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Handelskrieg: Was Peking gesagt hat – und was nicht! Fake-News!

Wie eine Falsch-Meldung eine Rally an den Aktienmärkten auslöst!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Nach vermeintlich positiven Nachrichten aus Peking in Sachen Handelskrieg haben die Aktienmärkte heute morgen einen Freudensprung gemacht. Beide Seiten, so die Meldungen, hätten sich auf den schrittweisen Abbau der Zölle geeinigt. Aber sehen wir uns einmal die nun inzwischen im Wortlaut vorliegenden Aussagen des Sprechers des chinesischen Aussenministeriums, Gao Feng, an (zitiert nach „China Morning Post“):

“In the past two weeks, top negotiators have had serious and constructive discussions on resolving issues of core concern. Both sides agreed to remove the additional tariffs imposed in phases as progress is made on the agreement“.

Entscheidend ist hier die Formulierung „as progress is made on the agreement„!

Das „as“ kann bedeuten: da Fortschrittte erzielt wurden, würden die zusätzlichen Zölle schrittweise abgebaut. Oder es kann bedeuten: sobald oder wenn Fortschritte erzielt wurden, werden die Zölle schrittweise abgebaut.

Wie die Formulierung aber wirklich zu verstehen ist, zeigt der nächste Satz von  Gao Feng:

“If China and the US reach a phase one deal, both sides should roll back existing additional tariffs in the same proportion simultaneously.”

Also: wenn ein Phase1-Deal erreicht worden ist, dann sollte es den schrittweisen Abbau der bestehenden Zölle geben, und zwar, so die Forderung Pekings, im Gleichschritt, quid pro quo. Der Abbau der Zölle ist also faktisch daran gekoppelt, dass es eine Einigung auf einen Phase1-Deal gibt, den beide Seiten unterschreiben. Das bestätigt auch folgender Tweet:

Faktisch ist also die Meldung, wonach es bereits einen Einigung zum Abbau der wechselseitigen Zölle geben würde, „Fake News“, wie Henry Yin Hang ( laut seinem Twitter-Kanal „CNA journalist based in Singapore via Beijing & Shanghai“) formuliert unter Berufung auf den chinesischen Orignaltext. Sein Tweet dazu ist jedoch soeben gelöscht worden – will Peking keine Unruhe stiften will und daher die Löschung veranlaßt hat?

 

Es gibt diese Einigung also nicht – vielmehr könnte es diese Einigung eben erst geben, wenn der Phase1-Deal wirklich erreicht worden wäre!

Und: Peking besteht auf den gleichmäßigen Abbau der Zölle. Das würde faktisch bedeuten, dass die USA viel mehr Zölle abbauen müssten als China, da die Amerikaner sowohl in der Höhe als auch im davon betroffenen Volumen sehr viel höhere Zölle erhoben haben!

Wird Trump sich darauf einlassen können? Vermutlich nicht. Faktisch hat Peking nun das bestätigt, was zuvor die „Global Times“ und ihr Chefredakteur Hu Xijin als Position Chinas bezeichnet hatten, die aber nicht offiziell verkündet worden war – daher hat sich die Trump-Administration dazu bislang auch nicht offiziell geäußert.

Mit den Aussagen von Gao Feng ist das aber nun die offizielle Haltung Pekings, auf die die USA zeitnah werden reagieren müssen!

Kommt im Handelskrieg der Abbau der Zölle?

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    7. November 2019 12:33 at 12:33

    Eigentlich sagt die Aussage nur, dass man sich darüber im klaren ist, dass die Zölle, wenn es soweit ist, in Phasen zurückgenommen werden sollen. Das ist ja eigentlich nichts Neues. Nach Phase 1 soll Phase 2 starten etc.

    Phase 1: Die leicht zu klärenden Punkte + Agrarkäufe + Dezember Zollanhebung wird gestrichen. Eintritt: Wahrscheinlich.

    Phase 2: Die kritischen Punkte + Überwachung des Abkommens + Reduzierung der bestehenden Zölle. Eintritt: Unwahrscheinlich.

    Phase 3: man ist sich über alles einig + Freihandel. Eintritt: 0,00001%

  2. Avatar

    Hesterberg

    7. November 2019 12:34 at 12:34

    Wie lustig. Die Chinesen sagen etwas, was man nur so interpretieren kann, wie es eben gesagt ist. Trump aber hat immer seine eigene Interpretation. Wen wundert es da, dass es unter diesen Umständen noch zu keinem Deal gekommen ist. :-)

  3. Avatar

    Zimmermann

    7. November 2019 16:07 at 16:07

    Es ist eigentlich unerheblich, ob Fake-News oder nicht. Der Aktienmarkt ist jetzt durch die Hoffnung einen Deals soweit vorweg gesprungen, dass Trump den Chinesen sehr entgegenkommen muss. Er braucht unbedingt aus mehreren Gründen einen Erfolg. Kommt der Deal nämlich nicht, geht’s im ersten Schritt schon mal 10% runter und das würde Trump überhaupt nicht gefallen.

  4. Avatar

    Roberto

    7. November 2019 17:17 at 17:17

    @Zimmermann, naja wenn der Aktienmarkt schon so hoch gesprungen ist, dann könnte sich Trump locker leisten wieder schlechte Laune zu machen. Wahrscheinlich ist das ja sein Geheimnis, warum bislang keine klaren Statements gekommen sind. Er will die Märkte im Glauben lassen das es eine Zustimmung gibt, damit diese eine ordentliche Höhe erreichen, damit er dann die Absage erteilen kann. Mann kann es drehen und wenden wie man will. Wir werden immer nur spekulieren können und hinterher werden wir wie IMMER schlauer sein.
    ABER nur bis zur nächsten Sau die durchs Dorf getrieben wird.

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