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Geldanlage muss durch Coronavirus radikal neu gedacht werden

Hannes Zipfel

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Geldanlage neu denken - was tun?

Die Weltwirtschaft und mit ihr die Kapitalmärkte befinden sich in einem historischen Wandel. Dieser wird zusätzlich beschleunigt durch unvorhersehbare Schocks und daraus resultierende Kettenreaktionen – die private Geldanlage muss sich diesem Umfeld schnell anpassen.

Geldanlage muss in Zeiten hoher Unsicherheit breit aufgestellt sein

Die klassische Geldanlage liquider Mittel fokussiert sich auf Standardaktien, Staatsanleihen und REITs. In erweiterter Form werden sogenannte „alternative“ Anlageklassen, wie z. B. Rohstoffe beigemischt, zu denen per Definition auch Gold zählt. Wobei Gold, ebenso wie Silber, in physischer Form sich historisch bedingt auch als Geld definieren lassen (Gold ist offizielle Reservewährung der Notenbanken). Dieser Anlagemix stammt aus der Zeit der Marktwirtschaft, in der wir uns jedoch nicht mehr befindet. Das Spiel von Angebot und Nachfrage wurde ersetzt durch einen alles dominierenden Notenbankeninterventionismus. Keine Branche, kein Unternehmen, kein Staat, keine Organisation würde ohne die Daueralimentierung durch künstlich niedrige Zinsen und die Finanzierung via Notenpresse in seiner jetzigen Form noch existieren.

Um diesem systemischen Paradigmenwechsel gerecht zu werden, muss sich auch die Geldanlage dem neuen Umfeld anpassen, getreu der Darwin’schen Evolutionstheorie „Survival oft he Fittest“ (nur die am besten Angepassten überleben). Da jedoch nie zuvor ein solches ökonomisches Experiment auf globaler Ebene stattgefunden hat, fehlen Erfahrungswerte aus der Geschichte. Umso größer die Prognoseunsicherheit sich darstellt, umso breiter muss das eigene Vermögen aufgestellt sein. Hinweise, wie man Vermögen durch turbulente und möglicherweise sogar revolutionäre Phasen der Gesellschaft einigermaßen sicher durchbringt, gibt es dennoch in der Geschichte, an denen man sich zumindest grob orientieren kann – zum Beispiel an der katholischen Kirche (Buch: Drei-Speichen-Regel: Das 1600 Jahre alte Geheimnis der ertragreichen und sicheren Geldanlage). Ansonsten gilt heute mehr denn je, sich keinem denkbaren Szenario bei der Geldanlage zu verschließen. Meinungen sind irrelevant. Was jetzt dem Erhalt des eigenen materiellen Wohlstands dient, ist ausschließlich gesunder Menschenverstand, gepaart mit Pragmatismus.

Niemand weiß, wie die Weltwirtschaft nach der Pandemie aussieht

Der Grund für die Dringlichkeit der Anpassung der eigenen Vermögenssicherung resultiert aus dem bereits sehr fortgeschrittenen Stadium der Degeneration unseres Wirtschaftssystems, auch wenn dies an der Oberfläche und im Alltag kaum sichtbar ist. Doch spätestens bei der Geldanlage wird klar, dass wir es mit einem neuen Paradigma zu tun haben: Kredite und Staatsanleihen mit Zinsen unterhalb der Inflationsrate, Sparkonten mit Strafzinsen versehen und Kapitallebensversicherungsverträge, die einseitig vom Anbieter gekündigt werden, sind Indizien für den Ernst der Lage. Weitere Anzeichen dieser ökonomischen Degeneration sind die globale Schuldenkrise, der Notenbankeninterventionismus sowie die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in wichtigen Zukunftsfragen. In Europa ist gar die Existenz unseres Währungs- und Bankensystems in ihrer Gesamtheit abhängig von permanenten Stützungs- und Rettungsmaßnahmen durch die Europäische Zentralbank.

Darüber hinaus erleben wir gerade die beschleunigte Destabilisierung der Weltwirtschaft durch gleich mehrere exogene Schocks, wie die Coronavirus-Pandemie oder den Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien, Russland und der US-Schieferölindustrie. Wie die Welt aussieht, nachdem sich der Nebel gelichtet hat, weiß heute noch niemand. Doch man sollte sich darauf vorbereiten, dass die bereits vor den genannten außerordentlichen Schocks sehr fragile Weltwirtschaft nur noch durch noch radikalere Maßnahmen der Geld- und Fiskalpolitik am Leben erhalten werden kann. Da im heutigen weltweit ungedeckten Fiat-Money-System Geld theoretisch keine Rolle spielt, sollte man sich bei der Geldanlage auch auf ein Szenario der zunächst schleichenden und sich dann immer mehr beschleunigenden Kaufkraftminderung des Geldes einstellen.

