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Handelskrieg: Was Peking gesagt hat – und was nicht! Fake-News!

Wie eine Falsch-Meldung eine Rally an den Aktienmärkten auslöst!

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Nach vermeintlich positiven Nachrichten aus Peking in Sachen Handelskrieg haben die Aktienmärkte heute morgen einen Freudensprung gemacht. Beide Seiten, so die Meldungen, hätten sich auf den schrittweisen Abbau der Zölle geeinigt. Aber sehen wir uns einmal die nun inzwischen im Wortlaut vorliegenden Aussagen des Sprechers des chinesischen Aussenministeriums, Gao Feng, an (zitiert nach „China Morning Post“):

“In the past two weeks, top negotiators have had serious and constructive discussions on resolving issues of core concern. Both sides agreed to remove the additional tariffs imposed in phases as progress is made on the agreement“.

Entscheidend ist hier die Formulierung „as progress is made on the agreement„!

Das „as“ kann bedeuten: da Fortschrittte erzielt wurden, würden die zusätzlichen Zölle schrittweise abgebaut. Oder es kann bedeuten: sobald oder wenn Fortschritte erzielt wurden, werden die Zölle schrittweise abgebaut.

Wie die Formulierung aber wirklich zu verstehen ist, zeigt der nächste Satz von  Gao Feng:

“If China and the US reach a phase one deal, both sides should roll back existing additional tariffs in the same proportion simultaneously.”

Also: wenn ein Phase1-Deal erreicht worden ist, dann sollte es den schrittweisen Abbau der bestehenden Zölle geben, und zwar, so die Forderung Pekings, im Gleichschritt, quid pro quo. Der Abbau der Zölle ist also faktisch daran gekoppelt, dass es eine Einigung auf einen Phase1-Deal gibt, den beide Seiten unterschreiben. Das bestätigt auch folgender Tweet:

Faktisch ist also die Meldung, wonach es bereits einen Einigung zum Abbau der wechselseitigen Zölle geben würde, „Fake News“, wie Henry Yin Hang ( laut seinem Twitter-Kanal „CNA journalist based in Singapore via Beijing & Shanghai“) formuliert unter Berufung auf den chinesischen Orignaltext. Sein Tweet dazu ist jedoch soeben gelöscht worden – will Peking keine Unruhe stiften will und daher die Löschung veranlaßt hat?

 

Es gibt diese Einigung also nicht – vielmehr könnte es diese Einigung eben erst geben, wenn der Phase1-Deal wirklich erreicht worden wäre!

Und: Peking besteht auf den gleichmäßigen Abbau der Zölle. Das würde faktisch bedeuten, dass die USA viel mehr Zölle abbauen müssten als China, da die Amerikaner sowohl in der Höhe als auch im davon betroffenen Volumen sehr viel höhere Zölle erhoben haben!

Wird Trump sich darauf einlassen können? Vermutlich nicht. Faktisch hat Peking nun das bestätigt, was zuvor die „Global Times“ und ihr Chefredakteur Hu Xijin als Position Chinas bezeichnet hatten, die aber nicht offiziell verkündet worden war – daher hat sich die Trump-Administration dazu bislang auch nicht offiziell geäußert.

Mit den Aussagen von Gao Feng ist das aber nun die offizielle Haltung Pekings, auf die die USA zeitnah werden reagieren müssen!

Kommt im Handelskrieg der Abbau der Zölle?

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    7. November 2019 12:33 at 12:33

    Eigentlich sagt die Aussage nur, dass man sich darüber im klaren ist, dass die Zölle, wenn es soweit ist, in Phasen zurückgenommen werden sollen. Das ist ja eigentlich nichts Neues. Nach Phase 1 soll Phase 2 starten etc.

    Phase 1: Die leicht zu klärenden Punkte + Agrarkäufe + Dezember Zollanhebung wird gestrichen. Eintritt: Wahrscheinlich.

    Phase 2: Die kritischen Punkte + Überwachung des Abkommens + Reduzierung der bestehenden Zölle. Eintritt: Unwahrscheinlich.

    Phase 3: man ist sich über alles einig + Freihandel. Eintritt: 0,00001%

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    Hesterberg

    7. November 2019 12:34 at 12:34

    Wie lustig. Die Chinesen sagen etwas, was man nur so interpretieren kann, wie es eben gesagt ist. Trump aber hat immer seine eigene Interpretation. Wen wundert es da, dass es unter diesen Umständen noch zu keinem Deal gekommen ist. :-)

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    Zimmermann

    7. November 2019 16:07 at 16:07

    Es ist eigentlich unerheblich, ob Fake-News oder nicht. Der Aktienmarkt ist jetzt durch die Hoffnung einen Deals soweit vorweg gesprungen, dass Trump den Chinesen sehr entgegenkommen muss. Er braucht unbedingt aus mehreren Gründen einen Erfolg. Kommt der Deal nämlich nicht, geht’s im ersten Schritt schon mal 10% runter und das würde Trump überhaupt nicht gefallen.

