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Hans-Werner Sinn + Experten: E-Autos floppen beim Klimaschutz, Alternative vorhanden

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E-Autos sollen die Klimabilanz endlich verbessern. Was oft vergessen wird, ist die extrem aufwendige Produktion der Batterien, wodurch die Klimabilanz von E-Autos unter anderem letztlich in der Tonne landet. Aber darüber reden wollen viele Befürworter des „Großen Umbruchs“ nicht so gerne. Der ehemalige Chef des ifo-Instituts Hans-Werner Sinn hat sich mit zwei Experten auf dem Gebiet zusammen getan und heute über das ifo-Institut eine 15-seitige Studie zu genau diesem Thema veröffentlicht (hier einsehbar).

Hans-Werner Sinn wird sicherlich kein Klima- oder E-Auto-Experte sein. Aber dazu hat er sich ja die folgenden Experten in sein Team geholt. Dies wären Christoph Buchal, Professor für Physik an der Universität zu Köln und Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich. Und da wäre noch Hans-Dieter Karl. Er war als Spezialist für die Energieforschung am ifo Institut beschäftigt. Ihre detaillierten Berechnungen haben die Wissenschaftler nach eigener Aussage anhand konkreter Beispiele eines modernen Elektroautos und eines modernen Dieselfahrzeugs durchgeführt.

Das Urteil zu E-Autos fällt alles andere als gut aus. Berücksichtige man den heutigen Energiemix Deutschlands und den Energieaufwand bei der Batterieproduktion für E-Autos, so liege ihr CO2-Ausstoß nur im günstigsten Fall knapp über dem eines Dieselmotors, ansonsten aber weit darüber. E-Autos würden laut Studie in den nächsten Jahren kaum einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2-Emissionen leisten, da die Einführung der Elektroautos nicht per se zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr führen werde.

Die Autoren kritisieren in ihrer Studie, dass der EU-Gesetzgeber die CO2-Emissionen von E-Autos mit einem Wert von „null“ in die Berechnungen der Flottenemissionen einfließen lasse. Dies suggeriere, dass E-Autos keine Emissionen verursachen würden. Neben dem CO2-Ausstoß bei der Fertigung würden sich aber in fast allen EU-Ländern erhebliche CO2-Emissionen durch die Beladung der Akkus mit Hilfe des Stroms aus dem jeweiligen nationalen Produktionsmix ergeben.

Was wäre die Alternative?

Mit Erdgas betriebene Verbrennungsmotoren seien eine ideale Übergangstechnologie zu langfristig mit Wasserstoff oder „grünem Methan“ betriebenen Autos. Man zeige in seiner Studie, dass bei einem mit Erdgas betriebenen Verbrennungsmotor die Gesamtemissionen schon heute um ein knappes Drittel niedriger liegen würden als selbst beim Dieselmotor. Zitat:

„Die Methantechnologie ist eine ideale Brückentechnologie von von Erdgasautos, die mit konventionellen Motoren fahren, hin zu Motoren, die eines Tages mit Methan aus CO2-freien Energiequellen fahren können. Insofern kann man der Bundesregierung nur raten, im Sinn einer Technologieoffenheit auch die Wasserstoff- und Methantechnologie zu fördern“, betont Professor Sinn.

„Langfristig gesehen bietet die Wasserstoff-Methan-Technologie einen weiteren Vorteil: Sie ermöglicht die Speicherung der überschießenden Stromspitzen des Wind- und Sonnenstroms, die bei einem steigenden Anteil dieses regenerativen Stroms stark zunehmen werden“, erklärt Professor Buchal.

E-Autos Nissan
E-Auto Nissan Leaf. Foto: Mariordo derivative work: Mariordo (talk) – Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Nissan LEAF got thirsty.jpg: CC BY 2.0

25 Kommentare

25 Comments

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    Diesel-Fan

    17. April 2019 20:41 at 20:41

    Kommentare in dieser Richtung habe ich auch schon gelesen.Es ist traurig, dass der Finanzprofi Sinn die Technik – Idioten aufklären muss.
    Zudem denke ich, dass ein E- Auto auch eine kürzere Lebensdauer hat. Denn die mit Elektronik vollgestopften Autos sind nach Ablauf der Garantie im Unterhalt nicht mehr bezahlbar.
    Vom Autoprofessor Dudenhöfer ( Tesla Fan ) hat man noch nie so ähnliches gehört.

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      Frank Groß

      17. April 2019 23:03 at 23:03

      Ein Diesel hält lange u ein Elektromotor hält länger. Was soll denn kaputt gehen? Es gibt keine mechanische Beanspruchung durch Kolbenhübe oder thermischen Verschleiß durch Verbrennung u Hitze. Den Diesel umspinnt doch heute auch bereits eine komplizierte Steuerungselektronik, das ist kein Selbstzünder mehr.
      Ich bezweifle diese Studie um Herrn Sinn.
      Prof. Dudenhöfer ist ein renommierter Autoexperte u wenn er Teslafan ist hat das seinen Grund.