Die Klassifizierung von Vermögenswerten kann sich schnell verändern

Gelten momentan Staatsanleihen noch als „Sicherer Hafen“ und relativ ausfallsicher, so kann sich dieser Status sehr schnell ändern. Was nützt darüber hinaus die vermeintliche Sicherheit, wenn der Gegenwert später in einer wertlosen Währung ausbezahlt wird. Eine der populärsten Altersvorsorgeformen, die Immobilie, wurde bereits des Öfteren in der Vergangenheit zur Finanzierung bankrotter Staaten in Form von Lastenausgleichszahlungen herangezogen oder gar komplett enteignet (siehe DDR). Bei Aktieninvestments sieht es nicht anders aus: Der Anstieg der Indizes über die Jahrzehnte täuscht darüber hinweg, dass die Zusammensetzung der Kursbarometer regelmäßig verändert wird. Dass bedeutet, dass die im DAX oder Dow Jones oder S&P 500 enthaltenden Wert nur noch mit wenigen Ausnahmen denen von vor 30 Jahren entsprechen. Über die Absteiger und Bankrotteure hört man nichts mehr. Oder erinnern Sie sich noch an die Pan American World Airways (kurz „Pan Am“) – die einst größte Fluglinie der Welt?

Gerade in Zeiten ökonomischer Umbrüche sind auch Anteile an Unternehmen nicht zwingend sicher. Hier kommt es vor allem auf die Zukunftsfähigkeit der angebotenen Produkte und Dienstleistungen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an. Ohne eine strake Bilanz ist eine Aktie kein Sachwert mehr. Hoch verschuldete Unternehmen haben eher Anleihencharakter. Gold dient seit über sechstausend Jahren als inoffizielle Weltwährung und sichere Geldanlage. Doch genauso wichtig, wie dessen Besitz ist die Anonymität. Andernfalls drohen auch bei dieser Krisenwährung Risiken durch Wegnahme, Besteuerung oder Handelsverbote. Dennoch gehört das gelbe Edelmetall unbedingt in den modernen Vermögensmix. Wie sagte bereits US-Präsident Herbert Hoover im Jahr 1933: „Wir haben Gold, weil wir den Regierungen nicht trauen können“. Wenn schon ein Politiker so argumentiert, dann sollten wir Bürger dies sehr ernst nehmen.

Die Geldanlage auf möglichst viele Risiken vorbereiten

Um die eigene Geldanlage möglichst krisenfest aufzustellen, sollten in Anbetracht der Risiken alle Sachwerte mit den Vermögensmix einbezogen werden. Festverzinsliche Wertpapiere machen für Privatanleger zu mittelfristigen Anlagezwecken keinen Sinn mehr, da sie entweder bereits negativ rentieren oder sich ihr Wert weit über Pari befindet (Kurswert über Nennwert und damit dem Tilgungswert). Da das Kernszenario der Zukunft eine beschleunigte Geldmengeninflation, einhergehend mit Güter- und Dienstleistungsteuerung ist, sollte die Geldanlage dementsprechend aus realen Vermögenswerten mit möglichst gleichmäßiger Verteilung im Portfolio bestehen. In der Endphase eines ungedeckten Geldsystems kam es in der Vergangenheit regelmäßig zu einem sogenannten Crack-up-Boom, bei dem die Preise für Sachanlagen als Hort der Sicherheit vor Geldentwertung stark nachgefragt wurden und unabhängig von der Konjunktur stark aufwerteten.

Im besten Falle können auch in einem Krisenszenario sich manifestierende Risiken bei bestimmten Vermögensbestandteilen durch höhere Wertzuwächse bei anderen Anlagen kompensiert werden. Neben der Diversifikation der Vermögenswerte ist auch eine geografische Diversifikation ratsam. In der Geschichte der Menschheit gab es immer Horte der Sicherheit auf dieser Welt – für Menschen und für Vermögen. Undifferenziert könnte man sagen, dass dort, wo sich der Wohlstand konzentriert, das Vermögen am sichersten ist. Dies gilt vor allem für souveräne Staaten, deren Geschäftsmodelle im Wesentlichen auf dem Wohlstand ihrer Bürger basieren und die auch in der Lage sind, sich und ihre Bürger zu schützen.

