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Volksbanken: „Im Japan-Szenario angekommen“, Negativzinsen für alle Privatkunden in Sichtweite

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Negativzinsen für alle Privatkunden im Anflug? Oder in Sichtweite? Man kann es nennen wie man will. Sie sind noch nicht beschlossene Sache. Aber die Tendenz ist eindeutig. Gestern veranstalteten die Volks- und Raiffeisenbanken ihre jährliche Presseveröffentlichung zu ihren Jahreszahlen für 2018. Verkündet wurde für die „Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken“ einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 7,8 Milliarden Euro. Das kann sich doch sehen lassen. Warum also überhaupt über Negativzinsen für den kleinen deutschen Michel nachdenken, wenn man als Gesamtgruppe so fett im Gewinn liegt?

Negativzinsen für alle Privatkunden? So klingt das bei den Volksbanken

Die Vorsitzendes des Verbands (BVR) Marija Kolak hat ein offizielles Statement abgegeben (hier komplett nachzulesen). Sogar fett auf dem Screen in der PK war durch den BVR geschrieben „Im Japan-Szenario angekommen“. Damit will der Verband mehr als deutlich kommunizieren: Liebe Leute, die EZB hält den Zins weiter im Keller, und senkt womöglich noch weiter. So können wir unsere Kosten dann nicht mehr bestreiten. Es muss was passieren… darf man es so in Klartext formulieren? Hier ein kleiner Auszug aus dem offiziellen Statement von Frau Kolak:

Der geldpolitische Kurs der EZB lässt sich also kennzeichnen als „very low for very long”. Es wird für Banken immer schwerer, bei anhaltenden Negativzinsen eineangemessene Profitabilität im Kundengeschäft sicherzustellen, insbesondere, wenn auf die Weitergabe der negativen Zinsen im Mengengeschäft verzichtet wird. Allein durch den Ausbau des Provisionsgeschäfts und das Heben von Effizienzreserven sind die erforderlichen zusätzlichen
Erträge bei Fortführung dieser Geldpolitik in Zukunft kaum zu erzielen.

Lauf finanz-szene.de wurde Marija Kolak in der PK noch deutlicher. So sagte sie, dass alle Banken das Thema Negativzinsen „neu bewerten“ müssten, wenn sich das Japan-Szenario fortsetze. Derzeit würden die Banken diese Kosten (negativer Einlagezins für Banken bei der EZB von -0,40%) für die meisten Privatkunden übernehmen. Es werde für Banken immer schwerer bei anhaltenden Negativzinsen die nachhaltige Profitabilität im Kundengeschäft sicherzustellen – insbesondere wenn auf die Weitergabe der negativen Zinsen im Mengengeschäft verzichtet werde, so Kolak. Also: Bleibt die EZB bei ihrem Kurs (wovon man ausgehen darf), dann werden die Volks- und Raiffeisenbanken wohl ihre Negativzinsen auch auf den Kleinsparer ausweiten, beziehungsweise den Negativzins der EZB auch an sie weiterleiten. Anmerkung unsererseits: Das wäre doch ein prima Aufhänger für jede Menge „Beratungsgespräche“ für die werte Kundschaft. Das Geld darf nicht auf dem Sparkonto bleiben, sonst verlieren Sie Geld. Wir haben da tolle Alternativprodukte für Sie…

Ansonsten läuft das Geschäft ordentlich

Abgesehen von der miesen Zinsmarge laufen die Geschäfte bei den Volksbanken bestens. Das zeigen die Detailzahlen. Hier wichtige Aussagen im Wortlaut:

Der nach internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS erstellte konsolidierte Jahresabschluss der FinanzGruppe bildet das Geschäftsjahr 2018 der 875 Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und der weiteren genossenschaftlichen Spezialinstitute sowie des DZ BANK Konzerns ab. Demnach sank der Zinsüberschuss im Berichtszeitraum leicht um 270 Millionen Euro auf 18,4 Milliarden Euro. Den Rückgang dieser wichtigen Ertragskomponente konnte die genossenschaftliche FinanzGruppe durch das erreichte Kreditwachstum deutlich abmildern und mit einem höheren Provisionsüberschuss mehr als wettmachen. Dieser erreichte getragen durch die Kreditgenossenschaften mit 6,8 Milliarden Euro ein Plus von 5 Prozent oder 325 Millionen Euro. Hierbei entwickelten sich neben dem Zahlungsverkehr auch das Vermittlungsgeschäft für Immobilien und die Vermögensberatung positiv – beides Anlageformen, die Kunden aufgrund des niedrigen Zinsumfelds vermehrt nutzen. Der Aufwand für die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag 2018 bei lediglich 151 Millionen Euro.

