Gas

Aktuelle Daten für Deutschland Gasverbrauch von Haushalten jetzt deutlich höher als in den Vorjahren

Die Temperaturen sinken. Haushalte und Kleingewerbe haben aktuell einen höheren Gasverbrauch als in den Vorjahren. Hier dazu aktuelle Daten.

Regler an Heizung reguliert auch den Gasverbrauch

Kaum wird es etwas kälter, schon schnellt der Gasverbrauch in Deutschland hoch – logisch, die Heizungen werden aufgedreht. Und umso schlimmer ist, dass er jetzt bereits höher liegt als im Schnitt der Vorjahre. Wo doch eigentlich jetzt jeder Gasverbraucher ganz genau hinschauen sollte, ob man nicht einen Tick weniger Wärme in den eigenen vier Wänden vertragen könnte? Oder liegt der aktuell höhere Gasverbrauch einfach nur daran, dass es dieses Jahr früher kalt wird als in den Vorjahren? Es gibt aktuelle amtliche Daten, und auch ein Erlahmen der Auffüllung der Gasspeicher in Deutschland. Und das Wort „Gasmangellage“ wird aktuell verwendet, wohl um die Verbraucher zu einem geringeren Gasverbrauch zu animieren.

Gasverbrauch steigt – er ist jetzt sogar höher als in den Vorjahren – Appell der Bundesnetzagentur

Dass der Gasverbrauch der deutschen Privathaushalte und Kleinbetriebe aktuell steigt, zeigen aktuelle Daten der Bundesnetzagentur, die von jetzt an wöchentlich Daten zum Gasverbrauch in Deutschland veröffentlichen will. Aktuell sagt die Behörde: Der Gasverbrauch von Haushalten und Gewerbe in der letzten Woche lag deutlich über dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre. Die Zahlen dieser Woche sind damit sehr ernüchternd. Ohne erhebliche Einsparungen auch im privaten Bereich wird es schwer, eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden. Zwar war die letzte Woche kälter als die Vorjahreswochen und die Verbräuche sind immer Momentaufnahmen und können sich schnell ändern, Einsparungen müssen auch bei weiter sinkenden Temperaturen stattfinden und das ist kein Selbstläufer“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. „Wir können angesichts der gut gefüllten Speicher unter drei Voraussetzungen gut über den Winter kommen: Erstens müssen die angestoßenen Projekte zur Erhöhung der Gasimporte realisiert werden. Zweitens muss die Gasversorgung in unseren Nachbarländern ebenfalls stabil bleiben. Und drittens muss Gas eingespart werden, auch wenn es zum Winter hin noch kälter wird. Da wird es auf jeden Einzelnen ankommen.“

Gasverbrauch in Deutschland – Detaildaten

Während sich der Gasverbrauch von Haushalten und Gewerbe bis Mitte September zum Teil deutlich unter den durchschnittlichen Verbräuchen der Vorjahre bewegte, lag er in der vergangenen Woche laut den aktuellsten Daten der Bundesnetzagentur mit 483 GWh/Woche deutlich über dem durchschnittlichen Wert der Jahre 2018 bis 2021 (422 GWh/Woche; +14,5 Prozent). Die Woche war zwar deutlich kälter als die Vergleichswoche in den Vorjahren. Die zur Vermeidung einer Gasmangelklage erforderlichen Einsparerfolge müssen laut Bundesnetzagentur allerdings unabhängig von Temperaturen erzielt werden. Sie geht im Moment davon aus, dass zur Vermeidung einer Gasmangellage ein Rückgang beim Gasverbrauch um mindestens 20 Prozent erforderlich ist.

Die Behörde schreibt heute auch: Die privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden sind in Deutschland für rund 40 Prozent des Gasverbrauchs verantwortlich. Die privaten Verbraucher trugen bisher wenig zum sinkenden Gasverbrauch bei. Das liegt jedoch daran, dass Gas hier vorwiegend zum Heizen verwendet wird. Wie viel Gas tatsächlich eingespart wird, wird sich daher erst in der gerade beginnenden Heizperiode zeigen. Die großen Industriekunden benötigen rund 60 Prozent des Gases. Der Verbrauch dieser großen Verbraucher sank im August um 22 Prozent und lag auch in der letzten Woche deutlich unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre (1170 GWh/Woche gegenüber durchschnittlich 1679 GWh/Woche in den Jahren 2018 bis 2021).

