geldmittel“ für die Abgabe zu kommen = Schuld-Kapital

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    Tom

    10. Juli 2017 18:36 at 18:36

    Lieber Herr Kummerfeld,

    wie viele Menschen vor Ihnen (auch Universitäten) zeichnen Sie hier ein Bild des Tauschhandels und der Entstehung von Geld, das es so nie gegeben hat!
    Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Buches „Schulden. Die ersten 5000 Jahre“ von dem Ethnologen David Graeber.
    Dieser hat genau dieses Thema bis zum Ursprung ausführlich wissenschaftlich untersucht.
    Äußerst aufschlussreich!

    Herzliche Grüße
    Tom

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    marvin

    10. Juli 2017 19:16 at 19:16

    Das ist wieder einer dieser Artikel mit der Kernaussage, seht her es gibt keine Alternativen. Nicht das Geld ist das Problem, sondern das Fiat Geld und die Zentralbanken. Nicht die Banken sind das Problem, sondern dass diese nicht mehr ihren Job machen und statt dessen lieber wie die bekloppten auf den Finanzmärkten zocken. Natürlich gibt es Alternativen. Den Leuten einzureden bloß nichts zu ändern, weil sonst wird aller schlimmer wie sie das tun, dass allerdings ist wirklich keine Alternative.

    • Avatar

      Lars

      10. Juli 2017 22:55 at 22:55

      Genau so ist es. Ich habe einen sinngemäß ähnlichen Kommentar vor über 2 Stunden gepostet, aber heute dauert es echt lange…

      • Avatar

        Lars

        11. Juli 2017 01:21 at 01:21

        Ich versuche es nochmal, den Kommentar von 21 Uhr zu posten:

        Wir müssten vielleicht ein leicht austauschbares Wertmittel schaffen, mit dem jeder Mensch leicht an alle Waren und Dienstleistungen kommen kann. Das war die Geburtsstunde von „Geld“…
        Damit alles korrekt abläuft, braucht man Menschen, die diese Vorgänge im Blick behalten. So entstanden Banken und Bankmanager. Ohne geht es nicht.


        Soweit stimme ich erst einmal jederzeit zu. Aber Geld muss ein leicht austauschbares Wertmittel bleiben, ein Mittel zum Zweck. Es darf nicht zum Selbstzweck verkommen. Nicht in zehnfacher Menge des eigentlich tatsächlich vorhandenen Tauschvolumens virtuell gehandelt und schon gar nicht in ebenso beliebiger Menge von inkompetenten Covfefes in Zentralbanken willkürlich produziert werden.

        Es geht einfach um die Verhältnismäßigkeit. Ein Mensch, der 60 Stunden pro Woche arbeitet, sollte natürlich grundsätzlich das Doppelte erhalten, als einer, der 30 Stunden arbeitet. Bei den angeborenen oder soziologischen Unterschieden beginnt bereits die Diskussion über Wertigkeit und Gerechtigkeit.
        Auf alle Fälle darf jedoch kein Politiker, kein Manager, kein Vorstand, kein Börsianer (Covfefe) das 10.000-fache eines hart arbeitenden Menschen an „austauschbarem Wertmittel“ verdienen.
        Vor allem , solange er nicht für die Konsequenzen seines Handelns verantwortlich ist: Einem Bäcker kauft man kein Brot mehr ab, wenn es nicht schmeckt. Der Bäcker feuert den Gesellen, wenn der dabei Mist gebaut hat. Beide gefährden damit ihre Existenz, der Bäcker zusätzlich die seiner anderen Angestellten.
        Es geht um die Bewertung der Leistung undVerantwortung.
        Die oben genannten Covfefes hingegen erhalten zu sinnlos dimensionierten Gehältern noch das Mehrfache an Bonuszahlungen, sind von jeglicher Haftung befreit, tragen keine Verantwortung (außer dass ab und an einer nach 2 bis 3 Jahren als Bauernopfer in einen neuen, noch besser bezahlten Job versetzt wird (mit überbrückender Abfindung in Höhe eines Lebensgehaltes eines hart arbeitenden Bäckermeisters).