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        Peter Wanner

        18. April 2019 22:17 at 22:17

        Es geht um den AKKU ! Der hat 10 Jahre Garantie, danach muß er immernoch die Kapazität von 80% haben. Prima, 20% Weniger Leistung in 10 Jahren.

        Ein Benziner verliert zwar auch Leistung im Alter, aber das sind nur ein paar PS, keine 20%.

        Wer kauft eigentlich ein gebraucthes E-Auto das mehr als 10 Jahre alt ist, ohne Garantie des AKKUS ? —> 10 Jahre alte E-Autos sind UNVERKÄUFLICH !

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    Z0P0

    17. April 2019 21:10 at 21:10

    „Hans-Werner Sinn wird sicherlich kein Klima- oder E-Auto-Experte sein.“

    Genau das ist er nicht, tut aber so und ist m.M. nach der perfekte Lobbyist!
    Wer das gerne mal überprüfen will kann sich folgendes Video von 2013 anschauen und den Realitätscheck 2019 machen (als ich das Video damals sah war mir das sofort klar):

    „Energiewende ins Nichts“
    -1:07:00 D. wird Atomstrom aus dem Ausland in großem Umfang beziehen -> wir haben 50tWh lestes Jahr exportiert
    -0:13:30 EEG Umlage wird explodieren -> die Umlage ist fast gleich geblieben, letztes Jahr sogar gesunken und das obwohl die EE seit dem Video/2013 von 27 auf 37% gestiegen sind, der Grund ist man hat einen Förderstopp eingebaut, aber da sie immer konkurrenzfähiger werden brauchen sie die EEG nicht mehr (Atom und Kohle brauchen Subventionen, aber darüber redet keiner, die Schäden und Altlasten rechnet niemand mit herein und werden der Allgemeinheit aufgedrückt)
    -…

    Ich glaube der versteht noch nicht mal das ein H2O Auto immer auch ein Elektroauto ist und der Wirkungsgrad von der Erzeugung bis zum Rad eine Katastrophe ist, dann doch lieber Diesel weiter fahren. H2O Autos haben mehr teile und damit höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten da hat die Autoindustrie wieder mehr zu tun ;-). Ich fahre seit 5 Jahren ein Elektroauto da gibt es quasi keine Maintenance Kosten mehr -> TCO ist top!

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    Incamas SRL- Asuncion / Paraguay

    17. April 2019 21:43 at 21:43

    Das ist ja ein Anschlag auf die Klimakirche und Ihren Moralisten !

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    Martin

    17. April 2019 22:09 at 22:09

    Das ist vollkommen logisch, das die CO2 Bilanz nicht wesentlich besser sein kann. Die Emissionen werden einfach nur ausgelagert und damit suggeriert man eine Emissionsfreiheit. Den CO2 Ausstoß den man beim Fahren einspart, bläst man dafür bei der Produktion der Akkus x fach im Vorlauf raus.

    Und ein sehr wichtiger Aspekt der auch oft ausgeblendet wird, ist der laufende Kapazitätsschwund des Akkus. Mit jeder Ladung, verringert sich diese um einen Bruchteil. Potentiert sich jedoch mit der Anzahl der Ladevorgänge stark. Das ist in etwa so, als würde man den Benzintank mit jedem Tankvorgang immer ein bisschen kleiner machen. Am Ende hat man nicht mehr 50 Liter sonder nur noch 30 Liter. Das wirkt sich am Ende auch auf die Effektivität aus, egal ob der Elektromotor einen höheren Wirkungsgrad hat, der Akku ist entscheidend, nicht der Motor.

    Meine Prognose für den Strompreis in Deutschland bis 2030, da liegt der bei 40 bis 50 Cent je KWh.

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      Z0P0

      18. April 2019 08:39 at 08:39

      Ich kenne nicht viele E-Autobesitzer, aber die eins haben, haben auch PV auf dem Dach und viele davon einen Speicher im Keller. Das heißt die beziehen ihren Strom nicht aus dem Energiemix, den was sie als Eigenverbrauch für ihren Haushalt bzw. E-Auto verbrauchen sieht nur das FA, aber nicht der VNB. Der sieht nur die eingespeiste EE und nur das fließt in den Energiemix ein. Das sind bei mir ca. 30%, die 70% nutze ich selber und die sieht niemand. Das heißt der E-Mix wäre nicht 37% EE in D. sondern wesentlich mehr, dazu muss man sich nur mal anschauen wie viele Speicher letztes Jahr in D. verkauft wurden (40k).

      „laufende Kapazitätsschwund des Akkus“ Ja klar, die Anbieter sind alle dumm und garantieren 80% nach 8J., weil sie alle nicht rechnen können. Zudem gibt es beim Akku im Gegensatz zu Öl ein secound life und recycling, siehe die alte Smart Flotte von 2000.