Fazit und Ausblick

Die Umstände, die in Sachen Geldanlage zum Umdenken und Handeln zwingen, sind keine erfreulichen. Gleichwohl entspricht es der menschlichen Natur und seiner Effizienz, nur dann aktiv zu werden, wenn die Notwendigkeit dafür vorhanden ist. Im Falle der Geldanlage geht es um den Erhalt von materiellen Gütern, zur Sicherstellung von relativem Wohlstand oder schlicht des finanziellen Überlebens. Die Motivation zu handeln, ist also sehr hoch. Um den Erhalt des eigenen Vermögens sicherzustellen, kann man sich an Beispielen aus der Geschichte orientieren und darüber hinaus neue, an das aktuelle Weltwirtschaftsexperiment angepasste Strategien umsetzen. Am besten eignet sich dazu eine Geldanlage, deren Fokus auf die Vermeidung unnötiger Risiken und die Wahrung außerordentlicher, systembedingter Chancen gerichtet ist (Crack-up-Boom).

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Herbert Müller

    12. März 2020 11:18 at 11:18

    Toller Artikel!!
    Leider -wie so oft- ein Fazit ohne konkrete Anlageidee! Z.B. Vermögensaufteilung in 60% vermietete Immobilien; 40% physische Aktien, 5% Gold, 5% Silber beide physisch und 5% Barreserven für Notfälle…Mal bitte eine klare Idee kommunizieren-DANKE

    • Avatar

      Columbo

      12. März 2020 11:43 at 11:43

      @Herbert Müller

      5% Gold! Warum so wenig??? Und 60% Immos? Warum so viel?

    • Avatar

      Nico

      12. März 2020 11:50 at 11:50

      @ Herbert Müller. Natürlich steckt da eine Anlageidee dahinter. Es ist Werbung für das Cantillon-Depot. Sonst würde ein Vermögensverwalter und Gold-Bug hier keine so langen und aufwendigen Artikel schreiben. Ist auch nichts Anrüchiges.

    • Avatar

      bernd

      13. März 2020 09:05 at 09:05

      genau das habe ich mir schon gedacht, weil 100erte dieser artikel keine lösung bieten. nur das geseier 100erter sog. experten, die sich gegenseitig wiederholen und „abschreiben“!!!! ;-)))

    • Avatar

      Jan

      13. März 2020 10:46 at 10:46

      Macht in der Summe 115% Vermögen. Ist das jetzt gehebelt oder sind die überschüssigen 15% auf Pump?

  2. Avatar

    Aktien-Uwe

    19. März 2020 11:54 at 11:54

    Kurzfassung des Artikels:
    Diversifikation schützt gegen Ungewissheiten (ein alter Hut).
    Klassische Aufteilung: Anleihen, Aktien, Gold, Immobilien
    Die revolutionäre neue Anlageform: 1/3 Aktien, 1/3 Gold, 1/3 Immobilien
    Mit einem Wort: Schmeißt die Anleihen aus eurem Portfolio (und Lebensversicherungen usw., alles was mit FIAT zu tun hat).
    Den Kernpunkt hätte man auch in einem Satz sagen können, wie z. B. Ray Dalio neulich in Davos:

    „Cash is Trash“.

    Solange die Sachwerte noch im Wert fallen, ist Cash noch King, aber vor dem inlfationären Crack-up-Boom
    sollte man den Großteil seines FIAT-Gelds besser investieren. Immobilien scheinen übrigens weiter zu steigen.

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Bundesbank veröffentlicht erschreckende Zahl für deutsche Banken

Claudio Kummerfeld

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am

Banken in Frankfurt

Die Coronakrise trifft die Wirtschaft und auch die Banken, das ist verständlich. Aber bei der folgenden Zahl möchten wir betonen, dass es um das Gesamtjahr 2019 geht, also die Zeit noch vor dem Ausbruch der Coronakrise. Las man die großen Medienpublikationen, dann lief ja noch in 2019 alles total rosig in der Wirtschaft. Gut, hier und da eine „kleine Delle“ bei den Autoherstellern. Aber es gab doch de facto Vollbeschäftigung, die Steuereinnahmen sprudelten. Alles war doch irgendwie in Ordnung?

Nein, einige Kritiker wie zum Beispiel Markus Krall weisen seit Jahren auf eine schwelende Krise hin, und auch speziell auf den sich immer weiter fortsetzenden Niedergang der Banken. Und dieser Niedergang sei eine sehr, sehr ernste Angelegenheit für die ganze Volkswirtschaft. Denn wenn Banken Verluste machen, schrumpft ihr Eigenkapital. Und je weniger Eigenkapital, desto weniger neue Kredite können Banken vergeben. Denn jeder Kredit muss mit einem gewissen Eigenkapital-Anteil als Sicherheit für Kreditausfälle hinterlegt werden.

