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Handelskrieg mit Europa: China deutet Vergeltung an

Handel mit China. Foto: user6702303 - Freepik.com

Nicht nur die USA wollen sich mit Zöllen und Sanktionen gegen die Subventionspolitik Chinas wehren, auch die EU erwägt ähnliche Schritte. Damit spitzt sich die Lage zwischen China und Europa zu, es droht ein Handelskrieg wie zwischen den USA und dem Reich der Mitte. Die bevorstehenden EU-Sanktionen gegen China dürften nicht ohne Folgen bleiben. Die Europäische Union arbeitet unter anderem an zusätzlichen Abgaben auf chinesische Elektrofahrzeuge, obwohl der Widerstand aus der deutschen Automobilindustrie groß ist. Denn die deutschen Autobauer wie BMW und Volkswagen wären anfällig für mögliche chinesische Vergeltungsmaßnahmen.

Handelskrieg: China deutet Vergeltung an

Wie Bloomberg berichtet, hat Peking angedeutet, dass China im Handelsstreit mit der Europäischen Union Vergeltungsmaßnahmen ergreifen könnte. Sollte sich die Situation hochschaukeln, droht ein Handelskrieg, der Auswirkungen auf den globalen Handel hätte. Laut den Eurostat-Daten war China im Jahr 2023 der drittgrößte Partner für EU-Warenexporte (8,8 %) und der größte Partner für EU-Warenimporte (20,5 %).

Wenn die EU weiterhin Untersuchungen gegen chinesische Unternehmen durchführe, werde China “sehr wahrscheinlich eine Reihe von Maßnahmen ergreifen müssen, um zurückzuschlagen”, hieß es in einem Beitrag auf Yuyuan Tantian, einem Social-Media-Account, der mit Chinas Staatsmedien verbunden ist. Peking nutzt solche Kanäle regelmäßig, um seine Ansichten zum Thema Handel zu signalisieren.

Die EU untersucht chinesische Subventionen in einer Reihe von Branchen, droht mit Zöllen für Hersteller von Elektroautos und hält Firmen von Ausschreibungen in den Bereichen Bahn und Energie fern. Präsident Xi Jinping besuchte Europa im vergangenen Monat, um den Block davon abzubringen, den gleichen Weg wie die USA einzuschlagen, die letzte Woche neue Abgaben auf einige Importe aus China ankündigten — was in Peking die Sorge weckte, dass Verbündete der USA diesem Beispiel folgen könnten.

Europa: Zölle und Sanktionen gegen China hätten Auswirkungen auf den Handel
Europas Rekorddefizit im Handel mit China ist gesunken

Auswirkungen auf den Handel

In dem Beitrag in den chinesischen Staatsmedien wurden keine Gegenmaßnahmen genannt. Ein Anwalt wurde jedoch mit dem Hinweis zitiert, dass die EU auf China als Abnehmer von landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Wein und Milchprodukten sowie von Flugzeugen angewiesen sei. Die chinesische Handelskammer in der Europäischen Union schloss sich dieser Warnung an, mit den Worten, dass “europäische Wein- und Milchprodukte ins Kreuzfeuer geraten könnten.”

Chinesische Maßnahmen in diesen Bereichen würden zunächst wahrscheinlich nur begrenzte wirtschaftliche Auswirkungen haben, da diese drei Branchen im vergangenen Jahr nur etwa 3% der chinesischen Einfuhren aus Europa ausmachten.

Chinesische Importe von bedrohten Waren sind nicht so groß

Sollten die beiden Seiten jedoch anfangen, sich gegenseitig mit Zöllen zu belegen oder andere Mittel zur Einschränkung von Handel und Investitionen einzusetzen, würde dies die Risiken für Unternehmen in aller Welt erhöhen, die bereits mit den Auswirkungen des Handelskriegs zwischen den USA und China zu kämpfen haben.