      Mit der „Effektivität“ hat das schon mal gar nichts zu tun, sondern nur wie oft du an die Steckdose musst (ein kleiner Handyakku hat bei gleichem Aufbau/Material die gleiche Eff. wie ein gr. Autoakku).

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        Rino

        6. Dezember 2019 14:16 at 14:16

        „haben auch PV auf dem Dach und viele davon einen Speicher im Keller“
        Beim mir in Altona allerhöchsten auf dem Balkon und im Briefkasten😂

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    Matthias

    17. April 2019 22:41 at 22:41

    Also ich vertraue ja beiden Seiten nicht. Weder der Pro-Diesel/Benzin Fraktion, noch der Elektroauto-Fraktion. Beide Seiten haben (meiner Meinung nach) plausible Zahlen, dass die jeweilige Technik die bessere Lösung ist. Wichtig wäre eine Verbesserung der Batterietechnologie, damit die Herstellung deutlich bessere CO2-Werte aufweisen kann. Der Abbau der nötigen Materialien ist auch nicht gerade menschenfreundlich.
    Ich bin mir auch nicht sicher ob die in der Studie nur kurz erwähnte „weniger Bauteile für ein Elektroauto gegenüber herkömmlichen Autos“ nicht genauer durchleuchtet werden müsste. Ein Diesel/Benziner hat wesentlich mehr Teile im Motor. Diese müssen alle mit viel Energie hergestellt werden. Anschließend müssen sie an den jeweiligen Standort gebracht werden (über Ländergrenzen hinweg). Ob das wirklich nur geringfügig mehr CO2 bedeutet?

    Daher mal abwarten was die Zukunft bringt. Mein Auto fährt hoffentlich noch ein paar Jahre, dann dürfte auch die Entwicklung klarer sein. Mir ist auch nicht klar wie die unzähligen Bewohner von Mietwohnungen in Städten ihre Autos mit Strom laden sollten. Es ist schon ein Unterschied ob man kurz Sprit tankt oder eine halbe Stunde lang Strom laden muss. Viele Mieter werden das Auto nicht zuhause laden können.

    • Avatar

      Matthias Siemers

      23. April 2019 21:10 at 21:10

      Mittlerweile gibt es ja einige Nachrichten, dass die „Nachricht“ vom Ex-Ifo Typen pro Verbrenner ist und von möglichst negativen Werten für das Elektroauto ausgeht. Warum auch immer man sich zu so etwas hinreißen lässt…

      Was ist eigentlich mit Wasserstoffautos? VW soll massiv etwas dagegen haben, dass diese Technik als Lösung bezeichnet wird. Man hat wohl zu wenig in dem Bereich geforscht und keine entsprechenden Techniken? Wasserstoffautos scheinen mir ja plausibler als Lösung zusein, da viel schneller aufladbar. Es kann doch in Zukunft nicht jeder 20-30 Minuten Strom tanken… Nur Eigenheimbewohner können leicht zuhause Strom tanken. Mal sehen wo die Reise letztendlich hingeht.

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    Steinkamp

    18. April 2019 05:29 at 05:29

    Es ist völlig egal, welche Antriebstechnologie die beste ist. Unsere ( linkslastigen ) Politiker haben nun mal beschlossen, dass das e Auto am umweltfreundlichsten ist u das ist in Beton gegossen. Politiker meinen die Gesezte der Wirtschaft u. Physik durch Ideologie ersetzen zu können. Was für eine Dummheit u Fehleinschätzung, genauso wie der gleichzeitige Ausstieg aus Atomenergie u. Kohle. Kein anderes Land der Welt ist so naiv wie Deutschland.

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      Bundesminister für fossile Rückentwicklung und Europawahlen

      19. April 2019 03:56 at 03:56

      Das Kurzwort zu Ostern, einen Tag früher als gewohnt und heute zur perfiden Ermordung unseres Christlich Demagogischen Umstürzlers zu Ehren:
      Bullen und Bären zerfleischen sich wie Schriftgelehrte und Pharisäer in hämischen Kommentaren, weil oder während Börsenkurse zwischenzeitlich wieder den Stand von vor 7 Monaten erreicht haben.

      Wir als Bundesregierung haben es kurz vor den Europawahlen ein weiteres Mal geschafft, alle gegen jeden aufzuhetzen. Wir haben von Großbritannien gelernt. Wir haben Armageddon, Lumpenklamotten, Gold und Klopapier in die Gedanken injiziert. Wir lenken ab von wahren brennenden Themen, wir verteidigen unsere gestressten und geschundenen britischen Kollegen und Freunden.
      Wir hassen und ignorieren wie immer aktuelle und konkrete Themen…

      Apropos konkrete Themen:
      @Diesel-Fan, @Martin, @Steinkamp, @Jan, danke für Ihre Stimme,
      danke für Ihr nie hinterfragendes Nachplappern,
      danke für die Bestätigung externer Expertisen,
      danke für Ihre Steuergelder,
      danke, dass Sie präsent sind, bevor Sie denken.