Gasspeicher kommen beim Befüllen fast an die Null-Linie

In den letzten Monaten wurden die deutschen Gasspeicher in einem sehr hohen Tempo befüllt. Zuletzt gab es tagelang sehr geringe Auffüllungen, weil Deutschlands größter Gasspeicher in Rehden gewartet wurde. Aber seit dem 24. September laufen auch dort die Befüllungen wieder. Von daher dürften die Füllstände wieder schneller ansteigen? Aber nein – jetzt wo die Temperaturen sinken, drehen die Menschen logischerweise ihre Heizungen auf, der Gasverbrauch steigt – und das Auffüllen der Gasspeicher wird schwieriger. Daten von Gas Infrastructure Europa zeigen für den 27. September (aktuellster Statistiktag) einen Füllstand der deutschen Gasspeicher von 91,50 Prozent. Die letzten beiden Tage stiegen die Füllstände nur noch um 0,13 und 0,07 Prozentpunkte. Bei weiter sinkenden Temperaturen sehen wir dann in Kürze das Ausspeichern von Gas, weil mehr verbraucht wird als neu ins Land kommt? Das ist das Szenario, vor dem Deutschland wohl derzeit steht.

FMW/Bundesnetzagentur/GIE



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13 Kommentare

  1. Die Zahlen werden wohl so manipuliert, wie die Klinikbetten bei Corona.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Gilet Thermique Jaune

      Ihre Verschwörungskommentare werden immer armseliger!

      1. @gilet, also zur Erinnerung,ich spare mir die genaue Zahlenstatistik(die gibt es auch zur Übersterblichkeit/Alterskohrten und Intensivbetten) ,beide sind ,sagen wir mal vorsichtig : „suboptimale Wahrheit „dazu. Mittlerweile alles Tatsachen.

        Zugegeben es waren die Schwarz/Roten am Ruder ,aber dennoch

        https://www.youtube.com/watch?v=8U1pUDE9HYY

    2. Helmut, in Andalusien brennt die Sonne und wahrscheinlich solltest du mehr auf deinen Kopf acht geben. Wo sind die Zahlen manipuliert – Fakten, Belege, Quellen bitte.

    3. @helmut,bitte ,ob die Zahlen beim Gasproblem gefaket sind ist unbekannt. Aber bitte bringen sie die aufgedeckten Schweinereien und Betrug von Corona nicht mit dieser Gleichstellung in Misskredit,danke.
      Sonst wird zu schnell vergessen was die Politiker bei dem Thema zu verantworten haben.

  2. „Die zur Vermeidung einer Gasmangelklage erforderlichen Einsparerfolge müssen laut Bundesnetzagentur allerdings unabhängig von Temperaturen erzielt werden“

    So ähnlich klang das gestern abend bei Maischberger auch, worauf ich dann den TV ausgeschaltet und mir ein Bier genehmigt habe.

    Lasst uns doch einfach die Heizperiode um 4 Monate auf der Zeitachse nach rechts verschieben und statt im Winter im Sommer heizen?
    Würde zur aktuellen Meinungslogig unserer theoretiker durchaus Sinn ergeben.

    Viel Glück allen.

    1. @Mike

      Das war anscheinend schon das siebte oder achte Bier. Denn nüchtern ist die Aussage gar nicht so schwer zu verstehen: Wir dürfen nicht auf einen warmen Herbst und Winter hoffen, sondern müssen auf alle Fälle etwa 20% an Gas einsparen. Ansonsten droht eine Gasmangellage.

      Das ist eine neutrale Aussage und soll als Warnung dienen, um den Leuten die Situation zu verdeutlichen: Es gibt nur eine begrenzte Menge Gas, und bei dem üblichen Durchschnittsverbrauch der Vorjahre wird es nicht reichen. Bei wärmeren Temperaturen wird es leichter fallen, bei kälteren Temperaturen müssen wir uns mit 18° C in der Wohnung begnügen.

      Prost! So einfach ist das.

      1. Sozialschmarotzender

        Warum sparen?

