Gold/Silber

Goldpreis steigt über 2.000 Dollar – der große Durchbruch! Ziel 2.500 Dollar?

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis hat (endlich?) den großen Sprung gemacht über die runde und damit psychologisch wichtige Marke von 2.000 Dollar. Ist damit charttechnisch der Weg frei für noch viel höhere Kurse, sogar Richtung 2.500 Dollar? Dazu später in diesem Artikel mehr. Oft kommt es vor, dass beim Durchbrechen großer runder Marken ein Rückfall unter diese Marke erfolgt, und erst danach der große starke Schub, der die Kurse viel höher bringt. So auch diesmal bei Gold? Mehrere Tage lang pendelte der Goldpreis um das Niveau von 1.975 Dollar herum.

Goldpreis bricht aus – die Gründe

Dann aber gestern Nachmittag sprang der Goldpreis über die Marke von 1.980 Dollar, und ist seitdem zügig am Klettern auf aktuell 2.033 Dollar. Das ist mal ein Zeichen. Viele Trader hatten vermutlich bei ihren Brokern knapp über der runden Marke von 2.000 Dollar sogenannte Kauf-Stop-Orders platziert, um beim Überschreiten der Marke eine Market-Kauforder auszulösen. Dies könnte den aktuellen Aufwärtsschub verstärken. Heute sehen wir, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen gegenüber gestern von 0,56 Prozent auf 0,51 Prozent gesunken ist. Damit wird Gold in Relation zu anderen Anlageformen wie Staatsanleihen noch attraktiver! Auch wird derzeit über ein neues Rettungspaket in den USA spekuliert, was noch mehr Liquidität ins Finanzsystem bringen würde.

Auch das hilft Gold auf dem Weg nach oben. Natürlich schlummern im Hintergrund die eh schon bekannten Gründe für die Gold-Hausse, wie Negativzinsen, Gelddrucken ohne Ende, Inflationsängste usw. Wir können nur noch mal erinnern an die glasklare Analyse von Eugen Weinberg, wohl einem der besten Rohstoff-Experten in Deutschland. Vor allem die stark gestiegene Liquidität im gesamten Finanzsystem treibe Assets wie Gold an. Anfang dieser Woche zeigte der Goldpreis bereits Stärke, weil er nicht fiel, obwohl der US-Dollar deutlich am Ansteigen war. Nun wird die Hausse wohl durch die Hausse genährt. Anleger, die an der großen Marke von 2.000 Dollar gezweifelt haben, könnten sich nun genötigt fühlen doch noch aufzuspringen? Markus Krall äußerte sich letzte Woche auch zum Thema Gold. Der Pfad sei vorgegeben in Richtung Geldentwertung, also Inflation. Dies sei laut Markus Krall ein globaler Trend. Deswegen gebe es eine Flucht in Edelmetalle wie Gold, und auch in Kryptowährungen (hier die Details zu seinen Aussagen).

Aktuelle Analystenkommentare zu Gold

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote meint, dass der Goldpreis aufgrund der anhaltenden Gespräche über fiskalische Stimulierungsmaßnahmen in den USA nun stark gestiegen sei, sowie der zunehmenden Bedrohung des Handelsabkommens zwischen den USA und China und der Explosion in Beirut. Bisher habe man nicht viele Gewinnmitnahmen beim jüngsten Vorstoß gesehen. Es werde interessant sein zu beobachten, wie sich die Anleger oberhalb der 2.000 Dollar-Marke verhalten. Entweder werde sich auf diesem Niveau eine solide Unterstützung aufbauen, die eine neue Grundlage für weitere Fortschritte bietet, wenn die Anleger ihre Absicherungen gegen die zunehmenden globalen Inflationsrisiken inmitten massiver geld- und fiskalpolitischer Stimuli erhöhen. Oder es gebe eine scharfe Korrektur nach unten, wenn spekulative Händler der Ansicht sind, dass nur noch wenig Potenzial für weitere Gewinne vorhanden ist, so Ipek Ozkardeskaya.

Naeem Aslam von Avatrade sagt aktuell, dass der Weg des geringsten Widerstands für Gold immer noch schief nach oben verlaufen ist, und es gebe genug Schwung, der den Goldpreis in Richtung der 2.500 Dollar-Marke treiben könne. Milan Cutkovic, Marktanalyst AxiTrader, sagt aktuell, dass der Goldpreis in seinem Anstieg kaum zu stoppen sei. Der Spot-Preis des Edelmetalls habe die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar durchbrochen, und es sei dank der Nervosität der Investoren und des schwachen US-Dollars kein baldiges Ende der Rally in Sicht.

