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Geldvermögen der Deutschen steigt in 3 Monaten um 153 Milliarden Euro

Liebe Leserin, lieber Leser. Hat ihr Geldvermögen in den ersten drei Monaten des Jahres kräftig zugelegt? Ja? Da ist ihr Vermögenszuwachs wohl Teil des 153 Milliarden Euro Plus an Geldvermögen. So stark ist es in Deutschland nämlich laut aktueller Bundesbank-Info von Ende Dezember 2018 bis Ende März 2019 gestiegen (+2,6%).

Ende März lag das Geldvermögen der deutschen Haushalte bei 6,17 Billionen Euro. Wohl mehr als bedauerlich für die Banken: Der deutsche Michel will einfach nicht großumfänglich in Aktien investieren, sondern parkt sein Geld bei Sparkasse, Volksbank usw. Der Anteil bei Aktienanlagen steigt zwar, aber er ist immer noch viel zu mickrig im Vergleich zu den Summen, die der Deutsche auf dem guten alten Sparbuch parkt. Dies ist natürlich immer stärker ein Problem, weil die Banken für ihre überschüssige Liquidität bei der EZB -0,40% Strafzins zahlen. Diesen Strafzins reichen sie aber noch nicht an die Kleinsparer weiter. Das könnte sich aber demnächst ändern, wie es gerade erst die Volksbanken mehr als nur angedeutet haben! Und durch den immer größer werdenden Berg an Sichteinlagen bei den Banken (Girokonten, Tagesgeld, Sparkonten) wächst die Summe überschüssiger Liquidität, was den Banken noch mehr Negativzinsen bei der EZB beschert.

Wie die Bundesbank auch mitteilte, stiegen die Schulden der Privathaushalte im 1. Quartal nur um 17 Milliarden Euro. 153 abzüglich 17 macht einen Netto-Zuwachs von 136 Milliarden Euro! Woher kommt der Vermögenszuwachs, und in welche Geldanlagen genau wurde er investiert? Hier die Detailaussagen der Bundesbank im Wortlaut:

Im ersten Quartal 2019 betrug die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte per saldo rund 87 Mrd €, womit sie sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau bewegte. Dabei wurden Bargeld und Sichteinlagen um 35 Mrd € sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen im Umfang von knapp 20 Mrd € aufgebaut. Zudem erhöhten die privaten Haushalte erstmals seit mehr als vier Jahren ihre Forderungen in Form von Spareinlagen und Sparbriefen. Die ausgeprägte Präferenz dieses Sektors für liquide oder als risikoarm wahrgenommene Anlageformen hielt somit weiter an.

Die Zuflüsse in börsennotierte Aktien und Investmentfondsanteile im ersten Quartal 2019 in Höhe von knapp 10 Mrd € waren deutlich höher als noch im Vorquartal. Bei den börsennotierten Aktien entfiel dabei mit gut 4 Mrd € ein Großteil auf inländische Papiere. Bei den erworbenen Investmentfondsanteilen handelte es sich unter anderem um Anteile an gemischten Wertpapier- und Immobilienfonds. Darüber hinaus wurden Schuldverschreibungen mit Zuflüssen von 0,5 Mrd € erneut aufgestockt. Damit deutet die Entwicklung des Kapitalmarktengagements weiterhin in Richtung eines seit dem Jahr 2014 gestiegenen Renditebewusstseins. Neben dem transaktionsbedingten Anstieg des Geldvermögens der privaten Haushalte gab es außerdem Bewertungsgewinne, die vor allem im Zusammenhang mit der Erholung der Kurse von Investmentfondsanteilen und börsennotierten Aktien auftraten.

Bundesbank mit Statistik zum Geldvermögen der Deutschen
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany CC BY-SA 3.0 de



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