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Der Anfang ist gemacht Gold-Comeback: Kann sich der Goldpreis nachhaltig erholen?

Gold-Comeback: Kann sich der Goldpreis nachhaltig erholen?

Die Talfahrt beim Gold konnte am Mittwoch abgewendet werden, nachdem die Bank of England angekündigt hat, wieder Staatsanleihen zu kaufen. In der Folge gaben die Renditen nach. Die Gold-Bullen haben positiv auf die Nachricht reagiert und den Goldpreis um über 45 Dollar nach oben getrieben. Die Kapitulation der Bank of England hat bei vielen Marktteilnehmern die Hoffnung genährt, dass auch andere Notenbanken ihren harten Straffungskurs nicht mehr lange durchhalten. Dagegen sprechen die falkenhaften Äußerungen einiger Fed-Mitglieder in dieser Woche. Beispielsweise hat Präsident der Boston Fed Raphael Bostic für einen weiteren großen Zinsschritt von 75 Basispunkten bei der nächsten FOMC-Sitzung ausgesprochen. Für die Währungshüter der Fed steht das Bekämpfen der hohen Inflation weiterhin im Vordergrund.

Auftrieb erhielt der Goldpreis zudem von einer leichten Dollarschwäche sowie fallenden Renditen für Staatsanleihen. Der Dollarindex fiel im gestrigen Handel von 114,79 auf 112,60 Punkte zurück, bewegt sich aktuell aber wieder aufwärts. Die Renditen für Staatsanleihen konsolidierten ebenfalls, was den Preis für Gold stützte. Während die 10-jährige britische Anleiherendite nach der Meldung der BoE deutlich zurückgekommen war, fiel auch die US-Rendite für 10-jährige Staatsanleihen von knapp 4 % auf 3,74 %. Dadurch stieg der Goldpreis, da der Rückgang der US-Renditen den Einfluss des Dollars lockert. Aktuell legen die Renditen sowohl im Vereinigten Königreich als auch in den USA wieder zu. Ob die Maßnahmen der Bank of England wirklich zu einer nachhaltigen Stabilisierung am Anleihemarkt führen, bleibt also abzuwarten.

Neue Impulse für den Goldpreis

Zum Ende der Handelswoche stehen wichtige Inflationsdaten auf der Agenda, die frische Impulse für Gold liefern könnten. Zuerst stehen die deutschen Verbraucherpreise am Nachmittag im Fokus. Laut einer Umfrage von Trading Economics soll sich die Teuerung von zuvor 7,9 auf 9,4 Prozent deutlich beschleunigen. Angesichts der hohen Inflation überrascht es wohl kaum, dass EZB Präsidentin Lagarde am Mittwoch sagte: „Wir werden tun, was wir tun müssen. Das heißt, die Zinsen in den nächsten Sitzungen erhöhen.“ Der Druck auf die Europäische Zentralbank dürfte aufgrund des hohen Preisdrucks im Euroraum hoch bleiben. Am Freitag richtet sich das Augenmerk der Analysten auf die in den USA veröffentlichte PCE-Kernrate. Nach dem Inflationsschock vor zwei Wochen rechnen Analysten ebenfalls mit einem leichten Anstieg von 4,6 auf 4,7 Prozent im August. Fallen die Inflationsdaten dies- und jenseits des Atlantiks erneut höher aus, dürfte das Gold abermals unter Druck geraten.

Gold: Eine Stabilisierung ist möglich

Seit dem Bruch der Tiefpunkte der letzten Jahre bei rund 1.680 Dollar hat der Goldpreis seine Abwärtsdynamik nochmal beschleunigt. Im Tief rutschte das Edelmetall bis auf 1.615 USD ab. Von dort aus setzte gestern ein starker Impuls ein, der den Preis für Gold bis 1.662 USD gebracht hat. Der rasante Anstieg wird aktuell auf hohem Niveau konsolidiert – aktuell notiert der Preis bei 1.646 USD. Der Goldpreis muss jedoch die Hürde bei 1.655 USD nehmen, um die Unterkante der vorherigen Range bei 1.678/1.688 zu testen. Hier verläuft ebenfalls die 200-Wochen-Linie. Überwindet der Kurs anschließend das letzte lokale Hoch bei 1.688 USD, dann ergeben sich weitere Ziele bei 1.706, 1.724 und 1.735 USD. Ein Ausbruch über die fallende Trendlinie (aktuell bei 1.720 USD) würde den Bullen in die Karten spielen.