  4. Avatar

    Roberto

    7. November 2019 17:17 at 17:17

    @Zimmermann, naja wenn der Aktienmarkt schon so hoch gesprungen ist, dann könnte sich Trump locker leisten wieder schlechte Laune zu machen. Wahrscheinlich ist das ja sein Geheimnis, warum bislang keine klaren Statements gekommen sind. Er will die Märkte im Glauben lassen das es eine Zustimmung gibt, damit diese eine ordentliche Höhe erreichen, damit er dann die Absage erteilen kann. Mann kann es drehen und wenden wie man will. Wir werden immer nur spekulieren können und hinterher werden wir wie IMMER schlauer sein.
    ABER nur bis zur nächsten Sau die durchs Dorf getrieben wird.

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ETF: Wie funktionieren sie – und sind sie auch in der Krise ungefährlich?

Sind ETFs auch in einer Krise geeignet? Über die Funktion eines ETF – und was in der Corona-Krise passierte

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ETF war das Zauberwort unter den Anlageprodukten: während Vermögensverwalter stetig Rückgänge bei den Zuflüssen an Kundengeldern verkraften mußten, traten die ETFs einen jahrelangen Siegeszug an. Wird das so bleiben? Ist ein ETF für jedermann geeignet? Und ist es vor allem auch ein „Krisen-sicheres“ Instrument? Hier ein kurzer Überblick über die relevanten Fakten!

Was ist ein ETF?

Der Begriff ETF stammt aus dem englischen und bedeutet „Exchange Traded Fund“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um einen börsengehandelten Indexfonds der die Weiterentwicklung eines Portfolios aus Wertpapieren darstellt. ETFs sind also Fonds, die wie Aktien über die Börse gehandelt werden. Ein ETF kann unterschiedlichste Arten eines Index abbilden, z.B. einen bestehenden Index wie den DAX, aber auch eine Zusammenstellung einer Branche.

Die Anteile daran werden dann an der Börse gehandelt, genauso wie die Aktien eines einzelnen Unternehmens. Für die meisten Investoren ist es schwierig alle Aktien aus einem Index zu kaufen oder zu verkaufen, zudem würde es einen hohen Kapitaleinsatz erfordern. Es ist daher für viele Investoren viel einfacher und günstiger, einen ETF zu handeln, der eine definierte Auswahl an Aktien oder Anleihen enthält.

Der Kurs bestimmt sich wie bei einer Aktie durch den Markt, also durch Angebot und Nachfrage. Weil ein ETF nichts anderes als ein Paket aus Wertpapieren ist, entspricht der Kurs in der Regel dem Gesamtwert der zugrundeliegenden Aktien. Der wohl bekannteste ETF ist der MSCI World, es handelt sich um einen internationalen Aktienindex bestehend aus über 1600 Unternehmen weltweit. Eine große Anzahl an Anlegern nutzen diese Anlageform auch als Sparplan, es werden z.B. monatliche Sparbeträge eingezahlt, um über einen längeren Zeitraum durch den Zinseszins zu profitieren.

Wie entsteht ein ETF?

ETF-Anteile werden durch autorisierte Marktteilnehmer, auch Market Maker genannt, kreiert. Diese arbeiten mit bekannten Anbietern wie z.B. der DWS (Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen) zusammen, die Fondsparte der Deutschen Bank. Professionelle Finanzinstitutionen wickeln die Ausgabe und Rückgabe von ETF-Anteilen gemeinsam im Hintergrund ab. Das Ergebnis ist eine einfache und reibungslose Investmentform. Genau das macht es für Anleger auch so leicht, ein ETF wie eine Aktie an der Börse zu handeln.

ETF: Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von ETFs: Zunächst gibt es die physisch replizierenden Fonds. Wie das Wort physisch schon aussagt, handelt es sich hierbei um eine 100-prozentige Nachbildung eines Aktienindex wie z.B. dem DAX oder Dow Jones. Diese bestehen konstant aus 30 Unternehmen, dadurch kann eine sogenannte Vollreplikation angewendet werden. Jedes Unternehmen im DAX hat eine bestimmte Gewichtung, die von der Marktkapitalisierung abhängig ist. In einem physischen ETF-Index werden die Aktien gemäß ihrer Gewichtung gekauft. Das ist für Indizes möglich, die sich nur aus einer übersichtlichen Zahl liquider Aktien zusammensetzen. Ist der Index allerdings sehr groß – wie der MSCI World mit mehr als 1.600 verschiedenen Unternehmen – dann werden nur bestimmte Unternehmensanteile gekauft. Man spricht hierbei von der Teilreplikation.