      Solche Männer braucht das Land…

  7. Avatar

    Jan

    18. April 2019 08:51 at 08:51

    So sehen wir wieder, es dreht immer darum wer seine Ideen so präsentiert, dass der dumme Masse jübelnd hinterher rennt. Wer ein Tag später mit einem anderen Wahrheit kommt, hat pech.
    Wir bauen jetzt E-Mobilität und in 25 Jahre wissen wir ob und warum es sich durchsetzen ließ. Und ob wir uns noch finden zwischen den Bergen Batterie-Müll wofür auch noch die lösungen zu Ende gedacht werden müssen.
    Aber mein Akkuschrauber möchte ich nicht mehr vermissen. Der hat auch nur kleine Akkus. Das gibt nur kleine Bergen.

  8. Avatar

    Lausi

    18. April 2019 10:47 at 10:47

    Wer an Sachlichkeit und Fakten interessiert ist, dem sei folgende Studie empfohlen:

    https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz%20von%20E-Fahrzeugen_final.pdf

    Darin steht ganz klar, dass das E-Auto bzgl. CO2-Emission dem Verbrenner-Auto überlegen ist. So is det nun mal 🙂

    • Avatar

      Rino

      6. Dezember 2019 13:51 at 13:51

      Und jetzt ehrlich welche Antriebsart besitzen Sie und warum?

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    leftutti

    18. April 2019 13:18 at 13:18

    Was von all den Öl-Lobbyisten ständig komplett verschwiegen wird, ist der Energie-/Strombedarf bei der Herstellung von Diesel bzw. Benzin. Genauer gesagt von der Bohrstelle über den Transport zur Raffinerie, die Herstellung, den weiteren Transport zur Tankstelle und den Tankstellenbetrieb, bis der Kraftstoff endlich im Tank landet.
    Dazu kommt noch die Produktion der ganzen Zusatzstoffe, Schmieröle, Filter, Bremsbeläge und Auspuffe.

    Zahlreiche Studien belegen, dass alleine bereits dafür fast soviel Strom (80 bis 90%) verbraucht wird, wie Elektrofahrzeuge im Betrieb verbrauchen. Würde man also hypothetisch schlagartig alle Diesel und Benziner gegen Elektroautos austauschen, wäre der Stromverbrauch kaum höher als bisher schon.

    Wir sprechen bisher nur von Strom, zusätzlich würde kein Tropfen Diesel und Benzin mehr verbrannt werden!!! Und wir sprechen auch nur von der Produktion und dem Transport der Kraftstoffe und Zusatzstoffe, nicht der Fahrzeuge.

    Diese gesamte Vorkette erhöht den CO²-Ausstoß von Verbrennungsmotoren je nach Fahrzeugklasse bzw. typ auf etwa 140 bis 280 Gramm pro gefahrenem Kilometer.

    Was nun die „Studie“ von Hans-Werner Sinn und seinen „Experten“ angeht, basiert diese in nicht allzu seriöser Manier einerseits (Dieselfahrzeug) auf idealisierten Herstellerangaben unter Laborbedingungen, andererseits (Elektroauto) auf Schätzungen und hinkenden Vergleichen aus einer längst von den Autoren richtiggestellten schwedischen Studie:

    Ein Mittelklassewagen verbraucht im NEF-Zyklus 4,5 Liter Treibstoff pro 100 km und stößt dabei nach Herstellerangaben 11,7 kg CO2, also 117 Gramm pro Kilometer aus. Diese beschönigenden Idealwerte nach Herstellerangaben werden dann mit wüsten Schätzungen der genannten Studie von den Autoren Romare und Dahllöf verglichen:
    Die beiden schätzen, dass pro kWh Batteriekapazität zwischen 145 kg und 195 kg an CO2-Äquivalenten ausgestoßen werden.

    Dabei haben die Autorinnen nicht selbst unter die Haube geschaut, sondern ein gutes Dutzend Studien aus den Jahren 2010 bis 2016 verglichen. Entsprechend vielfältig die Ergebnisse: Eine Studie kommt auf unter 50 Kilo CO2 pro kWh Akku, andere auf rund 200 Kilogramm … Da nach dieser Veröffentlichung einige Krawallmedien (The European, Welt, Focus Online) die Höchstwerte herausgegriffen, auf einen Tesla Model S hochgerechnet und diesen dann wieder mit einem Mittelklassewagen verglichen haben, hatte der Oberklassen-Stromer erst nach weit über 100.000 Kilometern einen Emissionsvorteil.
    https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/diese-emissionen-haben-batterien-von-elektroautos/22654274.html

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    Michael

    18. April 2019 15:31 at 15:31

    @leftutti spricht hier die sog. graue Energie an, die von den Liebhabern fossiler Brennstoffe nur zu gerne verschwiegen wird.