Bundesbank präsentiert Jahresverlust für deutsche Banken

Und jetzt sehen wir was? Die Bundesbank schreibt ganz frisch in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht September, dass die deutschen Banken in der Gesamtbetrachtung (im Jahr 2019) 2,2 Milliarden Euro Verlust nach Steuern gemacht haben. Und das nach einem Gewinn in 2018 in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Und wie gesagt, in diesen 2,2 Milliarden Euro Verlust im deutschen Bankensystem war die gesamte Coronakrise ja noch überhaupt nicht berücksichtigt. Die kommt erst im folgenden Jahr 2020 noch oben drauf.

Der Chart im folgenden Tweet der Barkow Consulting zeigt, wie die deutschen Banken also zu Ende letzten Jahres insgesamt ins Defizit gerutscht sind, nach jahrelangen Gewinnen. Zuletzt waren sie im Zuge der Finanzkrise 2008 zwei Jahre im Minus gewesen. Zur Ehrenrettung der Bankenbranche darf man erwähnen, dass die Großbanken diesen Verlust im Jahr 2019 verursacht haben. Die große Bundesbank-Tabelle zeigt Finanzdaten nach Bankensektoren. Nur die Großbanken machten Verlust. Sparkassen, Volksbanken etc lagen in der Gewinnzone. Aber abwarten, wie das Gesamtjahr 2020 aussehen wird! Können die Zahlen möglicherweise optisch deutlich besser ausfallen, als sie es tatsächlich sind? Denn bis Ende September gilt eine Sonderregel, nach der Banken wegen Corona gestundete Kredite nicht als Kreditausfall abschreiben müssen. Wird diese Sonderregel bis Jahresende verlängert, könnten die Jahreszahlen der Banken für 2020 rein optisch weniger katastrophal aussehen.

Grafik zeigt Finanzdaten deutscher Banken im Jahr 2019

Hier auszugsweise Aussagen der Bundesbank im Wortlaut:

Die Betrachtung der einzelnen Bankengruppen zeigt, dass die Gesamtentwicklung wesentlich durch die Großbanken getrieben wurde. Vor allem aufgrund eines negativen Sondereffekts infolge des strategischen Umbaus bei einem Institut verringerten sich bei den Großbanken der Zins- und Provisionsüberschuss, wodurch die Großbanken einen starken Rückgang ihrer operativen Erträge um 3,1 Mrd € auf 27,6 Mrd € verzeichneten. Die Sparkassen wiesen 2019 mit 29,7 Mrd € um 0,9 Mrd € geringere operative Erträge aus als noch im Jahr zuvor. Die Kreditgenossenschaften konnten hingegen ihre operativen Erträge im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2 Mrd € auf 22,1 Mrd € steigern. Den mit 1,6 Mrd € größten Anstieg bei den operativen Erträgen auf 20,8 Mrd € im Jahr 2019 verzeichneten die Regional- und sonstigen Kreditbanken.

Auch die Entwicklung der Eigenkapitalrentabilität wurde wesentlich durch den Sondereffekt bei einem Institut aus der Gruppe der Großbanken getrieben. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern in dieser Bankengruppe brach von 1,14 % im Vorjahr auf – 16,63 % im aktuellen Berichtsjahr ein.

Die Eigenkapitalrentabilität der Sparkassen sank

leicht um 0,33 Prozentpunkte auf 6,86 %. Dagegen steigerten die Kreditgenossenschaften ihre Eigenkapitalrentabilität um 1,04 Prozentpunkte auf 9,23 % und näherten sich damit anders als die Sparkassen ihrem langfristigen Mittel (10,76 %) an.

Chart zeigt Eigenkapitalrentabilität der Banken

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Warum wir technische Innovationen unterschätzen – Werbung

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Lieber Börsianer,

als damals zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die ersten Autos über die Straßen rollten, wollte niemand so richtig an die Zukunft dieser Vehikel glauben. Sie waren schmutzig, laut und nicht besonders zuverlässig. Lediglich besonders wohlhabende Menschen und technikaffine Bastler interessierten sich für diese Entwicklung. Der Verkehrsalltag wurde, auch nach der Erfindung des Automobils von Kutschen und Pferdekarren dominiert. Die meisten Menschen glaubten daran, dass sich das wohl nie ändern würde. Kaiser Wilhelm II soll gesagt haben: „Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Diese Geschichte lehrt uns, wie falsch die meisten Menschen die Tragweite von technischer Innovation beurteilen. Innerhalb weniger Jahrzehnte sind Autos und Lastkraftwagen zur Normalität geworden. Das Pferd als Transportmittel ist hingegen zu einem Exoten für Liebhaber geworden.