        Geld muss ein Konstrukt für den Austausch von Waren und Dienstleistungen bleiben, Banken ein Ort, von dem die Tauschgeschäfte objektiv abgewickelt werden. Jeder Beteiligte muss jedoch die Verantwortung für sein Handeln tragen. Im Prinzip fehlt es bei dem Thema nur an der Gleichberechtigung und Gleichbehandlung.

  6. Avatar

    Juke

    11. Juli 2017 14:38 at 14:38

    Die Diskussion um ein gerechtes Geldsystem finde ich wichtig, besonders weil viele Leute die Schuldigen am falschen Ort suchen. Denn „Banken“ und „Geld“ sind nicht das Problem, sondern das Problem ist der Zinseszins und das Schuldgeldsystem, was nicht dauerhaft funktioniert. Leider haben in Deutschland selbst gut ausgebildete Leute keine Ahnung davon wie Geld entsteht.

    Ein fundierter Artikel zum Vollgeldsystem würde mich daher interessieren. Wäre das vielleicht eine Alternative?

  7. Avatar

    Jürgen

    11. Juli 2017 16:34 at 16:34

    Schauspieler brauch man keine mehr, und TV dann auch nicht, weil Strom dann wohl Mangelware ist. Ebenso muss man keine Urlaubsreisen buchen, weil die meisten Flugzeuge wegen Spritmangel am Boden bleiben würden, wenn wir zur Tauschwirtschaft zurückkehren. Warum nicht mal ein paar Jahre genügsam leben und alles auf Null setzen??? Ich hätte nichts dagegen. In Indien läuft auf dem Land jeder mit einer kleinen Waage herum und es werden Waren gegen Silber getauscht, könnte dann hier auch funktionieren. Ok, dann laufen aber auch kein Smartphones etc. wir werden um ein Jahrhundert zurück gebeamt sozusagen. Denke aber eh, dass das kommen wird. Ab 2108 wird es anfangen zu rumpeln

    • Avatar

      Jürgen

      11. Juli 2017 16:34 at 16:34

      …ab 2018…meinte ich natürlich :-)

  8. Avatar

    Jürgen

    11. Juli 2017 16:43 at 16:43

  9. Avatar

    Markus Wittke

    19. Januar 2019 11:05 at 11:05

    Es ist der erste Artikel den ich lese. Geld abschaffen. Nur ist der Blödsinn. Falsches denken. Man geht davon aus etwas verdient zu haben. Daher ist tauschen falsches denken. Es ist eine gute Sache Geld abzuschaffen. Der Mensch denkt anders. Er handelt anders. Materielle Werte werden immer weniger. Darum geht es doch. Und dabei ist Geld grade mal 5000 Jahre alt. Wie lange der Mensch? Warum muss denn für essen Geld bezahlt werden? Er braucht es doch. Es ist sein lebenselixier. Wenn man bedenkt das meiste ist kostenlos. Es wächst in der Erde. Der Mensch will einfach nur mehr daraus machen als er braucht.gier. resourcen könnten gespart werden. Wir arbeiten nur für Geld. Dadurch stellen wir zu viele Sachen her. Am Ende werden die weggeschmissen. Besonders Nahrung. Es ist die Denkweise des Menschen der sich ändern muss. Und solange das nicht passiert bewegt sich nix. Grosses Beispiel. Regierung jammert zu wenig Geld für Rente. NNormalverdiener zahlt ein. Regierung nicht. Noch schlimmer. Nehmen mehr als wir am Ende haben dürfen und können früher in Rente gehen. Dabei hat der Tag nur 24 Std. Wie kann ein Mensch überhaupt so viel verdienen? Solange es diese Ungerechtigkeit gibt und sich nix ändert,ist das der einzige Ausweg. Wir müssen von neuem anfangen.

  10. Avatar

    Beobachter

    19. Januar 2019 16:04 at 16:04

    Das Problem ist nicht das Geld, Geld wurde gemacht um den komplizierten Tauschhandel zu vereinfachen.Richtigerweise muss natürlich jeder Geldschein mit einer Waare oder Leistung gedeckt sein.
    Das Problem ist, dass heute einfach Geld gedruckt wird ohne Hinterlegung eines Wertes,
    SO EINFACH IST DAS, wer’s nicht begreift, kann beim Drucker Mario nachfragen.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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