    Förderung:
    Zum genauen Energieaufwand bzw. Stromverbrauch liegen keine genauen Zahlen vor. Er ist sicherlich nicht gerade gering, vor allem, da immer mehr aufwändig zu erschließende Quellen erschlossen werden müssen:
    Die zunehmende Gewinnung von Schweröl aus Ölsanden ist mit einem drei- bis viermal höheren Energieverbrauch /Treibhausgasemissionen verbunden als bei konventionell gefördertem Öl. Da die Fördertechniken und Herstellungsprozesse der fossilen Kraftstoffe langjährig optimiert wurden, kann auch nicht mehr mit signifikanten Effizienzverbesserungen im Herstellungsprozess gerechnet werden. Die Förderkosten, die zunehmend vom Energieverbrauch dominiert werden, betragen heute etwa das 4 bis 6-fache für unkonventionelle Ölförderung [Anm.: aus Ölsanden oder durch Fracking] gegenüber der konventionellen Ölförderung. Der Wirkungsgrad der Bereitstellung fossiler Kraftstoffe wird sich zukünftig weiter verschlechtern.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Well-to-Tank#Well-to-Tank_f%C3%BCr_fossile_Kraftstoffe

    Transport des Rohöls zur Raffinerie, ein Beispiel:
    Die südeuropäische Pipeline, die von Marseille bis in das Rhein-Neckar-Gebiet über eine Strecke von 769 km verläuft und dort diverse Raffinerien mit Rohöl versorgt. Um das Rohöl über diese Strecke zu transportieren, werden gewaltige Pumpen mit Leistungsaufnahmen zwischen 1600 und 2200 kW benötigt, insgesamt 34 Stück. Der Jahresstromverbrauch soll bei 100 Gigawattstunden (gWh) liegen.
    Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Elektroautos liegt inklusive Ladeverlusten bei 17,5 kWh pro 100 km. Bei 12.500 km pro Jahr sind das knapp 2200 kWh. 100 GWh (100.000.000 Kilowattstunden) entsprechen somit dem Jahresverbrauch von mehr als 45.000 Elektrofahrzeugen. Und das ist nur eine einzige Pipeline. Viele weitere durchziehen Europa, Asien, die ganze Welt. Der Stromverbrauch ist enorm.

    Herstellung von Kraftstoff aus Rohöl in der Raffinerie:
    Laut einer Anfrage des Department of Energy in den USA werden in einer Raffinerie rund 1,585 Kilowattstunden für die Erzeugung eines Liters an Kraftstoff benötigt. Bestätigt wird diese Angabe durch die GEMIS-Datenbank. Für den Durchschnittsverbrauch von sieben Litern auf 100 km kämen alleine nur in der Raffinerie mehr als 11 kWh zusammen. Dies würde ausreichen, um mit einem Elektrofahrzeug 50-80 Kilometer weit zu fahren. Alleine der Stromverbrauch in der Raffinerie zur Herstellung der Kraftstoffe entspricht also schon 50 bis 80% des Stromverbrauches eines Elektroautos.

    Tankstellen:
    Von der Raffinerie zu den Tankstellen wird weitere Energie und Strom für Pipelines, Tanklastwagen oder Züge verbraten.
    Alleine jede Tankstelle verbraucht rund 200.000 kWh jährlich für Beleuchtung, Klimaanlage, Pumpen und Shopbetrieb.

    Gesamtbilanz:
    Laut Angaben von BP werden 7,2 kWh an Energie zur Herstellung von 1 Liter Diesel benötigt (von der Förderung bis in den Tank).
    Nimmt man nun den durchschnittlichen Verbrauch laut Herstellerangaben für Diesel-PKW aus dem Jahr 2016 als Grundlage für weitere Berechnungen, dann fallen alleine zur Herstellung von 4,8 Liter Diesel für eine Fahrstrecke von 100 km satte 34,56 kWh an Energie an. Damit ist ein Elektroauto jedoch bereits 200 km weit gefahren, während der Diesel-PKW noch immer an der Tankstelle steht und nicht einen Meter zurück gelegt hat…

    Nun muss der Diesel noch fahren:
    Dieselkraftstoff besitzt einen Energieinhalt von 9,87 kWh je Liter. Nach Herstellerangaben hat ein durchschnittlicher Diesel-PkW einen Verbrauch von 4,8 Litern auf 100 km (was ich für sehr optimistisch halte). Ergibt einen Energieverbrauch von 47,38 kWh für die 100 km Fahrt plus 34,56 kWh für die Produktion des Kraftstoffes, also summa summarum stolze 81,9 kWh.

    Persönlich halte ich diese Zahl aufgrund schwankender Angaben des Energiebedarfes bei Förderung und Transport von Rohöl für überhöht. Wobei ich mich andererseits frage, warum BP überhöhte Zahlen nennen sollte, eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Egal, zum Vorteil fossiler Brennstoffe stufe ich einen Wert von etwa 50 bis 70 kWh eher als realistisch ein. Somit liegt der Energieverbrauch von Elektrofahrzeugen bei ein Viertel bis ein Drittel im Vergleich zu Diesel-PkWs.

