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Handelsbilanzdefizit – Trumps Kampf gegen immer neue Gegner

Trumps Kampf um das Handelsbilanzdefizit der USA scheint sich zu einem Kampf zwischen Hase und Igel zu entwickeln!

Es ist eines der Hauptanliegen der Trumpschen Handelspolitik: Das seit Jahrzehnten existierende Handelsbilanzdefizit der USA mit anderen Ländern, allen voran mit China. Der Präsident versucht diesen Überschuss der Staaten, „die sich auf Kosten der USA bereichern und Arbeitsplätze stehlen“ durch massive Zölle zu bekämpfen. Aber hat er wirklich Erfolg damit?

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Das Handelsbilanzdefizit der USA mit China

Wie gestern auf FMW dargelegt wurde, haben die bisherigen Zölle von 25 Prozent auf chinesische Einfuhren in Höhe von 250 Milliarden Dollar bisher in dieser Hinsicht nichts bewirkt. Zwar fielen die chinesischen Einfuhren in die USA um minus 2,1 Prozent, aber auch das Gegenstück, die US-Ausfuhren nach China umso stärker – minus 24 Prozent. Der Handelsbilanzüberschuss Chinas mit den USA ist folglich weiter deutlich getiegen ist, um mehr als 11 Prozent.

 

Wohin verschwinden die Arbeitsplätze aus China?

Mit Freude verkündete der US-Präsident bei seinen letzten Auftritten vor der Presse, dass es Chinas Wirtschaft im Gegensatz zu der in den USA sehr schlecht ginge und dass viele Arbeitsplätze das Land verließen. Aber kehren diese Jobs wirklich in die USA zurück, dem Land mit in vielerlei Hinsicht nicht konkurrenzfähigen Lohnkosten?

 

Der neue Feind Trumps – Vietnam

Die japanische Investment-Bank Nomura sieht Vietnam als den größten Profiteur des Handelskrieges im vergangenen Jahr. Allein die Verlagerung chinesischer Produktion ins Nachbarland habe das dortige Bruttoinlandsprodukt um acht Prozent angetrieben. In konkreten Zahlen:

  • Vietnams Wachstum wuchs 2018 um plus 9,5 Prozent (ein 22-Jahreshoch)
  • Zunahme des Exports in Q1/Q2 – 2019 plus 33 Prozent
  • Laut IWF soll das Wachstum für das Gesamtjahr um 6,5 Prozent steigen, stärker als in China mit avisierten 6,2 Prozent

Damit dürfte sich die starke wirtschaftliche Dynamik 2019 weiter fortsetzen, unterstützt durch wettbewerbsfähige Arbeitskosten.

Auch Malaysia profitiert von den Verlagerungen. Das Land kommt sogar auf 12,6 Prozent Wirtschaftswachstum, wobei das nicht alleine auf den Handelskrieg zurückzuführen ist. Das ist sogar der beste Wert seit 1976.

Aber: Der Erfolg des kleinen Landes geht US-Präsident Donald Trump vollkommen gegen den Strich. Seine Strategie war es chinesische Unternehmen mit seinen Strafzöllen zu bestrafen, um Chinas Politik (in puncto Diebstahl geistigen Eigentums und unerlaubten Subventionen) zu ändern. Dies wird konterkariert, wenn die Firmen einfach in Nachbarländer ausweichen und so seinen Zöllen entgehen. Einige Firmen waren dabei so findig, fertige Produkte aus China nach Vietnam zu liefern, sie dort minimal abzuändern und als vietnamesische Produkte in die USA zu liefern.

Die Produktionsverlagerung betrifft aber nicht nur kleine Firmen, auch Intel und Samsung haben Chipfabriken zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt gebaut, Nintendo und Sharp wollen folgen. Ziel ist die von Trump so bejubelte Verlagerung von Arbeitsplätzen aus China in den Süden.

Das Ergebnis ist fürVietnam ein wachsender Handelsüberschuss mit den USA, 39 Prozent höher als noch vor einem Jahr.

 

Handelsbilanzdefizit mit Vietnam – wie reagiert Trump?

Die USA haben bereits erste Maßnahmen eingeleitet, um immer größer werdende Handelsbilanzdefizit der USA mit Vietnam zu verringern. Im Juli erließ das Handelsministerium einen Strafzoll von drastischen 456 Prozent auf vietnamesischen Stahl. Bereits im Mai war Vietnam von den USA auf eine schwarze Liste möglicher Währungsmanipulateure gesetzt.

Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht schon mehrere verbale Angriffsattacken in Richtung der aufstrebenden Emerging Markets losgelassen hätte. Vietnam sei „fast der größte Missbraucher von allen“, sagte er in einem Interview mit dem US-Sender Fox. Nicht ohne Wirkung, denken viele Firmen bereits darüber nach, aus Vietnam auszuwandern. Für Vietnam eine verzwackte Situation, schließlich machen die US-Exporte einen Anteil von circa 21 Prozent der Ausfuhren aus.

 

Fazit

Trumps Kampf um das Handelsbilanzdefizit der USA scheint sich zu einem Kampf zwischen Hase und Igel zu entwickeln. Die Verhängung von Zöllen führt zur Verlagerung von Arbeitsplätzen in andere Produktionsstandorte, die in kurzer Zeit gleich wieder ein vergrößertes Handelsbilanzdefizit mit den USA aufweisen.

In einer globalisierten Welt scheint es nicht so einfach zu sein, mit Einfuhrbeschränkungen Arbeitsplätze aus billigen Ländern in das teure Heimatland zurückzuholen. Kurzfristig dürfte sich sogar etwas anderes ereignen, durch die Störung von Handelsketten und der damit verbundenen Zurückhaltung der großen Investoren: Ein Schrumpfen der Volkswirtschaften im Allgemeinen und damit kommt es ins Spiel – das böse „R-Wort“ (Rezession).

Wer investiert schon gerne in eine neue Fabrik, wenn er nicht weiß, ob seine Produkte nicht schon morgen mit einer Sonderabgabe belegt werden?

 

Trotz Zöllen gegen China verringert sich das Handelsbilanzdefizit der USA kaum, zu CHina wird es sogar größer



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