Die Verwaltungsaufwendungen nahmen mit einem Anstieg von 1,1 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro moderat zu. Mit 2,4 Milliarden Euro Ertragsteuern fällt die Steuerlast der Gruppe bilanziell um knapp 0,5 Milliarden Euro niedriger aus. Nach Steuern erwirtschaftete die genossenschaftliche FinanzGruppe 2018 einen Jahresüberschuss von 5,4 Milliarden Euro.

Im Kundengeschäft spielte die genossenschaftliche FinanzGruppe auch 2018 ihre Stärke der hohen Werte- und Kundenorientierung aus. Um 4,3 Prozent auf 794,9 Milliarden Euro steigerte sie ihr Kreditgeschäft mit Privatkunden und mittelständischen Firmenkunden und das Einlagengeschäft wuchs um 5,2 Prozent auf 842,4 Milliarden Euro. Erneut war eine rege Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten zu verzeichnen, während angesichts des Niedrigzinsumfelds unverändert Sichteinlagen die erste Wahl der Kunden waren. Die konsolidierte Bilanzsumme der genossenschaftlichen FinanzGruppe stieg um 4,0 Prozent auf 1,29 Billion Euro.

BVR Vorstand - Mirja Kolak bringt Negativzinsen für alle ins Gespräch
Der Vorstand des BVR.

Ein Kommentar

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    Michael

    12. Juli 2019 18:10 at 18:10

    Stellt sich die Frage, was genau eine angemessene Profitabilität im Kundengeschäft ist? Das Attribut „angemessen“ relativiert die Aussage und schafft Hintertürchen. Ein paar Zeilen weiter unten spricht man dann von „nachhaltiger“ Profitabilität. Erinnert mich irgendwie an die „bedarfsgerechte“ Wohnung bei der Deutsche Wohnen AG.

    Mit 5,4 Milliarden Gewinn nach Steuern muss kein Vorstand und kein Genossenschaftler darben oder hungern, den miesen Zinsüberschuss von 18,4 Milliarden Euro sollte man verkraften. Zur Not könnte man ja auch effizienter arbeiten und den Verwaltungsaufwand von 18,1 Milliarden Euro etwas straffen (ich rede von Effizienz, nicht von Entlassungen).

    Aber so sind sie halt nun einmal, die Banken: Jammern auf höchstem Niveau, dabei kein Wort über die tatsächlich wenig angemessenen und noch weniger nachhaltigen Erträge bei den Anlage- und Vorsorgeprodukten, die man den Kunden seit jeher so optimistisch anpreist und verkauft…

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Coronavirus: Das Problem mit den Krankheitsdaten

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Ist das nur eine allgemeine Beruhigungspille in Sachen Coronavirus? „95 Prozent der Kranken genesen wieder und alle, die gestorben sind, hatten bereits ernste Vorerkrankungen.“ So Walter Riccardi, Professor für Gesundheitswesen und Berater des italienischen Gesundheitsministers, der die Öffentlichkeit aufrief, sich zu beruhigen. Dabei wird ein spezielles Problem deutlich: Es gibt noch zu wenig Daten über das Virus und seine menschlichen Wirte.

Coronavirus: Medizinische Aspekte

Der ärztliche Direktor der Uniklinik Düsseldorf, Professor Dr. Häussinger, brachte es bei der Frage eines Journalisten in einer Pressekonferenz nach eventuellen Vorerkrankungen des sich in Lebensgefahr befindlichen Coronavirus-Patienten in Nordrhein-Westfalen auf den Punkt: „Sie erwarten doch nicht von mir, dass ich Ihnen vertrauliche Patientendaten übermittle.“ Damit wird klar, wie schwierig es ist, diese Viruserkrankung allgemein einzuordnen, in puncto Gefährlichkeit und Letalität.