Degussa-Chefvolkswirt und Gold-Experte Thorsten Polleit schreibt heute früh in einem Kommentar zum Anstieg im Goldpreis über die Marke von 2.000 Dollar, dass sich dafür eine Reihe von Gründen anführen lassen. So sei unter „Profis“ die Nachfrage nach physischer Ware weiterhin groß. Das würden zum Beispiel die erhöhten physischen Auslieferungen an der COMEX andeuten – die wiederum auf ein geringeres Vertrauen in „Papiergold“ schließen lassen. Weitere Aussagen von Thorsten Polleit im Wortlaut:

Zudem wird Gold von vielen Anlegern als „sicherer Hafen“ nachgefragt: Denn die Unsicherheit über die Folgen der politisch diktierten Lockdown-Krise baut sich langsamer ab als erwartet; die Sorge vor Instabilitäten im internationalen Finanzsystem nimmt zu; die Konfrontation zwischen den USA und China erzeugt neue geopolitische und ökonomische Risiken für die Weltwirtschaft.

Von ganz entscheidender Bedeutung ist jedoch die weltweite Geldpolitik: Die Zentralbanken setzen ihre inflationäre Geldpolitik fort, und die anschwellenden Geldmengen treiben die Güterpreise – die Konsumgüter- als auch die Vermögenspreise – in die Höhe. Eine Abkehr von dieser Geldpolitik, die die Kaufkraft der Währungen herabsetzt, ist nicht in Sicht – und das erhöht die Goldnachfrage.

Auf den Zinsmärkten bauen sich zudem Spekulationen auf, die US-Zinsen könnten – ähnlich wie im Euroraum – ebenfalls auf beziehungsweise unter die Nulllinie fallen. In den letzten Tagen sind die ohnehin bereits sehr niedrigen US-Zinsen noch weiter gefallen: Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe liegt derzeit bei 0,51 Prozentpunkten, die für 30-jährige Staatsanleihen bei 1,18 Prozentpunkten.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit Jahresanfang



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17 Kommentare

  1. Die berühmte „Goldpreisdrückung“ scheint derzeit eine Verschwörungstheorie zu sein.
    Trotzdem, sollte eine Notenbank, der IWF oder ein anderer Großer auf die Idee kommen, Gold zu verkaufen, dann gibt es wieder diese unangenehmen Wasserfälle.

  2. Warum reagieren die Minen so passiv? Die sollten ja eigentlich explodieren? Lediglich moderate Zugewinne auf weiter Flur (einzelne Ausreißer gibts natürlich immer)…

    1. Newmont hat auf Jahressicht 78% gemacht. Nicht gerade wenig.

  3. @Colombo: Die Notenbanken verkaufen kein Gold, sondern sie kaufen aktuell Gold. Das nächste Weltwährungssystem wird (teilweise) auf Gold basieren. Da will keine Notenbank mit heruntergelassener Hose dastehen. Link dazu: https://www.goldseiten.de/artikel/448266–Shanghai-Gold-Exchange~-Eine-neue-Superwaehrung-muss-her.html

    BTW: Jeder Rücksetzer wird in der aktuellen Situation genutzt werden, um nachzukaufen. Physisch natürlich.

    1. @Parker Schnabel

      Natürlich träumt eine Goldseite von einer goldbasierten Währung. Und daß die Notenbanken und ähnliche Institutionen kein Gold verkaufen, ist ein Märchen, dem zu glauben ziemlich teuer werden kann. Ich bin seit über zehn Jahren Goldbug. Anfangs habe ich jede Menge goldfreundlicher Artikel gelesen, immer gemeint, morgen geht Welt unter und jahrelang auf anständige Preisanstiege gewartet. Jetzt suche ich mir eher goldkritische Seiten, weil mir die schnellen Preisanstiege und einige Machthaber, die ja auch merken, was da abgeht, nicht mehr geheuer sind. Wenn die Welt dann im Herbst wirklich untergeht, sollte man nicht unbedingt etwas besitzen, was alle andern inzwischen auch haben.
      Spätestens, wenn die großen Printmedien wieder mit Goldbarren zugekleistert sind, fange ich an, ans Verkaufen zu denken.
      Es gibt natürlich gerade jetzt die üblichen Wahnsinnigen, die den Goldpreis bei 5000$ sehen. Nützt aber nichts, wenn der Handel vorher verboten wird. Und am Schwarzmarkt mit den östlichen Herren im Kleiderschrankformat habe ich keine Lust zu verhandeln.

      1. @Columbo – Glauben Sie, dass es in der Schweiz / Lichtenstein auch ein Goldverbot geben wird? Da kann man nämlich seine Edelmetalle auch bunkern.

        1. @Lausi

          Ich denke nicht, daß es in der Schweiz ein Goldverbot geben wird. Aber was nützt mir das, wenn es rundherum überall verboten oder extrem besteuert ist. Keiner will es mehr haben.

  4. @Colombo: In was sind Sie denn in diesen Zeiten investiert? Krisenfest und vor dem Zugriff des Staates dauerhaft gesichert? Bin sehr gespannt. Physisches Gold und Silber sind m.M.n. aktuell und mittelfristig alternativlos. Und weitere Frage: Welche big Player haben die Ressourcen, den Goldpreis massiv einbrechen zu lassen? Und warum sollten sie das tun?