FMW/Bloomberg



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5 Kommentare

  1. Mal wieder ein weiteres „Stückchen“ deutsche Industrie auf dem Weg nach China.
    Lieber gleich in China produzieren, als mit den Produkten in einen Handelskrieg zu geraten?
    Spart auch eine Menge Strom in Deutschland, was dann wieder in die Jubelmeldung von Habeck mit einfließen kann, wenn wieder darüber berichtet wird, wieviel CO2 wenige in Deutschland in die Luft geblasen wurde.

    So finanziert BASF ein chinesisches Megaprojekt
    BASF sichert sich einen Milliardenkredit in Renminbi. Treasury-Chefin Birka Benecke berichtet über die Finanzierung des neuen Megaprojektes in China.
    BASF goes Renminbi: Der Chemiekonzern hat Ende November einen Konsortialkredit in Höhe von 40 Milliarden Renminbi abgeschlossen, was umgerechnet rund 5 Milliarden Euro entspricht.
    https://www.dertreasurer.de/news/finanzierung/so-finanziert-basf-ein-chinesisches-megaprojekt-36238/#:~:text=BASF%20braucht%2010%20Milliarden%20Euro,Eigenkapital%20und%2080%20Prozent%20Fremdkapital.

  2. Abstand zum Chinahandel aufbauen und Hinwendung zu westlichen Ländern.
    Wieso muss die Wirtschaft denn ständig wachsen? – Gleichgewicht finden.

  3. Die Deutsche Außenministerin nutzt schon einmal jede Gelegenheit, um die Beziehungen zu China zu belasten.
    Ob sie wohl von alleine bemerkt hat, dass eine deutsche Fregatte die Straße von Taiwan durchfahren könnte, oder hat sie den Auftrag bekommen diese Möglichkeit in die Öffentlichkeit zu bringen?
    Das China Taiwan nicht ins Reich zurückholen wird, glaubt ja wohl wirklich niemand.
    Und dann dieselben Sanktionen wie gegen Russland?
    Ich denke schon.
    Der sich dann beschleunigende wirtschaftliche Niedergang hat dann in Deutschland nicht nur alleine den Namen Putin. Für die grüne Sekte doch ideal, noch einen Schuldigen mehr zu haben.
    Wirtschaftswachstum wird dann gerade für Deutschland wohl nur noch in den Geschichtsbüchern zu finden sein.
    Russland und China werden noch weiter zusammenrücken, und die BRICS werden wahrscheinlich im Oktober „die Katze aus dem Sack lassen“.
    Mal sehen was dann die Waren für Deutschland am Rest des Weltmarktes kosten werden, wenn neben Russland mit seiner billigen Energie, dann auch China mit seinen billigen Waren ausfällt, und die Waren die benötigt werden, auch von den ehemaligen deutschen Firmen gekauft werden müssen, die dann in den USA produzieren.
    Aber alles zusammen wird massiv in Deutschland den Stromverbrauch senken und den den Ausstoß von CO2 ebenfalls. Ohne neue Sondervermögen und Aufhebung der Schuldenbremse wird es wohl kaum möglich sein, das alles zu finanzieren. Aber China liefert ja auch die Begründung dafür.
    Vielleicht kann ja auch Habeck einige hundert Milliarden mitbekommen, um seine Vorhaben in den nächsten Jahren durchzubringen.
    Es wird spannend und auch sehr teuer werden. Vielleicht wissen wir ja auch schon am Ende des Jahres, wo die Reise hingeht.

  4. @Helmut
    Du hast aber schon verstanden, dass es um Maßnahmen der EU geht, und nicht von Deutschland alleine?
    Ich meine nur, weil du schon wieder zwei Mal den German Untergang herbei schreibst, ohne zu bedenken, dass sich das ebenso auf Spanien, Italien, Frankreich und den Rest Europas auswirken würde.
    Aber vielleicht kannst du ja plausibel erklären, was Baerbock und Habeck mit EU-Zöllen zu tun haben?