Die meisten durch das Coronavirus Verstorbenen hatten Vorerkrankungen wie Herzinfarkte, Karzinome, Diabetes u.ä. und damit ein geschwächtes Immunsystem. Dazu war nach ersten Auswertungen ein Sechstel der Todesopfer zwischen 80 und 90 Jahre alt. Aus diesem Aspekt sollte man die Letalitätsrate von 2 Prozent auch einmal betrachten. Wie lautet derzeit die allgemeine Beurteilung von Virologen? „Bislang ist aber die Gefahr, sich in Deutschland mit Grippe- und Erkältungsviren anzustecken, ungleich höher als eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.“ Besondere Verhaltensregeln gelten daher im Moment nur bei Menschen, die Kontakt zu einer Person hatten, die mit dem Virus infiziert ist und die in einem Gebiet unterwegs waren, in dem Fälle von Covid-19 aufgetreten sind. So war die Lage zumindest, bevor die Infektionszahlen in NRW in die Höhe sprangen. Bisher konnte bei allen neuen Fällen in Deutschland die Ansteckungskette nachvollzogen werden: Sie gehen direkt oder indirekt auf Kontakte zurück, die sich in Italien mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Was sich aber unglaublich fatal entwickelt, ist der ökonomische Effekt vor allem aus psychologischer Sicht.

Die Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben

Diese Effekte sind am Beispiel Italien derzeit nachzuvollziehen. Denn der Coronavirus lähmt aktuell die wirtschaftlich stärksten Regionen des Landes. Mit den Provinzen Pavia, Lodi, Cremona und Mailand, den Zentren des Ausbruchs, liegen 12 Prozent der italienischen Wirtschaft darnieder. Es leidet insbesondere der Tourismus, der in Italien zehn Prozent vom Bruttoinlandsprodukt ausmacht. Anfang der Woche wurde der berühmte Karneval in Venedig abrupt beendet, anschließend die Schließung von Museen, Kirchen, Kinos und Theatern angeordnet. Das in der Kultur-Hochburg Italien. Da ist es schon fatal, dass einige Länder bereits Reisewarnungen nach Italien ausgesprochen haben mit der Folge von massenhaften Stornierungen im Tourismus. Manche Quellen sprechen schon von einer Quote von bis zu 40 Prozent, der Tourismusverband von „unschätzbaren Schäden“.

Coronavirus: Die Reaktionen an der Börse

Reihenweise sind die großen Indizes in den Korrekturmodus gerutscht. Ob Dow Jones, S&P 500, Nikkei oder der Dax, alle haben in kürzester Zeit 10 Prozent von ihren Höchstständen verloren. Damit wurde schon mehr Kapital vernichtet als das Coronovirus vermutlich an Schäden in den Volkswirtschaften anrichten wird. Natürlich war eine Preisbereinigung aufgrund des extremen vorherigen Anstiegs geradezu unerlässlich. Doch eine Börsenpanik könnte im Zusammenhang mit einer möglichen Pandemie eine unheilvolle Entwicklung in Gang setzen.

Denn hier kommt die Psychologie ins Spiel. Weiter fallende Aktienkurse könnten über den Vermögenseffekt den Konsum der Menschen so einbremsen, so dass es unabhängig von Störungen der Lieferketten und der Industrieproduktion zu einer Rezession kommt. Das sieht man bereits an den weltweiten Auswirkungen in der Tourismus- und Verkehrsbranche. Kein Wunder, dass sich der Ölpreis seit einigen Tagen im freien Fall befindet. Bei einer Panik infolge stark steigender Covid-19-Zahlen kann es in diesen Zeiten von einem Tag zum anderen zu einem totalen Einbruch kommen. Dazu können auch die Medien beitragen, die jeden Einzelfall als Sondermeldung ins Bewusstsein der Bürger bringen, unaufhörlich und rund um die Uhr.

Fazit

Es wäre wirklich verkehrt die Gefährlichkeit dieser Virusinfektionen zu verharmlosen und vorbeugende Vorsichtsmaßnahmen zu ignorieren.

Aber der Schaden, der durch eine mediale Dauerberieselung entstehen könnte, dürfte extrem ansteigen, wenn der Normalbürger in Panik gerät, sich teilweise unwirksame Atemschutzmasken anschafft, Lebensmittelvorräte anlegt und sich in seiner Wohnung verschanzt.

