Gold/Silber

Kurz vor Jackson Hole Goldpreis fällt seit Tagen – die glasklare negative Korrelation

Der Goldpreis fällt seit Tagen. Die negative Korrelation zu US-Dollar und US-Anleiherenditen ist dabei klar erkennbar.

Gold-Barren

Der Goldpreis ist seit Tagen am Fallen, und das wie an einer Schnur gezogen. Anfang letzter Woche noch bei 1.800 Dollar, so sehen wir aktuell einen Kurs von 1.735 Dollar. In der Grafik sehen wir die Entwicklung in der blauen Linie. Als perfekte Negativkorrelation dazu sehen wir in orange und türkis die Entwicklung des US-Dollar und der zehnjährigen US-Anleiherendite. Sie steigen deutlich an. Der US-Dollar-Index (Währungskorb) steigt seit Anfang letzter Woche von 105,32 auf aktuell 108,07 Indexpunkte – das ist der höchste Stand seit fünf Wochen. Die zehnjährige US-Rendite steigt seit Anfang letzter Woche von 2,84 auf 2,97 Prozent.

Je höher der US-Dollar notiert, desto stärker ist der Abwärtsdruck auf alle Assetklassen die in US-Dollar gehandelt werden – also auch Gold. Und je höher die Anleiherenditen, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold für Anleger. Daher sehen wir seit Tagen diesen Trend, dass der Goldpreis immer weiter fällt.

Ab Donnerstag beginnt das Notenbankertreffen in Jackson Hole in Wyoming. Wir berichteten bereits letzte Woche. Aussagen von wichtigen Fed-Offiziellen deuten auf 75 statt 50 Basispunkten Zinsanhebung beim September-Meeting der Fed. Steigende Renditen und steigender US-Dollar zeigen die Tendenz zu einem weiteren richtig kräftigen Zinsschritt, und der fallende Goldpreis als negatives Gegenstück preist dies auch ein. Kommen am Freitag (Powell-Rede in Jackson Hole) klare Aussagen, die auf 75 Basispunkte hindeuten, könnte dieser aktuelle Trend am Markt weiter laufen.

Goldpreis im Vergleich zu US-Dollar und US-Anleiherenditen Goldpreis-Kursverlauf seit Anfang letzter Woche in Relation zu US-Dollar und US-Anleiherenditen.

Die selben Assets sieht man hier im Verlauf seit Jahresanfang. Auch in diesem größeren Bild drücken US-Dollar und Anleiherenditen gegen den Goldpreis.

Goldpreis vs US-Dollar und Anleiherenditen seit Jahresanfang



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4 Kommentare

  1. Verstehe ich nicht ganz, der DAX hat in den letzten 7 Tagen mehr als doppelt so viel verloren, als Gold in Euro

  2. Während der letzten 12 Monate hat der DAX um über 16 % Verluste eingefahren und Gold in Euro über 14 % Kapitalertrag.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Wir hatten das Thema grade beim Abendessen. Schichten die Leute das noch übrige Cash einfach in Dollar um, um einen Hedge zu den schwachen anderen Währungen zu haben? Das ist ja noch verständlich. Aber that’s it? Warum werden denn alle anderen Assets (in Dollar!) verkauft? Die US-Aktien, Gold, Kryptos etc. notieren in USD, also hätte man gleich den Dollar-Kurs-Gewinn und zweitens noch den Kursanstieg der Assets! Einen besseren Inflationsschutz gäbe es kaum. Aber nein, man verkauft alles, ow!
    Letzte Woche kauften angeblich die Fonds noch Aktien wie blöd, und jetzt sollen sie alles gleich wieder verkaufen? Oder woher kommen denn diese Kursbewegungen? Aha gut, dünne Liquidität… Man steigt nicht mehr durch, was hier abgeht!
    Was bringen denn Anleihekäufe, wenn der Realzins immer noch negativ ist?
    Die Psychologie ist halt Psychologie gell, das muss keiner aus einer analytischen Warte heraus verstehen.

  4. Hallo Andreas Benz,
    wer sein Erspartes in Gold angelegt hat, kann nun hautnah miterleben, wie der Verfall des Euros an ihm vorbeigeht.
    Natürlich werden wir alle Federn lassen müssen.
    Und es geht eben nicht ohne den Euro, wenn man im Euroraum lebt. Aber, wenn man zu jeder Zeit bei dem Edelmetall-Händler um die Ecke (sein Erspartes in Unzen) gegen bunte Scheine umtauschen kann, um damit einkaufen zu gehen, dann kann der Bargeldbestand und der Kontostand so niedrig wie eben möglich gehalten werden.
    Bei über 14 % Kursgewinn (Gold in Euro) in den letzten 12 Monaten, ist ja auch mal gerade die Inflation ausgeglichen, obwohl die Kursgewinne steuerfrei sind. Wenn die Inflation mit einer Lohnerhöhung ausgeglichen werden sollte, dann müsste die Lohnerhöhung schon bei etwa 20 % liegen.
    Wer in Bitcoin, Aktien und Co. das Selbe versucht hat, sitzt nun auf Kursverlusten von bis zu 50 %, und muss dann (z. B. bei den FANG – Aktien) auch noch die Währungsverluste hinzurechnen.
    Aber, wie gesagt: Wir werden alle Federn lassen müssen.
    Nächstes Frühjahr wissen wir alle mehr. Bis dahin: Volle Deckung.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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