Die technische Innovation schreitet seit Menschheitsbeginn immer schneller voran und keine Branche ist davor geschützt, plötzlich obsolet zu werden. Die Kunst liegt darin, diese Veränderungen frühzeitig vorherzusehen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn den meisten Menschen fällt es schwer das Potential neuer Technologien zu erkennen.

Während sich viele Unternehmen auf eine spezielle Branche fokussieren, kämpfen andere gleich an zahlreichen Fronten. Ein gutes Beispiel ist Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt. Kaum ein Konzern hat die Entwicklung moderner PCs so maßgeblich beeinflusst wie das Unternehmen aus Cupertino. Seit der Jahrtausendwände dringt Apple regelmäßig in neue Märkte vor. Mit dem iPod hat Apple die Branche für mobile Mediaplayer quasi erfunden. Mit dem iPhone revolutionierte Apple den Handymarkt und drängte die großen Player wie Nokia und Blackberry in die Bedeutungslosigkeit. Auch das iPad war das erste massentaugliche Gerät seiner Klasse.

Vor fünf Jahren hat das Unternehmen mit der Apple Watch einen neuen Markt betreten. Anfangs wurde die Computeruhr von vielen belächelt. Geringe Akkukapazität, geringe Leistung. Jetzt auch noch die Armbanduhr jede Nacht ans Ladegerät hängen zu müssen, war für viele Menschen, die erst kurz zuvor von den alten Handys mit schier ewiger Akkuleistung auf die energiehungrigen Smartphones umgestiegen sind, eine Horrorvorstellung.

Die meisten dachten wohl, die Apple Watch wird ein Nischenprodukt für Technikfreaks. Niemand rechnete damit, dass Apple eine ernsthafte Konkurrenz für die altehrwürdige Luxusuhren oder für die Hersteller auf dem Massenmarkt werden könnte.

Wer so dachte, unterlag dem gleichen Irrtum wie einst Kaiser Wilhelm II. Innerhalb weniger Jahre stieg die Apple Watch zur meistverkauften Uhr der Welt auf. Im Jahr 2019 verkaufte Apple 31 Millionen Stück seiner…..

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Aktuell: Risk Off treibt US-Dollar – Dax, Goldpreis und Euro fallen

Claudio Kummerfeld

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Da hatten wir gerade erst darüber berichtet, dass man als Gold-Trader genauer auf den US-Dollar schauen sollte, dann bewegt er sich kurz darauf tatsächlich. Nur halt in die falsche Richtung, aus Sicht der Gold-Bullen. Der Dollar-Index (Währungskorb gegen Euro, Pfund, Franken etc) prallte bei 92,80 Indexpunkten zum siebten Mal in zehn Tagen nach oben ab, und steigt die letzten Stunden auf aktuell 93,32 Indexpunkte.

Risk Off beeinflusst US-Dollar

Risk Off nennt man das. Hat der Markt aufgrund bestimmter Umstände plötzlich Angst, flieht man in sichere Häfen. Und heute ist dies der US-Dollar. Euro, Pfund und Franken verlieren heute alle gleichzeitig gegen den US-Dollar. Und wenn er schnell steigt, leidet oft auch der Goldpreis. Manchmal ist beim Risk Off auch Gold als sicherer Hafen der große Gewinner. Aber schon seit Wochen schielt der Goldpreis in erster Linie auf den US-Dollar, und nimmt logischerweise die gegenteilige Positionierung ein. Der Goldpreis verliert daher seit heute früh von 1.954 auf aktuell 1.931 Dollar.

Dax, Euro und Goldpreis fallen gleichzeitig

Der Euro verliert seit heute früh gegen den US-Dollar von 1,1870 auf aktuell 1,1784. Von einem schwächeren Euro profitiert in der Regel der exportlastige Dax. Aber nicht so in einem Corona-Umfeld mit steigenden Infektionen und immer mehr Beschränkungen (ganz aktuell zum Beispiel in Bayern). Sowas macht auch in angelsächsischen Medien die Runde, dass sogar im so „erfolgreichen“ Deutschland nun wieder mehr Corona-Restriktionen um sich greifen! Der Dax verliert im Vergleich zu Freitag Abend gut 450 Punkte. Im Chart sehen wir seit Freitag den heute steigenden US-Dollar gegen den gleichzeitig fallenden Dax und Goldpreis.

Chart zeigt Kursverläufe von US-Dollar, Goldpreis, Dax

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