Auch Wochen nach dem ersten Auftreten des Coronavirus herscht ziemliches Rätselraten über die Gefährlichkeit der Lungenkrankheit, seinen Infektionswegen, auch vonseiten der Experten.

Beschwichtigungen über das Coronavirus, das nicht viel gefährlicher sein soll als Influenza und Schreckensvisionen über Millionen Infizierte mit vielen Toten wechseln sich ab. Seit das Virus in Europa angekommen ist, hat sich das Medieninteresse potenziert, eine Sondersendung jagd die nächste.

Es gibt Unsicherheiten über die wirklichen Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten

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Friedrich und Weik: Coronavirus – das Ende der Globalisierung!

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Der sogenannte Coronavirus (COVID-19) breitet sich immer weiter aus. Weltweit sind bereits über 82.000 Menschen infiziert und über 2.800 daran gestorben (Stand 27.02.2020). (Video)

In China stehen 760 Millionen Menschen unter Quarantäne – das ist ein Zehntel der Weltbevölkerung!
Seit Januar wurden global 200.000 Flüge gestrichen und hunderte von Containerschiffen liegen vor Anker. In Japan (zweitgrößte Volkswirtschaft Asiens) bleiben die Schulen bis Ende März geschlossen! In Korea (drittgrößte Volkswirtschaft Asiens) stehen bei zahlreichen Firmen die Bänder still und die Anzahlahlen der Infizierten steigt rasant (1596). Erstmalig gibt es eine Ausgangssperre in Europa und zwar in Italien für 50.000 Menschen! Aber auch in Südamerika, Australien und in den USA gibt es erkrankte Personen. Bereits Ende Januar haben die USA und Australien ein Einreiseverbot für Reisende aus China verhängt. Ausgenommen sind Staatsbürger und Menschen mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung. Diese müssen sich bei ihrer Rückkehr ins Land jedoch in eine zweiwöchige „Selbstquarantäne“ begeben.

Matthias Weik und Marc Friedrich schreiben über das Coronavirus
Marc Friedrich und Matthias Weik.

Die CDU/ SPD-GroKo-Regierung unternahm jedoch nichts um uns Bürger zu schützen. Bundesgesundheitsminister Spahn kommt nach ewigen Beschwichtigungen mittlerweile zu der Aussage: „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie„. Wir sagen: Wir haben bereits eine Pandemie – denn mittlerweile sind 32 Länder auf allen Kontinenten betroffen. Die Gefahr einer globalen Pandemie mit fatalen Folgen für die globalisierte Weltwirtschaft wird unserer Ansicht noch völlig unterschätzt. Bereits seit einer Woche geht es an den Aktienmärkten abwärts und die Talsohle ist noch keineswegs in Sicht.

Deutschland: Miese Wirtschaftsdaten bereits vor Coronavirus

Bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus sank die Industrieproduktion in Deutschland stetig. Knallhart gesagt: sie bricht seit 2018 kontinuierlich ein. Die Entwicklung beim saisonbereinigten Output der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) ohne Baugewerbe ist seit knapp zwei Jahren Rückläufig und es besteht keine Aussicht auf Besserung.

In Punkto Auftragseingänge sieht es bei der deutschen Industrie besorgniserregend aus. Der saisonbereinigte und reale Auftragseingang der deutschen Industrie sinkt seit August 2019 kontinuierlich.

Rohstahlproduktion in Deutschland bricht ein

Ebenso drastisch sieht es im Bereich der Rohstahlproduktion aus. Im Januar 2020 sank der Output der deutschen Hüttenwerke um 17,7 Prozent zum Vorjahresmonat (Worldsteel). Bereits 2019 sank in Deutschland der Output um 6,5 Prozent zum Vorjahr, der niedrigste Stand seit 2009.

Automobilbranche und Maschinenbau befinden sich in einer Rezession!