    Firmen, die abwandern, sollten ihre Standortentscheidungen sehr genau abwägen. Nicht, dass die kurzfristigen Vorteile schnell ein Schuss in den Ofen werden.

    „Es ist nicht nur spaßig, in China zu investieren, und es ist auch so, dass viele deutsche Unternehmen eigentlich nicht mit der neuesten Technologie hingehen, sondern mit der letzten oder vorletzten, weil man ja nicht durch bestimmte Weisungen auch an der Stelle quasi an der Innovation enteignet werden will.“
    https://www.iwkoeln.de/presse/interviews/michael-huether-hinter-chinas-investitionen-steht-eine-politische-absicht.html

    Warum Firmen nicht mehr in China investieren wollen:
    „Erst beim zweiten Blick auf die Zahlen wird klar: Die Rekordinvestitionen sind auch ein Misstrauensvotum. Denn bei den Milliardenbeträgen handelt es sich fast ausschließlich um Gewinne der chinesischen Töchter, die vor Ort reinvestiert werden. Frisches Geld wird hingegen kaum noch nach China überwiesen: Lediglich 15 Prozent der Investitionssumme kamen aus Deutschland.“
    https://www.welt.de/wirtschaft/article245762286/China-So-bereitet-die-deutsche-Wirtschaft-das-Extrem-Szenario-um-Taiwan-vor.html

    „Sechs von zehn deutschen Unternehmen beurteilen China nicht mehr als Standort, an dem es sich lohnt zu investieren.“
    https://www.produktion.de/schwerpunkte/industrie-politik/deutsche-firmen-in-china-trennungsschmerz-oder-nur-frust-241.html

    Inzwischen sollte man sogar vorsichtig sein, mitten in der EU zu investieren, zumindest in den Ländern, die als trojanische Pferde Russlands und Chinas gelten.
    https://www.fr.de/wirtschaft/eu-deutsche-firmen-schlagen-alarm-enteignung-wird-in-ungarn-zur-norm-viktor-orban-92432412.html

  5. @Helmut 52
    Also, ein deutsches Schiff exerziert das Recht auf freihe Durchfahrt und profiziert China? Und nach Ihrer Meinung soll Deutschland das unterlassen? Wir sollen also vor einem zweiten autoritären Regime einfach kuschen? Es ist interessant, wie Sie hier immer kritiesieren, dass wir angeblich nur das tun, was die USA von uns will, aber fuer Sie ist nur natürlich, dass wir das tun, was China oder Russland von uns will. So was nenn man Bigotterie. Ihr moralischer Kompass ist sowas von im Arsch. Die Menschen in Taiwan wollen nicht Heim ins chinesische Mutterland. Sie wollen nicht unter der Knute einer Diktatur leben. Sie bezeichnen schon dass, was in Deutschland geschieht als Diktatur und wollen so nicht leben, aber den Menschen in Taiwan, den muten Sie zu, in einer richtigen Diktatur zu leben. Ach ja, und damit wir uns klar verstehen: Von China geht die Agression aus, nicht von Taiwan.
    Das China seine wirtschaftlichen Probleme einfach auf unseren Ruecken austragen will, ist natuerlich auch nur gerechtfertigt. Sie hoeren sich an, wie ein 5-Mao-Troll aus Beijing (und nein, dass hat nix mit den Grossen Fuehrer zu tun, sondern 5 Mao sind die Haelfte von einem Yuan und soviel bekomme Staatstrolle fuer einen Tweet). Ihre Rente in Spanien reicht wohl doch nicht, wie es scheint.
    Wie ist das denn jetzt eigentlich mit Russland? Die einseitigen Grenzverschiebungen in Russland sind natuerlich auch nur eine Reaktion auf die NATO-Osterweiterung, oder? Obwohl die schon 1999 war.

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