    1. @Parker Schnabel

      Details gebe ich nicht preis. Auf jeden Fall bin ich immer noch ziemlich stark in Gold investiert, trotz Teilverkaufs.
      Fühle mich damit aber immer weniger wohl, ist aber nur ein Bauchgefühl.
      Notenbanken können jederzeit massiv Gold verkaufen, wenn ihnen die Konkurrenzwährung zu gefährlich wird und zu Vertrauensverlust in die eigene Währung führt. Oder einfach so, warum, sagen sie dann nicht.
      Oder Putin verkauft Gold, weil er schlecht geträumt hat(Spaß😁)
      Oder der IWF. Der hat vor einiger Zeit unter Christine Lagarde eine Studie herausgegeben, wie Gold eine Wirtschaftskrise verschlechtern kann.
      Vielleicht nur Paranoia, aber zuviel Gold in den Händen ihrer Untergebenen, war bei den Regierenden nie sonderlich beliebt. Meist nahmen sie es ihnen früher oder später ab.

    2. @Parker Schnabel, ich staune immer wieder über die Paranoia hinsichtlich des staatlichen Zugriffs auf krisenfeste Investments. Niemand nimmt oder besteuert Ihnen überproportional derzeit Ihr glänzendes Edelmetall und andere Geldanlagen. Sie zeichnen da eine Krall-Orwell’sche Zukunft, die sich seit vielen Jahrzehnten nicht verwirklicht hat. Butter bei die Fische, bitte…

      Wäre es nicht sinnvoller, die Welt zu sehen und zu beurteilen, wie sie aktuell ist? Statt wüsten und traurigen Zukunftsspekulationen Einzug in Ihren Verstand zu gewähren.

      Alternativlos waren in den letzten Wochen und Monaten so viele Investmentmöglichkeiten, dass man fast auf ein Modewort schließen könnte.

      1. @LEFTUTTI, ich denke Ihr Name ist Programm. Left-utti. Auch sie als Linker sollten etwas Geschichtswissen haben. Ich liefere Ihnen aber gerne diese Begriffe zum recherchieren: „Währungsreformen“, „Vermögensabgabe“, „Lastenausgleich“ und „Goldverbot“. Ihr Orwell war also schon häufiger und vor allem schon vor 1984.

        Dass ich den Begriff „Alternativlos“ verwendet habe, tut mir leid. Ich habe das Copyright unserer Sonnengöttin verletzt und werde 5,– € in das Phrasenschwein einzahlen.

        1. @Parker Schnabel, so links, wie Sie mich verorten, bin ich gar nicht mal. Im Gegenteil, mir ist eine große Portion Konservatismus inhärent. Weshalb mir selbstverständlich auch Geschichtswissen und historische Zusammenhänge nicht fremd sind.

          Die von Ihnen genannten Begriffe beziehen sich ausschließlich auf extremste Situationen, wie die unmittelbar folgende Periode auf einen Weltkrieg oder die Zeit zwischen zwei Weltkriegen. Das kann nicht ansatzweise auf die aktuelle Situation angewandt werden.

          Unabhängig davon:
          Durch die Verteilung auf viele Jahre betrug die Belastung dennoch nur etwa 1,5% pro Jahr, sodass sie aus dem Ertragswert des betroffenen Vermögens geleistet werden konnte, ohne die Vermögenssubstanz angreifen zu müssen.

          So etwas nennt sich Solidaritätsprinzip und ist ganz tief in unserer Verfassung verwurzelt.

  5. Alle reden fast immer nur vom Gold. Das richtige Geld aber wird mit Silber gemacht. Meine Optionsscheine haben sich im Wert versechsfacht, meine Silberminenaktien verdreifacht. Aber die bisherige Entwicklung bei den Edelmetallen ist nur der Anfang. Die Rakete ist gerade erst gestartet. Die Wertentwicklung des Nasdaq wird man im Vergleich zur Silberpreisentwicklung bald nur noch als laues Lüftchen wahrnehmen.

    1. Schon ein Impfstoff kann die Gold/Silber-Rakete zum Absturz bringen.

      1. Ach Columbo, lassen Sie es doch endlich sein, immer wie ein Hündchen bei fast jedem meiner Kommentare an mir hochzuspringen. Wenn Sie soviel Angst haben, dass Gold abstürzen könnte, dann verkaufen Sie doch Ihre restlichen 2 Goldmünzen auch noch. Die Leute kaufen doch kein Gold, weil es noch keinen Impfstoff gibt. Können Sie denn nicht andere mit solchem Blödsinn langweilen?

        1. Ein guter Blindenhund begleitet sein Herrchen auf Schritt und Tritt.

  6. Columbo, ich weiß, dass Sie mich als Ihr Herrchen ansehen, mich verehren und mir deshalb auf Schritt und Tritt folgen. Aber auch, wenn Ihre Verehrung mir gegenüber gerechtfertigt ist, muss ich Sie bitten, sich ein anderes Herrchen zu suchen. Da fast alle Kommentatoren auf FMW sich als Ihr Herrchen bestens eignen würden, müsste es Ihnen doch gelingen, ein neues zu finden, welches auch Ihr Herrchen sein möchte und mich endlich in Ruhe zu lassen.

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