    Dass dies durch den Energieverbrauch zur Produktion der Akkus, v.a. gerechnet über die gesamte Lebensdauer zzgl. Weiterverwendung und letztendlich Recycling egalisiert wird, erscheint mehr als lächerlich.

  11. Avatar

    Dieselfan

    19. April 2019 07:40 at 07:40

    @ Bundesminister, solange keine Langfristerfahrungen vorliegen sind eben ALLE NACHPLAPPERER,
    Meine eigene Meinung, wenn man ein Auto als wirkliches Fortbewegungsmittel betrachten würde, d.h.
    Gewicht 800 bis 1000kg, Leistung 60 bis 80 PS, mit auf Sauberkeit u.nicht auf Leistung getrimmten Motoren, denke ich dass man mit 2 bis 3 Litern Verbrauch auskäme.Ein solches Auto könnte ohne Probleme eine Lebensdauer von 15 Jahren erreichen.
    Ein E- Auto hat mit dem Herumschleppen von 200 bis 300kg Batterien u.der bekannt kurzen Lebensdauer von Elektronik grosse Nachteile.Darum denke ich ,dass die Gesamtenergiebilanz gar nicht so eindeutig ist.

    • Avatar

      Rino

      6. Dezember 2019 14:08 at 14:08

      @Dieselfan
      Mein BMW hat 143PS, wiegt 1270Kg, Verbraucht !echte! 3.5Ltr. Und ich muss dabei null Energie aufwenden um Ladestation für die Mogelpackung zu suchen.

  12. Avatar

    leftutti

    23. April 2019 09:54 at 09:54

    Was will mkan auch erwarten, wenn ein Ökonom, ein Physiker mit Schwerpunkt Nanotechnologie und ein eher unbekannter „Wissenschaftler“ und ehemaliger IFO-Mitarbeiter eine Studie über ein Thema veröffentlichen, von dem sie keine Ahnung haben und dabei einen 473 PS-Stromer mit einem 194-PS-Diesel vergleichen.

    Egal, die Stammtisch-Verbrennungsboliden-Fans wird es freuen 😉

  13. Avatar

    leftutti

    6. Dezember 2019 13:11 at 13:11

    Schlechte Nachrichten für alle E-Auto-Hasser und Jünger des Fossil-Lobbyisten Sinn. Die dubiose Studie, auf die man sich so gerne als einzige Quelle beruft, ist in sich zusammengefallen. Dieselben Wissenschaftler, die vor zwei Jahren mit einer viel zitierten Studie für Furore sorgten, haben nochmal nachgerechnet. Das Ergebnis überrascht.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Elektroautos-sind-keine-Klimakiller-article21439448.html

    Und in der Akkuforschung und -entwicklung gibt es ebenfalls viele neue und vielversprechende Ansätze:

    https://www.ingenieur.de/technik/forschung/lithium-metall-akku-soll-reichweiten-von-elektroautos-verdreifachen/
    https://www.ingenieur.de/technik/forschung/organische-elektrolyte-sollen-die-energiewende-voranbringen/
    https://www.ingenieur.de/technik/forschung/magnesium-luft-batterien-versprechen-vierfache-reichweite-fuer-elektroautos/
    https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/neue-batterie-glas-dreimal-besser-lithium-ionen-akkus/

    • Avatar

      Stina

      6. Dezember 2019 22:21 at 22:21

      cui bono, wem nutzt das?
      Einmal wieder ganz tiefes Schweigen im Walde, obwohl ein 3-Liter-Rino plötzlich den Spar-BMW im Stadtverkehr erfunden hat 🙃

  14. Avatar

    leftutti

    6. Dezember 2019 15:21 at 15:21

    @Rino, soviel zu Mogelpackung:
    SPON hat sich die inzwischen hinfälligen Zahlen und Berechnungen schon im April 2019 nach Veröffentlichung der Sinn-Studie vorgenommen und die Vorgehensweise einmal umgekehrt. Es wurden also zunächst einmal auch leistungsmäßig wenigstens ansatzweise vergleichbare Autos mit einbezogen, ebenso ein realistischer Verbrauch: Wir haben daher zum etwas besseren Vergleich die CO2-Daten für die leistungsstärkste C-Klasse mit Dieselaggregat berechnet – das Modell 300 d 4Matic mit 254 PS. Dieser stößt statt 141 schon 176 Gramm pro Kilometer aus. In Wahrheit fällt die CO2-Bilanz für die beiden Dieselautos noch deutlich schlechter aus. Ihr Verbrauch wurde in der Studie nach dem veralteten Prüfzyklus NEFZ ermittelt, der gerade bei Autos mit Verbrennungsmotor zu unrealistisch niedrigen Werten führt.