Obendrein verschärft sich insbesondere die Krise in der Automobilindustrie stetig. Der ideologische geführte Kampf gegen das Automobil wird mit Vehemenz weitergeführt. Ob es tatsächlich zielführend ist eine der wenigen Schlüsselindustrien sturmreif zu schießen, welche nebenbei noch 21 Prozent zu BIP beiträgt, wagen wir zu bezweifeln. Bereits im Jahr 2018 war die Produktion um 9,4 Prozent zum Vorjahr eingebrochen! Im Gesamtjahr 2019 sank der Output um 9 Prozent zum Vorjahr, auf 4,66 Millionen Einheiten. Das ist der niedrigste Stand seit 23 Jahren! Nicht zu verkennen ist, dass drei von vier in Deutschland hergestellten PKW bisher in den Export gingen. Folglich wird selbst ein bis dato besserer Binnenabsatz den Einbruch im Export nicht ansatzweise ausgleichen können. Noch immer sehen wir keinerlei Antworten von Seiten der Politik auf diese Entwicklung.

2008 hat Deutschland – und vor allem unsere Autobauer – neben dem vielen billigen Geld insbesondere China aus der Krise herausgezogen. Dies wird in Zukunft nicht der Fall sein, denn China hat gegenwärtig grundlegend andere Probleme.

Minus 92 Prozent – Automobilmarkt in China stürzt ab

Der weltweit größte Automarkt China bricht seit knapp zwei Jahren ein. 2018 schrumpfte der chinesische Automarkt erstmalig seit über zwanzig Jahren geschrumpft. 2019 gingen die gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent zurück. Jetzt grassiert das Coronavirus in China mit bis dato verheerenden Konsequenzen für den dortigen Automobilmarkt.

Im Zuge des Coronaviruses wurden zahlreiche Produktionsstätten in China geschlossen. Wichtig zu wissen in dieser Causa: China allein steht inzwischen für 18 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und knapp 50 Prozent des Wachstums der Welt in den letzten Jahren. Fast alle europäischen Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in China sind mittlerweile von den Folgen der Coronavirus-Krise betroffen. Einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Handelskammer und der deutschen Außenhandelskammern in China sehen fast 60 Prozent „schwere“ und weitere 30 Prozent „mittelschwere“ Folgen für ihr Chinageschäft. Bis dato sind die Folgen dessen noch die Bürger in Deutschland noch überschaubar. Bald wird es jedoch knüppeldick kommen. In den ersten beiden Februarwochen sind die Autoverkäufe in China um 92 Prozent eingebrochen. Es wurden lediglich noch 4.962 PKW´s verkauft. Katastrophal für die deutschen Autobauer! Denn der chinesische Markt ist für 40 Prozent des Absatzes verantwortlich.

Der Beginn der Deglobalisierung

Sollten die Chinesen weiterhin kaum mehr Autos kaufen wird dies desaströse Konsequenzen für VW, Audi, BMW und Daimler haben aber auch für die Zulieferer und schlussendlich für alle anderen Branchen in diesem Land. Den Rattenschwanz, der die Quarantäne auslöst haben viele noch gar nicht auf dem Schirm. Durch die Just in Time Produktion sind die Läger weltweit kostenoptimiert auf Straßen und Seewege verlegt worden. Jetzt zeigt sich die Kehrseite der Abhängigkeit von der billigen Werkbank Chinas.. Die Zulieferkette ist gestört und es werden erste Engpässe deutlich. Mit jedem Tag, mit dem die Krise anhält, die Menschen in China nicht zu Arbeit gehen, Häfen geschlossen sind und Flüge gestrichen werden, potenzieren sich die Auswirkungen auf unsere globalisierte Weltwirtschaft. Viele Unternehmen weltweit werden erkennen, dass man sich in eine gefährliche Abhängigkeit von China begeben hat. Man wird wieder umdenken. Dies bedeutet: Arbeitsplätze und Produktionen wieder nach Hause holen, Alternativen schaffen um die Abhängigkeit zu reduzieren. Das wird China Wachstum kosten und schlussendlich die KP zu Fall bringen. Wir sehen gerade den Beginn der Deglobalisierung!

China – Geld vor Gesundheit?