        Einfach den lieben Staat fragen wenn die Duschrechnung zu hoch ausfällt.

        https://www.gegen-hartz.de/news/hohe-gasrechnung-hartz-iv-anspruch-kann-nachzahlung-abfedern

        Alternativ kann man auch direkt Bürgergeld ab Januar 2023 beantragen und das All-Inklusiv Paket buchen.

        Und wenn das Jobcenter dann fragt, warum man den zweimal am Tag heiß Duschen musste oder jeden Tag ein schönes Entspannungsbad benötigte, dann hat der gewiefte Bedürftige bereits eine Liste mit gesundheitlichen Wehwehchen parat.
        Falls es zum Rechtsstreit kommt, kein Problem wenn nichts zu holen ist.

        Und Gasmangellage bedeutet ja auch nur, dass dann die Industrie erstmal nichts mehr bekommt. Die Heizung läuft weiter. Kann einem also Egal sein, wenn man einfach nur Bürger ist. Da können die netten lustigen Damen und Herren so viel appellieren wie sie wollen.

        In dem Sinne,

        Gut Duschen. So einfach ist das.

        1. @Sozialschmarotzender

          Diese Entwicklung finde ich auch nicht unbedingt lobenswert, sie betrifft aber nur einen Bruchteil der Bevölkerung. Hass gegen diese Menschen zu schüren und jeden Wohngeldempfänger zu diskriminieren, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Und 90 Prozent plus der Bevölkerung müssen ihre Heizkosten schon selbst bezahlen.
          Also immer die Kirche im Dorf belassen.

      2. @Michael
        Absolut richtig, man muss sich auch mal mit veränderten Situationen abfinden können und versuchen, das Beste daraus zu machen. Russisches Gas ist passé, da hilft kein Jammern, Demonstrieren, Rechtspopulisten und Postfaschisten wählen oder empörtes Kommentieren. Superbilliges Gas in rauen Mengen wird es auf absehbare Zeit, vielleicht für immer, nicht mehr geben. Davon sind alle betroffen, und zwar nicht nur in Deutschland. Jeder muss seinen Teil zur Lösung beitragen: Privatleute, Unternehmer, Industrie, und nicht nur Politiker. Punkt. Aus. Amen.

        Nun gilt es, kurzfristig die schlimmsten Auswirkungen etwas abzufedern, Alternativen zu erschließen und mittelfristig kompromisslos eine Transformation hin zur Diversifikation von Bezugsquellen und anderen Technologien voranzutreiben. Erdgas ist als Heizquelle und Stromerzeuger nicht mehr allzu lange tragbar und muss in diesen Sektoren alsbald massiv reduziert und substituiert werden. Es sollte zusehends als kostbarer und wichtiger Rohstoff für die Industrie angesehen und priorisiert werden. Je weniger für Gebäude und Strom verschwendet wird, desto geringer die Nachfrage, desto günstiger der Marktpreis.

  3. Sleepy Joe Biden am 7.Februar und zwar eindeutig !

    https://www.youtube.com/shorts/Siui-GrPOZk

  4. Ja, die Menschen in Deutschland sollten nun auf die Erderwärmung hoffen, damit es einen sehr milden Winter gibt.
    Natürlich ist mir klar, dass im schlimmesten Fall das Gas im Dezember zu Ende ist, und im besten Fall Mitte bis Ende Januar.
    Deshalb hatte ich hier auch schon mal öfter geschrieben, dass ich auf den Inhalt der Neujahrsansprachen der Politiker gespannt bin.
    Es sollte nur jeder wissen: Gas kann nicht einfach wie Strom durch zeitweise Sperrungen rationiert werden. Wird das Gasnetz drucklos, gehen alle Gasgeräte auf Störung, und müssen von Hand wieder entriegelt werden, wenn wieder Gas anliegt.
    Also wird bei einer Gasmangellage der Strom abgestellt werden müssen, wenn Gas gebietsweise rationiert wird. Wer vom Fach ist kann das (gerade bei Etagenheizungen) umgehen. Aber wenn das viele Menschen machen, sind die Einsparmaßnahmen auch sinnlos.
    Zusammenfassend: Wird Gas rationiert, dann wird es auch dunkel in den Wohnungen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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