    Daneben wurde auch einmal die CO2-Bilanz bei einer Batterieproduktion in Schweden, einem Strommix wie in Norwegen für das Aufladen und einer realistischen Laufleistung berechnet. Das Tesla Model 3 weist unter Idealbedingungen plötzlich nur noch einen CO2-Ausstoß von 31 g/km auf – statt der 155 g/km unter den Worst-Case-Szenarien des Herrn Sinn.

    https://www.spiegel.de/auto/aktuell/e-auto-schlechtgerechnet-die-ifo-studie-zur-co2-bilanz-a-1263622.html

    Ein Diesel mit entsprechender Leistung von 351 PS unter realen Bedingungen (nicht den geschönten Laborbedingungen des veralteten Prüfzyklus NEFZ) dürfte im Vergleich zum Modell 300 d 4Matic mit 254 PS eher bei 250 bis 300 g/km anzusiedeln sein.

    31:300 sieht doch schon etwas besser aus als 155:141. Stellt sich die Frage, wo die Mogelpackung zu verorten ist.

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Florian Homm: Warum die EZB scheitern wird

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Florian Homm ist inzwischen vor allem über seinen YouTube-Channel als kritischer Begleiter der Finanzmärkte bekannt. Auch wenn man nicht immer seiner Meinung sein muss, so sind doch seine Bestandsaufnahmen inhaltlich oft bestechend. In seinem folgenden aktuellen Video bespricht er im Grundsatz, warum seiner Meinung nach die Politik der EZB zum Scheitern verurteilt sein soll. Es geht darum schwache Inflation und Konjunktur mit immer tieferen Zinsen und immer mehr Gelddrucken bekämpfen zu wollen. Florian Homm erwähnt in dem Zusammenhang diverse Faktoren, die so viel stärker sind, und eine Wirksamkeit der EZB-Maßnahmen unmöglich machen. Da wären zum Beispiel die Digitalisierung und der Demografiewandel. Die hieraus entstehenden Veränderung zum Beispiel in Sachen Arbeitsplatzabbau wären so groß, dass die Maßnahmen der EZB verpuffen würden (sinngemäß zusammengefasst). Aber Florian Homm hat noch viel mehr zu bieten. Schauen Sie dazu bitte das folgende Video.

Florian Homm

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Dubai mit Absturz am Immobilienmarkt – Einkaufsmanagerindex Crash für VAE

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Dubai Innenstadt - der Bauboom geht weiter?

Gut 1/3 der Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) lebt im Emirat Dubai. Was die „harte Wirtschaft“ (Öl) angeht, ist das flächenmäßig viel größere Emirat Abu Dhabi viel bedeutender. Dort sitzt auch das Machtzentrum der VAE. Aber wer an die Emirate denkt, hat zuerst immer nur Dubai im Kopf. Dort läuft seit mehr als zwanzig Jahren eine riesige Sause. Es wird Geld rausgehauen für aufgeschüttete Inseln, Flughäfen, hunderte Wolkenkratzer, Einkaufszentren, Ski-Anlagen, und und und. Die Touristen kommen, aber rechnet sich das alles? Und wohnt überhaupt jemand in all diesen Hochglanztürmen? Öl hat Dubai nicht mehr. Schon im Zuge der letzten Finanzkrise musste der Herrscher von Dubai sich Geld beim eigentlich bestimmenden Emirat Abu Dhabi leihen. Sozusagen Nachbarschaftshilfe innerhalb einer Staatengemeinschaft, fast vergleichbar wie die Griechenland-Rettung innerhalb der EU? 20 Milliarden Dollar Schulden wurden erst dieses Jahr wieder umgeschuldet in die Zukunft.

Jede Menge Schulden in Dubai

Aber in Dubai als Gesamtkonstrukt steckt ein viel größeres systemisches Risiko. Gut 60 Milliarden Dollar Schulden (50% der Wirtschaftsleistung von Dubai) sollen mit der Regierung (dem Herrscher) verbundene Vehikel aufgenommen haben. Dies können zum Beispiel Immobilienentwickler sein, die sich am Markt finanzieren. Viele dieser Schulden sind in den nächsten Jahren fällig. Und nun geschieht folgendes. Der Immobilienmarkt in Dubai ist gerade jetzt so richtig am Crashen. Das wird gerade für kreditfinanzierte Immobilienentwickler zum Problem, und somit für die ganze Volkswirtschaft vor Ort.

Laut den aktuellsten Daten von „Cavendish Maxwell“ für das 3. Quartal sind die Wohnungspreise in Dubai gegenüber dem 3. Quartal 2018 um 16,5% gefallen! Hauspreise sind um 15% rückläufig! In Abu Dhabi sehen die Rückgänge kaum besser aus. Fast schon lustig: Die Bau-Orgie in Dubai scheint immer weiter zu gehen, obwohl schon der gesunde Menschenverstand sagen müsste, dass die Nachfrage nicht immer weiter in exorbitantem Tempo weiter steigen kann.