Mittlerweile versuchen der Staat und die Unternehmen alles Erdenkliche zu tun um die verängstigten Bürger wieder an ihre Arbeitsplätze und zum Arbeiten zu bringen. Regionen haben die Transport- und Reisebeschränkungen gelockert. Selbst Staatspräsident Xi Jinping sah sich gezwungen, die Unternehmen Chinas dazu aufzurufen, ihre Arbeit wiederaufzunehmen. Städte wie Schanghai und Peking organisieren Shuttle-Fahrten. Kostenfreie Züge und Busse sollen die Arbeiter, die jetzt wegen des Coronaviruses wochenlang zuhause waren, rasch zurück zur Arbeit Werkbänke zurückbringen. Auch mit Geld versucht die Wirtschaft ihre Arbeiter wieder an ihren Arbeitsplatz zu bringen. Foxconn, produziert unter anderem das iPhone versucht seine Arbeiter zu kaufen hat ihnen ein Bonus von bis zu 7000 Yuan monatlich (anstatt üblichen 3000 Yuan) in Aussicht gestellt, wenn die zur Arbeit kommen. Ob sich die Chinesen tatsächlich kaufen lassen ist noch offen. Gesundheit ist wichtiger als Geld – das ist auch in China bekannt.

Italien – Coronavirus, der Supergau für ein schwer angeschlagenes Land?

Ausgerechnet das wirtschaftlich stärkere Norditalien wird vom Coronavirus heimgesucht. Dies hat nicht nur drastische Auswirkungen für das faktisch bankrotte Italien, sondern auch für deutsche Unternehmen. Deren Lieferketten sind eng mit Norditalien verflochten. Allein Knapp 1500 deutsche Unternehmen haben Niederlassungen. Besonders Autozulieferer, Elektro- und Chemiebetriebe. Am stärksten von der Epidemie betroffen ist die Lombardei. Sie ist die wirtschaftlich stärkste Region Italien. Sie und stellt etwa ein Fünftel der Wirtschaftskraft. Um die Bedeutung der Lombardei für Deutschland zu veranschaulichen: Das Handelsvolumen Deutschlands mit der Lombardei ist beinahe so groß wie das mit der wirtschaftlichen Großmacht Japan. Für die sich bereits in einer erheblichen Rezession befindende norditalienische Industrie ist das Coronavirus katastrophal. Aber auch für Deutschland sind die Auswirkungen auf die hiesige Konjunktur nicht zu unterschätzen. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier: „Schließlich ist Italien mit einem Handelsvolumen von über 125 Milliarden Euro der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands, und täglich gehen insbesondere unverzichtbare industrielle Vorleistungsprodukte in beide Richtungen über die Alpen.“ Allein daran zeige sich, „dass das Coronavirus erhebliche Ausstrahlung auf den Welthandel zu entwickeln beginnt„. Ferner ist das Coronavirus fatal für die italienische Tourismusbranche. Aber auch für den Tourismus weltweit. Die Chinesen gelten als besonders reisefreudig. Frankreich hat bereits jetzt einen Einbruch von 35 Prozent zu verzeichnen. Weitere Länder werden folgen. Die Fluglinien, Hotels und Kreuzfahrtanbieter werden besonders darunter leiden. Schon jetzt stornieren Urlauber und Geschäftsleute am laufenden Band ihre Buchungen. Diese ist jedoch, dem Kultur- und Tourismusministerium zur Folge, verantwortlich 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sorgt für Lohn und Brot für 4,2 Millionen Menschen. Solle sich der Coronavirus in Italien weiter ausbreiten und die dortige Wirtschaft mehr und mehr zum Erliegen bringen wird dies fatale Konsequenzen für das Land, für die EU und Eurozone und folglich auch für uns Bürger in Deutschland haben.

Globale Crashgefahr

Bekanntlich haben die Notenbanken ihr Pulver verschossen. Die Zinsen sind in der Eurozone bei Null und auch in anderen Ländern existieren relativ niedrige Zinssätze. In Zeiten wirtschaftlichen Stillstands wird die Kreditnachfrage äußerst gering sein Folglich werden weitere Zinssenkungen nicht mehr zielführend sein. Somit können viele Notenbanken nur noch Geld an ihre Bürger verteilen (Helikoptergeld) um den Konsum zu steigern. In Hongkong soll jeder ständige Bewohner rund 1300 Dollar (10.000 HK-Dollar) erhalten. Ob das sinnig ist, wagen wir zu bezweifeln, denn mit Gelddrucken lassen sich niemals Probleme nachhaltig lösen. Nichtsdestotrotz werden wir nun das größte Notenbankexperiment in der Geschichte sehen: Die Druckerpressen werden so viel Geld in das System reinpumpen wie noch niemals zuvor. Wir gehen von Billionen aus und die Zinsen werden weiter sinken. Für die USA erwarten wir dieses Jahr schon die 0 Prozent und danach Negativzinsen und für die Eurozone nicht unerhebliche Negativzinsen. Doch auch dadurch wird das Virus nicht stoppen lassen.