Damit die Stabilisierung klappt, sollte Gold nicht mehr unter das 61,8 % Retracement bei 1.632 USD fallen. Darunter rücken das Tief bei 1.615 USD sowie die Unterstützung im Bereich von 1.600/595 USD in den Fokus.

Goldpreis mit Erholung - Bank of England fallende Renditen auf Staatsanleihen

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9 Kommentare

  1. Der Preis für Gold wird steigen.
    Es ist nur die Frage, was man dann für den Preis des Goldes an Waren kaufen kann.
    Man bekam immer für eine Unze Gold 300 bis 400 Brote.
    400 Brote wird man beim Bäcker wohl schon nicht mehr bekommen.
    Ich habe heute noch nicht nachgeschaut, aber der Goldpreis müsste in Euro über 13% gestiegen sein in den letzten 12 Monaten.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Inzwischen dürfte auch der Letzte verstanden haben, dass Gold in Euro langfristig eine tolle Geldanlage und ein sensationeller Inflationsschutz ist. Niemand bezweifelt das. Und genau deshalb muss man es nicht Tag für Tag mindestens 3 Mal betonen und täglich nachschauen, ob es nun 12, 13 oder 14% sind.

      Das hast du ganz prima gemacht, 10 Stempel für das Lobkärtchen. Und jede Woche, die du uns mit diesem Thema verschonst, darfst du dazu ein neues goldenes Sternchen reinkleben.

  2. Es sind fast 15 %.
    Zum Vergleich:
    DAX minus 22 %
    Bitcoin minus 44 %
    MSCI World Index minus 19,5 % (in Dollar)

  3. Die Wiederholung gilt nur für Columbo und andere MSCI Geschädgte.Alle Anderen haben es kapiert.

    1. @Helmut Assistent

      Ha,ha…man merkt, dass Sie ein Azubi des Toreros sind, sonst könnten Sie mich in Ihrer Unerfahrenheit und Naivität nicht als MSCI-World-Geschädigten bezeichnen.
      Wenn Sie wüßten, wie lange ich schon im MSCI-World-ETF investiert bin, würden Sie große Augen machen.
      Schon mal was von Buy and Hold gehört? Nein? Dachte ich mir.

  4. MSCI World Index seit 1994 307%, und davon auch noch Steuern zahlen.
    Da hat Gold über den Daumen netto das doppelte an Kapitlertrag gebracht.
    Aber richtig ist, im nächsten Frühjahr werden wir alle sehen, was von dem Ertrag der letzten Jahre übrig geblieben ist.
    Und da wird auch Gold Federn lassen müssen, und wahrscheinlich auch in die roten Zahlen rutschen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      Wer ist denn auch so dumm und investiert alles in eine einzige Anlageklasse?
      MSCI und Gold und…ist auch eine Möglichkeit. Vielleicht die beste.
      Nennt sich Streuung.

  5. Ja, das mit der Streuung ist nicht so gut gelaufen, denn wir hatten natürlich nicht damit gerechnet, dass sich Gold bis zu unserem Rentenalter versechsfacht.
    Hätte es sich wie beim MSCI nochnichteinmal verdreifacht, dann wäre die Streuung mit Renten (wovon wir gut leben können), und einer bezahlten Immobilie nicht so einlastig. Selbst wenn wir in beiden Anlageklassen 50/50 investiert gewesen wären, hätten wir nach Steuern etwa nur bei einer Vervierfachung gelegen.
    Naja, man kann jetzt nichts mehr ändern. Ich fahre jetzt sicherlich nicht in die Schweiz, tausche einige Kilo ìn bunte Scheine um, und kaufe dann irgendetwas, auf das eine Währung abgedruckt ist.
    Das mit Gold ist jetzt einige tausend Jahre gut gelaufen, und ich denke, es geht auch weiter so.
    Es hat für uns gereicht.
    Selbst wenn der Goldpreis morgen um die Hälfte fällt, dann ist der Kapitalertrag immer noch höher als beim MSCI.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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