Preise für Immobilien in Dubai fallen deutlich

Vor Ort scheint man die brutale Krise vor zehn Jahren schon völlig vergessen zu haben. Damals waren die Immobilien-Spekulationen so schlimm ausgeufert, dass Wohnungen in neuen Wohntürmen schon mehrmals verkauft wurden, bevor der Bau überhaupt fertiggestellt war. Tja, nur der letzte Spekulant, der bekam keinen Stuhl mehr ab, als die Musik aufhörte zu spielen. Das Angebot ist das Problem, so auch die Experten von Cavendish Maxwell. Das viel zu große Angebot sei der Auslöser für den Preisverfall in Dubai. Viel zu lange wurde auch viel zu stark auf den Bau von Luxusimmobilien Wert gelegt. Immobilien-Entwickler würden jetzt versuchen potenzielle Käufer mit attraktiven Konditionen zu locken. Einer der größten Player vor Ort appelliert sogar, dass man in Dubai den Bau neuer Immobilien für ein oder zwei Jahre komplett aussetzen sollte, um eine Katastrophe durch das viel zu große Überangebot zu verhindern.

Wer soll den ganzen Spaß bezahlen, wenn der Herrscher des Emirats sich schon Kohle nebenan leihen musste, und wenn die großen staatseigenen Entwickler auch volle Kanne auf Risiko fahren, bei stark sinkenden Immobilienpreisen? Da gibt es nur einen Ausweg. Mann kann es einfach wie in Europa machen. Immer weiter umschulden in die Zukunft. Eine Art Dauerumschuldung, die zum Normalzustand wird. So wird der Vermögensgegenstand des Gläubigers (die Forderung) buchhalterisch auch nie wertlos, wenn der Kredit ständig durch neue Kredite abgelöst wird, mit denen die alten Schulden bedient werden können. Dann kann die Party in Dubai auch endlos weitergehen. Wenn der Gläubiger denn mitspielt. Ansonsten…

Einkaufsmanagerindex fällt deutlich

Das die gesamtwirtschaftliche Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (also vor allem Dubai und Abu Dhabi) wenig rosig bis sehr kritisch aussieht, belegt auch der gestern veröffentlichte Einkaufsmangerindex für die VAE von IHS Markit. Der Chart reicht bis 2010 zurück. Man sieht den extrem starken Einbruch der letzten Monate von fast 60 bis jetzt auf 50,3 Indexpunkte. Die Schwelle von 50 Punkten ist immer exakt die Trennlinie zwischen einem Wirtschaftswachstum und einer rückläufigen Wirtschaftsleistung. Die VAE rauschen also volle Pulle in die Problemzone. Aber gut. Wie gesagt. Letztlich kann Abu Dhabi den Laden zusammenhalten, wenn man es denn will. Die Weltausstellung 2020 wird in Dubai stattfinden. Bringt dieses Ereignis mehr Touristen, Investoren und einen Wirtschaftsaufschwung? Laut IHS Markit kann dieses Ereignis helfen. Aber wir meinen: Das ist nur ein kurzfristiger Sondereffekt!

VAE PMI von IHS Markit

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Indien gerät in den globalen Abwärtsstrudel

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Das Taj Mahal ist eines der Symbole für Indien

Die nach Kaufkraftparität drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Indien erlebt eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Die Expansionsrate des indischen BIP fällt auf das niedrigste Niveau seit über 6 Jahren zurück. Ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft.

Indien bleibt weit hinter seinen Wachstumsambitionen zurück

Mit 2,7 Billionen US-Dollar ist das Bruttoinlandsprodukt des südasiatischen Landes fast gleichauf mit dem Frankreichs. Bereinigt um die Kaufkraft liegt das Land sogar an dritter Stelle der größten Volkswirtschaften weltweit – noch vor Japan und Deutschland. Daher ist der Einbruch des indischen BIP-Wachstums im dritten Quartal für die Weltwirtschaft durchaus relevant.

Kaufkraftbereinigtes BIP - Indien auf Platz 3

Die Expansionsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte im dritten Quartal 2019 mit annualisiert nur noch 4,5 Prozent das tiefste Niveau seit dem zweiten Quartal 2013. Der im Vorfeld mehrfach nach unten revidierte Konsens der Ökonomen lag um 0,2 Prozent höher bei 4,7 Prozent.

Damit befindet sich das Land zwar weit jenseits einer Rezession aber dennoch unter seinem langjährigen Durchschnitt: Die jährliche Wachstumsrate des BIP in Indien betrug von 1951 bis 2019 durchschnittlich 6,18 Prozent und erreichte im ersten Quartal 2010 ein Allzeithoch von 11,40 Prozent und im vierten Quartal 1979 ein Rekordtief von -5,20 Prozent. Für ein Entwicklungsland ist allein der starke Verlust an Wachstumsdynamik schon problematisch und sorgt für soziale und politische Spannungen. Zumal die Versprechen der indischen Regierung in den letzten Jahren sehr vollmundig klangen: Indien sollte China überflügeln und die am schnellsten wachsende Wirtschaftsmacht der Welt werden.

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