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Handelsüberschuss: Bessere deutsche Produkte, oder doch eher Niedriglohn-Krieg durch Schröder und Merkel?

Die Handelsüberschuss Deutschlands steigt immer weiter. Andere Länder hinken hinterher. Über die USA mit ihrem gewaltigen Defizit brauchen wir gar nicht erst zu sprechen. Aber auch Nachbarländer wie Italien, Frankreich und Spanien haben bei ihrer Industrieproduktion seit Jahren Rückgänge hinzunehmen. Was ist da los? Nun gibt es zwei Sichtweisen.

Die Verlierer sind selbst schuld

Die eine lautet: Deutsche Produkte sind qualitativ einfach die Besten, und alle Welt will sie haben (Benz, Panzer, Maschinen usw). Dazu kommt noch die stetige Prozessoptimierung in Deutschland, wodurch Kosten unter Kontrolle bleiben, die Effizienz bewahrt wird, Abläufe und Produkte besser werden usw. Wenn andere Länder da nicht mithalten können, ist das deren Sache. So lautet die eine Sichtweise auf das Problem.

Deutschland spielt mit gezinkten Karten

Die andere Sichtweise lautet: Vor allem dank der Hartz-Reformen von Kanzler Schröder startete eine jahrelange Welle von Lohnerhöhungen in Deutschland, die weit unterdurchschnittlich waren im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn. Unter Angela Merkel änderte sich daran nichts. Natürlich sind Tarifpartner in ihrer Lohngestaltung autonom, aber durch Leiharbeit und Zeitarbeit entsteht ein übler Druck auf die Arbeitnehmer, wodurch Arbeitgeber Löhne schön weit unten halten können für einen gewissen Teil ihrer Belegschaft.

Durch die immer größere Lohnlücke zwischen beispielsweise Frankreich und Deutschland werden die in Frankreich produzierten Waren immer teurer im Vergleich zu deutschen Waren. Dadurch wurden in Frankreich in den letzten Jahren schon 400.000 Jobs vernichtet, wie die die aktuelle Berichterstattung von „Kontraste“ darlegt (ganzen Berichte über Link am Ende des Artikels anschauen).

Aber nicht nur, dass zahlreiche Industriearbeiter im Ausland dank der deutschen Lohnzurückhaltung ihre Jobs verlieren. Von dem nationalen Wohlbefinden, dass hier Jobs geschaffen werden, die woanders verloren gehen, können sich die Industriearbeiter im Niedriglohnsektor nichts kaufen. Denn wie ihre arbeitslosen Kollegen im Ausland zahlen auch sie den Preis mit Mindestlohn und befristeten Jobs und/oder Leiharbeit.

Wer gewinnt? Letztlich die Industrieunternehmen, die eine gute Gewinnmarge haben, welche an die Eigentümer abgeführt werden kann. An der ersten Sichtweise, dass deutsche Produkte im Ausland halt stark nachgefragt sind, ist natürlich auch was dran! Aber die Sichtweise Nummer 2 ist doch ökonomisch eindeutig nachvollziehbar als Grund für „unseren“ Erfolg.

Sehen Sie hier den Bericht von „Kontraste“.

Deutscher Handelsüberschuss - Produktion bei Siemens
Beispielfoto: Arbeit an einer Turbine bei Siemens. Foto: Siemens (CC BY-SA 3.0)



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