Bei der synthetisch replizierenden Methode werden nicht die physischen Werte eines Index zugrunde gelegt, sondern es erfolgt eine Nachbildung über Derivate, zu Ihnen zählen Optionen, Termingeschäfte und Tauschgeschäfte (englisch: “Swaps”). Dabei schließt der Fonds einen Vertrag mit einem Swap-Partner ab, wie Finanzinstitute und Investmentbanken, die sich dazu verpflichten, im Tausch gegen eine Gebühr die Indexrendite zu „liefern“. Ein synthetisches ETF ist in erster Linie dafür geeignet, kostengünstig in Nischenmärkte oder Anlageklassen wie Rohstoffe zu investieren, die sonst für die meisten Investoren nur schwer zugänglich sind.

Was ist das Ziel und für wen eignen sich?

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der entsprechende Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Auf diese Weise können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen einfach der Mehrheit. Die Zusammensetzung eines ETF-Index wird mehrmals jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Sie müssen sich also um nichts kümmern und können sich getrost zurücklehnen und sich im Erfolgsfall über ihre stetige Rendite freuen. Diese Anlageform eignet sich nicht nur für Profis, sondern insbesondere auch für Privatanleger, die ihr Portfolio nicht aktiv managen möchten und ihr Risiko über eine breite Auswahl an Aktien oder Anleihen streuen wollen.

Kritik an ETF

Im Wesentlichen gibt es zwei Kritikpunkte an ETFs: erstens führe ihr „Siegszug“ zu einer Monopolisierung der Märkte: Aktien wie Apple würden immer Markt-schwerer und daher in unzähligen ETFs immer stärker gewichtet. Dazu komme, dass immer mehr Indizes geschaffen werden (es gibt inzwischen mehr Indizes als Aktien), damit dann auf einen neu geschaffenen Index ein Index-ETF aufgelegt werden kann.

Die Folge: es gibt immer mehr ETFs, die auf eine vorhandene Liquidität der Marktteilnehmer trifft – insofern gaukelten die ETFs eine Liquidität vor, die faktisch gar nicht gegeben sei. Komme es zu crashartigen Situationen an den Märkten, könne der Siegeszug dieses Anlagevehikels  die Dynamik noch verstärken, so die Kritiker. Bei dem jüngsten heftigen Abverkauf im Gefolge der Corona-Krise kam es bislang vor allem in illiquiden Sektoren zu Problemen, etwa bei Junk Bonds – hier gab es deutliche Abweichungen zwischen dem Fondspreis und dem Preis der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Bei einem „großen“ ETF wie etwa dem SPY, der den Leitindex S&P 500 abbildet, kam es dagegen nicht zu derartigen Problemen.

Wie gut ist ein ETF auch in schwierigen Marktlagen geeignet?

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Aktienmärkte: Katastrophen-Zahlen – warum (noch) kein Abverkauf? Marktgeflüster (Video)

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Heute absolut katastrophale Arbeitsmarktdaten aus den USA und regelrechte Abstürze auch bei europäischen Konjunkturdaten – warum aber halten sich die Aktienmärkte angesichts solcher Horro-Meldungen noch recht passabel? Ist das alles wirklich schon eingepreist? Blicken die Aktienmärkte schon „hinter die Kurve“ und erwarten eine Besserung der Lage? Das Gegenteil ist der Fall: erst bei den anstehenden Daten, die den März volll erfassen, wird die ganze Dimension der Coronavirus-Krise sichtbar werden. So liegen die ersten Prognosen für die US-Arbeitsmarktdaten bei 20 Millionen (!) verlorenen Jobs. Aber neben der Erholung beim Ölpreis gibt es einen Grund, warum sich der Abverkauf de Aktienmärkte (noch) in Grenzen hält..

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Rüdiger Born: Dax, Dow, Öl und Gold zum Wochenschluss

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Der Schub nach oben in den Indizes ist verloren gegangen. Die US-Arbeitsmarktdaten haben Dax und Dow wenig beeindruckt. Im Öl wird die Trendrichtung nach der Korrektur nach oben fortgesetzt. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“ (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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