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Geldströme: weg von China

FMW-Redaktion

Vorbei die Zeiten, als das Geld noch so reichlich nach China strömte. Wie die BIS (Bank for International Settlements), die Zentralbank der Zentralbanken, heute mitgeteilt hat, haben ausländische Banken im dritten Quartal 2015 (neuer Daten liegen noch nicht vor) ihre Kredite an chinesische Kreditnehmer um 119 Milliarden Dollar reduziert – und damit 17% weniger Kredite an Chinesen vergeben als im dritten Quartal des Vorjahres 2014. Insgesamt wurden damit im dritten Quartal 2015 nur noch 877 Milliarden Dollar von ausländischen Banken an China vergeben – so wenig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Wahrscheinlich ist, dass dieser Trend sich im vierten Quartal 2015 noch beschleunigt hat, weil die Sorgen über Chinas Überkapazitäten, Verschuldung, fragwürdige Konjunkturdaten und eine hilflos wirkende Finanzpolitik noch weiter zugenommen haben.

Aber es fließt nicht nur weniger Geld nach China – es fließt auch weniger Geld aus China in die „entwickelten“ Länder: so zeigen gestern veröffentlichte Daten des Institute of International Finance, dass Investoren 2015 noch nie dagewesene 735 Milliarden aus den „entwickelten Ländern“ abgezogen haben. Ein Großteil davon, so das Institute of International Finance, entfalle auf chinesische Investoren.

Chinas Investoren haben nicht nur Gelder aus diesen Ländern abgezogen, sondern auch aus den Schwellenländern: die BIS konstatiert einen Rückgang der vergebenen Kredite an Schwellenländer im Umfang von 142 Milliarden Dollar – ein Großteil davon wiederum von China.

Im Gefolge der Finanzkrise war die globale Kreditvergabe insgesamt bis Mitte des Jahres 2013 rückläufig – dann stieg sie an. Aber dieser Trend endete schnell – seit Mitte 2014 ist die Kreditvergabe nun wieder rückläufig. Und dieser Trend, so sieht es derzeit aus, beschleunigt sich. Vielleicht ist auch das ein Grund für den Abverkauf an den Finanzmärkten..



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