Gegenwärtig sind die Unternehmen weltweit, dank des billigen Geldes, oftmals extrem verschuldet. Dies stellt kein Problem dar, solange die Wirtschaft läuft und bestenfalls noch wächst. Ist dies jedoch nicht mehr der Fall stehen zuerst die Unternehmen (können ihre Zinsen nicht mehr bezahlen) und dann die Banken vor unlösbaren Problemen. Werden im Zuge der Krise die Unternehmen folgerichtig herabgestuft werden, dann sind Kursverluste die Folge. Investoren werden die Papiere freiwillig oder gezwungenermaßen, weil sie Papiere nur bis zu einem bestimmten Investment-Grade halten dürfen, auf den Markt werfen. Genau dann besteht die Gefahr, dass das Coronavirus die Real- und Finanzwirtschaft zum Zittern bringt.

Egal wie sich das Virus entwickelt – die Notenbanken werden weiter Geld drucken und wir stehen vor dem größten Vermögenstransfer der Geschichte! Dies bedeutet: Es ist ratsam in durch die Natur limitierte Sachwerte zu investieren. Seit unserer Empfehlung in Edelmetalle zu investieren ist das goldene Geldmetall auf neue Rekordniveaus in Euro gestiegen. Für uns erst der Anfang. Wir stehen vor einer goldenen Dekade. Seien Sie dabei!

Sollte sich der Coronavirus weiter Verbreiten und die Weltwirtschaft zum Erliegen bringen, wird dies fatale Konsequenzen nicht nur für Deutschlands und den Rest der Welt haben. Obendrein sollten wir nicht vergessen, dass China mit seinem gigantischen Schattenbankensystem und seiner auf Pump laufenden Wirtschaft, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist. Sollte das chinesische Finanz- und Wirtschaftssystem tatsächlich crashen wird dies die Welt wesentlich heftiger erschüttern als die Finanzkrise 2008/ 2009.

Über die Autoren – www.friedrich-weik.de
Marc Friedrich und Matthias Weik sind Finanzexperten, fünfache Bestsellerautoren und Gründer der Honorarberatung FRIEDRICH&WEIK VERMÖGENSSICHERUNG für Privatpersonen und Unternehmen, sowie Initiatoren des täglich handelbaren offenen Sachwertfonds, dem Friedrich & Weik Wertefonds. Ihr aktueller Nummer 1 SPIEGEL Bestseller heißt: „Der größte Crash aller Zeiten“.

Sie kommentieren das aktuelle Geschehen auf ihrem Blog, auf Twitter und in ihrem kostenfreien Newsletter mit spitzer Feder, knallhart und faktenbasiert. Auch auf ihren zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland sowie auf ihrem YouTube-Kanal nehmen sie kein Blatt vor den Mund sondern sprechen Klartext.
Mehr dazu erfahren Sie hier.

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Coronavirus aktuell: Hokkaido (Japan) ruft Ausnahmezustand aus; Olympiade und EZB

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Wegen neun neuer Infizierten mit dem Coronavirus ruft Hokkaido, die zweitgeößte Insel Japans mit ca.  5,7 Millionen Einwohnern, den Ausnahmezustand aus. Die Bewohner werden aufgefordert, am Wochenende nicht ihre Wohnung zu verlassen. In Hokkaido sind nun nach neuesten Zahlen 63 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
Damit wird die Frage immer drängender, ob die Olympischen Spiele im Sommer in Tokoy wirklich stattfinden können! Nach Angaben der BNP Parisbas würden eine Absage der Olympischen Spiele schwere wirtschaftliche Verwerfungen für Japan bedeuten.

Nach Angaben des litauischen Notenbankchefs und EZB-Mitglieds Vasiliauskas könne durch die auftretende Pandemie eine ausserordentliche Sitzung der EZB notwendig werden.

Südkorea meldet 315 neue durch das Coronavirus Infizierte, womit die Gesamtzahl nun auf 2337 steigt.

Auf der Insel Hokkaido steigen Zahlen der durch das Coronavirus infizierten Menschen

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